Sicherheitsteam an Fahrgast: „Rechts alles sicher!“

Sie hat mich nur für eine Kurzstrecke rangewunken und nach dem schon schwierigen Einstieg beim Aussteigen um meine Hilfe gebeten. Was kein Act war. Sie brauchte eine Hand zum Festhalten und nach kurzer Abschätzung der vorliegenden Umstände war ich mir ziemlich sicher, die kleine gehbehinderte Frau notfalls am ausgestreckten Arm tragen zu können.

Hab ich natürlich nicht ausprobiert. Stattdesen hab ich sie einfach nur die 10 Meter bis zur Haustür geleitet und dort auf ihre Bitte hin abgewartet, bis sie diese hinter sich geschlossen hatte. Ohne dafür einen Grund zu haben, hab ich dann tatsächlich wie so ein Bodyguard mal eben rechts und links die Lage gecheckt. OK, war natürlich kein Mensch auf der Straße, es war in Niederschönhausen und nach 20 Uhr. Aber sicher ist sicher. Und die alte Dame hat ihre 50 Cent Trinkgeld damit zumindest gefühlt sichtbar gut angelegt. Ich hab ihren Dank mit einem ehrlichen „Die Minute hab ich immer, gute Frau!“ beantwortet – und nach vielleicht vier Minuten insgesamt war die komplette Tour erledigt.

Für die Kundin war’s offensichtlich eine wirkliche Hilfe – für mich eher ein kurzer Backflash in gleich zwei meiner alten Jobs: Behindertenfahr- und Sicherheitsdienst. Darauf, dass sich das mal in einer Tour ergibt, hätte ich ja keine Wetten abgeschlossen. 😉

7 Kommentare bis “Sicherheitsteam an Fahrgast: „Rechts alles sicher!“”

  1. „Ohne dafür einen Grund zu haben, hab ich dann tatsächlich wie so ein Bodyguard mal eben rechts und links die Lage gecheckt.“

    Tja, einmal antrainiert gewöhnen sich solche Eigenarten immer recht schlecht ab… 😉

  2. Ingmar sagt:

    Demnächst kommt sicher auch mal eine Tour, bei der du Lüftergitter abschleifen musst 😉

  3. Sash sagt:

    @gedankenknick:
    Ach, so antrainiert ist das wirklich nicht. 😉

    @Ingmar:
    Ich warte mit ausgesprochener Vorfreude drauf. Wobei ich darauf bestehe, sie trockenzupusten. Schleifen müssen andere! 😉

  4. Olga die Peitsche sagt:

    und selbstverständlich hast Du das lässige Bodyguard-Hin-und-her-schauen schon vor vielen vielen Jahren auf einer gewissen Jugendfreizeit perfektioniert. Mit echter Bundestagspolitikerin sogar!

  5. Sash sagt:

    @Olga die Peitsche:
    Ja gut, das eine Mal … 😀

  6. Mickey sagt:

    Zitat Sash: „Ohne dafür einen Grund zu haben, hab ich dann tatsächlich wie so ein Bodyguard mal eben rechts und links die Lage gecheckt. OK, war natürlich kein Mensch auf der Straße, es war in Niederschönhausen und nach 20 Uhr.“

    Du bist in Niederschönhausen, da werden bereits 19:30 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt. Kein Grund Bodyguard zu spielen. Aber du kommst ja aus Marzahn. Da läuft der Hase anders.

  7. Sash sagt:

    @Mickey:
    Nee, auch nicht wirklich. Also hier vor der Tür ja, weil der Netto erst um 22 Uhr zumacht. Ansonsten ist es aber dasselbe. 😉

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