Wo darf’s hingehen? #agh16 Autonome Autos?

Für viele auch innerhalb der Taxibranche ein Reizthema: Autonome Autos. Die Fortschritte auf diesem Gebiet werden zwar immer wieder kontrovers diskutiert, dass diese Entwicklung aber zumindest einen Teil der Zukunftsmobilität mitbestimmen wird, steht langfristig eigentlich außer Frage. Dennoch polarisiert das Thema, wie man an der relativ klaren Ja-Nein-Trennlinie unter den Antworten deutlich erkennen kann:

Autonom fahrende Autos sind das Thema der Stunde. Hat Ihre Partei vor, in Berlin diesbezüglich Pilotprojekte zu fördern oder steht sie der Thematik eher skeptisch gegenüber?

CDU:
Durch die Vernetzung von autonom fahrenden Autos und Infrastruktur wird in Zukunft zu einer spürbaren Verbesserung der Verkehrsströme führen. Diese positive Entwicklung unterstützt die CDU grundsätzlich. Verschiedene Pilotprojekte in Berlin sind derzeit in Planung.

FDP:
Wir wollen Pilotprojekte unterstützen. Wir wollen insbesondere durch Experimentierklauseln ermöglichen, neue Technologien wie selbstfahrende Autos und neue Geschäftsmodelle vorbildhaft in Berlin zu erproben und dafür zeit- und gebietsweise bestehende Regelungen (Gesetze, Verordnungen) auszusetzen. Es ist sinnvoll, solche Pilotprojekte wissenschaftlich zu begleiten und zu evaluieren.

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SPD:
Berlin soll Vorreiter moderner Technologien und einer urbanen Infrastruktur werden, um Chancen zum Beispiel in der Medizin oder für eine intelligente Verkehrslenkung zu nutzen. Berlin muss Deutschlands erste 5G-Stadt werden. Nur dieser neue Mobilfunkstandard ermöglicht die Integration von Anwendungsprozessen zum Beispiel führerloses Fahren auf der Basis von leistungsfähigem, funkgestütztem, schnellem Internet. Wir werden die Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet vorantreiben und notwendige Mittel für die Breitbandinfrastruktur hierfür bereitstellen.

Die LINKE:
Wir halten das individuelle autonome, batteriebetriebene Fahren ebenso wie die Elektromobilität im Individualverkehr nicht für die Lösung der Berliner Verkehrsprobleme. Wir wollen weniger motorisierten Individualverkehr, egal ob mit Verbrennungsmotor, elektromobil oder autonom. Vielmehr muss der Umweltverbund gestärkt werden.

Ronald Gläser, AfD:
Meine Einschätzung: bloß nicht. In der Welt, in der die Autos selber fahren, mag ich nicht leben. Eine offizielle Haltung der Partei dazu gibt es nicht.

Die PARTEI:
Selbstfahrende Autos sind wie selbstessende Currywürste. Unsinn. Wer keine Lust hat selbst zu fahren soll ein Taxi nehmen. Das sichert auch Arbeitsplätze.
Langfristig planen wir allerdings eine innerstädtische Autoscooter – Infrastruktur aufzubauen. Man kann sich ein scooter nehmen, fahren und abstellen wo man will. Das ist billig, macht einen Riesenspass und Diebstahl der scooter ist sinnlos, da sie nur in der Stadt betriebsfähig sind. Unfälle sind systembedingt meist eher ungefährlich.

Eine so parteiübergreifende Befürwortung hatte ich nicht erwartet. Die LINKE macht meiner Meinung nach den Fehler, hier zu streng zwischen Individual- und öffentlichem Verkehr zu unterscheiden. Denn genau in dem Spannungsfeld, in dem das heutige Taxigewerbe z.B. steckt (gleichzeitig öffentlicher und Individualverkehr) werden die durch autonomes Fahren entstehenden Änderungen die stärksten Auswirkungen haben. Dass sich in der Frage langfristig das System der PARTEI durchsetzen wird, ist ab jetzt allerdings klar. Es war mir zwar bis zu diesem Artikel neu, aber wenn die Idee mit dem Scooter-Netz nicht sofort von allen anderen übernommen wird, dann können wir das mit dem Wählen eh sein lassen und Berlin schließen.

10 Kommentare bis “Wo darf’s hingehen? #agh16 Autonome Autos?”

  1. Roichi sagt:

    Hat die SPD verstanden, wie autonomes Fahren funktioniert?
    Internet ist nicht alles.

    Aber Autoscooter sind mal eine echte Zukunftsperspektive.

    Ich wäre ja noch für unterirdische Turbolifte zu haben.

  2. Sash sagt:

    @Roichi:
    Naja, sie beziehen sich ja schon auf eine allgemein vernetzte Stadt.
    Turbolifte klingt auch cool, das stimmt. Wobei cool wahrscheinlich alles neue wäre, so als Gedankenexperiment zumindest.

  3. MsTaxi sagt:

    Die Partei ist richtig knuffig mit ihren Antworten. Ich frag mich nur, wieiviel Freibiet da floß „breitgrins“

  4. MsTaxi sagt:

    Btw, der hier namentlich zitierte Herr Gläser hat alle Antworten verfasst oder die kommt er zur Ehre der Exraerwähnung?

  5. Sash sagt:

    @MsTaxi:
    Er hat die Mail (und damit alle Fragen) vermutlich komplett alleine beantwortet, aber ich hab an den Punkten, an denen er erkennbar keine offizielle Parteilinie vertreten hat, das auch so unterstützend klargestellt. Einfach der Transparenz wegen.

  6. ednong sagt:

    Erste 5G-Stadt? Nur dann autonom fahrende Autos? Oha. Müssen die sich – im Ausland aufhaltend – dann auch alle 30 Tage im Heimatnetz einbuchen, weil sonst geht nix mehr? 😀

  7. Sash sagt:

    @ednong:
    Roaming-Gebühren, um die örtlichen Verkehrsregeln runterzuladen. Gnihihi! 😀

  8. Wenigstens sind die Sozis in ihrem Unrealismus realistisch geblieben und haben das mit der ersten 5G-Stadt auf Deutschland beschränkt. Könnte vielleicht klappen, auch wenn der Weltstandart dann sicher schon 9G oder so sein wird. Muss ich den Flughafen noch erwähnen oder gehts auch ohne? 😛

  9. hafensonne sagt:

    Spiel, Satz und Sieg für die PARTEI bei dieser Frage!!

    @Jens: Bitte ohne Flughafen, darüber kann man wirklich keine Witze mehr machen.

  10. Andy sagt:

    Keine Sorge, das neue BER wird wohl S21, zeigt sich ja schon bei der Grundsteinlegung. Bald ist Berlin diesen Malus los und kann die verfallenden Gebäude als Paintballhalle zwischenvermieten bis zur Eröffnung 2034

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