Neues aus der Aussprachenwelt

Berlin. Wahrscheinlich immer noch die Stadt in Deutschland mit den meisten doppelten Straßennamen. Wahrscheinlich auch immer noch die Stadt mit den meisten Straßennamen überhaupt.

Beide Tatsachen sind für uns als Taxifahrer nicht leicht. Ich bin als Schwabe nun wirklich nicht der Mensch, der andere wegen unsauber ausgesprochenen Straßennamen verurteilt. Während der Arbeit allerdings könnte ich manchmal durchdrehen. Es mag ja für den durchschnittlichen bayrischen Dorfbewohner komisch klingen, aber es existieren in Berlin tatsächlich die Husemannstraße und die Hosemannstraße. Und wenn ich zweimal nachfrage, dann tue ich das, um den Kunden Kosten zu ersparen.

Heute allerdings wusste ich mit dem Straßennamen gar nichts anzufangen:

„Bossdem-Straße!“

Auf meine Nachfrage hin bekam ich gesagt:

„Boss. Temm. Straße!“

Da werden die Berliner Kollegen jetzt wohl auch dumm aus der Wäsche gucken. Mit einem Hinweis habe ich es dann allerdings gefunden. Und dabei handelte es sich um eine Querstraße:

„Buhlen-Straße!“

Na, wo sind die erfahrenen Köpfe des Gewerbes? Lasst es in den Kommentaren krachen!

11 Kommentare bis “Neues aus der Aussprachenwelt”

  1. Chris sagt:

    ich kaufe ein „p“ und möchte lösen 🙂

  2. Klaus sagt:

    Wenn man aus der Buhlenstraße eine Mühlenstraße macht, ignoriert, dass die Bossestraße gar nicht an ihr, sondern an ihrer Verlängerung liegt und das Ganze nicht weit vom Ostbahnhof entfernt ist…weiß ich immer noch nicht wohin mit dem …Temm

  3. Nicolas sagt:

    Sonnenklar: Potsdamer Straße

  4. Nicolas sagt:

    Ecke Bülow

  5. Klaus sagt:

    @Nicolas
    Klar, hätte ich seber drauf kommen können. 🙂

  6. SaltyCat sagt:

    war das einer von Torstens Amis? Das „klingt“ bei ihm im Blog auch immer so …

  7. Sash sagt:

    @Chris und Nicolas:
    Ihr seid auch von der ganz schnellen Sorte, was? 😀 Potsdamer – und auch Bülow – war richtig!

    @Klaus:
    Die Bossestraße ist mir auch gleich in den Sinn gekommen, aber ich bin froh, dass ich noch mal nachgehakt habe…

    @SaltyCat:
    Nee, nicht ganz 🙂
    Er kam anscheinend irgendwo aus dem Balkangebiet. Wirklich versaut wurde die Sprache aber bestimmt bei seinen 5 Jahren in Wien – so man seiner Geschichte Glauben schenken darf. War übrigens eine sehr nette Fahrt mit fettem Trinkgeld!

  8. stueckl sagt:

    *hrmpf* also das mit Wien kann ich jetzt als Österreicher (wenn auch Grazer) nicht so stehn lassen …

    Widerspruch … Weana rein zwoa sötsoum, oba troutzdeim …

  9. Sash sagt:

    @stueckl:
    In Kombination mit unzureichendem Deutsch und einer ganz anderen Sprache im Hintergrund kann das aber schnell ein wenig mehr als seltsam sein 😉

  10. Bernd sagt:

    Aussprachedifferenzen können sogar gesundheitsschädlich sein: Als ich einen älteren Herrn aus Bayern zum Hbf fuhr und ich ihm „Sechseneunzich“ ansagte, hörte ich von hinten ein Atemgeräusch ähnlich dem bei einem Herzinfarkt. Dabei fand ich 6,90 € eigentlich korrekt!

  11. Sash sagt:

    @Bernd:
    Es ist komisch, beim Fahrpreis hab ich es mir angewöhnt, sehr korrekt zu sprechen. Auch ohne einen konkreten Anlass sag ich meist wirklich: „So, dann wären wir bei sechs Euro und neunzig Cent.“ – wobei ich diesen Preis seit Ewigkeiten nicht mehr genannt habe 🙂

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