Wir müssen nach … ach, egal!

Drei Leute hab ich am Sisyphos eingeladen. Wohin sollte es nun gehen? Boddinstraße, Neukölln. Sagte der eine. Dann warf der zweite ein, dass er zur Warschauer Straße möchte, ich ihn unterwegs also rausschmeißen solle.

„Ähm, kann ich machen. Liegt aber nicht auf dem Weg.“

OK, das kam an. Aber ob wir einen Geldautomaten anfahren könnten …?

„Richtung Warschauer oder Boddinstraße?“

Diese kleine Frage ging unter. Ich hab eingeworfen, dass ich gerne der Reihe nach ihre Wünsche erfülle, aber wissen müsse, in welcher Reihenfolge nun genau. Daraufhin war klar: Geldautomat in Richtung Neukölln. Daraufhin fragte mich der dritte im Bunde, ob die Kniprodestraße näher wäre als Neukölln.

„Äh, wieso das?“

Aber klar, der dritte wollte dorthin. Falls es weniger als einen Zwanni kosten würde. Ansonsten: Geht auch Kartenzahlung? Als ob das nicht gereicht hätte, diskutierten zwei der drei auch noch, ob sie nicht noch zum Berghain gehen wollten. Himmel hilf! Wie können drei Leute vier Richtungen angeben!?

An der Sparkasse am Treptower Park holte der Neuköllner dann Geld, der Warschauer stieg aus und der Kniproder fragte mich, ob das ab der Boddinstraße wirklich weniger als 20 € werden würden, weil er sonst dem anderen Typen zum nächsten Taxistand/zur Warschauer/zum Berghain folgen würde.

„Keine Sorge, das reicht dicke!“

Ab da ging es eigentlich – abgesehen von der eher hilfreichen Tatsache, dass der Neuköllner früher rausgesprungen ist, weil er noch was essen wollte. Die Fahrt von Neukölln in den Prenzlauer Berg war super-schnafte. Ein klasse Schweizer, mit dem ich mich vom Taxitarif bis zu Uber über alles gut unterhalten hab. Am Ende wollte ich dann noch ausrechnen, ob jetzt noch 13 oder 15 € von der Tour offen waren, aber er reichte mir einfach seinen heiligen Zwanni und meinte, dass das wirklich ok so wäre und dass er sich für die angenehme Fahrt bedanken wolle. Er wäre doch eh heute beim Feiern schon fett beim Wechselgeld verarscht worden, da würde er mir das schon gönnen. Nice! 😀

Dabei war ich am Ostkreuz noch kurz davor, sie zu fragen, ob sie nicht lieber aussteigen, nochmal drüber diskutieren und dann ein anderes Taxi nehmen wollen. Gut, dass ich sowas nicht mache …

3 Kommentare bis “Wir müssen nach … ach, egal!”

  1. Tom sagt:

    Coole Truppe. 🙂

    Warum haben die nicht einfach mit Karte im Taxi bezahlt?

  2. mathematikos sagt:

    hello…..
    …..auch wir in der hochsteiermark kennen solche herumrätseltypen, denen alle 10 sekunden irgendeinanderes zeux einfällt,wo sie UNBEDINGT noch hinwollen und so oder das pure gegenteil. standardfrage so gegen 4 uhr morgens, was denn noch offen hätte (zum saufen oder ficken oder abhängen oder von allem etwas….) ….pure angst aber vorm heimkommen, frau, freundin, freund, wirr durcheinander.
    meist gehts gut aus. ich verlang halt immer eine sicherheitsleistung, wenns kreuz und quer gehn soll. ein aconto 50er beruhigt die gemüter aller beteiligten.
    servus,
    werner

  3. Tollo sagt:

    ja ja das sisyphos und das wechselgeld, da habe ich auch schon so meine erfahrungen …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: