Wenn ich eigentlich keine Kunden kriegen will

Wir sind hier bei GNIT ja unter uns. Da kann ich schwierige Themen ja auch mal ansprechen.

Grundsätzlich bin ich immer froh über Kundschaft. Je überraschender, desto besser. Andererseits stelle ich mich natürlich auch darauf ein, in manchen Gegenden nicht auf Fahrgäste zu hoffen. Und so kam es, dass ich unweit des Treptower Parks mit gutem Gewissen einen dringend notwendig gewordenen Furz ins Leder der 2925 gedrückt habe.

Ich will hier gewiss keine Träume zerstören, aber natürlich steige ich dazu in der Regel nicht aus.

Nun aber winkte es ungelogen in genau jenem Moment, in dem so langsam alle am eher unschönen Prozess beteiligten Muskeln sich gerade wieder in die Ruheposition begeben hatten. Ich will es nicht schönreden, ich hab darüber nachgedacht, die Kunden stehen zu lassen, weil es in meinem Auto unschön gerochen hat.

Andererseits war ich vielleicht das erste Taxi in den letzten zehn Minuten und vielleicht könnte ich die Kunden ja noch ein wenig vor dem Auto mit offenen Fenstern hinhalten …

Was natürlich eine Illusion war. So schnell wie die beiden sind mir quasi noch nie Fahrgäste eingestiegen.

Die Fahrt dauerte mit rund 2 Minuten kaum länger als auch nur nötig war, um wieder halbwegs brauchbare Zustände im Auto herzustellen. Dennoch war die Stimmung gut und zudem fiel das Trinkgeld mit 2,90 € recht üppig aus. Ich bin nun erstmal damit beschäftigt, mir das als Strategie für gute Tips auszureden …

16 Kommentare bis “Wenn ich eigentlich keine Kunden kriegen will”

  1. Rena sagt:

    Ich steh gerade in der Stadtmitte auf dem Weg in die Arbeit und könnte mich wegwerfen vor lachen.

    You made my day

  2. SaltyCat sagt:

    Das War das herr-im-himmel-wir-leben-noch-trinkgeld. Gute Strategie bei winkern, nicht so toll bei (ex-)Stammgästen ?

  3. ednong sagt:

    Laß es – dein Taxi könnte ausbeulen. Und nachher ist das Gas noch entzündlich …

  4. Spandau sagt:

    Es ist nicht der Geruch, es ist mehr das Brennen in den Augen 🙂 *SCNR*

  5. Bernd sagt:

    Also sehr gern genommen wird als Ablenkung: „Dieser Abgasgestank ist typisch für den Katalysator von XY“ (wobei XY = vorausfahrender Fahrzeugtyp) oder auch: „Mein Gott! Was ist denn heute für eine Wetterlage, daß die Schleusen so ausgasen?“

  6. Sam sagt:

    Erinnert mich dran, wie wir mal ein paar liegengelassende Schuhe gefunden haben (die Leute lassen echt ALLES liegen, aber das ist eine andere Geschichte…) und in eine Plastiktüte getan haben. Die war wohl relativ dicht, denn zwei Tage später war aus der Tüte mit Schuhen ein Ballon mit Schuhen geworden. Die haben gut ausgegast. Und wurden dann tatsächlich direkt von uns entsorgt. ^^

  7. hrururur sagt:

    In den meisten Taxen ist es doch eine Wohltat mal einen FRISCHEN Furz zu riechen. Wenn es denn überhaupt auffällt…

  8. Sash sagt:

    @Rena:
    Es freut mich, Dich erfreut zu haben. 🙂

    @SaltyCat:
    Auch eine Möglichkeit. Aber die Herren waren überaus nett zu mir und haben rumgescherzt.

    @ednong:
    Ich glaube, ich kann die von Dir vermuteten Druckverhältnisse nicht so leicht erfüllen …

    @Spandau:
    Ein guter alter JVDL, sehr nice als Kommentar. Und wir alle wissen: Mit ausreichend Training kommt man fast an den Effekt von Senfgas heran. (Ja, die CD steht auch bei mir im Regal) 🙂

    @Bernd:
    Auch gut sind nahegelegene Brauereien. Allerdings ist es natürlich unpassend, dass man die Fahrgäste eben von draußen eingeladen hat. Insofern sollte ich es wohl aufs Erdgas schieben … da kennen sich die meisten ja nicht so aus. 😉

    @Sam:
    0.o

    @hrhrurur:
    SO schlechte Erlebnisse mit Kollegen gehabt? Ich hab da natürlich auch schon einiges gehört, aber ich bin eigentlich ziemlich versessen drauf, dass es bei mir gut riecht. Ob das immer klappt – wie man oben sieht, scheinbar nicht. Aber ich hab immer Deo und Bonbons dabei, rauche nur draußen, vermeide riechendes Essen und glaube irgendwie, dass das neben gelegentlichem Duschen eigentlich eine recht einfache Sache ist.

  9. hrururur sagt:

    @Sash: am schlimmsten war es in Australien. Stoffsitze… Und dank Klimaanlage lüften halt viele nicht mehr. Und alte Luft ist alte Luft

  10. McCloud sagt:

    Im Zweifelsfall war es der Kunde, den Du vor zwei Minuten vorher abgesetzt hast.

  11. wola sagt:

    In Ruhleben stinkt es auch häufig zum Gotterbarmen, wegen der Kläranlage.
    Ich warne dann die Fahrgäste, dass sie gleich sehr tapfer sein müssen.
    Einmal erzählte mir daraufhin ein Fahrgast von einer Taxifahrt in Kanada:
    Der Taxifahrer entschuldigte den strengen Geruch im Wagen damit, in der Nähe sei eine Fuchsfarm.
    Der ortskundige kanadische Begleiter meines Fahrgasts entgegnete ungerührt:
    „I think, the fox is sitting on the frontseat!“
    Die restlichen 3 km mußten die Beiden dann allerdings zu Fuß laufen….

  12. Sternennacht sagt:

    Im falschen Moment Gas zu geben war schon öfters ein Problem

  13. Sash sagt:

    @hrhrurur:
    Ok, mit Stoffsitzen im Taxi möchte ich mich auch nie rumärgern müssen. Wenn auch vor allem wegen anderer Dinge.

    @McCloud:
    Klar, den Notausstieg hat man immer. 😀

    @wola:
    Nette Story. 🙂

    @Sternennacht:
    Dieses Mal gab’s immerhin keine Punkte … 😉

  14. highwayfloh sagt:

    Nur die harten kommen in den Garten ….

    und das Weich-Gewächs (Gwachsi) kommt ins Taxi… 😉

  15. opatios sagt:

    Ich sag immer: Im Zweifel kam das vor ner Minute durch die Lüftung rein.
    Und im Taxi hatte vielleicht ein Pechvogel von Fahrgast was nettes an den Schuhen, passiert schon mal im Dunkeln.

  16. D.R.I sagt:

    Dass die Fahrgäste schnell eingestiegen sind hast du ja im Text erwähnt. Spannender zu wissen wäre doch aber, wie schnell sie wieder ausgestiegen sind. 😀 😀

    Habe mich jedenfalls köstlich amüsiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: