Unbeabsichtigte Funktionsüberprüfung

Die Alarmanlage der 2925 funktioniert. Aber natürlich habe ich diese Erkenntnis nicht freiwillig erlangt, sondern versehentlich beim Abstellen des Autos. Der Alarmknopf ist bei der 2925 genau dort angebracht, wo er auch in der 1925 seinen Platz hatte. Und das bedeutet eben: So gut erreichbar wie nur irgend möglich. Da kommt man auch mal versehentlich dagegen. Und obwohl mir eben dies lange nicht mehr passiert war, wusste ich glücklicherweise noch so gut, wo der Ausknopf liegt, dass ich ihn binnen weniger Sekunden blind gefunden hatte. In einem stillen Viertel wie meinem ist das Ding dann doch höllisch laut.

Dass wir die Dinger nicht umsonst spazieren fahren, bewies aber erst vorgestern wieder mal eine aktuelle Pressemeldung der Polizei. An dieser Stelle wünsche ich dem Kollegen schnelle Genesung!

15 Kommentare bis “Unbeabsichtigte Funktionsüberprüfung”

  1. hrururur sagt:

    Ist doch aber beruhigend zu wissen, oder?

    Aber warum macht das Ding Alarm? Ich dachte dann blinkt nur die Fackel?

  2. Thomas3180 sagt:

    Hey Sash nähere Infomation wie es dem Kollegen geht findest du bei Taxi Deutschland auf Facebook. Hab es mir gerade durchgelesen. Unfassbar!!!

  3. Wahlberliner sagt:

    Hmm, wenn man sowas liest über den Überfall, dann fragt man sich schon, ob nicht eine Kameraüberwachung des Taxis sinnvoll wäre. Kann ja so laufen, dass die Daten am Ende jeder Schicht gelöscht werden, bzw. dass der Fahrer irgendwas tun muss, damit sie das nicht werden (z.B. das Speichermedium von einer schwer zugänglichen Stelle entnehmen, oder ähnliches). Dann könnte man die Täter zumindest fassen. Und anscheinend haben auch nicht alle Taxen so einen Alarm, wenn der Kollege ihn nicht ausgelöst hat…

  4. Sash sagt:

    @hrhrurur:
    Das was Du meinst, ist der stille Alarm. Den haben nur manche Taxis zusätzlich. Was ich ich meine, ist die vorgeschriebene laute Alarmanlage, die absolut jedes Taxi hat.

    @Thomas3180:
    Danke!

    @Wahlberliner:
    Ich bin immer noch kein großer Freund von der Idee. Sicher wäre es im Notfall auch mal hilfreich, aber wenn ich an die ganzen Betrunkenen-Videos denke, die im Netz rumgeistern würden … (passiert ja in anderen Ländern schon). Oder an all die Chefs, die ihre Fahrer damit wegen was auch immer kontrollieren würden. Und dass der Kollege den Alarm nicht ausgelöst hat, kann ja zig Gründe haben … ich halte den auch psychologisch für schwierig in bestimmten Situationen.

  5. Robert sagt:

    @ sash:

    Ich plädiere seit Jahren für eine Innenraumüberwachung, nicht nur bzgl. des Themas Überfall, sondern auch für Auseinandersetzungen, bei denen es vonnöten oder vorteilhaft sein kann, die Situation gerichtsfest zeigen zu können.

    Die Angst vor Betrunkenenvideos, nicht nur im Innenraum, sondern auch per dashcam von draußen? Hach, der Gedanke ist verlockend. Ich denke oft (fast jedes WE mal), wenn sich Leute mal wieder fuchtbar zum Affen machen: Davon ein Video und morgen der Mutti zeigen. Prädikat: pädagogisch besonders wertvoll. Oder wenn Murat und Tarik mal wieder hochambitioniert eine Schlägerei anzetteln wollen…. Es wäre schön, wenn es das gäbe. Ich hätte schon hunderte davon in meiner Sammlung und dies würde das Berlikte-Fest an diesem Wochenende sicher um en kleines bisschen Realität bereichern.

    Tatsächlich wäre aber eine Innenraumüberwachung ganz anders konzipiert. Der Strassenbahnfahrer kann ja auch nicht nach der Schicht mit seinen Kumpels die „Blondine der Nacht“ küren. Es müsste sich um geschlossene Systeme handeln, auf die nur von befugten Stellen zugegriffen werden könnte. Das wäre kein Problem, wahrscheinlich würde da auch 48h Aufnahmezeit reichen, ähnlich wie bei einer blackbox im Flieger.

    Alternatives Modell: es wird nur aufgezeichnet, wenn der Fahrer das veranlasst. Halte ich aber für schlecht, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass solche problematische Situationen über einen hereinbrechen und man dann u.U. an gar nix mehr denkt.

    Das es bei der heutigen Zeit so etwas in diesem gefährlichen Job immer noch nicht gibt, ist eigentlich unverantwortlich. So ein Schildchen „Videoüberwacht“ an den Türen dürfte alleine eine ziemlich Schutzwirkung haben.

    Stattdessen wird nach jedem bösen Fall rituell diskutiert und nach immer gleichen Muster verläuft dann alles im Sande.

    Nachtrag: Hin und wieder wird mir glaubhaft von Übergriffen seitens Kollegen berichtet. Oft geht es einfach um aggressives Verhalten ggü. Fahrgästen, mitunter sind aber auch Frauen betroffen. Ich hatte schon traumatisierte weinende Frauen im Wagen, die von einem „Kollegen“ vergewaltigt wurde. Diese Fahrer würden sich sicher im Wagen nichts mehr zuschulden kommen lassen.

  6. Wahlberliner sagt:

    @Sash: Ich sehe das nicht so wie Du, eher wie Robert. Ein geschlossenes System, wo der Fahrer keinen Zugriff drauf hat. Die Daten werden gelöscht, wenn der Fahrer im Bordcomputer/Taxameter die Schicht „ohne Vorfälle beendet“ (kann man so nennen). Ansonsten bleiben sie im Auto gespeichert, und es kann nur außerhalb einer Schicht von befugten Personen darauf zugegriffen werden. Das können Strafvefolgungsbehörden sein, oder ein Datenschutzbeauftragter im Taxiunternehmen. Bei Einzelunternehmern, die ihr eigenes Taxi fahren, nur die Strafverfolgungsbehörden. Heute haben *normale* Autos ein Mobilfunkmodem mit SIM-Karte an Bord, da wäre das sicher mit den neuen Fiskaltaxametern ebenfalls möglich. In dem Moment, wo jemand auf die Daten zugreift, meldet das Gerät den Zugriff an eine zentrale Stelle beim Labo, oder so. Wenn man will, kann man das schon so bauen, dass da ohne strafrechtlich relevantes Verhalten von Beteiligten keine Betrunkenenvideos im Netz landen. Außerdem, heute ist beinahe jedes andere öffentliche Verkehrsmittel videoüberwacht (und es landen keine Videos aus der U-Bahn, Straßenbahn oder einem (Nacht-)Bus im Internet), also warum sollte man ein Taxi, wo die Gefahr für den Fahrer noch deutlich höher sein dürfte, als bei den anderen Verkehrsmitteln, nicht ebenfalls überwachen?
    Das sage ich, obwohl ich ein starkes Datenschutzbewusstsein habe, und sämtliche Schnüffelei ablehne – und nicht mal, weil ich normal kein Taxi fahre, denn in anderen öffentlichen Verkehrsmitteln wird man ja wie gesagt ebenso gefilmt. Wären unsere Datenschutzgesetze so lasch, wie in Amerika, wäre das ein anderes Thema. Aber hier sehe ich eine rechtliche Grundlage, die so eine Überwachung relativ gefahrlos ermöglicht (und natürlich ist das Warnschild ebenfalls sinnvoll/hilfreich, und könnte tatsächlich schon so manche Übeltäter abschrecken).

  7. hrururur sagt:

    @Sash: ich wusste nicht, dass der stille Alarm freiwillig ist.

    @Kameradiskussion: wenn der Fahrer das selber löschen kann, ist es für’n Popo. Dann beendet er halt schnell die Schicht und zack hat man als Opfer wieder nix. Dann lieber was mit 48 h-Frist und auslesen über polizeiexklusive Geräte oder sowas.

    Und von wegen Arbeitnehmerüberwachung: da lebt jeder Kassierer mit. Und auch eure Kollegen in den Großraumlimos namens Bus. Man will ja eher alle anderen Sitze überwachen und wird deswegen die Kamera entsprechend positionieren. Wer dem Fahrer auf den Schoß kriecht, darf sich nicht beschweren, wenn der gnatschig wird…

  8. Wahlberliner sagt:

    An den Schutz der Fahrgäste vor üblen Taxifahrern habe ich nicht gedacht. Daher stimme ich @hrurururur (oder so ähnlich) zu.

  9. Lyra sagt:

    Ich sehe es kritisch immer alle Daten aufzuzeichnen. Einfach aus Prinzip, denn wenn die Daten mal da sind, werden sie auch genutzt und das häufig zu Zwecken, die keiner der Beteiligen will. Denn wie die Vorratsdatenspeicherung, können Kameras keine Straftaten verhindern. Sie können nur unter Umständen nachher bei der Aufklärung helfen. Die Abschreckung deswegen ist oft eher gering. Wer im Affekt handelt oder zu doof ist, denkt nicht drüber nach und wer drüber nachdenkt, nimmt ne große Sonnenbrille und eine Perücke…

    Ich wäre eher für eine Kopplung ans Alarm System. Wird Alarm ausgelöst wird auf Speicher aufgezeichnet und am besten noch an einen Server extern gestreamt. Kunde bekommt einen Knopf. Fahrer bekommt einen Knopf. Von mir aus kann die Kamera auch noch die Daten der letzten 5-Minuten im RAM halten und im Notfall diese dann auch Speichern. Sprich eine gezielte Anlass bezogene Speicherung der Daten.

  10. Aro sagt:

    Es soll ja sogar Kollegen geben, die auf ihrer Website anzeigen, wo sie gerade fahren 😉

  11. hrururur sagt:

    @Lyra: und dann kommt der erste Besoffene… Außerdem haste dann NIE den Anfang mit drauf und das kann oft entscheidend sein.

    Ich bin sehr kritisch mit Daten, hab Sorgen wegen Vorratsdatenspeicherung, TTIP und Co, aber mit Videoüberwachung am Arbeitsplatz zur Kundenüberwachung hab ich weder als Arbeitnehmer, noch als Kunde ein Problem. In Bus und Bahn wird es auch nicht missbraucht, an der Kasse auch nicht. Und wenn doch, sollte man eh mal darüber nachdenken, ob man für so einen Arbeitgeber weiter arbeiten möchte. Als mein damaliger Chef anfing nächtelang Kassendifferenzen auf den Bändern zu suchen, hab ich ihn freundlich um ein Zwischenzeugnis gebeten… Sein Chef war dann allerdings schneller als ich…

  12. Lyra sagt:

    @hrururur
    Darum ja kein Anschluss an die Notruf zentrale, dann macht man den Alarm halt wieder aus. So wie sich das anhört ist dass dann evtl. mal ein kurzer Stop und so lange keiner Anzeige erstattet sind dann ein paar Daten zu viel gespeichert. Besser als immer zu viel Daten zu speichern.

    Und ob das Beispiel von dir jetzt kein Missbrauch ist, denke ich, kann man definitiv diskutieren, und zweit Verwertung peinlicher Szenen an der Kasse ala „Ups, die Pannenshow“ soll es meines Wissens nach auch schon gegeben haben.

    Wenn ich keine Daten habe, dann kann ich sie nicht missbrauchen. Von daher sollte man sich halt sehr gut überlegen, was a) die Daten einem bringen und b) was sie im schlimmsten Fall anrichten können. Von Zentraler Rasterfahndung der Exekutive (und Hintertüren auf den Servern von Geheimdiensten bis Moskau Inkasso) bis hin zum Veröffentlichen des bei Sash nie vorgekommen Sex im Taxi auf YouPorn. Mit solchen Daten kann man vieles machen.

  13. Sash sagt:

    @Robert und Wahlberliner:
    Natürlich gibt es auch gute Argumente für die Überwachung. Für mich selbst wäre sie wirklich bequem: Ich versuche, mich halbwegs vorbildlich zu verhalten und meine Chefs würden sowas nicht ausnutzen. Könnte ich als ultimativen No-Budget-Gewinn sehen. Aber so isses halt nicht. Ja, auch im Taxi passieren schlimme Dinge, keine Frage. Aber mit dem Argument können wir auch bei Hotelzimmern oder Privatwohnungen kommen.
    Die Überfälle werden schon mit dem anhaltenden Trend zur bargeldlosen Bezahlung weniger werden. Aber ja, in einer halbwegs freien Gesellschaft besteht auch immer die Gefahr, dass mal irgendwas schiefläuft. Ist im entsprechenden Fall immer scheiße, gehört aber bisher zum allgemeinen Lebensrisiko. Am Ende wird die Kriminalität doch sowieso nur weiter in andere Bereiche verdrängt und dann wird man die mit gutem Gewissen auch noch überwachen. Ich kann diesen Trend echt nicht gutheißen. Und wie Lyra schon schrieb: Alle Beispiele der Vergangenheit zeigen, dass Daten, wenn sie erst erhoben werden, auch genutzt werden. Und dass die Systeme geknackt werden, wird auch nur eine Frage der Zeit sein. Mir geht’s da nicht um mich, mir hilft das vielleicht mal bei einem Überfall, schon klar. Aber gesellschaftlich halte ich das für eine echt gefährliche Sache.

    @hrhrurur:
    Ja, natürlich, Kassierer_innen leben mit der Überwachung. Bangladeshis leben auch mit Stundenlöhnen von ein paar Cent. Und jetzt? Wir finden immer Beispiele, anhand derer sich diese oder jene Maßnahme begründen lässt. Natürlich will auch ich keinesfalls, dass einem Vergewaltigungsopfer eine Beweismöglichkeit vorenthalten wird, das ist hoffentlich klar. Aber ich will auch nicht, dass mein Nachbar in seiner Küche biologische Kampfstoffe herstellt: Müssen wir deswegen nicht alle Küchen verwanzen und unsere Einkäufe tracken lassen? Mir ist schon klar, dass das kein Schwarz-weiß-System ist. Es gibt Mittellösungen. Aber eine umfassende Überwachung des kleinen Raumes, in dem ich täglich Menschen kennenlerne, finde ich keine gute Lösung. Da kommen wir an diese Uraltstatistik mit den Aidstests ran, die bei flächendeckender Verpflichtung offenbar mehr falsch positive als richtig positive Ergebnisse geliefert hätten. (keine Ahnung, ob dabei die Zahlen stimmten, im Taxi würden sie es aber wahrscheinlich). Es wäre schön, drei Taxiräuber und zwei Vergewaltiger mehr zu überführen, aber wollen wir deswegen riskieren, dass die Leute im Taxi nicht mehr frei reden wollen, zehn Fahrer ihre Passagiere online posten und hier und da mal ein Lynchmob aufgestachelt wird? Die Frage ist natürlich nicht einfach zu beantworten und jede der Möglichkeiten wird irgendwem schaden. Aber genau das sollte man auch bedenken.

    @Aro:
    Wie immer bei erhobenen Daten: Man muss eine Risikoabwägung treffen. Die hab ich für meine Person in dieser Frage eben mit Ja beantwortet, andere hingegen mit Nein. Bisher bin ich gut damit gefahren.

  14. Thomas T sagt:

    @ Robert

    Bezüglich der Kameraüberwachung, ich bin in Dresden Taxifahrer, wir hatten in der Firma über Jahre Innenraumüberwachung, geschlossenes System! mit den Bildern konnten auch Täter einer Straftat gegenüber dem Fahrer gefasst werden.
    und selbst der Staatsanwalt hat sich lobend geäußert das wir Kameras an Bord haben.

    Vor 2 Wochen dann, eine Kontrolle der Ordnungsbehörde am Halteplatz! Soweit alles perfekt, aber als die Dame die Kamera entdeckt hat wurden sofort alle Fahrzeuge unserer Firma bis zur Vorstellung bei der Behörde stillgelegt!

    Also die Justiz hat an sich nichts dagegen, die begrüßt das. Nur die Ordnungsbehörden haben damit irgendwie Probleme!

  15. Lyra sagt:

    @Thomas T
    Na ja wie definierst du ein „geschlossenes System“? Ich meine da gibt es sehr viel Spielraum von „nicht an die Systeme des Autos angeschlossen“ bis hin zu encryptisch abgeschlossen und Datenschutzbeauftragter gibt die Daten nur gegen Vorlage eines richterlichen Beschlusses raus. Schönes Buzzword sagt aber null über die Absicherung des Systems aus.

    So zum nächsten Punkt: Wenn die Dame erst einmal die Kamera sehen müsste, bevor sie von der Überwachung erfahren hat, dann hat deine Firma schon einmal grundlegend etwas dabei falsch gemacht, denn man muss darüber informieren, dass gefilmt wird. Darum gibt es auch diese Schilder in öffentlichen Bussen zum Beispiel…

    Und das begrüßen der Justiz: Wie hat es denn der Verteidiger gesehen? Ankläger sehen, illegal beschaffte Beweistücke nämlich meist deutlich anders, als ihr Gegenstück… Und wie war die Meinung eines Datenschutzexperten zu der ganzen Sache?

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