Wer von Euch war das?

Manchmal kommen die tollsten Fahrten ziemlich ungewöhnlich daher.

„Wo soll’s hingehen?“

„Nach Mahlow.“

Uff. Ich hab’s schon oft erklärt: das Umland ist am allerwenigsten meine Stärke. Ich kenne es wirklich nur von den paar Fahrten nach außerhalb und entsprechend unsicher bin ich da immer wieder. Wenn man sein Leben lang in einer Stadt wohnt, kennt man im Umland Leute, hat mal einen Schulausflug hier- und dahin gemacht. Ich musste das lernen. Bzw. eben gerade nicht: ich musste den Berliner Stadtplan auswendig lernen und war froh, alles ab 2 cm jenseits der Stadtgrenze ignorieren zu können, weil es auch so schon umfangreich genug war. Und in Mahlow selbst bin ich meines Wissens nach auch wirklich noch kein einziges Mal in den letzten fünfeinhalb Jahren gelandet.

„OK, da muss ich jetzt selbst nachsehen, wie man da am besten …“

„Oh, wie man von hier fährt? Ich würde sagen: am Besten außenrum. Also das Adlergestell runter.“

Ähm. Nun ja. Kann man machen – und wir sind auch angekommen. Und dem Kunden hat das so gepasst und er hat ein gutes Trinkgeld gegeben. Aber ohne es am Anfang einschätzen zu können, bin ich mit dieser Tour heute Nacht den größten Umweg gefahren, seit ich im Taxi sitze.

Hier die Karte.

Der direkte Weg wäre satte 10 von 30 km kürzer gewesen. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob mich da ein unbekannter Leser veräppeln wollte …

9 Kommentare bis “Wer von Euch war das?”

  1. Tk sagt:

    So mußte man fahren als die Mauer noch stand. Vielleicht wars ja ein älterer Kunde und du hast ihn damit in seine Jugend zurück versetzt. Wenn auch nur für einen kleinen Augenblick. Also Kunde glücklich,du glücklich(Umsatz)…alles ok.

  2. ednong sagt:

    18,1 km mit 30 Minuten Fahrtzeit wären es direkt gewesen. Man braucht nur auf #1 und #2 zu klicken 😉

    Wenn es der Kunde so will ist es doch ok. Ist ja schließlich seine Ansage. So ist das eben, wenn man den Taxi-Chauffeur nicht ausreden läßt … 😉

  3. Sash sagt:

    @Tk:
    Nee, wir haben uns ja viel unterhalten in der Zeit. Aber ein interessanter Ansatz. 🙂

    @ednong:
    Ja, das war schon ok. Und ich würde auch nicht sagen, dass er mich nicht hat ausreden lassen. Das war schon gegenseitiges Einverständnis. Und ich hab eine ganze Weile gebraucht, bis mir klar war, WIE weit außenrum das ist.

  4. Aro sagt:

    Es gibt vermutlich einen kürzeren Weg… 🙂

  5. leserin sagt:

    das war wieder so einer. keine ahnung vom weg und wenn er sich später die route anguckt und zu beschämt ist um zuzugeben dass es seine schuld war, er sich aber trotzdem gepflegt ärgern will, dann heißt es: „guckt mal, wie schlecht der taxifahrer mich gefahren hat!!!11“

    ;/

  6. Ana sagt:

    quatsch. wenn er die route ansagt, dann wird das auch gefahren.

  7. Sash sagt:

    @Aro:
    Was? NIEMALS! 😉

    @leserin:
    Im Einzelfall mag sowas vorkommen. Aber diesen Fahrgast schätze ich nicht so ein. Wirklich nicht.

    @Ana:
    Naja, man kann schon einen Hinweis geben, finde ich. Aber bei klaren Vorstellungen seitens der Kundschaft hast Du natürlich Recht.

  8. Svü sagt:

    Vielleicht hat er „am besten“ auch einfach mit „Möglichst wenig abbiegen, möglichst wenig Fehler möglich“ übersetzt. Dann macht das doch Sinn, oder? 😀

  9. Sash sagt:

    @Svü:
    Das sicher. 🙂

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