Uber in Deutschland verboten

So wie es aussieht, hat das Landgericht Frankfurt Uber die Vermittlung von Fahrten über ihre App verboten.

(genau genommen die Fahrten mit ungeeigneten Fahrern/Fahrzeugen, wenn sie entgeltlich erfolgen – im Grunde also UberPOP)

Das Ganze bundesweit und bei Androhung von 250.000 € Strafe pro Fahrt. Und zwar dieses Mal für Uber, nicht für die ohnehin bedauernswerten Fahrer. Das ist – wie die bisherigen Verbote – auch noch keine endgültige Sache. Im oben verlinkten Pressebericht klingt es jedoch, als ob Uber nicht wie bisher schnell mal widersprechen und dann weitermachen kann, bis es ernst wird. Ich als juristischer Laie kann den Wahrheitsgehalt dieses Aspektes jedoch nicht einschätzen, sorry.

Aber auf die Gerichtsverfahren darf man sich wohl dennoch freuen, denn z.B. die Antwort der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation in Hamburg (Link zum PDF), die Uber das erste Verbot eingebrockt hatte, ist in meinen Augen mörderlustig, wenn es um die Argumente von Uber geht – aber da hab ich vielleicht einen speziellen Nerd-Humor, wer weiß …

OK, trotzdem: einige werden hier gelandet und sauer sein. „UberPOP war so geil und so billig – immer muss man alles verbieten!“
Hab ich alles schon gehört. Das macht’s nicht richtiger, egal ob man’s fehlerfrei aus dem Uber-Blog kopiert hat oder sonstwoher der Meinung ist. Ja, ein App-Anbieter hat sich ein Verbot eingefangen, weil er illegale Dienstleistungen angeboten und null Kooperationsbereitschaft gezeigt hat. In vielen anderen Bereichen freut man sich dagegen über schnelles Handeln: Pferdefleisch in Lasagne war eigentlich auch ’ne geile neue Idee, um Dinge billiger zu machen – oder etwa nicht?

Und selbst wenn ihr Verbots-Kritiker seid, dann freut Euch über die Entscheidungshilfe des Gerichts! Es ist Euch nur zuvorgekommen. Uber war hier neu, geil und hip. Schön. Angeboten haben sie aber „nur“ Personenbeförderung. Eine Dienstleistung, die wie alle anderen mal zu vollster Zufriedenheit aller verläuft, manchmal nicht. Seit Uber glauben aber scheinbar alle, dass schlechte Taxifahrten auf „das System Taxi“ zurückzuführen wären.

Ach ja?

Da Uber derzeit praktischerweise bei Smartphonebesitzern ein großes Thema ist, hab ich heute Nacht mal kurz bei Twitter nachgesehen und z.B. in den USA, wo Uber schon eine Weile aktiv ist, neben vielen positiven Statements unter anderem folgende gefunden:

 

 

Stinkige Karren, Verspätungen, überhöhte Preise, keine Ortskunde, Unzuverlässigkeit, etc. pp. … ist das nicht das, was eigentlich nur Taxifahrern passiert?

Im Ernst, Leute: Uber hat den Problemen im Gewerbe strukturell nichts entgegenzusetzen. Für die regelt der Markt alles. In der Liste war ursprünglich sogar noch ein inzwischen gelöschter Tweet, in dem eine Frau fragte, wie viele Sterne man dem Fahrer bei der Bewertung abziehen sollte, wenn dieser einen am Ende zu begrapschen versucht. War sicher ironisch gemeint, hat aber das Problem gut auf den Punkt gebracht.

Es tut mir ja auch leid, dass Uber nur Blinki-blinki-Bullshit ist und nicht die Revolution, die sie uns versprochen haben. Sicher verändert sich Mobilität und sicher muss man dazu auch mal aus alten Strukturen raus. Deswegen ist halt trotzdem nicht automatisch alles besser, was sich als Alternative anpreist, dieser Umkehrschluss ist einfach immer schon falsch gewesen, sorry.

Nächstes Jahr kommt wahrscheinlich der Mindestlohn im Taxigewerbe, 2 Jahre später das Fiskaltaxameter. Damit werden hoffentlich sowohl der allermiesesten Bezahlung als auch der Schwarzarbeit ein paar Riegel vorgeschoben. Es geht nicht immer schnell, leider. Aber das, kombiniert mit mündigen Kunden – die vielleicht statt sich übers Uber-Verbot zu beschweren einmal das Ordnungsamt rufen, wenn ein Taxifahrer scheiße war und sich ihre Lieblingstaxifahrer in ihrer App markieren – könnte die „bösen Taxis“ auch wieder ins Rennen bringen. Und das billiger als UberPOP (wenn man mal das wöchentliche Surge-Pricing mit einbezieht), ohne illegale Ausbeutung und inklusive der Grundversorgung, die wir Taxifahrer nebenbei noch leisten. Und alle, die die schwarze S-Klasse mit Minibar wirklich brauchen, können das immer noch bei all den Limousinenanbietern kriegen, wenn sie ein paar Euro extra auf den Tisch legen.

Ich versuche ja zumindest irgendwie, das nicht nur als Taxifahrer zu sehen, aber ich hab echt keine Ahnung, was an positivem mit einem Verbot von Uber wirklich verloren geht …

PS: Die Datenlage zum Verbot war noch recht dünn, als ich den Artikel geschrieben (und immer wieder umgearbeitet) habe. Die grundsätzlichen Aussagen gelten jedoch ungeachtet der derzeitigen juristischen Geschehnisse.

Update (2. Sept., 17 Uhr):

Uber kündigt an, weiterzumachen. Einfach so. Schätze, die nächsten Tage werden spannend …

38 Kommentare bis “Uber in Deutschland verboten”

  1. Oni sagt:

    Ich bin kein Taxifahrer und sehe auch nicht, was der Vorteil gegenüber stinknormalen Mietwagen sein soll. Dass die (im Gegensatz zu Taxis) keine App haben? Könnte ja mal jemand programmieren und den legalen Mietwagenfirmen anbieten. MyMietwagen.
    In einem Podcast habe ich gestern noch gehört, es solle einfach verbindliche Regeln geben, die dann für alle gelten. Überraschung: Gibt’s schon! So schlimm scheinen die nicht zu sein, wenn es in quasi jeder Großstadt mindestens eine florierendesMietwagenfirma gibt.

  2. westernworld sagt:

    das du dir als taxifahrer sorgen um deinen job machst ist legitim, das die branche jetzt so tut als ginge es ihr um die kunden und die probleme die uber für diese mit sich brächte ist verlogen.

    wäre ich taxifahrer würde ich mir nicht über uber in seiner jetzigen form sorgen machen, sondern über googles* fahrerlose autos. sobald die eine zulassung dafür haben wäre der logische nächste schritt damit eine 24/7 robotaxiflotte aufzuziehen.

    *google gehören ca. 25% von uber. go figure …

    mir persönlich ist uber egal ich wohne nicht in der stadt und wenn ich abends mal tatsächlich ein taxi brauche

  3. westernworld sagt:

    … brauche wird es so oder so teuer wenn man keinen bekannten oder ähnlichen anrufen kann.

  4. westernworld sagt:

    … brauche wird es so oder so teuer wenn man keinen bekannten oder ähnliches anrufen kann.

  5. noname sagt:

    Naja ich habe mal in Liverpool gelebt und die hatten da auch über ähnliche Dienste, die weitaus billiger waren als die normalen Taxis. Man musste nicht erst ein Taxi anhalten (in Liverpool nicht an jeder Ecke, vor allem, wenn man nicht im Zentrum ist), sondern konnte anrufen, bekam eine SMS, wenn das Auto nur noch 3 Minuten entfernt ist….ich bin mit denen immer zum Manchester Flughafen gefahren nachts um drei, wenn ich übers Wochenende nach Hause flog. Die Autos waren immer sauber, keine Schrottkarren, Fahrer haben einen nicht abgezockt. Kann mich nicht beschweren. So the point is: ab dem Moment, wo in es in Deutschland ein Unternehmen gibt, das professioneller arbeitet als Uber, dann könnten die Taxizentralen durchaus ein Problem bekommen. Wobei ich denke, dass das noch Jahre dauern wird, aber in anderen Ländern gibt es so etwas halt und es funktioniert.

  6. Carom sagt:

    Das PDF ist wirklich lesenswert – der Satz mit „um so besser“ in der Begründung ist großes Tennis, das könnte als Paradebeispiel zu „galliger Humor in der Juristerei“ gelten.

  7. Sam sagt:

    Ich bezweifle, dass es zu einem legalen uber-personenbeförderungsdienst kommt (sprich: gleiche leistung wie taxis, weniger kosten). Denn erstens gibt es nunmal regelungen und feste preise für taxiunternehmen -und unter die fallen in deutschland nunmal alle „gleiche leistung wie taxis“-unternehmen- und zweitens kann man bei einem dienstleistungsunternehmen vorwiegend am personal kostensparen. Das hat sich aber ab nächstem jahr erledigt.
    eine echte innerstädtische mitfahrzentrale wäre natùrlich günstiger. Allerdings bin ich mir sicher, da sehen die chancen nachts um 3 zum flughafen zu kommen nicht immer rosig aus. Wäre eben mehr ein konzept nach „ich guck mal, ob wer fährt, sonst nehm ich halt die öffentlichen“

  8. Wahlberliner sagt:

    Wie Weltfremd Uber das sieht, kann man schön im Update am Ende dieses Heise-Artikels lesen: http://heise.de/-2305841
    Zitat: „Wir werden die Entscheidung angreifen und unsere Rechte mit Nachdruck und aufs Äußerste verteidigen“ – ihre Rechte? Welche Rechte die da wohl meinen? Die, gegen geltendes Recht zu verstoßen? Wahrscheinlich das Recht, Gewinne um jeden Preis zu machen…
    Ab dem Punkt frage ich mich echt, was die da geraucht haben bei Uber…

  9. Raphael sagt:

    Und Uber legt’s jetzt wohl wirklich drauf an:

    „Das Landgericht Frankfurt am Main habe die einstweilige Verfügung zu Unrecht erlassen, teilte Uber nun mit.“

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/taxi-konkurrent-uber-macht-trotz-des-verbots-weiter-13131175.html

  10. Ennosuke sagt:

    @westernworld: Wer bist du zu urteilen ob Sash es ernst meint was er schreibt oder nicht? Ich für meinen Teil glaube schon, dass er es ernst meint, denn das was er schreibt entspricht nun einmal der Wahrheit.

    Die selbstfahrenden Autos kommen ja, aber bis die ein Level erreicht haben, dass sie wirklich serienreif sind wird es noch ein paar Jährchen dauern, bis die dann hier zu Lande zu gelassen werden noch ein paar mehr. So wie sie im Moment umgesetzt sind werden die Fahrzeuge wohl auch nicht ganz ohne Fahrer auskommen in Deutschland, da Technik versagen kann (bspw. Hardwaredefekt) und wenn man dann gerade damit unterwegs ist kann es echt unangenehm werden

    Wo und wie Google investiert hat ist dabei völlig irrelevant. Google ist auch ein Unternehmen das Geld machen will und wenn sie bei uber Gewinn sehen investieren sie halt. Zumal auch hier in Deutschland uber Black nicht verboten ist und sich das Urteil nur auf uberPop bezieht.

  11. Wahlberliner sagt:

    Haha, das wär ja mal klasse, wenn die ab Donnerstag, oder wann die EV erlassen wurde, 250.000€ je Fahrt zahlen müssten! Klar, für Goldman Sachs und Google eine Kleinigkeit, aber es würde mich trotzdem mit Genugtuung erfüllen, die Staatskasse mal derart gefüllt zu sehen. Das sind bei 4 Fahrten 1Mio, bei 400 Fahrten 100Mio, bei 4000 Fahrten 1Mrd….. 🙂

  12. Oni sagt:

    @sam Macht uber das gleiche wie Taxis? Nein, die Autos stehen nicht an Haltestellen und laden keine Winkenden ein. Sie machen das gleiche wie Mietwagenfirmen und da gibt es einige, die billiger als Taxis sind. Völlig legal, weil die FahrerInnen eben einen Personenbeförderungsschein haben und die Firma entsprechende Versicherungen. Könnte uber auch so machen, machen sie mit uber black sogar, lohnt sich für sie eben nicht genug.

  13. Sash sagt:

    @Oni:
    Ja eben. Und abgesehen von den sicher existierenden kleinen regionalen Rangeleien hat niemand ein Problem mit Mietwagen. Unser größter Branchenverband, der BZP, vertritt Taxis und Mietwagen, so what …

    @westernworld:
    Sicher, immer wenn Unternehmen sich um das Wohl der Kunden sorgen, kann man argumentieren, dass es ja eigentlich nur ums Geld geht. Das ist immer ein Teilaspekt. Aber tatsächlich fordert das Taxigewerbe seit Jahren, dass es bessere Unterstützung gegen die schwarzen Schafe in den eigenen Reihen bekommt.
    Selbstfahrende Autos sind irgendwann in Zukunft vermutlich das Ende der Branche – und natürlich will Uber da mitmischen. Haben sie alles schon gesagt. Aber das ist, wie Ennosuke schon schrieb, eine Sache, die noch ein paar Jährchen dauern wird. Was politisch/ethisch/technisch gegen Fahrroboter spricht, werden wir sehen, wenn es um die konkrete Umsetzung geht. Ubers asoziales Marktverhalten und ihre Scheiß-auf-alles-Mentalität sind das derzeitige Problem. Und das nicht nur für die Kunden. Gerade auch für die Uber-Fahrer und irgendwann im Falle von wirklich großem Erfolg auch Taxifahrer.

    @noname:
    In vielen Orten gibt es gut verfügbare Minicars, die günstiger als Taxen sind. Und ja, sie machen mancherorts den Taxen Konkurrenz. Dass das per se neu wäre, ist seit sicher 15 Jahren überholt.

    @Carom:
    Sag ich doch, das ist echt unterhaltsam. 🙂

    @Sam:
    Siehe den Kommentar von Oni: natürlich könnte Uber das versuchen. Das Problem sind nicht die Preise, die dürfen sie als Mietwagenunternehmen frei bestimmen – also auch mit Schnäppchen und Surge-Pricing. Aber sie müssten qualifiziertes Personal einstellen oder nur qualifizierte Unternehmer werben. Und da fehlt ihnen die Masse der Fahrer, das ist das eigentliche Problem.

    @Lim_Dul:
    Danke für den Link. 🙂

    @Wahlberliner:
    Ja, es interessiert sie einfach überhaupt nicht. Das finde ich so langsam auch viel erschreckender als deren Kerngeschäftsidee: die würden im Zweifelsfall ganze Gesellschaften vernichten, so lange es ihnen hilft. Das werden sie mit dieser Branche kaum machen, aber vom Prinzip her wäre es ihnen egal. 0.o
    Die Bußgelder werden sicher geringer ausfallen am Anfang. Aber auch da dürfte Uber schnell neue Rekorde aufstellen – dafür sind sie ja offensichtlich da …

    @Raphael:
    Manchmal überkommt mich das Gefühl, dass denen bei Uber ein lustiges Experiment ein bisschen außer Kontrolle geraten ist. 0.0

  14. elder taxidriver sagt:

    Mit nur leichter Übertreibung könnte man sagen, dass Uber im Wirtschaftsleben das ist was Putin in seinem Bereich ist.
    Besser gesagt: außerhalb seines Bereichs. Also seines Reichs.

  15. Jens Bonn sagt:

    Mietwagen als günstigere Alternative zu Taxis gibt / gab es in Braunschweig schon vor 25 Jahren als ich beim Bund war. Ohne die hätte ich bei minem spärlichen Sold den ÖPNV nehmen müssen um Zug zu kommen und damit mindestens eine Stunde verloren (Feierabend und Zugabfahrt lagen ungüstig nah beieinander. Habe es oft auch nur geschafft weil mich der Wagen zum Hinterausgang gebracht hat).

  16. Thorsten sagt:

    Es gibt halt immer noch dieses „Billig Viel Toll“ gehabe. Dabei vergessen die Leute das Billig eben nicht Preiswert ist. Und genau das ist mit Uber vs. Taxi. Klar ist ein Taxi nicht das billigste, aber bisher bin ich immer damit sicher daheim angekommen, somit war es seinen Preis also Wert. Was halt einfach gar nicht geht: Uber verführt Leute zur Schwarzarbeit, das Risiko wird einzig und alleine auf den Fahrer abgewälzt, und dieser mit hohen Einnahmen gelockt. Das ist super asozial *PUNKT*

    In dem Zusammenhang fand ich übrigens eine Diskussion auf Google+ interessant in der jemand die Mitfahrzentrale mit Uber verglich, und meinte das es ja hier genauso wäre. Wenn ich mich allerdings richtig erinnere verlangt die Mitfahrzentrale eine Vermittlungsgebühr, und legt einen Maximal Preis fest den der Fahrer verlangen darf, es ist nicht kostendeckend oder Gewinnorientiert. Und genau das ist der Punkt, es ist eben nicht „Gewerbe mässig“, liege ich da richtig?

  17. Sash sagt:

    @Thorsten:
    Ja, das Personenbeförderungsgesetz gilt ausschließlich bei „entgeltlichen“ Fahrten. Und die werden gleich mitdefiniert als alles, was die Betriebskosten dieser Fahrt übersteigt. Gleich in §1 PbefG.
    Deswegen sind Mitfahrzentralen vom Prinzip her legal und gleichzeitig auch was ganz anderes wie UberPOP, wo den Fahrern satte Gewinne versprochen werden. Ein weiterer Unterschied ist natürlich noch, wer über das Fahrtziel bestimmt – Kunde oder Fahrer – aber das ist verhältnismäßig ein Nebenkriegsschauplatz in der Debatte.

  18. Wahlberliner sagt:

    @elder taxidriver: Oder als Vergleich nicht Putin, sondern den Imperialismus der USA heranziehen. Unterschied: der läuft subtiler ab, man merkt es hier nicht so, auch weil wir nicht direkt betroffen, bzw. seit dem WW2 zum „Vasallen“ geworden sind 😉

    Aber eigentlich wollte ich noch einen Link posten, den ich gerade gefunden habe – die Überschrift klingt zumindest schon mal vielversprechend:
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/uber-und-das-taxigewerbe-david-der-ein-goliath-ist-1.2112833

  19. elder taxidriver sagt:

    Ja stimmt, Wahlberliner. Ich dachte, ich hätte das nicht gesendet, weil ich dachte , na das geht vielleicht zu weit, aber es dann doch gepostet. Nervöse Finger oder so ..Gut , dass ich kein Polizist bin .

  20. noname sagt:

    Sash, wirklich? Wow, dann verstehe ich aber nicht, was das Problem an Uber ist.

  21. Thorsten sagt:

    @noname:
    Weil es gar nicht so sehr um das billiger geht, es geht viel mehr darum wie Asozial Uber ist. Siehe dazu auch meinen Kommentar oder lies dich hier mal ein. http://gestern-nacht-im-taxi.de/wordpress/2014/09/02/uber-in-deutschland-verboten/#comment-51793

    Wenn Uber hier fuss fassen will, dann gelten die Spielregeln auch von hier. Aber die wollen sie ja gar nicht erfüllen.

  22. SILen(e sagt:

    Die Ankündigung weiterzumachen aus dem Update ist ja wirklich erschreckend, ich glaube mittlerweile echt, dass deren PR/Social Media-Team bei Goebbels oder Bagdhad Bob zur Schule gegangen sein müssen, dieses eklige Beharren darauf, dass die Gesetze die Freiheit der Menschen einschränken würden und dass alle die mit Uber fahren wollen kluge und zukunftsorientierte Menschen sind…

    Uaaah, ich habe selten eine so schmierige Verdrehung der Fakten gelesen, mit Ausnahme der verschiedenen Verteidigungsreden von zu Guttenberg in seiner Plagiatsaffäre.

    Es stimmt, denen ist es wirklich scheißegal welche Gesetze zwischen ihnen und World Domination stehen, sie werden weitermachen.
    Sobald man auch nur einmal einen ihrer gebloggten Texte, darunter besonders die Verteidigung gegen Verbote, gelesen hat wird einem das völlig klar.

  23. taxe 9999 sagt:

    „2 Jahre später das Fiskaltaxameter. Damit werden hoffentlich sowohl der allermiesesten Bezahlung als auch der Schwarzarbeit ein paar Riegel vorgeschoben“

    http://www.lvsh-taxi-mietwagen.de/files/pepesale/content/pdf/Kleine-Anfrage_Antw.pdf

    provokante frage:
    was interessiert’s ob irgendwelche kollegen ihren gewinn versteuern oder nicht?

  24. Sash sagt:

    @noname:
    Thorsten hat es schon umrissen, aber auch hier nochmal direkt: Uber ist ein Problem, weil sie Regeln brechen und mit schierer Marktmacht versuchen, ein schwieriges (und nebenbei notwendiges) Gewerbe zu smashen. Keiner in der Taxibranche hat was gegen Konkurrenz, das haben wir ewig und es klappt – auch für uns.
    Uber scheißt auf alle Regeln, die irgendwie auch nur ein paar Euro kosten könnten, die wir – und die Mietwagen (wie auch Ubers Limousinen übrigens!) – einhalten müssen. Und es geht auch nicht um ominöse Sonderrechte für Taxifahrer, die in Wirklichkeit sehr überschaubar sind. UberPOP lohnt sich z.B. für die Fahrer nur, so lange sie entweder nicht rechnen können oder schwarz arbeiten. Uber verlangt mehr Provision als die Marge im Gewerbe groß ist.
    Es ist schlicht und ergreifend unfair, was sie machen. Nicht, weil sie neu sind und eine App haben – sondern weil sie Schwarzarbeiter akzeptieren und fast schon fördern, weil sie ihre Fahrer mit sittenwidrigen Verträgen ausbeuten (was halt immer noch toll ist, wenn man es mit ALG2 vergleicht oder selbiges sogar nebenher bezieht). Darüber hinaus versuchen sie bewusst, Taxiunternehmen zu zerstören, obwohl die ein wichtiger Teil des ÖPNV sind und nicht nur ein Spielplatz für New-Economy-Hipster. Und all das ausschließlich, um am Ende ein paar Millionen mehr anzuhäufen.
    Ich weiß, manche Leute halten das für legitim – aber die gesellschaftlichen Auswirkungen werden verheerend sein. Und das ganz und gar nicht zum Wohl der Kunden, das verspreche ich.

    @SILen(e:
    Viele nehmen das leider noch nicht wahr. Es ist erschreckend, wie sich manche Menschen mit Gutscheinen, einer 45ct-Flasche Wasser und einem Ladekabel ruhigstellen oder sogar begeistern lassen. Ich schreibe das hier auch längst nicht mehr, weil mich das als Taxifahrer stört und mir persönlich ist es egal, ob mir da ein paar Euro Umsatz verloren gehen könnten. Uber ist wirklich in allen Belangen der Abschaum der Arbeitswelt – und zwar für alle Beteiligten. Das Problem ist, dass das hier eben noch nicht erkennbar ist, weil der Hype alleine am Anfang halt viele positive Auswirkungen hat. Zum Beispiel wie o.g. die motivierten Fahrer.

  25. Sash sagt:

    @taxe 9999:
    Na, das werden wir dann ja sehen … 🙂
    Und denk dran: man muss als Mietwagenanbieter erst einmal ein Netzwerk aufbauen. Sonst verebben die „steuerfreien Boni“ im geringeren Umsatz.

  26. Thorsten sagt:

    Interessant auch an der Stelle der Kommentar bei Heise (der ist eher sehr Vorsichtig, aber durchaus lesenswert): http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-Der-Fortschritt-braucht-Uber-nicht-2309317.html

    Nur mal ein Zitat aus dem Artikel:

    „Dagegen steht das Taxigewerbe: Reguliert, konzessioniert, verknöchert. Aber auch verlässlich: Das Taxi muss die Oma auch bei schlechtem Wetter für ’nen Fünfer zum Arzt um die Ecke fahren. Bei Uber bleibt sie vielleicht im Regen stehen. Es ist nicht ohne Ironie, dass tolle disruptive Geschäftsmodelle wie das von Uber nur so blendend funktionieren, wenn irgendein Trottel (oder der Staat) die Grundversorgung übernimmt.“

  27. Tom Top sagt:

    Die offensichtlichste Gefahr wird seltsamerweise kaum angesprochen.Uber operiert Global! Bisher gibt es in jedem Land dieser Welt, und in den allermeisten Städten, verschiedene und voneinander unabhängige Taxiunternehmer und verschiedene Zentralen.Aber jedes Land hat seine eigenen Zentralen,manche mehr und manche weniger.Uber ist dabei eine abartig mächtige Monopolstelleung aufzubauen,denn sie agieren Global!!!! Wettbewerb wird von Uber immer als Argument angeführt.Monopole sind aber das schädlichste für den Wettbewerb überhaupt, dh.sollten die anderen erst einmal verdrängt sein ,dann kann Uber handeln wie es will, und Preise, Arbeitsbedingungen etc. nach Gutdünken diktieren.Und für die Fahrer sollten sie mal Ärger mit Uber bekommen, gibt es dann kaum noch alternative Unternehmen, für die man arbeiten könnte,d.h sich bloss nicht mit Uber anlegen und immer schön kuschen!!! Uber wird mittelfristig mit einem Wert von bis zu 200 MILLIARDEN Euro bewertet! Das ist es worum es hier geht!! Geld für die Neoliberalen Investoren wie Goldman Sachs,Google etc.zu scheffeln.Der Mindestlohn wird untergraben, Arbeitsrechte werden ausgehöhlt und die Schere zwischen Arm und Reich vergrössert sich zusehends und immer schneller….Brave new world here we come…welcome… und das sehendes Auges!!! Haha,wie dumm sind wir Menschen! Wir Armen verteidigen den Reichtum der Bonzen!!!!

  28. elder taxidriver sagt:

    Frankfurter Allgemeine Zeitung von heute, 3. Sept. 2014:

    ‚Taxi-Schreck Uber lacht über Gerichtsurteil‘

  29. SILen(e sagt:

    @Tom Top
    Es ist kein Zufall, dass Google und Jeff Bezos (Gründer von Amazon) in Uber investieren.
    Google erhofft sich den Mobilitätsmarkt unter den Nagel reißen zu können sobald ihre selbstfahrenden Autos (in ferner Zukunft) einmal bereit sind und Amazon sieht darin einen Transportdienstleister.

    Dann hat man viele kleine automatisch fahrende Autos in der Stadt und die Fahrgäste können schön das Internet nutzen oder können auf dem eingebauten Display im Fahrzeug Werbung für Restaurants oder ähnliches sehen. Dabei sammelt Google natürlich auch weiterhin Daten über die Fahrgäste und außerdem Streetview, alles Aspekte die für Google interessant sind.
    Und im Kofferraum transportiert jedes Uber-Cab ein Paket von einem zentralen Verteiler in das Viertel in das der Fahrgast möchte. Ein Kurierservice für Pakete, das ist der Aspekt den Amazon an Uber interessant findet.

    Da Google in normalen Taxis keine Bildschirme einbauen darf (bzw. der Aufwand zu groß wäre) und auch nicht von allen Taxidienstleistern die Zielorte sämtlicher Fahrgäste mitgeteilt bekommt und Taxis außerdem nur in seltensten Fällen Pakete ausliefern müssen Taxis also sterben damit Google und Amazon gewinnen können.

    Wenn man sieht wie beide Firmen in ihren eigenen Gebieten agieren (bei Google sieht man das spätestens seit Google+, dass Amazon der einzige existierende Versandhandel werden will ist eh klar) ist es kein Zufall, dass Uber mit ähnlicher Aggressivität agiert.

  30. Joern sagt:

    zur Abwechslung mal ein Journalist, der die Uber-Zweiteilung verstanden hat:

    http://www.dwdl.de/meinungen/47441/eine_geschichte_uber_schlechten_journalismus/

  31. noname sagt:

    Hm Sash, sowas habe ich mir schon gedacht. Habe heute morgen im super seriösen Sat 1 Frühstücksfernsehen einen Beitrag dazu gesehen, in dem gesagt wurde, dass der Fahrer 80% und Über 20% kassieren und die Fahrer das nebenbei machen und sich dadurch die Haushaltskasse aufbessern (also mehr oder weniger Schwarzarbeit zugegeben). Aber zumindest der Aspekt mit 80/20 ist doch ok?

  32. Sash sagt:

    @Thorsten:
    Hab ich gesehen. Die Presse scheint’s langsam zu blicken. Wurde auch Zeit …

    @Tom Top:
    Klar. Aber es gibt Wasser und ein iPhone-Kabel! Also siehste, alles ok! -.-

    @Joern:
    Danke! Lese es gleich.

    @noname:
    Prinzipiell ist alles ok, so lange es die Leute zahlen. Aber nur mal als Vergleich: Mein Chef „nimmt“ 55%. Von den 35% mehr kauft der ein Auto für mich, zahlt den Sprit, die Reinigungsmittel, Steuern, Sozialabgaben, eine gewerbliche Versicherung, macht meine Abrechnung und übernimmt alle Reparaturen.
    MyTaxi wird immer noch von vielen Taxifahrern gehasst, weil man dort mehr Aufträge kriegen kann, wenn man deren Provision auf bis zu 15% hochstellen kann, weil das sich nicht rechnet. Obwohl die Löhne der Taxifahrer bundesweit im Schnitt 2 € unter dem angedachten Mindestlohn von 8,50 € liegen, liegt der Gewinn der Unternehmen bei 5 bis 10%.
    Das bedeutet, um es kurz zusammenzufassen: Ubers 20% lohnen sich wirklich nur, wenn man auf Steuern und andere Abgaben verzichtet. Und trotzdem behält Uber sich ja vertraglich vor, dem Fahrer gar nix zu zahlen (!) – das ist ohne Witz so mies, dass man es sich kaum ausdenken kann. Da steckt kein Bisschen „toll“ oder „nett“ oder sonstwas dahinter.

  33. Aada sagt:

    Ich halte und hielt nie sehr viel von Uber. Überhaupt halte ich nicht viel von diversen Neuheiten oder angeblichen Alternativen, die ein ganzes Gewerbe kaputt machen können. Somit bin ich auch nicht gegen dieses Verbot. Wer ein Taxi nicht nutzen möchte und es lieber günstiger haben will, der soll halt m.M.n. auf die guten alten Fahrgemeinschaften zurückgreifen. Da bin ich wohl eher der Taxi-Mensch.

  34. […] ruhig um Uber geworden. Dass gar nix passiert ist, lässt sich allerdings auch nicht sagen. Nach dem deutschlandweiten Verbot, Fahrgäste gegen die gesetzlichen Regelungen zu befördern, hat Uber weitergemacht und in einem […]

  35. […] wurde in Frankfurt die neulich erlassene einstweilige Verfügung gegen Uber, keine Fahrten mit nicht zugelassenen Fahrern und/oder Autos durchzuführen, wieder gekippt. […]

  36. Nebengast sagt:

    Uber: ein unkontrollierter Low-Budget-Sector

    Letztlich kann jede Dienstleistung oder jedes Produkt eingeführt o. hergestellt werden.
    Man muss nur die Qualitätskriterien anpassen (nach unten – nach tief unten … und noch tiefer …).

    – Man kann auch Arsch-Krampen zu Politikern machen (oh, das ist ja bereits erledigt …)
    – oder nicht geschriebene Promotionen ergaunern (oh!, auch das ist bereits erledigt – siehe „geöhlter, blauer Baron“ …
    – oder Beckenbauer zum Budeskanzler machen (Beckerbauer = anerkannter Hinrprotesenträger)
    – oder mit RYAN-Arsch fliegen – – Entschuldigung, RYANAIR heißt dieser Pissnelken-Verein,
    bei dem bald nur noch ein Pilot pro Jahr durchfliegt (bzw. im Cockpit durchschläft … damit es billiger wird – den geplanten Absturz meine
    ich. So verleirt man nur einen Piloten pro Planabsturz …)
    – oder einfach nach Indien umsiedeln …

  37. […] ans Herz gelegt: Der Uber-Uber-Artikel Die UberPop-FAQ Ubergate? Ubergate! Jetzt also UberTaxi … Uber in Deutschland verboten Jetzt neu: UberFAIR? …und einige mehr. Die Texte enthalten eine Menge Links, und man sollte sie […]

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