Kotzen und Katzen (2)

Ich hab mich also vorsichtig auf den Weg gemacht – diese Tour war die Ausnahme aller Ausnahmen und ich wollte die beiden bloß sicher zu Hause wissen. Dass die junge Dame mit dem hässlichen Höschen etwas schief lag, passte mir ganz gut, denn im Falle des Falles –

„Schmusskotzn!“

– genau in diesem Fall … konnte ich einfach die rechte Tür aufstoßen und sie hatte nur noch ein paar Zentimeter zu überwinden. Und es lief prima. Sowohl aus ihr raus als auch die Situation als Ganzes. Das Auto wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen und als ob das nicht alles schon absurd genug gewesen wäre, beklatschte mich der Begleiter und meinte:

„Wahnsinn Mann! Dass Sie das verstanden haben!“

Mit den beiden – das war mir klar – brauchte man kein Drehbuch mehr für eine Komödie. Es folgte das Übliche. Ich hab ihr etwas Küchenrolle gereicht und mich inzwischen wieder völlig entspannt auf meinen Sitz gesetzt. Gab nix zu tun und die Uhr lief weiter …

„Also mit mehr als einem Bonbon gegen den Geschmack kann ich jetzt auch nicht mehr helfen.“

Das nächste Mal mache ich einfach Mittagsschlaf in so einer Situation, das käme sicher auch cool.

„Wo, wo ist mein Ehemann?“

„Der sitzt hinter Dir!“

Und er war ein ganz einfühlsamer. Während sie noch ein wenig rumzitterte und überlegte, ob sie sich auch noch das Frühstück durch den Kopf gehen lässt, lag ihm eher an einer zügigen Weiterfahrt:

„Schatz? Kriegst Du deine Beine ins Auto?“

„WAS? EY, KÜMMER DICH MAL UM MICH!!!“

„Tu ich doch – also kriegst Du deine Beine ins Auto?“

Popcorn! Aber im Ernst: Er kümmerte sich tatsächlich um sie. Auch der zweite Teil soll nicht ohne Cat-Content auskommen, zunächst aber konkretisierte er die Adresse. Wir näherten uns nach dem dreiminütigen Aufenthalt nämlich langsam der zu überquerenden Hauptstraße.

„Wo muss ich dann lang?“

„Einfach rüber. Und dann geradeaus.“

„Wie weit etwa.“

„Ziemlich genau 5 Kilometer.“

Bitte WAS?

Ein Ende war also nicht abzusehen. Prima. Na gut. Ich fuhr weiterhin so langsam wie irgend möglich. Und wie wir wissen, zieht das Dinge in die Länge. Das beste Beispiel dafür ist sicher das bekannte Orgelstück ORGAN²/ASLSP, dessen derzeitige Aufführung in der Sankt-Burchardi-Kirche noch bis ins Jahr 2640 dauern soll. Die beiden Pfeifen auf der Rückbank behielt ich aber besser ein bisschen im Blick, denn ein bisschen früher wollte ich sie dann ja doch loswerden. Und zwar möglichst ohne mein Auto in Mitleidenschaft zu ziehen.

Kommen wir zum Cat-Content (diese Einträge werden Suchmaschinen-Hits! 😉 ) zurück:

Das in Anbetracht der etwas widerlichen Umstände Bemerkenswerte war nämlich, dass sich zwar augenscheinlich keiner der beiden Protagonisten ernsthaft bewegte, die Katze allerdings schon. Das nun wahrscheinlich aufkommende WTF ist berechtigt, aber ich hab auch einen Moment gebraucht, bis ich geschnallt hab, dass die beiden sich mit je einer Hand in ihrem Höschen vergnügten.

Nee, is klar. Wär mir nach dem Kotzen auch als erstes eingefallen!

Ich sag’s mal so: Wenn man 7 € Trinkgeld und einen umgehenden Feierabend dafür bekommt, erträgt man so einiges …

15 Kommentare bis “Kotzen und Katzen (2)”

  1. Dom sagt:

    Orgel. Die beiden Pfeifen auf der Rückbank. Bwaha. War das beabsichtigt? =D

  2. Uwe sagt:

    Das war also mit „kümmer dich um mich“ gemeint 😉

  3. Matthias sagt:

    Sie fummelten, während sie hintereinander?saßen

  4. Aro sagt:

    Wer braucht schon einen Fernseher, wenn er doch ein Taxi hat 😀

  5. Apotheker-Typ sagt:

    @ Matthias
    Na ich denke mal, jede(r) bei sich selber…. 😀 Aber das mit dem ASAP-Orgelstück war mir neu, man lernt nicht aus….

  6. Dicker Mann sagt:

    Sash, es gibt manchmal Kopfkino, das man gar nicht dehen will. Bäääääh!

  7. Tk sagt:

    Naja ,die Küchenrolle war ja schon hinten,also was solls.
    Und zum Thema Kotzen: da gewöhnt man sich ja irgendwann drann und entwickelt Abwehr und Reinigungstechnicken,aber bei mir hat mal einer auf der Rückbank in seine hose gepisst.Habe ich dann erst gemerkt als er nach dem bezahlen vor seiner beleuchteten Haustür stand.Ich sah ihn da so stehn mit seiner im Schritt sehr dunkelblau gefärbten Jeans und dachte nur….och nöö bitte nicht.Die Rücksitzbank war natürlich auch schön nass.Aber Dank Zewa und fensterschaumreiniger in 3 min wieder sauber und 10 min. Später saß auch schon der nächste Fahrgast drauf und hat sich gefreut das es im Auto so gut duftet(schaumreiniger mit Zitronenduft).

  8. ednong sagt:

    Dann kann man ja nur hoffen, dass sie mit der anderen Hand das Geld gereicht haben …

  9. Dicker Mann sagt:

    Ich werde beim nächsten Taxi, das so tolll nach Zitronen duftet, mir so meine Gedanken machen …

  10. Sash sagt:

    @Dom:
    Klar. 🙂

    @Uwe:
    Wer weiß. Klang aber nicht so …

    @Matthias:
    Nein, nebeneinander.

    @Aro:
    Wohl wahr, wohl wahr …

    @Apotheker:
    Nein, beide bei ihr …

    @Dicker Mann:
    Hey, ihr lest hier freiwillig mit! 😀

    @Tk:
    In diesem Fall ist das Auto aber komplett sauber geblieben. Da gab es nix zu reinigen. Glücklicherweise!
    Inkontinente Kunden hatte ich bisher – danke, danke, danke! – noch gar nicht. Leg ich aber auch keinen Wert drauf.

    @ednong:
    Witzigerweise weiß ich, dass es so war – aber es war eh die letzte Tour vorm Händewaschen.

  11. Apotheker-Typ sagt:

    @Sash
    Oh ha, ich hatte es echt so verstanden, dass „sie“ auf dem Beifahrersitz saß, und er rechts auf der Bank dahinter. Aber in der jetzt geklärten Konstellation ist es ja noch heftiger… Da bin ich echt froh, dass ich sowas im Laden noch nicht hatte… 😉

    BtW Händewaschen unterwegs – ich weiß, ich mache schon wieder Werbung in eigener (und meiner Konkurrenten) Sache – „Cotec antibakterielles Handwaschgel“ – reibt man die Hände mit ein, rubelt die Hände aneinander trocken, alles Dreck fällt desinfiziert als Krümel runter. Kein weiteres Händeabtrocknen nötig. Und teuer ist es auch nicht. (Wurde ursprünglich für Jäger und so entwickelt…)

  12. Sash sagt:

    @Apotheker-Typ:
    Was wäre an der anderen Konstellation besser gewesen?
    Und ja: so Desinfektionshilfen sind super praktisch. Ich mag sie persönlich nicht, aber das hat nichts mit Vernunft zu tun …

  13. Apotheker-Typ sagt:

    @Sash
    Naja, wen jeder die Finger bei sich behält… …hättest Du hoffen können, dass „er“ zumindest beim Bezahlen nicht völlig verklebt ist anne Griffeln….

    Aber Masturbation ist halt auch Liebe an und für sich. 😀

    Und zu dem Desinfektionsproblem: Wenn ich wieder mal nen fremdes Blutzucker-Messgerät in die Hände nehmen muss, welches nicht mehr die Grundfarbe hat, sondern eher so braun verkrustet ist, desinfiziere ich mir sehr gern anschließend die Hände… (und meist das Gerät gleich mit dazu.)

  14. Sash sagt:

    @Apotheker-Typ:
    Es ist wohl nicht ganz rübergekommen: BEIDE in IHREM Höschen. Nicht jeweils … zwei Hände, ein Höschen!
    Und Desinfektion: Ja, ich denke, in der Apotheke trifft man halt auch schneller auf Dinge, die sichtbar verkeimt sind. Vielleicht ist zwar eigentlich mein Geldschein gefährlicher, aber er schreckt halt nicht so ab 😉

  15. highwayfloh sagt:

    Hast ja noch Glück gehabt….

    wär der Hammer gewesen, wenn dann hinterher noch moniert worden wäre: „Für das Trinkgeld hätte es aber auch mehr an Service und Kunden- / Kundinnenfreundlichkeit sein können…“ 😉

    Leg Dir lieber gleich mal ne ordentliche Packung an Latexhandschuhen zu … nur so als Vorsorge für den Fall des Falles… 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: