Liebe Sparkasse,

ich müsste Euch eigentlich ja dankbar sein. Meine letzte Tour ist vier Euro lukrativer als geplant geworden, weil Ihr inzwischen weitgehend flächendeckend nachts Eure Filialen abschließt und ich mit meinen Kunden noch eine Runde zu einer anderen Bank drehen musste. Aber ich bin nicht dankbar.
Mal abgesehen davon, dass auch ich Kunde bei Euch bin – noch dazu einer, der dazu neigt, zu seltsamen Zeiten zur Bank zu gehen – ich finde es auch per se ein Unding.
Worum geht es Euch? Vandalismus? Oder einfach nur um die armen Obdachlosen, die mal eine Nacht in einem eurer Vorräume Schutz vor der Kälte suchen?

Habt Ihr nicht ohnehin jemanden, der morgens vor der Filialöffnung mal durchputzt? Und würde sich nicht sogar in Einzelfällen Wachpersonal finanzieren lassen von den zusätzlichen Transaktionen – zumal in einer Stadt mit viel Nachtleben wie Berlin?

Vor ein paar Jahren noch habt Ihr nachts das Online-Banking geschlossen (WTF?), ich hatte eigentlich die Hoffnung, Ihr hättet es danach halbwegs geschnallt.

Ich als Taxifahrer werde künftig Touristen keine eurer Filialen mehr nahelegen. Ich hab nämlich weder Zeit noch Lust, herauszufinden, welche davon wann warum offen haben oder nicht. Dann kassieren eben die anderen die teils abenteuerlichen Abbuchungsgebühren. Und ich verdiene mein Geld dann halt mit den weiteren Wegen. Unterm Strich seid es also Ihr, die ihr an Image bei den eigenen und an Geld bei fremden Kunden verliert. Hoffe ich zumindest.

Mit, nun ja, Grüßen halt.

Sascha Bors

36 Kommentare bis “Liebe Sparkasse,”

  1. ELP sagt:

    Früher war es so, dass man die Tür nur mit der EC-Karte öffnen konnte. Hat man vermutlich wegen Skimming wieder abgeschafft 🙁
    Bei uns in der Region Stuttgart bekommt man allerdings bei Sparkasse und LBBW nachts noch Geld.

  2. Micha sagt:

    Man sagt nicht umsonst Spasskasse. Meine Frau ist auch bei dem Verein. Bei uns in Brandenburg nehmen die Kleingeld immer noch nur gerollt und mit Gebühr an. Bei meiner Bank schütte ich die Tüte einfach in nen Automaten und der zählt das für mich sogar.
    Dafür ist bei uns hier zumindest nachts noch der Geldautomat zugänglich. Zum Thema Gebühren: auch da ist gerade die Spasskasse ja gerne Vorreiter. Wenn ich als NichtSpasskasseKunde mal Geld brauche, suche ich nach Allem, wo kein rotes S drüber leuchtet, denn selbst der versiffteste Automat neben der Tanke ist billiger als das rote S.
    Und beim Onlinebanking gibts immer die Suche nach nem Monitor, wo dieser komische TAN-Generator mal zur Abwechslung funktioniert, sofern man noch weiß, wo man den das letzte Mal hingelegt hatte. Sowas wie Mobile-TAN kennen die da auch noch nicht.

  3. Thomas sagt:

    Oh Mann, das gibt es bei uns nur im Karneval. Nachts nicht mehr ‚mal eben um die Ecke‘ Geld abheben? Ich hoffe, das macht keine Schule. Wäre natürlich geil für die von mir nach zu vielen Abenden gelegentlich zu zahlenden Dispozinsen, aber blöd für die Kneipen und nicht selten auch für die Taxifahrer ;-).

  4. Sam sagt:

    Die Sparkasse ist leider einfach unfähig. Privat bin ich da zwat noch, weil eh nur miete und strom darüber läuft und es mir zu aufwändig ist, das umzustellen. Aber mit dem geschäft sind wir zu einer anderen bank gewechselt.
    ich erinnere mich noch, wie wir damals eineb dispot von 1000 euro wollten, die sparkasse aber meinte, den laden gäbe es erst ein halbes jahr, wir sollten in 6 monaten wieder kommen. Haben wir gemacht und die zahlen abgegeben. Es passierte nichts, also nach 4 wochen nachgefragt. Da meinten die mitarbeiter, sie hätten es noch nicht geschafft. Weitere 6 wochen später kam dann die rückmeldung, dass die zahlen zwar in ordnung sein, dass ihnen ja jetzt aber aufgefallen ist, dass es sich um eine gastronomie handelt und dass gastronomien bei ihnen prinzipiell keinen dispot bekommen. Das hat uns absolut sprachlos zurückgelassen, immerhin steht ganz vorne auf unserem kundenbogen, dass wir eine gastronomie führen. Bei einer anderen bank haben wir innerhalb einer woche ein vielfaches an dispot bekommen. Und als wir dann das konto bei der sparkasse geschlossen haben, wurden wir in der filiale mit großen augen angeschaut, als qir auf die frage, warum wir das konto schließen, ‚unfähigkeit‘ geantwortet haben.
    Hätten sie einfach von anfang an gesagt, das geht bei gastronomien nicht, wärs ja auch okay. Aber so fühlt man sich verarscht. Oder sie haben es wirklich vorher nicht mitbekommen, dann will ich da aber mein geld auch nicht liegen haben.
    fazit: sobald ich mit dem studium fertig bin und aus dem pott wieder wegziehe, werde ich mich am neuen wohnort bei einer anderen bank anmelden.

  5. Jalla sagt:

    Sparkasse ist aber nun einmal auch nicht gleich Sparkasse… Ich jedenfalls verfüge über SMS-Tan (gratis), komme nachts bisher in jede Sparkasse und weiß die großflächige Abdeckung mit Geldautomaten zu schätzen.

    Die Refinanzierung von Wachleuten durch Transaktionen halte ich für etwas naiv, aber die ist ja zumindest mal eine Idee.

    Ach und nein, ich arbeite nicht bei einer Sparkasse 🙂

    Grüße

  6. Andy sagt:

    Das ist bei weitem kein Alleinstellungsmerkmal der Sparkasse. Immer mehr Banken schließen ihre Foyers um 22 Uhr ab, was ich auch zum Kotzen finde. Auf der Karl Marx Str. gibt es von gefühlt 100 Geldautomaten zwei, die Nachts zugänglich sind. Lustigerweise gibt’s aber z.B. Die Berliner Bank am Kotti, die weiterhin rund um die Uhr offen hat und wo Dich die Obdachlosen freundlich Grüßen und Portier spielen.

  7. Michael sagt:

    Soweit ich weiß, hängt das mit der zunehmenden Zahl an gesprengten Geldautomaten zusammen. Bei mir im Viertel gabs einen Fall und relativ kurz danach waren alle Bankfilialen abends zu. Verdenken kann ichs nicht, die Sachschäden die dabei entstehen (abgesehen vom erbeuteten Geld), sind erheblich.

  8. sarc sagt:

    Ich hab damals zu Studienbeginn ganz schnell gewechselt, als die Sparkasse der Meinung war, dass ich am Studienort nicht nur keine Kontoauszüge kriegen würd, sondern auch noch Gebühren am Sparkassen-Geldautomaten zahlen müsste. Da hab ich auch große Augen gemacht.

  9. Nick sagt:

    Generell denke ich, dass das Abschließen die Folge der Geldautomatendiebstähle ist. In manchen Gegenden ist selbst am Sonntag ganztägig die Tür abgeschlossen.
    An deiner Stelle würde ich die Kunden sowieso zu einer anderen Bank bringen, sofern sie nicht Sparkassenkunden sind. Denn ich z.B. kann mit meiner Mastercard an so gut wie allen Automaten kostenlos Geld abholen, außer bei den Sparkassen.
    Und da sind selbst die Automaten eingeschlossen, die einfach so auf Bahnhöfen oder in Kaufhäusern stehen.

    @sarc: Das ist so, weil die Sparkassen nur regional sind. Ich hatte das am Anfang des Studiums auch, als ich von Berlin in eine andere Stadt gezogen bin. Am Schalter wollte ich mir einen alten Kontoauszug nachdrucken lassen und sie fragte nach der Kontonummer. Nach 7 Stellen meiner neunstelligen Nummer meinte Sie dann „äh, so lange Kontonummern haben wir gar nicht“. Deshalb sind andere regionale Sparkassen idR auch wie andere Banken für dich als Sparkassenkunde.

  10. hrururur sagt:

    Bin ich froh, dass ich nicht in der Hamburger City wohne, sondern schööön weit draußen. Hier hat die Sparkasse von zehn bis zwölf und von zwei bis vier, donnerstags bis sechs auf. Und keinen stört das! Der Automat ist draußen(Fahrrad-Drive-in :D), der Dorfsheriff wohnt direkt daneben, seine Wache mit ihm, eingebauter Automatenschutz quasi. (Funfact: wenn du da was melden willst, mit dem Trecker an nem Verkehrsschild hängen geblieben oder so, und zur richtigen Zeit kommst, wirst du von Frau Dorfsheriff zu Kaffee und Kuchen genötigt).

    Aber hier kriegt man im Dorfsupermarkt auch noch Kredit, wenn man sein Portemonnaie vergessen hat, man ist eh per du mit allen, inklusive Dorfsheriff.

    Manchmal ist das ganz angenehm hier draussen. Wir haben sogar ne Apotheke und mehrere „echte“ Bäcker. Wir sind quasi autark*hrhr

  11. whiskey sagt:

    >>Das ist so, weil die Sparkassen nur regional sind<<

    nur regional? bei uns ist die kreissparkasse münchen schon ne andere bank als die stadtsparkasse münchen *g*

  12. Also bei uns haben die Sparkassen alle noch auf. Das Hauptproblem bei Banken sind eher die nachtschicht-ungeeigneten Öffnungszeiten der Filialen (nur EIN TAG bis 18 Uhr, der Rest alle um 16 Uhr Schicht im Schacht!). Wie soll man da bitte z.B. nen Scheck einreichen oder Geld einzahlen, wenn der Einzahlautomat mal wieder streikt?

    Da ist zB die Fidor Bank noch ganz anders drauf. Is halt ne Direktbank, aber dafür leistet selbst der Vorstand(!) bei technischen Großstörungen noch Frontdienst am Telefon. Am Wochenende. Sowas kriegt man von keiner „Filialbank“.

  13. DerInderInDerInderin sagt:

    Sparkasse…kann man sich „sparen“. Was ich mit denen schon erlebt habe. NIE wieder diesen Sauladen.

    Beispiel gefällig? Ich wollte ne HBCI-Karte. Kein Problem sagte man mir, die 30€ (!) Gebühr wurden abgebucht, die Karte käme bald. Geld war weg, Karte taucht nicht auf. Eine Nachfrage ergab: Hups, da haben wir wohl die Karte vergessen. Die Karte kommt jetzt! – was soll ich sagen, die Karte kam natürlich nicht – dafür nochmals eine Abbuchung über 30€. Auf meine freundliche Nachfrage per Telefon wurde ich darauf hin gewiesen, das man so was natürlich nur persönlich klären darf. In ihren tollen Öffnungszeiten von 12 bis Mittags.
    Beim dritten Mal entschuldigte man sich für den Fehler, das Geld käme zurück, überhaupt kein Problem. Am nächsten Tag waren dann wieder 30€ weniger auf dem Konto. Immerhin kam eine Woche später dann auch die Karte.
    Wie ich meine 60€ wieder bekommen habe ist eine andere Geschichte, etwa genau so lange….

  14. Ana sagt:

    Der quasi einzige Grund für mich bei der SParkasse zu bleiben ist im Grunde die ständige Verfügbarkeit eines Geldautomaten, auch wenn man saich in der Gegend nicht auskennt.
    Da die meisten inzwischen nachts unzugänglich sind mindert das den Reiz der Sparkasse also um.. 20%? 33%?

  15. daju77 sagt:

    Die Sparkasse am Alexanderplatz hat neuerdings nachts einen Wachmann, der den Vorraum mit den vielen Automaten beaufsichtigt. Ansonsten sieht es in Friedrichshain und Lichtenberg sehr mau aus. Möllendorff-Passage, Fennpfuhl, Ring-Center und viele andere kleine Filialen…alles nachts geschlossen. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln.

  16. Luci sagt:

    Da für mich als Postbankkundin ausgerechnet die Postbankfilialen mehr als ungünstig liegen, hole ich mir mein Geld dank Cash Group meistens bei der Deutschen Bank. Die Filialen, die ich kenne, haben alle zwischen 22.00 – 6.00 Uhr geschlossen. Ist also in Berlin leider kein Alleinstellungsmerkmal der Spaßkasse.
    Was die Postbankfilialen/-automaten in meiner Nähe angeht: Alle in Einkaufscentern, die nach Ladenschluss komplett dicht machen, sodass man auch nicht mehr an die Automaten kommt. Und das ist dann meistens zwischen 20.00 / 21.00 – 8.00 / 10.00 (je nach Center), also noch länger als die Schließzeiten der Bankenvorräume.
    Sind aber auch noch andere Banken, die nachts schließen.
    Leider.

  17. sarc sagt:

    @Nick: Das wurde mir damals auch so erklärt… Dann brauchen die sich aber nicht wundern, wenn ihnen die Leute wegrennen. Die Zeiten, wo man sich irgendwo niederlässt und dort sein restliches Leben verbringt sind vorbei. Und selbst wenn, ich kann von ner Bank ja wohl mindestens erwarten, dass ich deutschlandweit Geld krieg, ohne dafür zu zahlen. Ansonsten ist die Bank einfach großer Mist (und genau deswegen hab ich dann ja auch gewechselt). Das war auch das erste Mal, dass ich von ner Kontoauflösungsgebühr gehört hab… (Keine Ahnung, ob die das heut auch noch probieren, damals wusst ich zumindest nicht, dass das rechtswidrig ist und hab zähneknirschend bezahlt…)

  18. MichiK sagt:

    Um die Spaßkasse habe ich schon immer einen großen Bogen gemacht, weil man immer wieder solche Schauergeschichten hört. Auch die Storys hier geben mir wieder recht. Ich fühlte mich hingegen bei meiner Volksbank immer recht wohl: Geldautomaten auf jedem Dorf, Kontoauszüge ziehen bundesweit kein Problem. Kostenloses Girokonto seit ich denken kann.

    Vor einiger Zeit kam dann ein Brief mit dem Tenor „Wir haben eine Weile nichts mehr von Ihnen gehört, studieren Sie noch? Wenn nein, dann würden wir jetzt gerne Kontoführungsgebühren haben, wir fangen dann mal an abzubuchen.“ Ich las ein wenig im Preis- und Leistungsverzeichnis und beschloss, dass meine Faulheit stärker ist als die 2 oder 3 Euro im Monat, die da an Gebühren anfallen würden.

    Nur eine Woche später hatte man dann die grandiose Idee, mir 20 Euro für eine neue EC-Karte abzubuchen. Diese waren in den Konditionen hingegen nirgendwo aufgeführt. Konsequenterweise habe ich dann mein Konto gekündigt… so leicht kann man einen seit 20 Jahren zufriedenen Stammkunden vergraulen…

    Mittlerweile habe ich ein bedingungslos kostenloses Girokonto inkl. kostenloser Visa-Karte (gratis weltweit im Ausland Geld abheben…) bei einer Direktbank aus dem Cashgroup-Umfeld.

  19. Rena sagt:

    Ich arbeite bei einer Bank. Bei uns kommt die Putzfrau nach Schalterschluss. Also am Nachmittag. Die Geldautomaten sind nachts zugänglich.

  20. Ingmar sagt:

    Die Geheimwaffe gegen die Öffnungszeiten der Sparkasse ist ein Kartenleser in der Mittelkonsole… Damit habe ich schon den ein oder anderen Kunden wirklich glücklich machen können, dass er sich die Fahrt zur 5 km entfernten Sparkasse mitten auf dem Dorf sparen kann 🙂

  21. Blogolade sagt:

    Die Sparkasse mit ihrem Kundenunfreundlichen Verhalten sieht uns auch nicht mehr. Dafür bin ich inzwischen großer Fan der Cash Group. Ich habe mein Konto bei einer Onlinebank und hole mir mein Geld mal am Postautomaten (der sogar draußen hängt bei uns) oder bei der Hypevereinsbank oder der Commerzbank. Deutsche Bank und ich glaube sogar Shell Tankstellen funktionieren auch. Eine dieser Banken trifft man eigentlich in jeder Stadt an.

  22. Oni sagt:

    Die Sparkassen haben sich in den letzten Jahren schon etwas gebessert. Man kann jetzt selbstverständlich auch bei anderen Sparkassen Geld abheben. Auch Kontoauszüge abholen ist seit einigen Jahren bei fast allen möglich, weil sie ihre IT zentralisiert haben. Hier in Lüneburg haben sie an jedem Supermarkt einen Automaten, die meisten davon 24/7 zugänglich. Deshalb bin ich dann doch bei der Sparkasse Hannover (!) Kunde geworden. Da gibt es ein gratis Onlinekonto, im Gegensatz zu den horrenden Gebühren, die die Sparkasse Lüneburg verlangt. Wenn ich nachts kein Geld mehr bekäme, wäre ich aber genauso schnell wieder weg da und würde nur noch mein Zweitkonto von der Comdirekt benutzen. Durch die Kinowerbung, die vor einigen Monaten lief, hat die Sparkassengruppe meine Geduld sehr strapaziert und mich bei jedem Geldabheben noch an den dummen, sexistischen Spot erinnert.

  23. Oni sagt:

    Und jetzt nervt mich die Sparkasse Lüneburg bei jedem Geldabheben mit dem Hinweis, dass ich doch bei Ihnen ein Konto eröffnen soll, den ich wegdrücken muss. Das strapaziert meine Nerven auch. Sollte mal den Hannoveranern bescheid sagen, das mich diese Abwerbeversuche sehr irritieren.

  24. T sagt:

    Gibt doch inzwischen genug Direktbanken, die mit KK überall kostenlos abheben lassen. Bei den meisten gibt’s auch Affiliate-Provision. Also bastelst du dir nen Reflink und gibst interessierten Kunden ein Kärtchen mit. 50,- Euro sind da pro Neukunde drin …

  25. Aada sagt:

    Hm, seltsam. Ist das nur in Großstädten so? Ich bin selber Sparkassen-Kundin aus Überzeugung. Bei uns ist nachts durchgehend geöffnet und nahezu alles, (außer der freundlichen, persönlichen Bedienung direkt am Schalter), möglich. Ich finde andere Banken wesentlich schlimmer. Volksbank würde mir da in den Sinn kommen! Wuah.

  26. Jens sagt:

    Falls es hilft: Die SK am Nollendorfplatz hat m.W. die ganze Nacht auf – mit Wachmann drin. Zumindest habe ich da auch außerhalb der Geschäftszeiten noch nie vor verschlossenen Türen gestanden.

  27. hrururur sagt:

    Ich möchte nochmal das Leben am Stadtrand loben. Ich bin gerade mit dem Trecker(mit 25 Sachen, übern Deich, wuhu) zum Supermarkt getreckert, mit komplett vollgematschten(ich sag mal lieber, dass es Matsch war. In Wirklichkeit war es Matsch und Kuhscheisse in hm… veränderlichen Gewichtsanteilen) Gummistiefeln rein, hab ne komplette Palette Haferflocken und den kompletten Bestand an Leinsamen eingepackt, bin zur Kasse, hab nen dummen Kommentar zu meinem Bauchumfang von der Kassiererin gekriegt und bin ohne zu zahlen raus. Ist nämlich das Krankenfutter für ihr Viehzeug, kann sie mit ihrem Chef abbrechen 😀

    Ich mag mein Leben hier draußen. Ich mag es bei Freunden einfach mal so Trecker fahren zu können und sämtlichen sonstigen Scheiss machen zu können, den man auf dem Bauernhof halt so machen kann, wenn man keine Angst vor Dreck und Tieren hat. Fußläufig von zuhause aus, heeeerrlich.

  28. hrururur sagt:

    P.S.: Bereitschaftsarzt und Berufsfeuerwehr und so haben wir hier auch. Sowie mehrere Krankenhäuser in unter ner Viertelstunde ohne Lametta am Auto. Und mit den Öffis ne halbe Stunde zum Hauptbahnhof.

    Und passablen Handyempfang! Hier ist echt mega. Perfekte Mischung von Stadt und Land. Vorteile von beiden, Nachteile von keinem.

  29. Sash sagt:

    @hrhrurur:
    Zugegeben: Im ein oder anderen Punkt machste mich neidisch. Beim Dung nur bedingt, obwohl ich da auch nicht zimperlich wäre. 🙂

  30. hrururur sagt:

    Solange der „Dung“(Alter, wo hast du das Wort denn ausgegraben?) nur an den Stiefeln ist, stört er mich nicht. Die wohnen ja nicht mit mir zusammen. Und der Rest wird halt gewaschen, die Klamotten in der Maschine(wir haben ja sogar fließendes Wasser und Strom hier…), ich selbst unter deiner vielzitierten Bewässerungsanlage, also meiner.

    Und ganz ehrlich: Autoabgase riechen schlimmer. Wenn ich mal in die Innenstadt fahr, finde ich den Geruch bedeutend schlimmer. Diese Mischung aus konzentrierten Abgasen und konzentrierten Menschen. Ist ja praktisch dadurch alles dicht bei zu haben was es an Geschäften so gibt, aber mir ist meine dörfliche Umgebung echt lieber. Ich hab ja Kleinstadt vor der Tür(120.000 Einwohner sind ja auch schon was), bzw hinter der Tür. Vorne raus guck ich auf Felder und Weiden, hinterm Haus ist Stadt. Da kommt der Innenhof, Haus, Winzstraße, Haus und dann Hauptstraße und dann wirklich Stadt. Zum Glück geht mittlerweile viel Verkehr über die Autobahn. Sonst würde ich wahnsinnig werden, weißt schon, die Abgase.

    Und halt alles noch Hamburger Stadtgebiet, was die ganzen Annehmlichkeiten wie ne Berufsfeuerwehr mit sich bringt. Zwei Kilometer weiter ist Sense. Da ist Schleswig-Holstein, da wohnen auch direkt hinterm Schild noch diverse Menschen. Auch so n paar zigtausend. Man sieht auch nur am Schild, dass man jetzt aus Hamburg raus ist, die Bebauung geht durch. Aber Berufsfeuerwehr? Nö. In zehn Minuten Hilfe vor Ort, was in Hamburg durch eine wirklich hohe Wehrendichte und die Dorfsheriffs auch in den ländlichen Teilen ganz normal ist? Nö. Wenigstens ne Werksfeuerwehr ein paar Kilometer weiter vom AKW? Nö. Wenn du da n Herzinfarkt hast, bist du in der tiefsten Pampa und kannst durchaus mal ne halbe Stunde warten. Na vielen Dank auch. Ich bleib schööön auf Hamburger Seite, mit allen Vorteilen, ohne Nachteile

  31. Lietze sagt:

    Bei der Volksbank durfte ich das letztens auch beobachten: Frau die aus Taxi steigt, rüttelt und wieder zurück…
    Besonders wunderlich finde ich das dort, weil es nur ein Automat ist.
    Der auch noch auf so kleinem Raum steht, dass man nur mir geöffneter Tür alleine drin stehen kann.
    Sehr, sehr komisch.

  32. Schütteltier sagt:

    Es hängt nicht nur mit den gesprengten Geldautomaten zusammen. So Einige benutzten die Vorräume der Bankfilialien im Winter als Übernachtungs/Wärmestube und dementsprechend sah es dort früh auch aus.
    Und sich in Gegenwart nicht ganz tageslichttauglicher Gestalten Geld zu ziehen macht auch nicht wirklich Spaß.
    Deswegen machen die Banken häufig von 22 bis 6 dicht.
    Das kam aber erst in den letzten Jahren auf, vor 10 Jahren waren (in Berlin) im Winter im Filialvorraum nächtigende Obdachlose eine extreme Ausnahme.

  33. Der Banker sagt:

    Bei einer mir bekannten Filiale war auch der Vorraum mit den Automaten eine ganze Weile nachts dicht.

    Nachts schliefen dort gerne mal Obdachlose. Es war nicht unbedingt angenehm, morgens in den Mief rein zu kommen, zumal man dort bis zur Schalteröffnung nicht mal einfach lüften konnte, um die Mischung aus verbrauchter Luft, ungewaschenen Leibern (Schweiß und Pisse) und dem beliebten Alkohol- und/oder Zigarettendunst zu vertreiben. Automatenpflege vor Schalteröfnung war dort schlicht nicht zumutbar. Und die Kunden den miefigen Raum stürmen zu lassen, sobald man morgens öffnet, auch nicht wirklich.
    Aber OK, das war nicht allzu oft, und Verständnis hatten wir auch dafür, vor Allem wenns kalt war.
    Es war auch so eine Sache, dass die ungebetenen Besucher schon mal versuchten, die Lamellenvorhänge zuzuziehen, damit unsere Kundschaft sie nicht einfach weckte. Nur leider waren die Leutz nicht in der Lage, die Dinger richtig zu bedienen, zerrten an den Lamellen, an Statt die Zugschnur zu benutzen und rissen diese dabei herunter.

    Aber nachdem es wiederholt vorgekommen war, dass jemand in den Raum geschissen hatte und den Vorhang zum Arschabwischen benutzt hatte, war der Vorraum ab sofort nachts zu. Punkt.

  34. Carmen sagt:

    Ich mussste heute das erste mal früh Geld abholen – morgens um sieben, ansonsten nur zu normalen Zeiten, nachts habe ich noch nie an irgendeinen Automaten gemusst.
    Auch wusste ich von den Übernachtungsgästen bis dato nichts – heute war das erste Erlebnis mit einem Obdachlosen, der samt Tütenberg im Schalterraum übernachtet hat und „pennend“ so ungünstig vor dem Automaten lag, dass ich über ihn drübersteigen musste.
    Sehr unangenehm und der Gestank, den diese Person ausdünstete und der den Raum ausfüllte, hing mir noch Stunden später in der Nase.
    Und: Noch haben wir in D ein Sozialnetz, das OBdachlosigkeit eigentlich gut verhindert. Traurig um die Zustände.
    Ich habe die Sache der Sparkasse trotzdem gemeldet und verstehe es, wenn dadurch nachts einfach mal dichtgemacht wird.
    Dafür zu sorgen, dass Menschen nachts ein Dach über dem Kopf haben, kann nicht Sache von Banken und Sparrkassen etc sein – da ist der Staat gefragt.

  35. W. Örthersee sagt:

    … das kalte Herz

  36. Sash sagt:

    @Carmen:
    Keine Frage. Sehr wohl eine Frage ist indessen, ob eine Schließung die sinnvollste Möglichkeit ist. Ich kann das als Außenstehender sicher nicht akkurat beantworten, aber angebracht scheint sie mir insgesamt dennoch.

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