Unfall mit Taxibeteiligung in Neukölln

Übel endete heute Nacht wohl die Schicht eines Kollegen in Neukölln. Er überfuhr einen Fußgänger, der nun offenbar schwer verletzt ist. Der Kollege selbst erlitt einen Schock. Komisch zu wissen, dass ich zur selben Zeit auch im selben Auftrag da draussen unterwegs war. Ich hoffe, die Beteiligten werden alle wieder!

15 Kommentare bis “Unfall mit Taxibeteiligung in Neukölln”

  1. Martin sagt:

    Was hat ein 72 jähriger hinter dem Steuer eines Taxis verloren? Genau gar nichts!
    Mich ärgern solche Leute!
    Es wird höchste Zeit, dass eine Kontrolle ab einem gewissen Alter eingeführt wird.
    Natürlich kann es auch sein, dass er nichts dafür kann. Habe es selber oft genug im Taxi erlebt, dass einige Leute froh und munter vor einem fahrenden Auto auf die Straße hüpfen, aber irgendwann fehlt halt mal das nötige Reaktionsvermögen!
    Und irgendwann muss man auch mal einsehen, dass es Zeit ist, auch mal den jungen Fahrern Platz zu machen!
    Blöde Sache die passiert ist, aber dies sollte zu denken geben!

  2. Sash sagt:

    @Martin:
    Ich gebe zu, der Gedanke liegt nahe. Aber da es auch quietschfidele 70-jährige gibt, würde ich nicht so voreilig sein. Ich weiss auch nicht mehr, als die Polizei geschrieben hat.

  3. Ana sagt:

    ich hab mich vorhin extra zurückgehalten einen „cue alte leute im auto comment“-kommentar zu bringen und der erste machts wahr.
    es mag altersgruppen geben, die sich nicht allzusicher im straßenverkehr bewegen. unter 30 und über 40 zB, je nach maßstab. interessanter für mich als unbeteiligter ist aber ob der fahrer das machen musste weil die rente nicht reicht (weshalb dann nachts, wo die chance auf überfälle auf alte und frauen größer) oder vielleicht einfach spaß dran hatte, sich einige nächte ins taxi zu setzen um was zu erleben.
    beide gründe würden einen entsprechenden schluss auf das gewerbe zulassen.

  4. Sash sagt:

    @Ana:
    Oder auf das Gewerbe, aus dem er seine Rente bezieht…
    Nein, hast Recht! Ich hoffe zwar auch, dass ich den Job so lange machen kann, wie ich will. Aber zweifelsohne gibt es auch einen Haufen Leute da draussen, die gezwungen sind, ihre magere Rente aufzubessern, in dem sie so einen (ja durchaus auch stressigen) Job machen. Und das ist zweifelsohne schade.

  5. Aro sagt:

    Ich weiß nicht, was das Alter damit zu tun hat. Martins Kommentar finde ich widerlich. Was soll die Frage, was ein 72-Jähriger hinter’m Steuer zu suchen hat? Wielange darf man denn deiner Meinung nach fahren? Und wer bestimmt das? Du? Nach welchen Kriterien denn? Und wer sind dann die nächsten in deiner Aussortierungswut? Frauen? Schwule? Ausländer?
    Dieses Rentnerbashing kotzt mich nur an, es ist arrogant und ekelhaft.
    Und zu deiner Information: Jeder Taxifahrer, egal ob 25 oder 75, muss regelmäßig zum Gesundheits-Check. Wenn der Arzt der Meinung ist, dass es nicht mehr geht, wird der P-Schein nicht verlängert. Ich habe in der Nachricht aber nicht gelesen, dass er ohne Taxischein gefahren wäre. Also kannst du wohl getrost davon ausgehen, dass der Unfall keine gesundheitlichen Ursachen hatte.

    Die andere Frage ist natürlich, warum jemand mit 72 überhaupt noch einen Job machen muss. Ich denke, die Antwort ist klar, oder? Wer es nicht aus fnanziellen Gründen machen muss, hat sicher auch Besseres zu tun. Zumal er offenbar selbstständig fährt (als Angestellter dürfte er ja nur bis 65 arbeiten) und bei den Umsätzen offenbar wenig für die Rente tun konnte.

  6. Mariha sagt:

    Ab dem 60ten Lebensjahr muss bei der alle fünf Jahre wiederkehrenden betriebsärztlichen Untersuchung zur P-Scheinverlängerung jedes Mal ein Reaktionstest durchgeführt werden. Bei der Altersangabe haben sich meine Brauen allerdings auch gehoben. Gruß

  7. Sash sagt:

    @Aro:
    Ich verstehe deine Aufregung bezüglich der Altersgeschichte, aber ebenso wie wir beide wohl fitte Leute im entsprechenden Alter kennen, ist es auch unzweifelhaft, dass das Alter definitiv etwas ist, das an der „Leistung“ im Sinne von Konzentrationsfähigkeit und körperlicher Verfassung zehrt.
    Natürlich ist nirgends geschrieben worden, dass es daran lag, und ich hoffe sehr, dass das nicht nur pietätvolles Wegsehen war.
    Aber trotz der Überprüfung alle 5 Jahre ist es ja nicht ausgeschlossen, dass es was damit zu tun hat. Dass ich gegen eine Vorverurteilung in dem Fall bin, sollte dir auch klar sein, aber es jetzt nur als Rentnerbashing abzutun, ist vielleicht auch etwas voreilig.
    Aber zuletzt: Klar ist es eigentlich viel entscheidender, warum er in dem Alter überhaupt beruflich fährt. Ich wünsche ihm, es ist aus Freude am Job gewesen – glauben mag ich das allerdings (leider) auch nicht.

  8. Aro sagt:

    „Was hat ein 72 jähriger hinter dem Steuer eines Taxis verloren? Genau gar nichts! Mich ärgern solche Leute!

    Und irgendwann muss man auch mal einsehen, dass es Zeit ist, auch mal den jungen Fahrern Platz zu machen!“

    Kein Bashing?
    Die meisten Taxifahrer, die ich z.B. bei gefährlichen Fahrmanövern beobachte, sind weit vor dem Rentenalter. Deswegen fordere ich ja auch nicht, dass man für den P-Schein mindestens 50 sein muss.

  9. Sash sagt:

    @Aro:
    Mit den unvernünftigen Fahrern hast du natürlich Recht. Da sind die jungen zweifelsohne die Bekloppteren!

  10. Klaus sagt:

    @Aro
    …als Angestellter dürfte er ja nur bis 65 arbeiten.
    Im Ernst? Was mache ich dann bis 67? Muss ich dann mit 65 einen eigenen Betrieb gründen?

  11. Ly sagt:

    ich versteh das im Mom nicht mit der Altersgrenze von 65 für Angestellte. Nun, vieleicht keine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit mehr, doch gibt es nicht viele, die nach der Berentung noch fahren? Wir haben einige Renter auch aus anderen Berufen, die unterwegs sind.
    Und, klar, die selbstfahrenden Unternehmer, die manchmal solange fahren bis sie gar tot im Auto gefunden werden, oder einfach nicht mehr können.

    Sash, ich fand die Reaktion auf „72“ auch heftig. Auch das „Platz für junge machen“. Jeder der kann und will hat, sofern er muss oder will, auch ein Anrecht auf Arbeit, egal wie alt, und wer das so sagt, von wegen Platz machen, wird schließlich selbst mal alt.
    Das ist ne Einzelfallsache wie fitt einer ist,
    Der Reaktionstest von heute ist auch nicht mehr der von vor 20 Jahren. Vor zwanzig Jahren wars ein paar Knöpfe drücken. Bissel geschwitzt wegen Aufregung weils neu war,, gut ist.
    Ich hab den P-Schein wegen Ablauf vor 4 Jahren ganz neu machen müssen,und saß bzgl Reaktionstest staunend eine 3/4 Std vor einem PC-Monitor, die diversen „Games“ hatten es in sich, erst kürzlich absolvierte ein 70 jähriger Kollege den Test mit Norm, also mittleren Werten.

    Hier, DER Mann war alt. Ist in London gefahren, bis 92 Jahre alt, 70 Berufsjahre auf dem Buckel, das muss man sich mal reinziehen.
    http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,473326,00.html

  12. Der Maskierte sagt:

    Ich finde alle 5 Jahre ab einem gewissen Alter dennoch für zu lange. Wenn ich sehe, wie mein quietschfiedeler Nachbar mit 70 mit 71 nur noch ein Häufchen Elend auf wackeligen Beinen war. Unglaublich wie schnell der abgebaut hat. Und dennoch ist er Auto gefahren bis die Rennleitung bei einem Unfall, den er verschuldet hat, ihm sofort den Lappen abnahm. Er ist bis heute der Meinung, dass er noch fahren kann.

    Es ist aber auch eine Schande, dass jemand noch mit 72 arbeiten muss, weil es sonst nicht zum Leben reicht. Wenn er es freiwillig getan hat, dann gehe ich schwer davon aus, dass er auch fit genug für war.

  13. Ly sagt:

    Die Alten Autofahrer die den Lappen nicht abgeben wollen… Wer hat nicht schon über einen solchen geflucht, von wegen, muss man mal kontrolieren. Insbesondere der Deutsche, sein Führerschein, sein Auto, ganz besonders der Mann, und seine evolutionär als überlebenswichtig verankerte Mobilität. Kein Lappen mehr? „jetzt bin ich wirklich alt!“

    Trotzdem, dem evtl uneinsichtigen Normalfahrer hängt vieleicht seine „nervende Alte“ im Nacken, der ältere Kollege aber unterliegt einer ganz anderen sozialen Kontrolle. Viele Fahrgäste, viele Kollegen, anderer Fokus der Verkehrsteilnehmer auf Taxi, und, find ich nicht unwichtig, als Berufskraftfahrer optimal betrachtet allein aus Erfahrung ein erhöhtes Verantwortungsbewußtsein mal zumindest für Personenbeförderung, das sei mal unterstellt.

    Mir ist noch kein tatteriger unorientierter, nur noch die bekannten fünf Straßen zum Bäcker kriechender Kollege begegnet, zumindest mal nicht mehr auf dem Taxi 😉

    Mal so betrachtet: auch jüngere Kollegen verlieren, mit oder ohne Einsicht, den P-Schein wegen Risiko. Sei es wegen Krankheit wie Hirntumor wo es Ausfallerscheinungen gibt, oder aber, ebenso ein mir bekannter, bewährter Unternehmer, der leider seine Medi absetzt, und mit einer Manie auffällt.

    Ansonsten ist das mit dem Alter doch höchst unterschiedlich. Ob einer seine Rente aufstocken MUSS, oder aus Spass an der Freude fährt, sagt doch gar nix aus über Fahrtüchtigkeit, da könnte der Spassfahrer auch so ein alter Knochen sein der nicht loslassen kann.

    Die Regelung in England ist gar nicht schlecht. allgemeiner Führerschein bis 70, wer länger fahren will alle drei Jahre Fähigkeitscheck. Selbst da kann einer von heute auf morgen abbauen, aber irgendein verträgliches Maß bei all der unterschiedlichen persönlichen Fähigkeiten muss ja gesetzt werden.

    Mein Vater ist 75, der gondelt seine Frau gerade mal wieder munter mit dem Wohnmobil durch halb Europa, sind gerade auf Sizilien, sie sind immernoch keine Klippe runtergefallen, ein Stoßgebet dass das noch ein paar Jahre so bleibt, die beiden gelangweilt nur noch zuhause wird ein Desaster für uns zwei Töchter.

  14. Mariha sagt:

    es wurde ja jetzt eine EU Richtlinie umgesetzt, dass der Führerschein alle 15 Jahre verlängert werden muss ( Wat`n Sprung, ich weiß ). Man sollte sowas mit nem Seh- und Gesundheitstest wie bei Berufskraftfahrern verknüpfen, sonst ist das meiner Meinung nach einfach nur witzloser höherer Bürokratieaufwand.

  15. Sash sagt:

    @all:
    Um meine Meinung zum Thema mal auf den Punkt zu bringen:
    Die Reduzierung aufs Alter finde ich unangemessen. Ich muss nachträglich Aro insoweit Recht geben, als zumindest der Kommentar von Martin überzogen war. Zumindest so in der Verallgemeinerung und beim Wissensstand, der wohl nahezu null beträgt.
    Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass das Alter hier aufgrund körperlicher Veränderungen einen Einfluß hatte. Was die Kontrollen (sowohl für Taxifahrer als auch Privatpersonen) angeht, bin ich zwiegespalten. Zum einen ist es schon gut, dass nicht jeder schwerst drogenabhängige und debile Vollspaten, der gerne Rennen fährt, einen P-Schein kriegt – aber arg weit davon entfernt sind wir nicht.
    Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass der Führerschein allgemein hierzulande (und auch anderswo) viel zu leichtfertig ausgestellt wird, bzw. zu schwer (endgültig) zu verlieren ist. Und diese Meinung habe ich nicht, weil ich gerne ein Privileg als Berufskraftfahrer sichern will, sondern weil der Führerschein hier viel zu selbstverständlich beinahe als Grundrecht wahrgenommen wird und scheinbar viele auch nicht den Hauch einer Ahnung haben, was es für eine Verantwortung bedeutet, ein, zwei, drei Tonnen Stahl um sich rum durch die Gegend zu bugsieren.
    Daneben habe ich aber durchaus ein Problem mit übermäßiger Regulierung. So lange es in irgendeiner Form individuell gelenkten Verkehr gibt – und das wird noch eine ganze Weile der Fall sein – ist eine Teilnahme am Straßenverkehr ein Risiko. Und ja, da beziehe ich auch Motorrad- und Fahrradfahrer, sowie Fußgänger und alle anderen mit ein.
    Da es schlechte Tage, miese Laune, Müdigkeit und körperliches Unwohlsein auch binnen sehr kurzer Zeitspannen gibt, ist das ganze Experiment auf ewig dazu verdammt, auch mal schief zu gehen. Es ist traurig, aber das schließt sogar Unfälle mit Todesfolge ein, es ist wohl der Preis der Mobilität.
    Jede Vorabuntersuchung ist damit ungenau. Sie bestraft unter Umständen Leute zu Unrecht, und lässt andere durchkommen, die vielleicht nur einen guten Tag haben. Ich bin auch ein Freund von Statistiken, aber wahrscheinlich wäre es wesentlich hilfreicher, erst einmal die Leute vom Verkehr auszuschließen, die ihre fehlende Eignung bereits (mehrfach?) nachgewiesen haben, und nicht bestimmte Gruppen.

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