Verplantheit für 3 €! Höre ich 5? Für 5 €…

Wow!

Der Tag lief super! Offensichtlich – wie immer – nicht für alle Kollegen, aber ich bin doch ganz zufrieden. Allerdings habe ich keine ganze Schicht gemacht, sodass im Endergebnis keine Rekorde zu vermelden sind. Naja, eine Fahrt wollte ich noch erwähnen:

Ich hatte eine von mehreren schönen Touren hinter mir. Vom Ostbahnhof (wo ich keine 5 Minuten warten musste) nach Hohenschönhausen. Neu-Hohenschönhausen. Auf dem Rückweg sprangen mir zwei eher mäßig sympathische stark alkoholisierte Typen vors Auto. Prollig, aber immerhin anständig:

„Rauchen darf ick bei dir nich, wa? Naja, is ja keen Problem…“

Der eine wollte gleich heim, der andere plante noch, in eine mir nicht unbekannte Lokalität in Friedrichshain einzukehren. Na gut, das werden auch nochmal gute 15 €…

Die Fahrt verlief problemlos und unspektakulär, und der Kumpel war bald heil zu Hause. Daraufhin zückte der verbliebene Fahrgast sein Portemonnaie und meinte nach der Bitte um Licht, er würde gerne nachsehen, wie viel Geld er noch beihat. Kein Problem, und während er die Scheine zählte, habe ich gesehen, dass er zumindest fürs Taxi genug dabei hatte (55 € hab ich gesehen…).

„Fahr mal da vorne links, ich hol kurz bei mir zu Hause noch Geld…“

Na gut, warum nicht? Was weiss ich, was er noch vorhat. Bei seiner Adresse angekommen, habe ich – vielleicht blöd, aber ich verlass mich da auf mein Gefühl – beschlossen, ihn ohne Pfand gehen zu lassen. Er hat es erfreut zur Kenntnis genommen und ich war mir sicher, dass er wieder aufkreuzt. Mein Schichtziel hatte ich schon übererfüllt, und die 8 € Fehlfahrt hätte ich überlebt. 8,20 € waren es also, die auf dem Taxameter standen…

Ich bin ausgestiegen und hab eine geraucht. Dann hab ich mir die Küchenrolle geschnappt und ein zwei Fettflecken an der Scheibe weggewischt. Die Uhr lief munter drauf los, und irgendwann stand er dann mit einem Fünfziger vor mir und fragt mich, ob ich seine „Potte“ hätte.

„Wie bitte? Sie meinen ihr Portemonnaie? Nein, das haben sie mitgenommen, nachdem ich gesagt hatte, ich brauche keinen Ausweis.“

Die Uhr stand bei 10,80 €.

Er war etwas verunsichert und beschloss, noch einmal hochzugehen. Ich hatte das Gefühl, er traut mir nicht. Sicherheitshalber habe ich mein Geld etwas besser versteckt als sonst und mir als plausible Ausrede zurechtgelegt, dass ich wohl kaum noch hier stehen würde, wenn ich seinen Geldbeutel geklaut hätte. Aber ruhig Blut!

Er kam dann tatsächlich mit Portemonnaie wieder runter und fragte:

„Was krissn von mir?“

„Wie, bleiben sie jetzt doch hier?“

„Ja, ick bleib zuhause…“

„Ja, dann sind das… warten sie: 13,20 €!“

Er hat mir 14 gegeben und mir eine gute Nacht gewünscht. Als er angefangen hat, seine Nachbarn durch lautes Rufen zu beleidigen (weil sie zu laut seien), habe ich beschlossen, dass es das auch für mich war. Aber so dämlich hat noch keiner 5 € für Wartezeit verprasst. Jedes Mal als er bei mir war, hatte er genug Geld, die Fahrt zu bezahlen… absurd!

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4 Kommentare bis “Verplantheit für 3 €! Höre ich 5? Für 5 €…”

  1. Aro sagt:

    Gut für den Kilometerschnitt 🙂

  2. Sash sagt:

    @Aro:
    Ja, da kann ich mich nicht beschweren. Hatte 164 € auf 140 km – und da ist eine Leerfahrt von Mahlsdorf in die Stadt und eine von Köpenick aus schon mit drin…

  3. Jo sagt:

    Böse 😀

    Hätte aber auch ich sein können *pfeif*

  4. Sash sagt:

    @Jo:
    Natürlich kann sowas passieren, aber absurd ist es einfach…

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