Wo darf’s hingehen? #agh16 Farbfreigabe für Taxen?

Und die Taxifarbe! \o/
Definitiv etwas, an dem sich die Geister scheiden. Muss es eine einheitliche Farbe sein und wenn ja, warum dann diese? Entsprechend unterschiedlich sind die Antworten der Parteien, ich habe eigentlich keine Meinung aus dem Spektrum vermisst:

Vielerorts sind durch Ausnahmeregelungen Taxis in verschiedenen Farben zu sehen. Bestehen Sie auf hellelfenbein oder haben Sie vor, auch in Berlin andersfarbige Taxis zuzulassen?

CDU:
Hierzu Teilen wir die Auffassung der meisten  Taxiverbände in Berlin, die uns immer darauf hinweisen, dieses  Wiedererkennungsmerkmal (RAL 1015) nicht zu Disposition gestellt werden sollte.

FDP:
Wir wollen auch andersfarbige Taxen zulassen und es auch ermöglichen, verschiedene Qualitätskategorien von Taxis zu definieren und diese (z.B. farblich) zu kennzeichnen.

SPD:
[Keine Antwort]

Die LINKE:
Nein. Wir halten es für sinnvoll, dass die BSR orange, die BVG gelb ist und die Taxis ebenfalls eine einheitliche Farbe haben. Das erleichtert auch weithin die Sicherbarkeit und Erkennbarkeit.

taxi-linkefarben

Ronald Gläser, AfD:
Meine Einschätzung: hat sich bewährt. Wenn wir das ändern, werden viele Fahrgäste irritiert sein.

Die PARTEI:
Eine einheitliche Farbe ist sinnvoll, beige muß es aber beim besten Willen nicht sein. Diese Farbe ist ekelhaft. Ansonsten siehe Frage 2 [Anmerkung: Gemeint ist der Vorschlag, schwarzarbeitende Taxifahrer zu schwarzen Autos zu zwingen, s. hier]

Für eine Freigabe der Taxifarbe sprechen sich grundsätzlich immer nur unternehmernahe Organisationen aus, da der (in meinen Augen sehr sehr überschaubare) Vorteil im Wesentlichen der Wiederverkaufswert des Autos sein soll. Ein weiterer Grund wäre eine Unterscheidung verschiedener Arten von Taxis, wie es offenbar der FDP vorschwebt; in anderen Gegenden spielt natürlich noch die Erkennbarkeit einzelner Zentralen/Unternehmen eine Rolle, was aber auf absehbare Zeit in Berlin wegen der schieren Größe des Gewerbes und der Entkopplung von Vermittlung und Fahrdienst keine Rolle spielen wird. Sprich: Wozu die eigenen 10 Autos lila färben, wenn niemand einem speziell die lila Taxis vermitteln wird?
Ein bisschen lustig finde ich die klare Zuordnung der Farben und damit die Gesellschaft, in die uns Taxifahrer die Antwort der LINKEN so stellt, aber das nur nebenbei. Die Anmerkung der PARTEI, eine andere Farbe würde es auch tun, ist ja durchaus nicht aus der Luft gegriffen. Ich persönlich finde die Lösung nach wie vor nachvollziehbar: Im Gegensatz zum ehemaligen Schwarz ist sie in Sachen Sommerhitze gut, sie ist auch nachts erkennbar und lustigerweise gerade aufgrund ihrer fast schon sprichwörtlichen Hässlichkeit eigentlich ein super Wiedererkennungsmerkmal, da sich niemand privat das Auto so lackieren würde. Mit etwas Pragmatismus kann man’s also wirklich mögen. 😉
PS: Ein Fleißbienchen für die CDU fürs Googeln von RAL1015!

11 Kommentare bis “Wo darf’s hingehen? #agh16 Farbfreigabe für Taxen?”

  1. […] Im Zusammenhang mit der Festlegung von standardisierten Qualitätskategorien (s.a. unsere Antwort zu Frage 9.) halten wir es für sinnvoll, auch zusätzliche Qualifikationen für Taxifahrerinnen und […]

  2. Eva__R sagt:

    Ich muss hier doch einmal widersprechen. Die Farbe der Taxis ist doch sehr hübsch, ich finde das besser als Weiß. Ok, vielleicht ein bisschen mehr Beige wäre nett, aber so insgesamt würde mich ein Auto in der Farbe nicht stören. Allerdings würde sich doch ziemlich die Gefahr unerwarteter Beifahrer bei jedem Ampelstopp erhöhen. No risk, no fun, einige Leute fänden das bestimmt sehr unterhaltsam. Und gegebenenfalls checken es die Mitfahrer bis zum Ende nicht und man bekommt sogar noch ein bisschen Geld. Über-spontanes Spontan-Uber. 😀
    Im übrigen bin ich für verpflichtende blaue Taxis mit braunem Innenraum für AfD-Wähler.

  3. Roichi sagt:

    Es fehlt eindeutig die selbstleuchtende Farbe für Taxis. Fackel ist sowas von 2015. Ab sofort wird komplett geleuchtet in Hellelfenbein und Gelb blinkend. Das ist nicht mehr übersehbar.

  4. Sash sagt:

    @Roichi:
    Was das kosten wird! 🙂

  5. MsTaxi sagt:

    Worauf richte ich mein Augenmerk, wenn ich am Straßenrand stehe und ein Taxi heranwinken will? Richtig, nach der Farbe. Wiederverkaufswert erhöhen durch Farbfreigabe? Dem eng umgrenzten Käufersegment „Low budget sucht junges Auto mit Großvaterwehwechen“ ist die Farbe doch Piepe. 🙂

  6. Guzi sagt:

    Bzgl. der verschiedenen Farben finde ich die Umsetzung in Dubai gar nicht so schlecht. Verschiedene Farben des Daches haben unterschiedliche Bedeutungen:
    „Die normalen Public Taxis haben die Farbe braun und unterscheiden sich immer bei der Farbe des Daches. Die Taxis von RTA haben die Dachfarbe rot und bei National Taxi ist es gelb. Bei Cars Taxi ist es die Farbe blau und die Frauen Taxis haben eine pinke Dachfarbe. Somit kann man die Taxis sehr gut unterscheiden. Die VIP Taxis haben die Farben weiss oder schwarz und haben kein Schild mit Taxi auf dem Dach. Diese sind deutlich schwerer zu erkennen.“
    (http://www.dubai-city.de/taxi/)

    Den Ansatz könnte man eigentlich auch zumindest in Großstädten in Deutschland überdenken. Gerade das Frauen-/Familientaxi (welches im Übrigen nur von Frauen gefahren wird) finde ich ziemlich gut.

  7. ednong sagt:

    Also den Wiedererkennungswert würde ich hier auch annehmen – man ist irgendwie drauf geeicht (auch wenn die hier vor Ort ebenfalls andersfarben sein dürfen, die meisten sind dennoch in RAL 1015 beklebt, äh foliert).

    Verschiedene Farben für verschiedene Kategorien – aha. Wer soll sich das merken? Was merken sich die Leute? Richtig, ihre eigene Lieblingsfarbe! Und war das lilafarbene Taxi eher für Schwangere geeignet? Und gilt das schon ab dem 2. Monat? Wer überprüft das und die korrekte Nutzung? Und ob die Kategorien richtig eingehalten werden? Und wie soll ich nachts dunkelblau von olivgrün bei orangener Straßenbeleuchtung unterscheiden? Fragen über Fragen. RAL 1015 macht’s da einfach. 😉

  8. Andy sagt:

    Ich finde um das Farbproblem kompromissartig aufzudröseln kommt nur eine Zusammenwürfelung der Farben in Frage, wie damals bei dem Polo Harlekin… Grüne Motorhaube, blaue Tür vorne rechts, gelbe Tür vorne links, Regenbogenradkappen, Dach in Lachs, die Kotflügel in einem gebrochenen ecru, usw usf. Berlin ist doch eine hippe, bunte Stadt der Designer, warum nicht?

    Zur Erkennbarkeit finde ich es reicht noch nicht. Winker brauchen es einfacher, damit sie rechtzeitig winken können. Lässt man ab sofort Mittel und Endschalldämpfer weg kann man das Taxi lamge bevor man es sieht schon hören. Damit haben Winker genug Zeit um drei Spuren fließendem Verkehr zu queren um das begehrte Nahverkehrsmittel zu ergattern.

    Die Fackel ist auch viel zu analog… Neben einer Neugestaltung braucht es auch noch zusätzliche Betriebsmodi. Strobo, Discokugel, Lasertracker oder ähnliches…

  9. El Nico sagt:

    Ich finde die einheitliche, „hässlische“ Farbe auch prima, um betrunken als potentieller Winker sofort sehen zu können, ob das herannahende Auto von mir bewinkt werden sollte.

    Aber eine ganz andere Frage: Hat sich das Argument mit dem Wiederverkaufswert nicht eh seit gefühlt 10 Jahren erledigt, in denen man (zumindest hier in Westdeutschland) gefühlt auf jedem zweiten Taxi Werbung für (sinngemäß) „Folienservice24“ sieht, die offensichtlich impliziert, dass die Lackfarbe des Autos bspw. schwarz ist, und die RAL1015 eben entsprechend nur als Klebefolie obendrauf gepappt wurde? Oft genug ist das sogar noch offensichtlicher, wenn bspw. die Stoßstangen eines Taxis noch schwarz sind.

  10. Max sagt:

    Übrigens, dass schwarze Autos im Sommer generell heißer sind, als z.B. helle Fahrzeuge, gehört in den Bereich der Mythen. Warum? Simple Physik. 😉

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