Wechselgeld mal andersrum

Ich hab ja schon oft geschrieben, dass wir Taxifahrer nicht viel Wechselgeld dabei haben. Ich finde das selbst nicht toll, aber dank der immer noch ungefähr täglich stattfindenden Überfälle – alleine in Berlin – ist es sinnvoll. Für den einzelnen Fahrer natürlich kein Bisschen, für die Kunden noch weniger – aber eben in der großen Masse. Je erfolgloser Taxiüberfälle sind, desto eher wird ihre Zahl zurückgehen – man muss nicht studiert haben, um diese Idee nachvollziehbar zu finden.

Und nun stand ich an der Tanke und hab mit der üblichen lahmen Geschwindigkeit Erdgas in den Tank der 89 pressen lassen. An der Säule gegenüber hielt ein mir unbekannter Kollege, und wie man halt so ist: man grüßt einander. Daraus wird in der Regel nicht einmal Smalltalk, aber jener Kollege fragte mich dann was, was ich ungelogen noch kein einziges Mal bisher gehört habe:

„Sach ma‘, brauchste vielleicht kleine Scheine?“

Natürlich isses angenehm, zur Abrechnung beim Chef nicht nur Fünfer mitzubringen. Aber Taxifahrer, die ihre kleinen Scheine gerne, freiwillig und ohne Anfrage gegen große tauschen … das war wirklich ein Novum für mich. Aber hey, einen Fünfziger kleinwechseln wollte ich so oder so an der Tanke … 😉

9 Kommentare bis “Wechselgeld mal andersrum”

  1. hrururur sagt:

    Klassische win-win

  2. Svü sagt:

    Falschgeld? 😉

  3. Habakuk sagt:

    Geldwäsche !

  4. Sash sagt:

    @hrhruru:
    Definitiv.

    @Svü:
    Die Befürchtung hab ich in umgekehrte Richtung mehr.

    @Habakuk:
    Ja, 50 € gegen 50 € tauschen. Enormes Betrugspotenzial! 😉

  5. hrururur sagt:

    @Sash sag das nicht so laut mit dem Betrugspotential. Das war hier vor ein paar Jahren mal n Riesenthema. Da hat sich einer an Supermarktkassenund so gestellt und wollte wechseln. Erst waren es fünfhunderter, später hunderter und als die in Hamburg angekommen sind, waren es fünfziger, wegen der Erfolgsaussichten… Also einer bittet darum den Schein klein zu machen, ein anderer quatscht von der anderen Seite dazwischen, bei Bedarf hätte der erste dann doch lieber statt zwei Zehner n Zwanziger oder so und in dem ganzen Kuddelmuddel gibt man mehr raus, als den (echten) großen Schein. Und wenn es nicht klappt, fällt es auch nicht weiter auf, dann wollten die halt nur wechseln. Und da die sich sonst nicht komisch verhalten, wegrennen oder so, hat das ewig gedauert, bis das überhaupt als Masche aufgefallen ist. Und war halt kein Falschgeld im Spiel, was es auch nicht leichter macht

  6. Sash sagt:

    @hrhrurur:
    Sowas hab ich auch schon gehört. Aber zum einen waren es hier ja nur ich und der Kollege, zum anderen – da hab ich mir unsauber ausgedrückt – ging es Habakuk um Geldwäsche. Und wie ich Geld waschen könnte, indem ich aus 50 € Einnahmen 50 € Einnahmen mache, verstehe ich immer noch nicht.
    Es sei denn, die Scheine sind registriert … hmm. 0.0
    🙂

  7. hrururur sagt:

    Mh ne. Ich meinte das jetzt unabhängig von habakuks Kommentar, sondern wirklich nur das Betrugspotential von 50 zu 50

  8. Sash sagt:

    @hrhrurur:
    Schon klar. Aber spätestens bei 5ern wird’s echt unrealistisch. 🙂

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