Drei auf einen Streich…

Endlich mal wieder was Blogbares 🙂

Ich habe die Schicht „zu“ spät angefangen, und dann stand ich auch noch eine Stunde kundenlos am Ostbahnhof rum. Prima. Dann – endlich! – Kunden! 3 Mädels, des Deutschen nicht mächtig, wollen… na, wohin wohl? Panorma-Bar!

[Einschub für Nichtberliner: 800m, 3 mal abbiegen]

Die Fahrt ging entsprechend schnell, dennoch konnte ich anmerken: „I thought it’s closed today…“

Die 4,10 € haben sie dann mit einem 5er bezahlt, was insbesondere für junge Touristen echt nicht so schlecht ist. Ein Kollege stand schon vor mir, und so dachte ich: „Rauchste eine, schaust mal, ob hier wirklich was geht.“ Nach etwa 3 Zügen kamen die drei Mädels wieder und meinten, es wäre geschlossen. Brav sind sie wieder in mein Taxi gekrabbelt. Sie wollten dann nach Neukölln, zu irgendeiner Party, bei der sie gestern schon waren.

Warum nicht? So kann es laufen.

10 Minuten und 12,30 € später standen wir in der Werbellinstr. an der richtigen Stelle, und die Mädels löhnten – dieses Mal verständlicherweise passend – und wollten Aussteigen. Da klopfte eine Passantin an die Scheibe und meinte, wenn sie zur Party wollten… die sei schon „finished“. Beim Aussteigen blieb es dennoch, denn sie wussten nicht so recht, was sie nun tun sollten. Ich wurde von einem der Umstehenden noch nach einem Taschentuch gefragt, und so kam es, dass ich mehr Zeit dort verbrachte, als ich eigentlich vorhatte. Glücklicherweise. Denn die enttäuschten Party-Besucher freundeten sich mal spontan mit den drei spanischen Mädels an und beschlossen kollektiv ins Tacheles zu gehen.

Einer der Leute meinte, sie können ja ein Taxi nehmen (hinter mir standen sogar noch zwei Kollegen). Daraufhin meinte der andere: „Du bist gut. Was denn für’n Taxi? Wir sind 6 Leute…“

„Ich will ja nicht aufdringlich sein, aber mein Taxi hat 6 Plätze…“ hab ich an der Stelle einfach mal in den Raum geworfen. Ein bisschen gedauert hat’s dann noch, weil das Reiseziel ja durchaus noch nicht feststand, aber letztlich bin ich mit der Sechsertruppe dann zum Tacheles gegurkt. Damit hatte ich dann die drei Mädels dreimal hintereinander im Auto. Die Sache war so obskur, ich hab sogar vergessen, bei der letzten Fahrt die Zuschläge zu berechnen. Aber gut, es war sowieso teurer, als wenn wir die Fahrten als eine einzelne gemacht hätten. Waren also nochmal 14,60 €. Plus 40 Cent Trinkgeld plus einen „Glückseuro, weil du echt mal’n sympathischer Taxifahrer bist.“

Leider lief die Schicht nicht so weiter, aber was soll’s?

Auch wenn sowas natürlich selten ist: Kann mir jetzt nochmal ein Kollege erklären, weswegen ich die Fahrt für 4,20 € hätte ablehnen sollen? Nur mal so…

    Ähnliche Artikel:

    Keine ähnlichen Artikel gefunden

12 Kommentare bis “Drei auf einen Streich…”

  1. Marcus sagt:

    ….hatte das Tacheles den noch auf? loool

    Anscheinend fährst du ja immer mit dem Großraumtaxi oder? Zahlt man dafür nicht generell Zuschläge als einzelner Fahrgast…..nicht das dir dadurch noch Nachteile entstehen im gegensatz zu einem normalen Taxi.

  2. Sash sagt:

    🙂
    Über die Möglichkeit, dass das Tacheles zu oder eingestürzt sein könnte, haben wir auch diskutiert. Sah aber gut aus. Ich hab dann einfach mal nicht dort gewartet…

    Großraumtaxen in Berlin haben exakt den gleichen Preis wie andere Taxen auch. Jedes Taxi, das mehr als 4 Fahrgäste mitnehmen kann, kann (ich weiss nicht einmal, ob wir müssen) einen Zuschlag von 1,50€ pro Person erheben, die mehr im Auto sitzt. D.h. alleine zahlt man dasselbe wie in jedem anderen Taxi, zu viert auch. Bei sechs Leuten sind dann eben eigentlich 3 € extra fällig, bei 8 (in Bussen) eben 6 €.
    Den Spritverbrauch betreffend hat man natürlich mit einem Bus z.B. einen Nachteil – das sollte sich aber durch die Fahrten mit 5 oder mehr Personen ausgleichen, bzw. die eine Fahrt mehr pro Nacht, die man wegen Disco-Kunden hat, die zu sechst immer zuerst zum Bus in der Reihe laufen.
    Zu meinem Auto schreibe ich noch was, habe ich eben beschlossen – hab endlich auch mal ein schönes Foto. Aber erst später… jetzt geht’s ein paar Stunden arbeiten!

  3. Marcus sagt:

    Mir ging es eigentlich weniger um die Zuschläge, viel mehr dachte ich…..das einen einzelnen Fahrgast so ein großes Taxi abschreckt, und dieser dann doch lieber in ein normales Taxi einsteigt. Mir isses sogar schonmal passiert ( obwohl die Strecke garnicht so kurz gewesen wäre ) ich von jenem Taxler abgelehnt wurden bin, mit der begründung….zu wenig Personen. Standen aber glücklicherweise noch genug Taxen am Stand, nur dieser war eben an vorderster Position.

  4. Sash sagt:

    Stimmt schon, die Busse schrecken auch ab. Ich kann also auch nicht sicher sagen, ob es sich letztlich wirklich rechnet. In Berlin ist es recht häufig, dass an den Großraumtaxen Aufkleber wie „normaler Taxitarif“ hängen, damit das nicht passiert.
    Dass diese Kollegen einen allerdings abweisen… naja, ich verstehe ja so einiges in meinem Business nicht so wirklich!

  5. hitectaxi sagt:

    @SAHS

    Das ist aber nur e i n Beispiel des Kundenservices des Berliner Taxigewerbes für Fahrgäste.

    Andere Beispiele:

    Eine Preistafel, auf der linken hinteren Seite angebracht, nur vom Innenraum lesbar, wenn die Schrift nicht so klein wäre.

    Wechselfahrt (Fahrt zum Geldwechseln), natürlich vom Fahrgast zu zahlen.

    Kurzstreckenpauschaltarif (Plumpstarif) 4 €, nur auf Wunsch des Fahrgastes einzuschalten.

    Kartenmaterial 3 Jahre alt.

    Warum überhaupt eine Degression und warum gerade bei 7 km und warum ab 7 km 0,37 € billiger?

    Warum USt 7 % oder 19 %?

    Ist es Verantwortlichen eigentlich schon einmal aufgefallen, dass im Berliner Taxigewerbes vieles anders läuft?

    Was macht eigentlich der Fiskaltaxameter??
    Und die 5 Millionen, die der Senat angeblich dafür für fünf (?) ausgegeben hat?

    Wo soll man sich beschweren? Innung, TVB, LABO Was macht der Tourist freitags um 19 Uhr?

    Gibte eine kompetente Einrichtung in Berlin, die die Interessen von Fahrern und Fahrgästen vertritt?

    Diese Liste ist nicht vollständig.

    Gute Fahrt

    hitectaxi
    Erweitere sie bitte!

  6. Sash sagt:

    @hitectaxi:
    Das ist aber ein ziemliches Durcheinander. Ich finde vieles davon auch verbesserungswürdig, aber so liest es sich auch ein bisschen kurios. Also:
    Der Preisaufkleber ist genau so Vorschrift. Ich würde mir auch wünschen, man hätte auch außen welche. Dass sie nicht das ganze Fenster bedecken, sollte nicht verwundern – das macht auch sonst niemand. (Bahn?BVG? Lufthansa? Europcar?)
    Wechselgeld ist immer schwierig, aber es heißt ausdrücklich, dass wir einen angemessenen Betrag dabeihaben müssen. Ergo: Rein rechtlich greift das nur, wenn der Kunde einen unangemessenen Schein zum Zahlen nimmt.
    Kurzstrecke hab ich schonmal erklärt:
    http://gestern-nacht-im-taxi.de/wordpress/2011/07/10/taxi-kurzstrecke-in-berlin/
    Es kann eben nur der Kunde wissen, ob er mit den Einschränkungen auch leben will. Es tun alle immer so, als ginge es bei den Kurzstrecken nur um 2,60 € Ersparnis. De facto heisst es aber auch, dass man unterwegs nicht anhalten darf. Gibt Sinn, dass der Kunde das entscheidet.
    Kartenmaterial: Bleib locker! Kauf mir einmal die Woche einen Stadtplan und dann is ok. Was erwartest du denn bitte?
    Die Tarife sind mit dem Senat ausgehandelt und auf die Fahrtenprofile und Betriebsausgaben hier angepasst und werden regelmäßig geändert. Warum nun welche Defgression wann, frage ich mich auch oft 😉
    USt? Wir machen keine Gesetze, sorry.
    Also was meinst du mit „dass vieles anders läuft“? Als was?
    Sicher, hier läuft nicht alles gut und außerdem ist das Gewerbe regional verankert und damit überall immer ein bisschen anders. Dass auch hier Geld verschwendet wird und Mist verzapft, ist nicht neu. Das ärgert mich auch. Deine Liste allerdings gehört nicht unbedingt erweitert, sondern eher entheddert. Und zu den meisten Themen hab ich mich wirklich hier und da schon mal geäußert.

  7. hitectaxi sagt:

    @SAHS

    70 % der Fahrgäste sind Fremde. Sie kommen
    aus aller Herren Länder und sind unsere Gäste.

    Und das erwarten sie von einer Metropole.

    FAIRE SPIELREGELN
    Profis mit laufender Fortbildung (EDV)
    Fotoausweis
    Nichtraucher + (NR-Taxis)
    Beherrschung der Landessprache
    lesbare Preistafel
    Fahrpreisprognose und Flatrate (>50 Fahrtziele)
    Transparenz
    Ampelstopps kostenfrei
    Wechselgeld vorhanden
    bargeldloses Zahlen zuschlagfrei

    Ergebnis einer Befragung der Fahrgäste (Zeitraum 2004-2009)

    Gute Fahrt

    hitectaxi
    70 % der Fahrgäste sind Fremde. Sie kommen
    aus aller Herren Länder und sind unsere Gäste.

  8. hitectaxi sagt:

    @SASH

    Englisch
    Internetanschluss, USB für Laptop
    GPS
    Navi
    gehören natürlich auch zur Standardausrüstung
    Gute Fahrt

    hitectaxi

  9. Nathan sagt:

    @hitectaxi
    Alle Taxifahrer bzw. Taxis dieses Planeten werden deinen Ansprüchen (den hier genannten und den auf deiner Webseite postulierten) ausnahmslos und lückenlos gerecht werden…
    in einer perfekten Welt, die nicht existiert.

    Nein halt! Unter einer hochgradig faschistischen Regierung wäre es tatsächlich möglich. (Wer denkt, ich übertreibe, lese sich bitte diese Webseite durch!)

    Deine Webseite ist absolut plakativ (und damit nicht diskussionswürdig), der hohe Farbkontrast bereitet mir Kopfschmerzen und einige Fakten sind sachlich falsch.

  10. hitectaxi sagt:

    @SASH

    Du bist bestimmt auch der Überzeugung, dass unqualifiziertes, politisches „Gedankengut“ nichts in Deinem Blog zu suchen hat..

    Gemeint ist ————— hochgradig faschistische Regierung ————– des Herrn NATHAN.

    Es besteht überhaupt kein Zusammenhang zwischen Taxifahrern der Welt und diesem Schwachsinn.

    Und alle Leser finden es schade, wenn Dein Blog damit missbraucht wird.
    ..

    Gute Fahrt

    hitectaxi

  11. Sash sagt:

    @hitectaxi:
    Ich bin bei politischen Statements auch vorsichtig und Nathan war nicht gerade nett, ok.
    Allerdings muss ich gestehen, dass ich aus deinen Einträgen und deiner Seite nicht einmal im Ansatz schlau werde, wirklich.
    Ich stehe sicher auch manchmal auf dem Schlauch, aber hey: Ich bin erwachsen, hab Abitur, halte mich für gebildet, drücke mich gerne verschwurbelt und uneindeutig aus, bin Taxifahrer mit offenbar ähnlichen Kritikpunkten wie du und hab trotzdem nicht den Hauch einer Ahnung, was du eigentlich willst. Was ändern, gut. Aber was? Warum? Muss man dazu was kaufen? WTF? Die volle Portion Nichts bleibt da hängen. Du kannst natürlich genau wie ich schreiben was du willst, aber ich empfehle dir, es so zu machen, dass irgendwer die Chance hat, dem ganzen zu folgen.
    Auf was genau sich Nathan bezogen hat, weiss ich nicht und ich fände es schön, wenn er eine kurze Erklärung nachliefern würde. Ansonsten fällt es aber unter eine freie Meinungsäußerung, die mir noch kein größeres Unbehagen bereitet. Denn es war kein „politisches Gedankengut“, sondern eine überspitzte Meinung zu deinen Aussagen, eine (im Zweifelsfall leicht überzogene) Kritik.
    Eine Diskussion unter einem drei Jahre alten Artikel sollte die meisten Leser allerdings nicht wirklich belästigen.

  12. Nathan sagt:

    Da sie ausdrücklich erwünscht ist, folgt hier meine kurze Erklärung:

    Vorab: Ich hab dir, hitectaxi, keinen Faschismus vorgeworfen und wollte das auch nicht so verstanden haben wissen (für solche Statements kenne ich dich schließlich viel zu wenig).

    Was du auf deiner Webseite präsentierst ist erstens übertrieben perfektionistisch und zweitens stellenweise einfach falsch.

    Falsch ist zum Beispiel, dass Taxifahrer auf Kunden angewiesen sind, nicht jedoch die Kunden auf Taxifahrer. Solche Sätze wie „Der Fahrgast ist Motor, der die Räder rollen lässt. Ohne den Fahrgast gibt es kein Überleben. Er darf darauf vertrauen, bestens bedient zu werden.“ finde ich ziemlich euphemistisch.

    Ich denke mal, die Abhängigkeit von Kunden und Taxifahrern hält sich ungefähr die Waage. Der Taxifahrer will ein bisschen Geld verdienen und der Kunde hat keine andere / bessere / schnellere Möglichkeit um ans Ziel zu kommen.

    Übertrieben perfektionistisch ist deine Präsentation des mehr als umfangreichen Equipment, das du als unverzichtbar im Taxi hältst. Dazu gehören das umfangreiche Sicherheitspaket, die flächendeckende Internetverbindung und noch so einige Dinge, die ich mangels Ausformulierung nicht verstanden habe.

    Außerdem muten solche Formulierungen wie z.b. dass „motivierte Fahrer mit einer ausgezeichneten Ausbildung und Werkzeuge der neuesten Generation“ vonnöten seien, doch leicht gruselig an. Es hört sich fast so an, als würdest du von Astronauten, die zum Mond fliegen, sprechen. Dafür braucht man eine hervorragende Ausbildung und neueste technische Errungenschaften. Aber wir sprechen hier vom Taxifahren! Das kann jeder, der ein Auto lenken kann und über ein wenig Sozialkompetenz verfügt.

    Die Art und Weise, wie du deine Sichtweisen präsentierst finde ich sehr sonderbar. Du schmeißt mit bloßen Schlagworten um dich, die sich irgendwie gut anhören sollen und du entwirfst höchst polarisierende Schaubilder. Zum Beispiel: „Tarif für fortschrittliche Metropolen: Preistafel, Transparenz, vorbildlich, begeisternd, up-to-date, Festpreise, zuschlagsfrei. aktueller Tarif BBI: hier nichts vorhanden.“

    Oder dein zweifelhaftes Schaubild, das den von dir vorgeschlagenen Tarif als „topp“ bezeichnet, besser als Taxitarife im internationalen Vergleich (das heißt doch „intern“, oder?), die wiederum besser sind als die deutschen, die wiederum insgesamt besser sind als der Berliner Tarif. Ich leite ab: Du hältst deinen Vorschlag für einmalig super, die üblichen Taxitarife für schlecht, wobei der Berliner der schlechteste von allen ist.

    Die Aufmachung deiner Webseite ist mir außerdem schlicht ein Rätsel. Bunte Farben, Grafikeffekte, riesige Schrift, etc… WTF?

    Dein polarisierender Schreibstil erinnert doch ein wenig an populistische, politisch motivierte Webseiten. Deshalb der Seitenhieb mit dem Faschismus. Kann sein, dass ich das überbewertet habe, es war letztlich eine „überspitzte Meinung zu deinen Aussagen“, um es mit Sashs Worten zu sagen. Nimm es einfach nicht ganz so ernst…

    Hier noch ganz kurz meine persönliche Meinung zum Thema: Das Wichtigste am Taxifahren ist lediglich, dass der Fahrer ein bisschen was von Service versteht und mit Menschen umgehen kann. Neue Innovationen im Bezug auf technische Ausstattung, das Tarifmodell oder die Ausbildung (wobei fraglich ist, was genau darunter zu verstehen ist) sind vielleicht wünschenswert, ganz nett und nützlich. Aber sie sind nicht das Nonplusultra.

    Danke für die Aufmerksamkeit und tschüss!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: