VIP-Taxen in Berlin

Sieh an, sieh an, es tut sich was.

Die großen Berliner Verbände raffen sich zusammen und schulen VIP-Taxifahrer. Eine kleine Schulung, ein Aufkleber an der Scheibe und angeblich sogar Kontrollen, ob die Vorsätze anschließend eingehalten werden. Das klingt ehrlich gesagt gar nicht mal so schlecht. Die Hoffnung auf besseren Service und damit verbunden natürlich auch ein steigendes Ansehen von Taxifahrern ist ein guter Plan. Und ja, auch die 40 € Schulungsgebühren, die z.B. hier im Artikel der Welt genannt werden, sind tragbar. Vor allem, wo es am Anfang ein Pluspunkt bei Hotelfahrten für die VIP-Fahrer sein wird.

Wie gesagt: Sollte das (inklusive der Kontrollen) funktionieren, dann ist das sicher kein schlechter Schritt und schlechtreden will ich das nicht. Gerade den Zentralen und Verbänden hab ich immer vorgeworfen, dass sie das Thema Qualität scheinbar nicht interessiert.

Aber so ganz ohne Gegenstimmen geht’s auch nicht. Nicht einmal unbedingt meine, denn die Ankündigung der VIP-Taxen stieß z.B. Klaus Kurpjuweit vom Tagesspiegel ein wenig bitter auf und er nutzte das, um einen Artikel zu schreiben, der ziemlich polemisch zusammenfasst, wie schlimm Taxifahren ohne VIP-Chauffeure sein kann – und eben auch sein wird, da die flächendeckende Schulung lange dauert und natürlich niemals alle Fahrer eine solche Schulung ablegen werden.
Und auch wenn ich immer wieder gerne betone, dass ich von den meisten Kunden absolut positives Feedback über die Taxifahrer in Berlin bekomme und sie die schwarzen Schafe allenfalls als Ausnahme kennen, ist da etwas dran. Qualität hat nie eine Rolle gespielt, bei keinem der Akteure. Firmen stellen jeden ein, der Fahrer werden will – und die Funkzentralen nehmen auch jeden Fahrer. Bringt ja alles Geld. Wie schon einmal erwähnt: Bei der Zentrale muss man beim Funkschein zwangsweise ein Häkchen bei „freundlich“ setzen, ein irrsinnig gutes Werkzeug, um die Qualität zu sichern. -.-

Wenn das nicht nur ein Nischenangebot für ein paar Hotels werden soll, dann könnte es was bringen. Man hätte natürlich auch einfach früher mal ein bisschen nachschauen können, was wir auf der Straße so machen und z.B. wie erstmals für Anfang 2009 angekündigt, das „Hamburger Modell“ (im Wesentlichen mehr Kontrollen) anwenden können. Dann wäre all das jetzt unnötig. Naja, wir werden sehen, wie es wird.

Ich selbst werde vermutlich noch eine Weile nicht VIP-Fahrer sein. Ich fahre schließlich ein altes Auto und hab derzeit keinen Kartenleser. „Den Fahrgästen das Gesicht zuwenden“ und sie begrüßen, wie man es unter anderem in dem Kurs lernt, glaube ich aber auch so hinzukriegen. 😉


Update:

Meine Kollegen Aro und Klaus haben ebenfalls etwas dazu geschrieben. Aro eine schöne Aufzählung, was es in der Vergangenheit nicht alles an „Service-Offensiven“ gegeben hat; und Klaus verbleibt mit dem wunderschönen Satz „Leute, das gehört in die Grundausbildung und nicht in ein Premiumangebot!

Witzigerweise stimme ich beiden Kollegen zu, auch wenn ich mich bemüht habe, die Vorteile aufzuzeigen. Als weitere lustige Kampagne für überteuerte Plaketten ist das unsinnig und natürlich müssten sie das mit den Kontrollen auch ernsthaft durchführen. Ob das geschieht, ist natürlich zu Recht fraglich. Und ja, eigentlich hätte das schon immer allen Taxifahrern beigebracht werden sollen, was dieser Kurs jetzt vermittelt. Zwischen Theorie und Praxis liegt hier mal wieder das Problem.

31 Kommentare bis “VIP-Taxen in Berlin”

  1. elder taxidriver sagt:

    Ich hätte die Befürchtung, dass mir die geschulten Fahrer ein ‚Schön‘ juten Tach noch‘ beim Aussteigen hinterherrufen..

  2. BB-Kutscher sagt:

    Na dann bin ich mal schon auf die 2 Klassen Tarife gespannt, warum sollte denn wenn es bei hotels usw verschiedene Angebote gibt und selbst Shell sich seine Tankwarte extra bezahlen lässt dann nicht auch gleich den VIP tarif geben. Schade eigentlich das sowas überhaupt geschult werden muss, denn der Service am Kunden, der zahlenden Kraft, sollte ja schon aus eigenem Interesse ganz oben stehen.

  3. Ingmar sagt:

    Ein ähnliches Modell gibt es bei uns auch, das nennt sich Service-Fahrer…. und sagt genau überhaupt nichts über den Fahrer aus, über das Auto im Übrigen auch nicht. Ich habe mich durch die 4×4 Stunden Kurs auch hauptsächlich deswegen gekämpft, weil man ohne Service-Status das nachts relativ häufig angeforderte Frauen-Nacht-Taxi nicht vermittelt bekommt. Die Kurse waren im Prinzip nur mit Anwesenheitspflicht verbunden und daher, auch wenn nicht ausschließlich uninteressant, eher für die Katz. Die schwarzen Schafe belehrt man damit auch nicht mehr… der einzige Vorteil, den ich darin sehe ist, dass ganz frische Fahrer nicht unbedingt zu Firmen geschickt werden, die besonders viel Wert darauf legen, dass alles reibungslos klappt und der Fahrer nicht erst eine halbe Stunde über das Gelände irrt. Aber das könnte man auch durchaus anders regeln. Letztenendes ist das nur Augenwischerei…

  4. Jens sagt:

    Den Ansatz der Qualitätssicherung hatt Mytaxi mit ihrer Bewertung, leider jetzt ein fragwürdiges Tarifmodell. Wenn ich mich allerdings an den Taxihalten so umsehe, es gibt viel zu tun. So wie manche Fahrer rumlaufen, die würden auch mit dem Becher in der Hand in die S-Bahn passen.
    Da wird noch der letzte Bissen Döner reingestopft, und dem Fahrgast mit der Hand angedeutet, dass er schon mal einsteigen kann,oder noch mal zwei drei Züge von der Zigarette genommen, obwohl der Fahrgast neben einem steht, und man vorher eigentlich Zeit für fünf Zigaretten gehabt hätte, die Fahrgäste kommen ja nicht im Sekundentakt.
    Ach, soweit ich weiß, fährst du doch auch Würfel und Bärchen Funk…….und du hast keinen Kartenleser???
    🙂

  5. Micha sagt:

    Warum sowas einführen, wenn „von den meisten Kunden absolut positives Feedback über die Taxifahrer in Berlin“ kommt?

  6. Jeannette Paasch sagt:

    Ich sehe das so, dass es nur Geldmacherei ist. Wer will was kontrollieren? Da wird einmal der Schein gemacht – 40 Euro auf den Tisch gelegt – und gut ist. Was passiert mit den VIP-Taxen, die jetzt schon VIP-Status haben? Auch die zwei Tage, die man am Kurs teilnehmen muss, bezahlt einem keiner. Das kann ich mir persönlich gar nicht leisten – mein Chef wird mir die zwei Tage nicht bezahlen und den Kurs sicher auch nicht. Immer neue Vorschriften, Vorschläge, Änderungen – nur es kontrolliert nie jemand. Anstatt die Zahl der Konzessionen endlich mal einzufrieren, kommt man auf so eine Idee. Kopfschüttel

  7. Sash sagt:

    @elder taxidriver:
    Und das wäre so schlimm? 😉

    @BB-Kutscher:
    Sicher eine interessante Frage, wie sich das allgemein auswirkt. Ich denke aber, ein extra Tarif wird nicht kommen.

    @Ingmar und Jeannette Paasch:
    Ich hab ja geschrieben, dass es nur Sinn gibt, wenn wirklich kontrolliert wird. Und die Wirksamkeit von Kontrollen wäre zweifellos auch ohne VIP-Gedöns zu haben. Aber wenn das der Ansatzpunkt ist … ich hab schon gruseligeres gehört.

    @Jens:
    Ich denke auch, dass MyTaxi vom Prinzip her wesentlich logischer an die Qualitätssicherung rangegangen ist. Aber es wäre ja absurd, die Kunden so in den Prozess einzubeziehen … 😉
    Und nein: Ich fahre keinen Funk. Mir wurde die Möglichkeit gegeben, ihn zu nutzen. Was ich nicht tue.

    @Micha:
    Weil’s trotzdem hier und da hakt, aus Aktionismus, weil die Ansprüche an die Qualität unterschiedlich sind und und und …

  8. sarc sagt:

    Und wie funktioniert das dann bei Fahrern, die sich das Auto teilen? Geh ja mal davon aus, dass das Ding dann festgeklebt wird…

  9. Arno.nyhm sagt:

    Naja. Mein taxifahrer in hannover hätte so einen schein dringend gebraucht….

    Habe mir (wie jeden tag) vom ****hotel taxi bestellen lassen. Nach mir waren noch andere gäste. Ich war der erste.

    Taxi kommt. ich geh schon auf den parkstreifen. In hannover ist vorne einsteigen üblich. Also Taxi fährt so an mir vorbei so dass ich noch hinterherlaufen muss und die hintere tür gerade noch bekomme.

    Das erste was der fahrer macht: mich anschnauzen ob ich denn überhaupt bestellt hätte?!

    Was geht denn hier ab? Nur weil ich nicht ausseh wie die anderen geschniegelten businesskasper mit rollköfferchen muss ich mir so ne begrüssung antuen!?

    Sorry.

    Ich hab nichts gesagt. Ich hab ihm nur beim aussteigen höflich darauf hingewiesen dass ich in zukunft darauf achte nicht mehr mit ihm zu fahren, da ihn meine anwesenheit scheinbar so sehr gestört hat.

    Naja. Die erste „ohne trinkgeld“-fahrt in hannover ist es somit geworden. Ich war stinksauer.

  10. Arno.nyhm sagt:

    Zum thema VIP Taxi: in Prag hab ich gerne die ViP taxen Tick Tack genommen: deutlich bessere nagelneue taxen und freundlichere Fahre (und nur unwesentlich teuerer) und für jeden ne kleine Wasserflasche gratis.

    Für ein besseres Erlebnis bin auch auch bereit ein kleines bisschen mehr zu zahlen.

  11. Taxi 123 sagt:

    Ich warte weiter auf den geschulten „Premiumkunden“.

  12. Bria sagt:

    Zum Thema Verdienstausfall und Kosten der Schulung… also in meinem Job muss ich pro Jahr verpflichtend mindestens an einer Fortbildung teilnehmen, und das an freien Tagen. Da geht für mich auch ein ganz normales Wochenende von Samstag und Sonntag drauf, was mir keiner bezahlt, und ich kann mir nicht vorstellen, dass das mein Beruf ein Einzelfall ist.
    Je nach Fortbildung darf ich diese dann auch teilweise selbst bezahlen, da kommts dann drauf an ob ich mir die aussuche die übernommen wird oder nicht, wo die ist, wer sie anbietet… Da kommen mehrere Dinge zusammen. Das halte ich jetzt also nicht für allzu abwegig oder „unverschämt“.

  13. Bria sagt:

    …in meinem Beruf natürlich. Es ist spät. Ich sollte schlafen 😉

  14. hrururur sagt:

    Es gibt ein Hamburger Modell für mehr Freundlichkeit im Taxi? Das ja spannend. Ich krieg immer nur die grummeligen. Aber ich fahr auch echt selten Taxi. Also nicht unfreundlich, aber grummelig.

    In Australien ist es übrigens absolut unüblich mit dem Fahrer zu sprechen. Die sind wirklich höflich und alles und lächeln teilweise auch und so und dann kommt da außer nem „Good morning“ und zum Schluss ein „ta'“ absolut NIX. Das fand ich schon befremdlich. Sitzt du wegen Stau und so knapp ne halbe Stunde in seinem Auto und der sagt nicht ein einziges Mal piep. Und Australier sind eigentlich kein unkommunikatives oder stilles Völkchen…

    Und zu dem Aufkleber und mehreren Fahrern pro Auto: entweder alle machen den Schein und es gibt ne Stickerparade oder man nimmt eine Saugnapflösung.

  15. Aro sagt:

    @ Sash
    Da Du nicht zum erlauchten Kreise der Taxi-Berlin-Fahrer gehörst, könntest Du Dein Auto mit Gold überziehen, und es würde trotzdem kein Mega-Supi-VIP-Quality-Bla-Scheiß-Taxi werden. Zumal Du doch eh keine Funkaufträge annimmst, wa?

  16. Sash sagt:

    @Taxi 123:
    Ja, der könnte auch mal erfunden werden. 😉

    @hrhrurur:
    Nein, das Hamburger Modell bezieht sich nur auf Schwarzarbeit, hat aber durch Kontrollen stark für eine Verbesserung gesorgt, so mir bisher berichtet wurde.

    @Aro:
    Ich gehöre zum erlauchten Kreis seit dem „neuen“ Auto. Aber das mit den Aufträgen stimmt. Das wäre ohnehin erst interessant, wenn das alles sich etabliert und die Kunden das „Siegel“ kennen.

  17. […] Auch zwei meiner Kollegen haben etwas zu diesem Thema geschrieben: Cab-log Gestern Nacht im Taxi […]

  18. elder taxidriver sagt:

    VIP, Very Important Person, eine groteske Übertreibung für einen Fahrgast bloß weil er ’ne saubere Taxe möchte, oder mit Karte zahlen.. Reicht nicht vielleicht IP, Important Person? VIP’s sind Staatschefs für die der Luftraum freigehalten wird, wenn sie auf Auslandsvisite sind und die von Jagdflugzeugen eskortiert werden..

  19. elder taxidriver sagt:

    Das ‚Important‘ ist eigentlich auch noch zuviel..

  20. Micha sagt:

    Eigentlich ist die Idee zuviel. Kein Schwanz braucht in Deutschland ein Uprgrade an Serviceleistung. Die Leute sind nunmal verwöhnt und vielmehr in einer komischen Opferrolle, die sie grundsätzlich vom königlichen Kunden schwören lassen auch wenn sie sich einfach dreist verhalten. Aktionismus ist das richtige Stichwort, Sash. Damit werdet ihr nicht weniger.

  21. machermama sagt:

    Wenns 2 Monate später wäre hätt ichs für nen Aprilscherz gehalten!
    Ne Schulung dafür das man nett Hallo und schönen Tag noch sagt ?
    Und was soll schön daran sein wenn der Taxifahrer die „Klappe“ hält ?
    Grade in einer Großstadt wie Berlin fände ich es sehr nett ein Pläuschchen mit dem Fahrer zu halten.
    Zumal ich bezweifle das ein normaler Mensch (Im welche Kategorie ich die meisten Taxifahrer einordne) den Fahrgast zulabert wenn dieser keine Anstalten macht ein Gespräch führen zu wollen.

    Absolut albern und unnötig diese VIP-Taxi Geschichte meines Erachtens.

    Normale und gute Umgansformen wie sie jeder erwachsene Mensch haben sollte, grade in Berufszweigen in denen man Kundenkontakt hat. Mehr brauchts nicht. Und das sollte jeder Taxifahrer beherrschen!

  22. Fastdäne sagt:

    Moin, moin,
    als heutiger manchmal Kunde und früherer Wochenendkutscher jann ich mich nur wundern. Wie schon angemerkt wurde sollte das, was da jetzt groß propagiert wird, neben einer ordentlichen Ortskenntnis zur Basisqualifikation eines Taxifahrers gehören. In kleinen Orten hat Freundlichkeit und guter Service schnell Stammkunden zur Folge. In der Anonymität von Berlin wird dies eher verpuffen. Da habe leider auch ich schon erlebt, dass der Kutscher nicht Deutsch sprechen konnte. Wie der dann die OK-Prüfung bestehen konnte wundert mich. Er fuhr dann vom Schillertheater mit Navi zur Friedrichstraße (Admiralspalast!)
    Ich will aber auch gerne bestätigen, dass dies ein Einzelfall war. Ansonsten hatte ich immer sehr freundliche kompetente Fahrer. Als Fahrer in Berlin würde ich mich aber über diese wahrscheinlich nicht legalen Mitbewerber maßlos ärgern.

  23. sb sagt:

    Nun ja, von so einer Schulung halte ich nicht viel. Ich sehe das auch nicht als das Hauptproblem. Die meisten sind zwischen ok bis sehr gut einzustufen in meiner Erfahrung. Was ich überhaupt nicht mag, ist wenn am Taxi ein Aufkleber ist, der Kreditkartenzahlung angibt, und die dann nicht möglich ist/ sein soll. Den Aufpreis kenne ich und nehme ihn in Kauf, aber wenn es dransteht, sollte es auch möglich sein. Ich hatte da schon einige, die versucht haben, es mir auszureden, wo es letztendlich doch ging.

    Man sollte bestehende Regeln stärker überprüfen und Kunden und Taxifahrern klar machen, dass es freie Taxiwahl gibt..

    Bewertung durch Kunden ist in der Regel eine bessere Idee, kann aber auch missbraucht werden.

  24. Steffen sagt:

    Ich halte das für absoluten Mumpitz .. Jeder Scheiß wird heutzutage „VIP“ getauft .. sagt mittlerweile schon garnichtsmehr aus .. Ja selbst VIP Klodeckel gibt es in allen Variationen. Letztendlich setzt man sich auch nur drauf zum schei… .

    Und nur weil dann so ein Aufkleber drangepappt ist heißt das noch lange nichts. Wer in der Kinderstube einen ordentlichen Umgang mit den Mitmenschen nicht gelernt hat, den wird auch diese „Schulung“ nicht bekehren.
    Es gab, gibt und wird immer schwarze Schafe geben.

    Und wenn wir mal ehrlich sind, es gibt durchaus die Möglichkeit, dass der Fahrgast mal einen schlechten Tag hat. Da kann man sich noch soviel Mühe geben, am Ende ist alles falsch und man ist ein „ach so böser Taxifahrer“. Hat jeder schon erlebt der etwas länger auf der Droschke sitzt oder immer mit Kunden zu tun hat.

    Um einen guten Service zu garantieren, müssen Kontrollfahrten gemacht werden. Nur so seh ich was draussen wirklich los ist. Fahrer die aus der Reihe tanzen kommen vor eine Kommission zur Auswertung. Je nach schwere des Falls bekommen sie beim ersten mal eine vor den Bug in Form einer Geldstrafe, beim zweiten mal Entzug des P-Scheins. Ein gewisser Druck hat noch nie geschadet. Nur so kann ich die Spreu vom Weizen trennen und nicht mit einem lächerlichen Aufkleber.

    Die 40€ sind rausgeschmissenes Geld. Wenn die Unternehmen mehr darauf achten würden wen sie Einstellen, wäre schon viel geschafft. Aber es wird alles eingestellt was einen P-Schein vorweisen kann. That’s Life.

  25. Delphina Jorns sagt:

    Benutze in Berlin im Schnitt täglich etwas über 1x ein Taxi.
    Wenn ich über die Zentrale gehe habe ich keinen Einfluss auf die Auswahl. Aehnlich ist’s beim Winken. Ergebnis: ungefähr 20% Fahrten die ich lieber nicht gemacht hätte, 10% eher ein Alptraum, ungefähr 1% halte ich für strafrechtlich relevant.
    Wenn es eine Differenzierung gäbe, auch bei einem höheren Preis, würde ich diese definitiv nutzen. Ein geeigneter Platz für Differenzierung wäre ja auch auch der Taxistand. Aber wenn ich da nicht vorne einsteige …

    Geschätzte 10% der Berliner Taxifahrer sind übrigends echt voll knorke.
    Deshalb: Wenn’s irgendwie geht rufe ich direkt bei einem meiner Stammfahrer an.

  26. Patrick Bohr sagt:

    Den Status hat in Düsseldorf gefühlt jedes 2te Taxi, ich seh da den Vorteil nicht. Über den Fahrer und den Zustand seines Fahrzeug sagt es nichts aus.
    Es gibt dann noch eine kleine Taxigenossenschaft, die jeden Fahrer ausgiebig schult und wohl auch etwas stärker auswählt.
    Da sind alle fahrzeuge und fahrer super.
    Mehr Kontrollen würden wohl mehr bringen als der Aufkleber alleine

  27. Mirko Lüthge sagt:

    Jens: >Da wird noch der letzte Bissen Döner reingestopft, und dem Fahrgast mit der Hand angedeutet, dass er schon mal einsteigen kann,oder noch mal zwei drei Züge von der Zigarette genommen, obwohl der Fahrgast neben einem steht, und man vorher eigentlich Zeit für fünf Zigaretten gehabt hätte wechseln ständig und bleiben anonym (Busfahrer, Polizei usw.)

    Droschke ? -> ständig wechselnde Fahrer, mal sauber, mal weniger

    VIP ist Blödsinn. Warum sollte man (mit viel zeitl. und finanz. Aufwand eine VIP-Droschke deklarieren, wenn der Mehraufwand gar nicht bezahlt wird ?

    @ Delphina Jorns sagt:
    6. Februar 2014 um 22:19

    Benutze in Berlin im Schnitt täglich etwas über 1x ein Taxi.
    Wenn ich über die Zentrale gehe habe ich keinen Einfluss auf die Auswahl.

    Falsch ! Kreditkarte,Fremdsprache u.a.

    Delphina Jorns sagt:
    6. Februar 2014 um 22:19

    Aehnlich ist’s beim Winken. Ergebnis: ungefähr 20% Fahrten die ich lieber nicht gemacht hätte, 10% eher ein Alptraum, ungefähr 1% halte ich für strafrechtlich relevant.

    Präzisieren und ggf. wirklich eine Anzeige machen (LABO oder besser SA, da ja Strafrecht !?

    @Delphina Jorns sagt:
    Wenn es eine Differenzierung gäbe, auch bei einem höheren Preis, würde ich diese definitiv nutzen. Ein geeigneter Platz für Differenzierung wäre ja auch auch der Taxistand. Aber wenn ich da nicht vorne einsteige …

    muß kein Kunde, und das weiß jeder Kutscher

    @Delphina Jorns sagt:
    Geschätzte 10% der Berliner Taxifahrer sind übrigends echt voll knorke.Aehnlich ist’s beim Winken. Ergebnis: ungefähr 20% Fahrten die ich lieber nicht gemacht hätte, 10% eher ein Alptraum, ungefähr 1% halte ich für strafrechtlich relevant.

    „knorke“ ?
    bedeutet „gut“

    meine Erfahrungen mit 30 Jahren Taxifahren:
    kaum Fahrgäste, die ihre Rechte kennen, noch weniger, die ihre PFLICHTEN“ kennen
    Der Taxifahrer wird als „Blödian“ betrachtet, der nichts gelernt hat und deswegen ein „popeliger“ Taxifahrer geworden ist, während der Fahrgast ja als Chemisch-Technischer-Assistent eine Koryphäe ist (mir passiert , dabei bin ich u.a. Diplomchemiker !). Es war ein Fiasko für den Fahrgast, gab aber auch kein TG für mich (ist weniger wichtig)

    Für mich ist und bleibt Taxifahren ein JOB, in dem ICH ausreichend Geld verdienen kann. Ich erwarte keine hohen Ansprüche von den FG, verhalte mich neutral, d.h. so, wie es die allgemeinen Umgangsformen erfordern, aber lasse mich auch von keinem FG schikanieren.
    Taxifahrten bestehen nur noch zu 50% aus reinen Personenbeförderungen (4P), die andere Hälfte sind Sonderdienstleistungen wie Materialfahrten , benötigte Grossraum/Buss-Fahrten u.a.
    Über diese Fahrten verdiene ich mein Geld.
    Wer seinen 55″-Flachbildschirm Sa nachmittag nach Hause transportiert haben möchte (Weg 1 km, aber MM und Co.liefern erst Montag nachhmittag zu 25E Liefergebühr oder Schnellservice Mo Vormittag zu 30E, der bekommt ihn schon am Sa bei mir für ebenfalls 30E Gebühr, damit er sich das WM-Finale rechtzeitig auf seinem 2000E-Bildschirm ansehen kann.
    So fährt man heutzutage Taxi!
    ‚Wer es ander sieht, ist ziemlich naiv.

    Hotels interessieren mich nicht, bei vielen darf man ja nich mal die Toilette benutzen – FG abholen ja ! Dann versuchen sie außerdem noch Pauschaltarife zu vereinbaren,was nicht zulässig ist.

    Machen wir uns also nichts vor: Respekt und Höflichkeit jedem Menschen gegenüber, aber so wie es in den Wald hineinschallt, kann – muß nicht – es herausschallen !

    Wenn es eine Differenzierung gäbe, auch bei einem höheren Preis, würde ich diese definitiv nutzen. Ein geeigneter Platz für Differenzierung wäre ja auch auch der Taxistand. Aber wenn ich da nicht vorne einsteige …

    Geschätzte 10% der Berliner Taxifahrer sind übrigends echt voll knorke.

  28. Sash sagt:

    @Mirko Lüthge:
    Es ist ja einiges wahres dran an dem was Du schreibst. Dein Tonfall zeugt allerdings auch ein bisschen von Arroganz. Dein „So fährt man heute Taxi!“ hab ich schon von genügend Kollegen gehört, die alle der Meinung sind, unseren Job auf die einzig richtige Weise zu machen. Ob das jetzt das Nutzen von Funk und Apps, die Wahl der Halte, den Umgang mit Fahrgästen oder jetzt wie bei Dir die Art der Fahrten betrifft. Allen gemein ist, dass es Quatsch ist.
    Jeder hat seinen Weg, und ja – manches ist weit verbreitet. Das aber zu verallgemeinern, stößt mir immer etwas bitter auf.

  29. Mirko Lüthge sagt:

    Mag sein, daß meine Einstellung hinsichtlich PersonenBeförderung etwas arrogant klingt. Aber immer nur insbesondere den FG gegenüber zu kuschen, ist nicht hilfreich. In den 25 Jahren , in denen ich jetzt Personen befördere, gab es nicht einen Fall, in dem ich vor dem LABO nicht Recht bekam.
    Ich habe so manches Mal einen FG festgenommen (Jedermannsrechte), ihn strafrechtlich angezeigt (oder er sich – dummerweise für ihn) . Das hat mir so manchen Tausender extra eingebracht.

    @Sash
    Jeder hat seinen Weg, und ja – manches ist weit verbreitet. Das aber zu verallgemeinern, stößt mir immer etwas bitter auf.

    Muß es nicht und ist jedermanns eigenes Problem.
    Es gibt Rechte und Pflichten – auf beiden Seiten. Nur, man muß dies auch mal der FG sagen, der einsteigt und arrogant der Meinung ist, er zahlt 5E und schon muß man „ihm den Hintern küssen“.

    Den AG übrigens interessiert so etwas nicht im Geringsten. Da hat der AN unverschuldet einen Unfall, Schaden 4000E (zahlt ja die generische VS). Aber der AN hat Verdienstausfall, den er nicht bezahlt bekommt und eine Ersatztaxe gibt es nicht. Der AG läßt für1500E reparieren und steckt die Differenz lachend in seine Tasche. Ich kenne keinen AG, der es anders handhabt !
    Aber nicht mit mir. Sollte ich mich im Taxigewerbe selbständig machen, wird der AN seinen anteilmäßigen Verdienstausfall bezahlt bekommen .

  30. Sash sagt:

    @Mirko Lüthge:
    Das war auch nicht auf’s „Kuschen“ bezogen.
    Wobei ich auch diesbezüglich eine interessante Feststellung gemacht habe: Die Kollegen, die wie Du gerne betonen, dass sie sich von Fahrgästen nicht alles gefallen lassen, haben meist wesentlich mehr Probleme mit ihrer Kundschaft. Sicher, der Umgang miteinander ist wirklich was, wo außer grundsätzlichem gegenseitigen Respekt erst einmal nichts zu pauschalisieren ist, aber es ist schon ein auffälliger Zusammenhang.
    Ich vermute, ich kann die Streitigkeiten mit Fahrgästen in den letzten 5 Jahren immer noch unter Zuhilfenahme meiner beiden Hände zählen – und habe mich seltenst nur arrogant behandelt gefühlt.
    Was jetzt die Unfall-Geschichte damit zu tun hat … ja, das ist einer der Punkte, wo wir als Angestellte einen unfairen Teil des Unternehmerrisikos tragen. Aber das betrifft nicht nur Unfälle, sondern auch Pannen, Überfälle etc. pp. Ist zweifelsohne nicht toll, aber für mich Teil des Gesamtdeals, der mir auf der anderen Seite auch Freiheiten bietet, die ich sonst nicht hätte. Ich weiß, es ist total uncool, aber ich arbeite nicht gegen meine Chefs, sondern mit ihnen zusammen. Immerhin kann ich dafür auch an einem richtig gut laufenden Tag einfach heimfahren, weil ich keinen Bock mehr hab – das freut den Unternehmer sicher auch nicht, ist aber halt mein Bonus bei der Sache.

  31. Mirko Lüthge sagt:

    Ich möchte gewiß nicht gegen meine Chefs arbeiten, doch was nützt es, wenn beide Chefs einer Taxifirma nicht zusammen arbeiten. Der Leidtragende ist dann immer der AN . Das ist mir leider nur zu oft passiert.
    Und wenn von 4 Gästen der ITB einer in eine Taxe erbricht, warum sollte ich da auf entsprechend Schadensersatz verzichten . Das kostet dann schon mal 1000E für Reinigungkosten, Zeitaufwand der Reinigung, Verdienstausfall dreier Tage, abgesehen vom psychologischen und physiologischen Aufwand…
    Nebenbei ist man noch juristischer Berater, Seelenklemptner („Mein Mann hat mich verlassen, schluchz“, Ernährungwissenschafter („welche Diät würden Sie denn, Herr Taxifahrer, empfehlen)
    oder sogar – kostenloser – Callboy . (Zitat einer älteren Dame ,leicht angetrunken, aus der Deutschen Oper kommend“ kommen Sie noch rauf und f.. mich ?“
    oder meine Abholung eines älteren Mannes aus der Gaststätte Fischerhüttenstrasse 69 „Na, heute schon gebl….“
    Taxifahren kann schon lustig sein (Potsdamer/Bülow springt eine Nutte aus einem Taxi und setzt sich den „Goldenen Schuß“. Die Diskussion mit der Polizei hat Spaß gemacht…
    Und wenn man dann noch die Unkenntnisse der Funkzentralen betrachtet, wird es richtig krass (WBT-Auftrag Materialfahrt vom Krkhs Neukölln zum Jugendnotdienst Mindener 4 , von mir per Autobahn alsschnellsten Weg durchgeführt. Taxizentrale: Sie sind verpflichtet, laut PBefG den kürzesten Weg zu fahren. Ich: Aber Zentrale, das ist keine PBef, sondern Materialfahrt, da gilt das PBefG nicht !)
    Eine dicke Kundin schleppte vom TXL kommend ihren Koffer aus dem S-Bhf Mexicoplatz zu mir, um nach Kleinmachnow befürdert zu werden. Die von mir erbetenen 15E (logo VK) wollte sie nicht zahhlen und nahm eine andere Taxe hinter mir. Im Beschwerdeschreiben ans LABO schrieb sie, „bitte um harte Bestrafung des Taxifahrers“. Sie fiel aus allen Wolken, als das LABO ihhr erklärte, ich hätte korrekt gehandelt.
    Bleiben wir also auf dem Teppich:
    Taxifahren ist ein Job – nicht weniger (geht auch nicht außer Zeitarbeit), aber auch nicht mehr.
    Als alleinstehende Person kann man ausreichend (je nachdem, welche Ansprüche man hat) Geld verdienen, für Männer mit Familie und hoher Miete wird es schwierig.
    Als Alleinstehender kann ich Geldverdienen, wann ich kann und wie oft will, ich fahre in Urlaub, wann ich will, wie lange und wie oft will , verlängere den Urlaub, wenn es mir passt und bin nicht gezwungen,mich irgendwelchen Schemata unterzuordnen.
    Als angestellter Apotheker (habe ich neben Chemie studiert) verdiene ich 1600E netto, an 4 WE im Monat Taxifahren habe ich 2000E !
    Momentan allerdings lebe ich auf dem Lande (30 Einwohner), bekomme H4 und ernähre trotzdem 16 ! Katzen plus Hund.
    Mit etwas Wissen über Ernähhrungskalkulation geht alles…
    Warum sollte ich mehr Geld verdienen als ich benötige, nur damit der Chef damit sein Haus finanziert ?
    Das Kostbarste, was der Mensch besitzt, ist nicht seine Gesundheit, sondern seine ZEIT ! Denn die bekommt er nicht zurück.

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