Weihnachtszeit

Und woran merke ich als Taxifahrer, dass Weihnachtszeit ist?

Mein Chef schmeißt wieder mit Süßigkeiten um sich:

Geschätzte 10000 kcal, Quelle: Sash

Geschätzte 10000 kcal, Quelle: Sash

Ich gebe ja zu, dass ich darüber nachgedacht habe, das Zeug für mein Gewinnspiel zu instrumentalisieren. Aber so dreist, Geschenke weiterzureichen, bin ich dann doch nicht. 🙂

Fachwissen

„Wir müssten zur Straße Am Treptower Park. Nummer 55.“

„Alles klar. Sagen sie mir dann, wo die 55 ist, oder…?“

„Klar. Alle Nummern kann man da ja nicht kennen.“

„Ja, dafür ist Berlin dann doch ein wenig zu groß.“

„Wie, du kennst in Berlin sonst auch nicht alle Hausnummern?“

„Nee sorry. Ausgerechnet an dem Nachmittag, als wir das durchgenommen haben, war ich leider nicht da.“

Die ironischen Gespräche sind mitunter dann doch die schönsten 😉

Gewinnprobleme und Designcountdown

Heyho allerseits da draussen!

Nach mehr als zu langer Pause bin ich endlich wieder ins Cockpit zurückgekehrt, und was bleibt, ist vor allem die Frage, warum mich niemand gewarnt hat, wie kalt -12°C eigentlich sind. Brrr!! Und was sich da wieder für Alltagsprobleme ergeben… Da will ich die Fenster innen putzen, weil natürlich jeder auf die beschlagenen Scheiben seine Initialen und versaute Bilder mit dem Finger gemalt hat, und dann stelle ich fest, dass die Fenster auch innen (!) von einer Eisschicht überzogen ist, die sich ziemlich hartnäckig einer Entfernung wiedersetzt…

Aber zu den Gründen dieses Eintrages:

1. Gewinncountdown:
Das Gewinnspiel läuft heute Nacht aus. Wer noch keinen Kommentar unter den Gewinnspielartikel gepostet hat, und noch mit sich ringt, ob das ein berechtigter Arbeitsaufwand ist, um die Chance zu haben, ein völlig ungesundes Süßigkeitenpaket zu erhalten, der sollte nur noch bis heute Nacht, 4. Dezember 2010, 23.59 Uhr, ringen. Alle Kommentare, die mein WordPress (keine Garantie, dass die Uhr zu 100% genau geht!) auf den 5. Dezember legt, zählen nicht mehr. Also: Wenn noch nicht geschehen, dann ran an die Tasten!

2. Designprobleme:
Meine backupanfälligere Hälfte hat sich heute während ich geschlafen hab mit dem Design hier bei GNIT geprügelt und einige alte CSS-Dateien bei sich gefunden und durchs Hochladen derselben das Aussehen des Blogs wieder halbwegs hergestellt. Das ist nicht nur total super und sollte ihr Dankeswünsche und hochwertige Geschenke bescheren (Ich weiß, das ist mein Part. *seufz*), nein es hat selbst ohne dies ihren Ehrgeiz geweckt, und sie plant, die letzten Unstimmigkeiten heute Nacht zu beseitigen. Dadurch könnte es sein, dass hin und wieder Kleinigkeiten auf der Seite nicht funktionieren – insbesondere die Navigation zwischen den Artikeln.
Sollte euch also heute Nacht etwas auffallen, das nicht funktioniert, dann ist das ein Zeichen dafür, dass es gut ist. Wie wenn Mama sagt: „Es ist aber gut, dass es juckt. Das bedeutet, dass es heilt…“
Kann man doof finden, kratzen wäre dennoch die falsche Vorgehensweise 😉

Ja, ich freue mich auf eine hoffentlich und wahrscheinlich hammermäßige Samstagsschicht, bin also wie üblich am Wochenende arbeitsmäßig beschäftigt. Aber wir sehen uns hier wieder häufiger als letzte Woche, versprochen!

Zieht euch warm an, Leute!

Streckenrandnotiz

Hm… ein bisschen ruhig gerade hier, was?

Abgesehen von den Kommentaren natürlich 😉

Ich hab die letzten zwei Tage nichts geschrieben, weil ich zu Hause sitze. Ich fühle mich gerade nach allem anderen als Arbeit, ich werde – was wirklich nur selten passiert – auch an diesem Samstag nicht arbeiten. Keine leichte Entscheidung, aber es ist besser so. Der November wird damit zu einem ziemlich unspektakulären Monat werden, aber ich freue mich dafür schon doppelt auf den Dezember: Weihnachtsfeiern, Weihnachtseinkäufe, Weihnachtsbesuche – alles Dinge, die mich nur sehr wenig vom Arbeiten abhalten, den Rest der Welt aber zu mir ins Taxi spülen. Nicht zu vergessen als krönender Abschluss dann Silvester.

Ich werde die nächsten zwei Tage mal mein schlaues Büchlein durchblättern nach noch nicht gebloggten Geschichten, ganz sterben wird dieser Blog also abermals nicht. Halte mich diesbezüglich an Hitchcock, der ja angeblich auch dereinst verkündete, dass die Berichte über sein Ableben stark übertrieben seien 😉

Ansonsten gibt es noch einen Taxiüberfall zu vermelden, glücklicherweise abermals ohne Verletzten. Von meiner Seite aus wie immer einen lieben Gruß an den Kollegen und der Wunsch, dass es ihm wieder gut geht!

Link zur Polizeimeldung

Ja, Freunde der Nacht – das war es für heute Abend erst mal. Haltet die Ohren steif und man liest sich!

Furioses Ende

„Das Glück ist mit den Tüchtigen“

lautet ein Sprichwort, das wie kein anderes seine Falschheit oft zur Schau stellt. Ich hatte es dennoch im Kopf, als ich in einer nicht so spannenden Nacht etliche Umwege gefahren bin, um dann an einem Club zwei Leute aufzunehmen, die mir umgehend ein Fahrtziel ganz im Süden der Stadt nannten, was eine gute 25€-Tour zu werden versprach.

Die beiden Fahrgäste waren zwar im gleichen Alter, gute Freunde, beide recht nett – aber der Zustand der beiden hätte unterschiedlicher nicht sein können. Während mein Beifahrer guter Laune war und ziemlich fit wirkte, war der Kumpel hinter ihm kurz vor dem Einpennen und heftig alkoholisiert.

Sie wollten noch was zu Essen besorgen, ich sollte also kurz vor dem Ziel noch an einen Burgerladen ranfahren. Der quirlige Typ vorne beschäftigte mich mit Erzählungen, während ich vom hinteren gerade noch mitbekam, dass sein Kopf an der Seitenscheibe entlangrutschte und eine Schleimspur aus Haargel an selbiger hinterließ. Im Übrigen kein Einzelfall: Die Scheibe an der Fahrertüre reinige ich ungefähr drei- bis viermal seltener als die Scheiben, hinter denen meine Fahrgäste sitzen…

Während ich nach einer Strecke von rund 5 Kilometern mit dem einen darüber sinnierte, wo sich besagter Burgerladen befindet, kippte der Hintermann vornüber und hing in bester Kotzer-Pose im Gurt.

Sowohl ich als auch der Kumpel waren deswegen besorgt und haben ihn eindringlich ermahnt, ja Bescheid zu sagen, wenn es ihm nicht gut gehe, und wir jederzeit halten könnten. Und wie wir zwei gerade beratschlagen, dass es wohl besser sei, erst den Übervollen abzuladen und dann was zu essen holen, nahm ich aus dem Augenwinkel wahr, wie selbiger nach dem Türgriff fingerte.

Wir standen noch an einer Ampel, mittlere Spur zwar – aber kein Auto weit und breit. Er konnte also gefahrlos aussteigen.

(Jetzt wird es eklig, Absatz wenn nötig überlesen)

Zeitgleich mit dem Öffnen der Tür würgte der plötzlich ziemlich bewegungsfreudige junge Mann aber schon, und ich muss ihn wenigstens für seine Beherrschung loben, denn noch während er im Wagen saß, blubberte ihm der Auswurf im Mund und drückte sich tröpfchen- und bröckchenweise aus selbigem hinaus. Er aber konzentrierte sich – in heller Panik – auf den Türöffnungsvorgang und schaffte es in gewisser Weise den Mund synchron zur Tür zu bewegen und seinen Mageninhalt komplett außerhalb des Autos loszuwerden. Vielleicht ein oder zwei Tröpfchen am Vordersitz, aber sonst sehr kunstvoll.

(Weiterlesen, er hat es hinter sich!)

Noch bevor er das Auto verließ, um nach seinem Kumpel zu sehen und die hintere Tür zu schließen, drückte mir der Fitte sein Bedauern aus. Entgegen aller Verkehrsregeln hab ich das Auto an die Fußgängerampel manövriert, um die beiden nicht aus den Augen zu lassen. Der Mageninhaltsentleerte hatte sich einhergehend mit dem Verlust des sicher teuer bezahlten Alkohols direkt auf eine angrenzende Wiese geschmissen und sein Freund wusste nicht so recht, ob er sich nun besser bei mir entschuldigt oder seinem Freund hilft.

Mir ging es richtig gut!

Ich war einfach froh, dass ich keine Kotze im Auto hatte, und was schlimmeres als 10 Minuten auf einen Krankenwagen warten, konnte eigentlich nicht mehr passieren. Ich bin also relaxt-beschwingt ausgestiegen, hab die Küchenrolle um 10 Blatt gekürzt und hab dem am Boden liegenden Spuckvogel die Hälfte davon zum Abwischen überreicht.

„Danke Mann!“

„Ist doch kein Ding!“

Mit dem Rest bin ich zum Auto zurück und hab mich nach Verschmutzungen umgesehen. Nix! Gar nix! Kein Tropfen weit und breit! Ich hab also eher präventiv den Türgriff abgewischt und mich an die Beseitigung der Schleimspur an der Scheibe gemacht, während die Dankesworte des Freundes auf mich einprasselten. Wenn er das gewusst hätte, wären sie mit der Bahn gefahren (wie habe ich mir das vorzustellen?) und toll, dass ich da so gelassen bin, danke, boah muss das scheiße sein für mich, bla bla.

Ich hab ihn darauf hingewiesen, dass mir nun wirklich kein Schaden entstanden ist und er sich lieber Sorgen machen sollte, was mit seinem Kumpel ist. Der hatte sich nämlich offenbar entschlossen, eine Runde im Gras zu pennen. Bei 3°C wohlbemerkt.

Ich hab ihm vorgeschlagen, einen Krankenwagen zu holen, er hat aber abgelehnt und gemeint, er ruft seine Freundin an, die solle doch vorbeikommen und sie abholen. Die Idee fand ich gut und ich war überzeugt davon, dass der Auswurfkönig zweifelsohne nach dieser Aktion sehr rasch genesen würde. Sein Kumpel war definitiv fit, es war nicht notwendig, beide zwingend im Auge zu behalten. Was ich aber natürlich angeboten habe.

Überhaupt: Ich hab den Kumpel nicht eingehend angesehen nach der Kotzerei, der Wunsch, die Fahrt nicht fortzusetzen, kam erstmal nicht von mir. Ich hab zwar bei der Erwähnung der Planänderungen durchaus Bedenken angemeldet, aber es gibt ja immer Möglichkeiten.

Aber mein zurechnungsfähiger Fahrgast war bereits am Planen, Betüddeln und nebenher immer noch damit beschäftigt, sich zu bedanken und mir allerlei Beileid dafür auszusprechen, dass ich gerade seit 5 Minuten im Halteverbot mein Auto sauber mache und die Uhr fleißig mitläuft. Er hat mir angeboten, ich könne gehen, wenn ich wollte und mir beim Bezahlen noch ein nettes Trinkgeld überlassen.

„Kann ich dich vielleicht anrufen, wenn es in 10 Minuten wieder ok sein sollte?“

„Äh? Das ist vielleicht ein wenig blöd!“

Ich wollte die Weiterfahrt nun keineswegs kategorisch ausschließen, aber wenn ich jetzt wieder Richtung Innenstadt gurke, dann fahr ich doch nicht gleich wieder zurück. Hier warten wäre ja ok gewesen (Zugegeben: Natürlich hätte ich mir das bezahlen lassen), aber wir waren an einer wirklich viel befahrenen Kreuzung direkt vor den Toren einer unlängst geschlossenen großen Verkehrseinrichtung. Im Zweifelsfall doch noch ein Taxi zu bekommen, wäre wahrlich kein Problem gewesen.

Ohne weitere Nachfragen hat er mich dann freundlich verabschiedet und mir nochmal gedankt. Dabei war sein Abend definitiv schlimmer als meiner…

Wenn man einmal heim möchte…

Auch wenn es viele Kollegen tatsächlich nicht glauben wollen: Morgens am Wochenende ist der Ostbahnhof eine verdammt gute Halte. Wenn ich mich Sonntag früh für meine letzte Samstagstour anstelle, bin ich schon oft mit Fahrten nach Spandau, Lichtenrade, Hellersdorf, meist aber zum Flughafen Schönefeld „überrascht“ worden.

Da mein Tagfahrer das Auto aber auch irgendwann haben will, verlege ich die letzte Tour somit meist eher auf 6:15 bis 6:30 Uhr statt später. Wenn man es überhaupt mal vernünftig einschätzen kann, wann man Kunden hat…

Aber manchmal will auch ich nach einer langen Nacht nur noch heim. Da fehlen vielleicht noch 5 € auf die 200 oder ich hoffe, noch ein bisschen den Kilometerschnitt drücken zu können mit einer Tour grob in Richtung des Abstellplatzes. Das Ablehnen einer langen Fahrt zu dieser Uhrzeit ist alles andere als problematisch, da die Kollegen, die sich um die Uhrzeit am Bahnhof tummeln, meist schon die Tagfahrer sind, sprich: eben mit der Schicht angefangen haben. Da hat niemand was gegen einen 30€-Stich zu Beginn einzuwenden, und meist frage ich sie auch vorher, ob es für sie ok wäre.
Die Fahrgäste haben ebenso meist Verständnis, also läuft das eigentlich ganz gut.

Und so stand ich neulich da, es war ziemlich genau 6 Uhr. Ich hatte überlegt, direkt von der Tanke aus zum Abstellplatz zu fahren, aber irgendwie kam der Ehrgeiz dann doch mal durch. Darf nach 29 Jahren Faulheit ja auch mal passieren.

Es wurde das bekloppteste Schichtende ever.

Zunächst wartete ich 10 Minuten, bis ich erster war. Dann kam eine Kundin. Sie wollte wohin? Richtig: Flughafen Schönefeld. Mein Ziel hingegen war die Storkower Str., und eine Tour über 15 € wollte ich in gar keinem Fall annehmen. Vielleicht, wenn es über die Landsberger Allee gehen sollte, da wäre der Rückweg nachher schnell. Aber lieber so um die 10 €. Richtung Westen vielleicht 8. Meinetwegen gerne eine kurze Tour wie den ganzen Abend davor. So 6,50 € und richtige Richtung?

Die Kundin hatte Verständnis, der Kollege hat sich mächtig gefreut, ich hab weiter gewartet. Die Zeit verrann ziemlich langsam.

15 weitere Minuten später tauchte dann ein Kunde am Horizont auf. Na also! Wo soll es hingehen?

„Ach, ich müsste ganz dringend zum Flughafen Sch…“

„Dann steigen sie doch bitte zu meinem Kollegen ins Auto, ich bin schon 10 Stunden unterwegs und möchte gerne nur noch eine kurze Tour fahren.“

Kollege glücklich. Fahrgast glücklich. Sash müde. weiter warten!

Etwa 10 Minuten nach dieser Anfrage betrat ein weiterer Kunde das Spielfeld. Er wollte wohin? Richtig! Zum Flughafen Schönefeld!

Inzwischen wäre ich mit der ersten Flughafen-Tour längst auf dem Rückweg gewesen und mit 30 € mehr Umsatz auf direkterem Wege in die Heimat. Aber ich bin tapfer weiter rumgestanden und hab die Hoffnung nicht aufgegeben, dass keiner der Kollegen weiter hinten mitbekommen hat, was für eine erbärmliche Gestalt ich in diesem Moment war.

Die nächste Tour hab ich angenommen. Sie war zwar mit 16 € eigentlich zu lang, sie führte mitten ins Herz von Schöneberg, also straight nach Südwesten, was genau entgegen meiner Richtung lag – aber ich wollte es gar nicht mehr mitkriegen, wie mich der nächste Kunde dann wahrscheinlich wegen einer Ferntour nach Leipzig gefragt hätte oder so…
Ich hab das Auto dann mit ein paar Minuten Verspätung abgestellt, was glücklicherweise kein Thema ist, da mein Tagfahrer am Sonntag immer spät anfängt. An diesem Tag hab ich ihn tatsächlich mal getroffen am Auto, und er meinte zu mir:

„Kiek ma, bist ja noch unterwegs. Ha, siehste ooch ma Sonntags de Sonne uffjehn!“

Hätte ich drauf verzichten können…

Ich glaube, nächstes Mal fahre ich einfach „heim“. Irgendwann ist es schließlich mal gut!

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Mehr so allgemein…

Also vorweg: Mein Lieblings-Spambot schreibt immer noch mehr als ich. Kontinuierlich postet er etwa jede Stunde in einen Artikel hier ein ellenlanges Link-Sammelsurium. Fast schon niedlich…

Ich dagegen arbeite gerade eher ein bisschen, bzw. ein bisschen mehr. Wobei ich zugeben muss, dass ich die letzten beiden Tage eher weniger Lust hatte. Das Wetter ist nicht so dolle, die Umsätze auch nicht so wirklich, und wie alle anderen auf diesem Planeten würden auch mir viele Gründe einfallen, einen Sessel dem Fahrersitz vorzuziehen.

Die gestrige Nacht hab ich mich vor dem Arbeiten gedrückt, wo es nur ging, was letztlich in einer zweistündigen Kaffeepause zur besten Arbeitszeit mit einem netten Kollegen mündete. Es stimmt schon: Auch in dem Job kann es mal gut tun, sich zwei Stunden voll auszuklinken, und nicht einfach nur eine Halte mit möglichst langer Standzeit anzufahren, wenn man mal eine Pause machen will.

Ich hab direkt im Anschluss an die Pause sogar eine ziemlich weite Tour zugunsten eben jenes Kollegen abgelehnt, weil ich eigentlich gar keinen Bock hatte, mich tief in den Südwesten der Stadt zu begeben. Aber immerhin bin ich die letzten zwei Stunden noch ganz gut durch mein Lieblingsrevier gekommen, sodass mein Umsatz gemessen an der wirklichen Arbeitszeit sogar noch halbwegs erträglich war.

Besonders nett war dann meine Abschlusstour am Ostbahnhof. Ich hab mich eher uninspiriert nochmal angestellt, fest davon ausgehend, dass ich eine lange Tour an einen Kollegen weiterreichen müsste, und ich wahrscheinlich eh frühzeitig abhauen würde. Aber das Glück war mir in Form eines Kurzstreckenmuffels auf Position 1 hold, und so hatte ich nach vielleicht einer halben Zigarette Wartezeit eine Seniorin, völlig außer Atem, mit Handtasche und zwei langen Bambusstecken als Gepäck, als Abschlussfahrt. Ob ich sie zur O2-World bringen könne…

„Na klar, kein Problem. Aber was wollen sie da um die Uhrzeit?“

„Da fahren unsere Busse ab.“

„Oh, schön! Machen sie einen Kurzurlaub?“

„Nee, nee, Anti-Atomkraft-Demo!“

Spätestens da war der Tag dann endgültig gerettet 🙂