Mal wieder Taxi-Schule

Nachdem ich in der letzten Zeit oft verhindert war, habe ich es nun auch mal wieder geschafft, in der Taxi-Schule vorbei zu schneien, und wie üblich habe ich es nicht bereut. Die zwei bis zweieinhalb Stunden, die ich im Idealfall zwei Tage die Woche dort habe, gehören eigentlich zu den angenehmsten Momenten meiner Lernerei. Der Kontakt zu anderen Leuten, die sich mit derselben – von Normalbürgern eher ignorierten – Materie beschäftigen, ist schon an und für sich wichtig, um sich nicht gleich als absurder Außenseiter vorzukommen.

Wenn ich mir den fröhlichen und überwiegend motivierten Haufen in meiner Schule ansehe, dann muss man sich fragen, weswegen nicht alle Taxifahrer so drauf sind wie sie. Klar, vielleicht kann man diese Einstellung nicht über mehrere Berufsjahre retten. Kann sein. Ich denke aber, dass es nicht so ist. Zumindest meinem Lehrer nehme ich ab, dass er noch immer gerne fährt – und auch ich selbst kann mir nicht vorstellen, dass einen bei einem derartig vielfältigen Beruf die Langeweile überfällt.

Aber vielleicht muss man eben auch einfach überzeugt sein davon. Und das bin ich. Immer noch und hoffentlich noch eine Weile weiter!

Die absurdesten Eselsbrücken (1)

Manchmal kriegt man trockenes Wissen einfach nicht so locker ins Hirn, wie es eigentlich sein sollte. Dann bedient man sich Eselsbrücken. Jeder hat sich schonmal irgendwas mit einer Eselsbrücke gemerkt, und die meisten wissen auch, dass man sich witzigerweise komplizierte Dinge ganz gut merkt, wenn sie nur zusammenhängend sind. Bei den Eselsbrücken, die ich nennen werde, geht es natürlich um die Ortskundeprüfung. Mag nicht viele interessieren, aber ich finde echt, dass man ein paar aufschreiben muss, weil sie so herrlich doof sind.
Erstes Beispiel:

Wie merke ich mir, dass das ev. Hubertuskrankenhaus in der spanischen Allee liegt?

Ich hab mir gemerkt, dass Hubi (Hubertus) im Krankenhaus ist, weil er schlechte spanische Taccos gegessen hat.

Völlig dämlich, aber wartet mal ab, was noch so alles kommt im Laufe der Zeit 😉

Montag Morgen…

Montag morgen: Ich habe mich aus dem Bett gekratzt, ein paar Mails und Adressen im Web gecheckt, und jetzt warte ich darauf, dass der Tag anfängt. Gleich werde ich meine Zigaretten packen, eine rauchen gehen und dann im Anschluss ein bisschen Klamotten waschen. Dann geht es mal wieder richtig ans lernen!
Heute Mittag ist dann sogar noch Taxi-Schule, wo ich mich nach den vielen Ausfällen die letzten Wochen auch mal blicken lassen sollte.
Das schöne ist, dass mir mein letzter Amtsbesuch bestätigt hat, dass ich „nur“ noch die Ortskundeprüfung machen muss, nicht auch noch die ganzen ärztlichen Tests.

Es ist beinahe schon zu einfach 😉

Es gibt auch gute Tage…

Ja, es gibt auch gute Tage! Das mit dem Rauchen… ähm – lassen wir das! OK? Ich bin einfach kein Nichtraucher, und ich werde es so schnell nicht sein. Ich habe inzwischen einen Weg gefunden, wie ich deutlich weniger rauche, und damit bin ich vollauf zufrieden.
Warum aber ist dies ein guter Tag. Nun, ich bin ewig mit meiner Freundin durch die Stadt gelaufen. Das ist schon mal grundsätzlich schön, aber wir haben auch gleich noch ein paar Dinge erledigt. Dazu hat unter anderem ein Besuch beim Amt gehört, weil ich mal wissen wollte, ob ich mit meinem alten P-Schein nicht doch noch irgendwie sparen könnte.
Und ich kann! Das sogar in genau dem Maximalumfang, in dem ich es mir gewünscht habe. Ich brauche keinerlei medizinische Checks mehr machen. Ich muss „nur“ meine Ortskundeprüfung machen, und das war es dann. Herrlich!
Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Ich finde die medizinischen Tests sinnig, insbesondere den Augenarztbesuch. Aber es wäre doch zu abenteuerlich gewesen, wenn ich mit meinen alten Ergebnissen in Stuttgart bis Ende 2011 fahren dürfte, und hier alles noch mal prüfen lassen müsste. Aber so ist es ja nun auch nicht. Das Schöne ist aber nicht der ersparte Stress, es ist einfach das Geld! Diese Gutachten kosten auch. Das sind hier 50 Euro und da mal 100 Euro. Alles nicht die Welt, aber wenn ich ehrlich bin, dann sind 100 Euro in meinem Universum viel Geld, und sie werden es noch eine Weile bleiben. Also kann man mit Ämtern auch mal Glück haben. Ich hoffe, dass ich das dann bei der konkreten Antragsstellung nicht revidieren muss.

Optimistische Grüße aus Berlin,

Mehr als bisher

Ich lerne nicht nur mehr als bisher, ich weiss vor allem auch mehr als bisher. Das verraten mir zumindest meine Karteikarten. So langsam bin ich endgültig davon überzeugt, mich – natürlich nur was Straßennamen, Hotels, KH’s und dergleichen engeht – in meiner neuen Heimat besser auszukennen als in meiner alten. Der Überblick übers große Ganze fehlt natürlich noch, und das ist auch nichts, was ich binnen einer Woche mal kurz hinbekommen werde. Aber das ist auch nicht verwunderlich.
Jeder Tag wird inzwischen zu einer wüsten Schlacht mit Plänen, Atlanten und dem Zielfahrtenskript, und es macht mir noch immer den Spaß, den mir niemand (außer ich mir selbst) prophezeit hat.
Morgen ist endlich wieder Kurs.

Ein paar Gedanken

Wie versprochen habe ich mich in den letzten Tagen wieder eine ganze Menge über Straßen und Plätze, Hotels und Krankenhäuser hergemacht. Meine Freundin unterstützt mich über alle erdenklichen Maße hinaus, indem sie unablässig den Ortskundekatalog auf Karteikarten überträgt und mich abfragt und zum Lernen anhält. Ich hab die Tage das ein oder andere Mal darüber nachgedacht, ob ich jetzt wirklich eher einen Vor- oder einen Nachteil davon habe, dass ich nicht schon seit einiger Zeit in Berlin bin, und nicht zumindest ein paar grundliegende Dinge weiß.
Ehrlich gesagt, ich bin mir nicht so ganz sicher. Ein ernstliches Ergebnis habe ich nicht vorzuweisen. Manches Mal denke ich mir, dass ich mir manche Sachen sparen könnte, wenn ich mich hier ein bisschen auskennen würde. Auf der anderen Seite: Wie viel speichert man falsch ab? Und vermeintliches Wissen durch richtiges zu ersetzen ist in aller Regel verdammt schwer. Wenn ich daran denke, wie lange man als Kind bei englischen Liedtexten irgendeinen phonetisch sinnig erscheinenden Sumpf mitsingt, der einem einfach nicht aus dem Kopf will, wenn man sich dann den Text mit den ersten Englischkenntnissen mal anschaut.
Vielleicht ist das hier ja doch ein wenig ähnlich.
Zudem: Welcher Berliner – wenn er nicht schon seit Ewigkeiten einen Fahrerjob macht – kennt denn das ganze Stadtgebiet. Meine Freundin muss selbst bei 50% der Ortsteile passen, und die hat nun ca. 20 Jahre Vorsprung…
Der wichtigste Punkt – der mich bestätigt – ist aber wohl der, dass ich in einer an sich vertrauten Umgebung zu wenig neues zu entdecken hätte, als dass es mir dann noch so Spaß machen würde. Wie wäre es gewesen, in Stuttgart die Ortskundeprüfung abzulegen? Vielleicht vom Lernaufwand ein bisschen einfacher, aber dafür unendlich stressiger. Ständig das Lernen von Quatsch, den man eigentlich ja weiß. Nix neues mehr… das stelle ich mir doch recht schlimm vor.
Wenn ich ehrlich bin, dann freue ich mich schon so richtig drauf, das ein oder andere Eck endlich auch mal in Realität kennenzulernen, das bisher nur als eine von vielen Buchstabenkombinationen in meinem Hirn umherwuselt.
Die Motivation ist also ungebrochen. Ich weiss immer noch, dass ich hier das richtige mache.

Wochenanfängliche Grüße,

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Boah nee, ey!

So, heute war gewissermaßen ein chaotischer Tag. Ich hab es nicht bis zur Taxischule geschafft, was hoffentlich kein Problem ist. ich weiss, dass es das nicht ist. Ich hab die letzten Tage kaum was gelernt, was damit zu tun hat, dass ich einiges andere erledigt habe. Dann hatte ich heute in bitterer Frühe (kann mich eigentlich nicht beschweren, hätte auch einen anderen Termin wählen können) ein Meeting beim Arbeitsamt.
Antragsabgabe!
Wer den Spaß auch schon hatte, weiss, um was es geht: Ums Geld. Leider war der Termin nicht so sonderlich erfolgreich, weil ich immer noch keine Arbeitsbescheinigung meines Ex-Arbeitgebers habe. Wenn ich allerdings der netten Dame glauben darf, die meinen Antrag „angenommen“ hat, dann kann ich dennoch davon ausgehen, dass ich Ende des Monats noch Geld bekomme. Natürlich wird das nicht viel sein, aber wenigstens brauche ich mir dann keine Sorgen um die Miete zu machen.
Leutz, von so vielen Menschen höre ich, wie schwer es Taxifahrer finanziell haben. Hat mal jemand drüber nachgedacht, wie schwer es jemand hat, der nicht einmal Taxifahrer ist?
Egal, ich behalte den Kopf oben und stürze mich demnächst wieder konzentriert in den Kampf mit den Straßen!