Motor-Talk.de hat einen zumindest halbwegs plausibel klingenden Artikel über Taxen und Limousinen-Services zusammengezimmert, den man sich hier durchlesen kann.
Das ist ja alles schön und gut und natürlich haben auch diese Dienstleister ihre Kundschaft und das ist ja auch toll für alle Beteiligten. Ein bisschen bemüht finde ich allerdings die Preisvergleiche. Die Referenz-Flughafenfahrt in der günstigsten Kategorie bei MyDriver kostet zwar tatsächlich weniger als das Taxi, allerdings ist das
a) eine einzelne Ausnahme unter den Tarifen der Anbieter und
b) auch nur gegeben, weil es sich um eine lange Fahrt handelt.
Wahrscheinlich sind Limousinenfahrten durchschnittlich länger als Taxifahrten, aber das ist ja das Problem: wenn nur die wenigsten Taxifahrten über 30 € hinausgehen (ich hab mal eine Statistik geführt, ich glaube es waren unter 5% der Touren), dann sind Limousinen eben auch nur in den wenigsten Fällen preislich nah am Taxi. Der Anbieter Uber fällt mit seinen 9,00 € Mindestpreis schon extrem aus dem Rahmen, die anderen Anbieter rangieren bei 25 € und mehr. Und, ich sage es immer wieder gerne: die durchschnittliche Taxifahrt in Berlin kostet etwa 11 – 12 €.
Und bei mir beschweren sich die Leute immer, wie teuer das Taxi doch sei. Von der Verfügbarkeit mal ganz zu schweigen.
Deswegen bin ich wirklich ganz guter Dinge, dass wir als Taxifahrer nicht ernsthaft unter dieser Konkurrenz leiden.
Selbst mit der Konkurrenz die billiger war als die Taxen, den Funk-Mietwagen, hat es nicht geklappt Ende der 60er Jahre. Wieso soll es jetzt mit einer Konkurrenz funktionieren, die teurer als die Taxen ist? Und überall jederzeit in 3 bis 10 Minuten verfügbar zu sein das macht den Taxen auch so leicht keiner nach.
Sash, Taxen haben halt Preise wie in der Apotheke. Für das wirkliche Geld ne saubere und faire Leistung, aber alle spüren es im Urin: das ist alles VIEL zu teuer… 😀
myDriver ist vermutlich auch nur so günstig, weil Sixt nicht bei Blacklane einsteigen konnten und die jetzt denen das Leben schwer machen wollen. Vielleicht liege ich auch falsch. Doch der Verdacht liegt für mich nahe.
Auf Kurzstrecken sehe ich aber, schon allein von der Verfügbarkeit her, die Taxen im Vorteil. Die Limo-Dienste sind halt doch eher zum Repräsentieren. Da allerdings, haben sie große Vorteile.
@elder taxidriver:
Funkmietwagen haben sich aber im Rest des Landes stellenweise recht gut verbreitet. Ich vermute, das ist bei Limousinen auch anders.
@Apotheker-Typ:
Ja, aber kurioserweise wird trotzdem immer das Ende des Taxigewerbes herbeigefaselt, wenn noch teurere Konkurrenz kommt. DAS verstehe ich nicht.
@Michael:
Diese ganzen Berichte vergessen einfach, dass es völlig anderes Publikum ist und dass es auch im Grunde eine andere Dienstleistung ist. Taxen sind nun mal Teil des öffentlichen Nahverkehrs. Und auch wenn wir in Großstädten durchaus einfach mal eine luxuriöse Alternative zur Bahn sind, sind wir vielfach auch einfach nur die Grundversorgung in schlechten Zeiten oder an schlecht zu erreichenden Orten. Uns bezahlt man im Endeffekt ja wirklich für die Geschwindigkeit, die Verfügbarkeit. Dass für wirklichen Luxus und repräsentative Zwecke andere Anbieter existieren, ist ja nicht neu.
Taxen haben zwar ein sehr umfangreiches Aufgabenspektrum im Bereich Mobilität und das grenzt am einen Ende sicher auch an das Profil von Limousinenservices. Aber genauso gut an das von Bus und Bahn, von Privatwagen, von Mietwagen und Fahrradrikschas. Das macht den Vergleich im Grunde hinfällig. Gute 90% meiner Fahrten liegen unterhalb des Mindestpreises beim billigsten MyDriver-Wagen, da könnte man mit den Limousinen auch Miethelikopter vergleichen, wenn die zur Happy Hour mal 5 Minuten für 50 € fliegen …
Also ich weiß ja nicht, warum Taxi immer gleich als teuer hingestellt wird.
Wenn ich mir als Einzelperson ein Taxi nehme und dann für 20€ irgendwohin fahre, mag das ja im ersten Moment stimmen, aber wenn ich mir als Einzelperson nen Sonderzug der U-Bahn oder einen Reisebus miete ist das auch nicht billig.
Wenn ich jetzt also diese 20€-Fahrt zu viert mache, sind das noch 5€ pro Nase.
Macht Sash die Fahrt mit 6 Personen, sinds nicht mal 4€ pro Person(auch wenn man die 1,50€ Zuschlag für Nr. 5 und 6 dazuzählt).
Dazu kommt noch der „Individualverkehrsvorteil“: Ein Bus fährt zu bestimmten Zeiten von Haltestelle zu Haltestelle. Die U-Bahn von Station zu Station auch nur wann sie will. Das Taxi aber fährt mich um X Uhr von A nach B, wobei ICH X,A und B bestimme.
Es mag ja sein, das in Berlin jede Hausnummer immer und überall eine Bushaltestelle oder U-Bahnstation in 3 Minuten laufweite hat, aber die Direktverbindung ist dann meistens auch schon wieder nicht ganz so einfach.
Also ist meiner Meinung nach nicht Taxifahren teuer, sondern die Tatsache, das man sich die Dienstleistung „sofortiger und direkter Transport von A nach B“ halt auch mal alleine leistet.
Bei uns in Würzburg kostet übrigens die durchschnittliche Taxifahrt knapp unter nem 10er. Und mit Ausnahme des Kurzstreckentarifs (4 Stationen für 1,25€) kostet das Einzelticket der VVM 2,35€. Und das macht eben bei 4 Personen 9,40€. Aber das Taxi fährt eben wie oben geschrieben um… von… nach…
Ich sehe so eine Limousine nichtmal annähernd als Konkurrenz. Wenn ich abends zuviel getrunken habe, dackel ich einmal um die Ecke, spring ins Taxi und bin in ein paar Minuten daheim. Da hat doch kein Mensch mehr Lust, noch zu warten, bis eine Limousine da ist. Also außer, man bestellt wirklich vor und trinkt dann noch diverse letzte Biere.
Und repräsentieren…naja. Wers nötig hat.
Ich persönlich geb zwar gern mal gut dreistellige Beiträge für Hotels aus, wüsste aber nicht, wozu ich da in der Limousine vorfahren sollte. Sieht ja eh nur der Doorman (so vorhanden) und dem is das egal. Dann doch lieber Taxi oder S-Bahn. Geht meistens einfacher. Und einen Fahrer mit Krawatte brauch ich auch nicht. Ich trage ja auch selten mehr als ein Hemd.
Die Marktlücke ist mE sehr klein.
@koma:
Es ist halt alles eine Gewohnheits- und Vergleichsfrage. Wenn ich mit der BVG von Mitte nach Marzahn fahre, sind das halt zweischießmichtot im Vergleich zu 25 €. Ersteres mache ich häufiger, also ordne ich dieser Strecke den Wert zu. Wobei das natürlich Quatsch ist, weil die BVG sich den Transport auch nur irgendwie gerade so leisten kann, weil sie gelegentlich bis zu 200 Leute in so eine Tram stopfen, während ich im Taxi ganz alleine das Auto und den Lohn des Fahrers zahle.
Man geht erstaunlich gelassener durchs Leben, wenn man das Taxi mal als Vergleich nimmt. Das gibt nämlich wesentlich realistischer die tatsächlichen Kosten eines Transports wieder. Als ich derletzt eine Bahnfahrkarte gekauft hab, war ich im Grunde echt happy: 110 € für rund 1500 km Fahrt – eigentlich dann doch ziemlich billig. Nicht, dass ich mir das immer und ständig leisten könnte, aber von der Sache her ist das hervorragend.
110€ für 1500km mit der DB?
Das muss aber dann ein Spezial Sparpreis gewesen sein, oder ne Verbindung, bei der man oft umsteigen muss und an fast allen kleinen Bahnhöfen hält.
Denn selbst mit Sparpreis kostet das „schnelle“ DB Ticket München-Hamburg(778km) 79€. Und das macht hin und zurück 158€.
Mit 8 Personen in nem Mercedes Vito-Taxi kostet die Fahrt hin und zurück 2400€(Größenordnungsmäßig). Das sind 300€ pro Mann, also auch nicht soo teuer, als man gemeinhin annehmen würde.
Fazit dieser ganzen Geschichte ist: Taxi alleine ist teuer weil individuell, Taxi ausgelastet ist eine normalpreisige Alternative im Personentransport.
btw, Sash, ist dein Blog eigentlich auf Sommerzeit eingestellt?
@koma:
Richtig. Also alles. Ja, Sparpreis. Ja, Taxi ausgelastet geht ganz gut und ja, Sommerzeit. Seit zwei Jahren, weil WordPress das nicht alleine hinkriegt und die bereits vergangenen Kommentare und Artikel dann auch umdatiert. Ist so oder so nicht perfekt, mir persönlich ist das allerdings relativ egal 🙂
@Sash: Sei froh, dass euer Ende nur herbeigefaselt wird. Bei uns ist die Politik aktiv und langfristig am dran arbeiten. Und die vor 15 Jahren gelegten Ansätze zeigen nun langsam die ersten richtig ernsten Auswirkungen… *seufz*
Aber das erinnert mich, wie ich mitten in der Nacht in Berlin mit meinem MTB unterwegs war, und zwei blaue Jungs (also keine Seeleute, sondern leicht angetrunkene Kerle) an einer roten Ampel aus einer Stretchlimo aus dem Rücksitzbank-Schiebedach herausschauten und der eine mich angröhlte: „Ey, was ist besser? Dein Fahrrad oder unsere Limo?“ – „Mein Fahrrad natürlich!“ – „Ey, wieso das denn?“ – „Ich kann mein Fahrrad mit in die S-Bahn nehmen. Und was macht Ihr?“ – „…“ Dann wurde die Ampel grün… 😀
Limousine ist mehr für den gedacht der geschäftlich irgendwo hin muss. Bietet sich z.B. für Firmen an, die dann alle Fahrten bei einer Firma buchen.
Dafür steht dann hält einer mit dem Schild am Flughafen und wartet bis du da bist. Fahrpreis geht dann auf Rechnung an die Firma. Wenn dann noch ein Kunde abgeholt werden muss, sieht es Jahre Meter aus
Was mir auffiel: Limousinen fahren doch wohl mit Mietwagenlizenz. Und zumindest hierzulande darf da keine Wartezeit berechnet werden. Wie machen die das?
Ich denke mal, dass das wirklich zwei verschiedene Zielgruppen sind. Allerdings gibt es Städte, in denen ich bedenkenlos den Limousinenservice anrufe, wenn ich rechtzeitig vorher dazu komme — der Preis ist unter Umständen kaum höher und die Fahrt um Längen angenehmer. Köln ist da ein schönes Beispiel – da habe ich noch nie (ernsthaft) einen überzeugenden Taxifahrer erlebt…..in Hamburg sieht es ähnlich aus.
@Torsten Bentrup:
Naja, müssen Sie ja auch nicht, oder? Ich denke, Uber hat da mit den Geschwindigkeiten einen Ausweg gefunden und der Rest holt sich die Kohle durch die teuren Fahrten wieder rein …
@Sonior:
Ja, wenn es wirklich so scheiße mit den Taxen aussieht, dann mag das stimmen. In den meisten Gegenden würde es aber vielleicht doch helfen, das richtige Unternehmen zu finden.
In Hamburg gibt es Zeiten, da freust Du Dich, überhaupt ein Taxi zu kriegen (bzw. nicht >30 Minuten warten zu müssen). Nicht nur bei Schnee, sondern manchmal auch an ganz normalen Tagen.
In Berlin hatte ich lustigerweise noch nie einen wirklich schlechten Fahrer 🙂
Ähem, „pay peanuts …“, in der Art und Weise verhält sich das sicher auch mit myDriver, welche ich auch ‚mal auscheckte. Die Fahrten mit myDriver sind, im Vergleich zu Uber und Blacklane, das hat der Motor-Talk.de-Fuzzi schon richtig festgestellt, günstiger. So. Da aber myDriver auf dieselbe Fahrzeugflotte wie Uber und Blacklane zurückgreift, stellt sich natürlich die Frage, wie können die dann dieselbe Dienstleitung günstiger anbieten? Ganz simple, die etablierten/renommierten Limo-Services picken sich die Rosinen raus, bei Uber und Blacklane. Für myDriver bleibt – in der Regel – nur das Fallobst. Ab davon finde ich es schon sehr krass, wie offensichtlich und schamlos myDriver Blacklane kopierte.
Wie dem auch sei, eine Taxi-Konkurrenz sind die Limousinen lange nicht, auch wenn so ein Fahrt (im Vergleich mit mancher Berliner Taxi-Fahrt, sitzt halt ned überall ein Sash am Steuer) ‚mal ganz angenehm sein kann, wobei ich letztendlich zumeist die Öffentlichen Verkehrsmittel aus ökonomischen sowie ökologischen Gründen dem immer vorziehen würde.