Wer Taxi sagt, muss auch Schlange sagen!

Natürlich war die Taxischlange vor dem Berghain wie jedes Wochenende eindrucksvoll. Sie mag vielleicht harmlos gegen die an so manchen Flughäfen sein, aber für einen Club …

Meine Fahrgäste sahen das auch so und beschlossen, dass das absolut die richtige Location für sie sein müsse, wenn das hier, also wow, look at all the cabs, we’ll love that!

„Well, the problem for you is …“

orakelte ich auf den letzten Metern:

„this is short compared to your queue!“

Und es tat sich das Vorplatz-Panorama des „besten Clubs der Welt“ auf, inklusive einer ungefähr Ein- bis Anderthalbstundenschlange an Menschen. Prompt verstummten die Freudenrufe, einer hat sogar angefangen zu weinen. Obwohl ich verstehen kann, dass man ungerne so lange ansteht: Dass die Enttäuschung beim Umschwenken von Taxi- auf Menschenschlange so groß werden würde, hatte ich nicht erahnt. Dabei sind Taxis doch auch nur Menschen.

Für mein Taxi waren beide Schlangen nix. Das durfte mit mir und den Fahgästen dann schnell mal noch eine Runde zum Tresor fahren. 🙂

9 Kommentare bis “Wer Taxi sagt, muss auch Schlange sagen!”

  1. Tk sagt:

    Weicheier! Zu Ostzeiten hat man vor jedem Club angestanden. Also wirklich vor jedem.

  2. elder taxidriver sagt:

    ..bisch‘ schlange do? Wirsing

  3. Sternennacht sagt:

    Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Veränderung der Einstellung der Leute zu solchen Clubs mit Schlangen vor der Tür.

    Hier in M gibt es einen Club den man in irgendeiner Art und Weise mit dem Berghain vergleichen kann. Nämlich das P1

    Gerade am Wochenende wollen immer sehr viele Leute ebendort hinein. Als ortsansässiger weis man das es dort eine sehr strenge Tür gibt und man gewisse Kriterien erfüllen muss um diese zu passieren. Neben Outfit und gut gefüllter Brieftasche ist dort wichtig Stammgast zu sein. Letzteres versteht man wenn man bedenkt das jeder Club nur sonundsoviele Gäste aufnehmen kann und nicht mehr. Bevorzugt eben Leute die konsumieren und nicht nur schauen wollen.

    Nun ist’s so das man am Wochenende viele Ortsfremde fährt du unbedingt dorthin wollen weil sie von diesen Club gehört haben: die Bayernspieler sind dort, andere Prominenz und viele “ heiße Hasen “
    etc. Man weis eigentlich schon beim einsteigen solcher Gäste das sie an der Türe scheitern werden und man sich das mehrstündige anstellen sparen kann da am Wochenende fast nur Stammgäste rein kommen. Man versucht noch sie in einen anderen Club zu bugsieren – meist ohne Erfolg.

    Nun wenn sie doch hinwollen sind sie stets hochgradig euphorisch über das was sie meinen das die dort erwartet. “ Was das doch für eine tolle Stadt ist, die Möglichkeiten, bis hin zu hier möchte ich leben “ Der Parkplatz mit Ferraris und ähnlichen Boliden und den herannahenden “ Hasen “ lässt sie noch erwartungsfroher werden und die Schlange erscheint auch nicht mehr so lange. Man lässt sie mit den besten wünschen aussteigen. Nun ist bis 2 , 3 Uhr dort eher keine Schlange an Taxen zu finden da man anderweitig Geschäft machen kann. Und so hat man dann oft sofort jemanden der woanders hin fahren will weil er an der Türe scheiterte und die Aussagen lauten meist: “ Sch… Stadt, nie wieder , arrogantes Pack und hier würde ich nie wohnen wollen etc “

    Ich denke mancher Kollege fährt etwas später meine zuvor hoch euphorischen Gäste. Was sie wohl zu ihm sagen werden 😉

  4. metro sagt:

    Die Combo DxBxSx bringt es mit dem Song : I’ts so Berghain
    voll auf den Punkt…..

  5. LGMA sagt:

    Die Frage an die „Schon-da-gewesenen“ ist doch:

    Hat man was verpasst, wenn man (noch) nicht da war ?

    nur mal so … als „Noch-nicht-da-gewesener“ 🙂

  6. Sash sagt:

    @Tk:
    Ich würde da aber auch ein „selbst schuld“ zurückgeben. 😉

    @Sternennacht:
    Also ich fahr beim Berghain wenn sonst nix los ist auch mal zwischen 0 und 3 Uhr all die, die nicht reingekommen sind …

    @LGMA:
    Ich muss ehrlich gestehen, dass ich von Besuchern des Berghains bisher wenig schlechtes und meist nur sehr gutes gehört habe. Insofern: Was verpasst? Vielleicht.
    Andererseits ist dann doch auch die Frage: Was bietet der Club wirklich mehr, was man anderswo nicht vielleicht mit weniger Schlange und besseren Chancen, reinzukommen, auch gehabt hätte?
    Ja, ich bin Outsider und kein Clubgänger, was weiß ich schon … aber am Ende sind Parties doch meist eine Kombination aus Menschen, Musik und ggf. Drogen. Und die besten sind die unerwarteten. Ich als alter Punkrocker hatte eine meiner besten Nächte in einem Technoschuppen und andere haben mir glaubhaft versichert, dass die Parties in meiner alten WG supergeil waren, obwohl sie als Elektroleute mit Skinheads und Hippies zu deren Musik abgehangen haben. Ich würde zwei Stunden warten auf DJ xy nie einer Party vorziehen, bei der es gleich losgeht … und wenn ich mir die abgewiesenen Leute beim Berghain so anhöre, bestätigt sich das nur immer mehr.

  7. thorstenv sagt:

    Die sollen sich doch die Zeit beim Schlangestehen einfach mit einem Videospiel vertreiben http://www.spiegel.de/netzwelt/games/virtuelles-schlangestehen-das-langweiligste-spiel-der-welt-a-787276.html

  8. Sash sagt:

    @thorstenv:
    0.o Okay, das ist mir dann noch eine Spur mehr zu albern als in einer Schlange zu stehen.

  9. Bernd K. sagt:

    Die App zur Schlange:
    http://blog.nn-online.de/berlin/2015/03/22/9194/#more-9194

    @Tk: nicht nur vor Clubs, u.a. auch an der Taxihalte.

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