Wat eine Woche…

Mal wieder richtig reinrocken wollte ich diese Woche. Mal wieder ein bisschen Geld verdienen. Und was ist dabei rausgekommen? Ich glaube, die mit Abstand mieseste Woche, seit ich überhaupt Taxi fahre. Und wenn es mal halbwegs lief, dann kam irgendwas anderes dazwischen.

Highlight gestern war die Aufgabe des rechten Frontscheinwerfers in Kombination mit der Tatsache, dass ich niemanden auftreiben konnte, der die Dinger schon mal ausgetauscht hat. Der Zafira gehört zu jenen Autos, bei denen man über den Radkasten an die Lichter muss – offensichtlich in der Absicht, jedes Mal bei einem Aufenthalt in der Vertragswerkstatt ein bisschen Geld zu generieren.

Naja, ein Fahrgast hat gemeint, es gäbe sogar Kisten, bei denen man die Stoßstange abmachen müsste… man sieht also: Schlimmer geht immer!

Deswegen will ich mal gar lange weitermeckern, sondern mich auf die nächste Woche freuen 🙂

Größer und böser

Das Internet hatte vergangene Nacht Ausgang, und so kam es, dass sich eine lustige Vierertruppe etwas später als geplant und genauso verplant wie geplant durch die Berliner Nacht bewegt hat. Nach einer wohl nicht ganz unproblematischen Anreise über 7 (!) Stunden schlug Torsten vom Taxi-Blog in der Hauptstadt auf.

Als Taxifahrer für die Taxifahrer hielt Jo von randomjo.net sich inklusive Begleitung bereit. Als ich den Anruf bekam, ich möge Regenschutz einplanen, stand ich in kurzen Hosen erwartungsfreudig kurz vor dem Gehen in meinem Zimmer und beschloss, meinen angewandten Optimismus beizubehalten.

Der dunkle Citroen lud mich vor der Haustüre ein, und so kam es, dass die beiden Taxiblogger Sash und Torsten sich standesgemäß im Fond eines Wagens mit eigens engagiertem Fahrer kennenlernten.

„Größer und böser“ hätte er sich mich vorgestellt, gestand Torsten mir, der Verlauf des Abends ließ allerdings kein größeres Verlangen nach Boshaftigkeit von seiner Seite aus erkennen.

Für großes Sightseeing hatten wir keine Zeit, galt es doch, die Nacht zu nutzen, um sich bei gemeinsamer Pegelerhöhung ein bisschen kennenzulernen und Spaß zu haben. Zunächst wollte Torsten als treuer Blogleser den Ostbahnhof sehen, was der Rest der Mannschaft gleich zu Tabakkäufen nutzte. Drogenmäßig völlig unvorbildlich bestand die Runde ausschließlich aus Rauchern und Trinkern.

Insbesondere beim ersten Zwischenstopp im Billard-House war das von Vorteil, da die Luft im Raucherbereich definitiv keine Möglichkeit bot, Nicht-Tabakabhängigen irgendwie lebenswichtige Elemente zukommen zu lassen. Möglicherweise hätte ich vor dem Einatmen auch kauen müssen – der nächste Versuch wird es irgendwann mal zeigen.

Die Teamverteilung fürs Billard war einfach: Taxifahrer gegen den Rest.

Trotz anfänglicher Euphorie ist es bis zum Ende zwar nicht wirklich zu dem gekommen, was gemeinhin Billard genannt wird, aber nachdem wir die tatsächlich erreichte Anzahl von 1,6 zu 1,9 gewonnenen Spiele auf 2 zu 2 aufgerundet haben, haben wir beschlossen, das Experiment zu beenden, weil wir uns nicht schon so früh am Abend um den Sieg kloppen wollten.

Im strömenden Regen unter einen kleinen Schirm gequetscht (jaja, bisweilen gab es auch unter dem Schirm Regen) vernichteten wir die restlichen Biere und sind irgendwie auf die Idee gekommen, uns ein paar Witze zu erzählen. Klingt komisch, ist aber so.

Das nächste Ziel war das „Point of no Return“, nicht ohne Torsten noch zu zeigen, dass es in Berlin allerlei kuriose Geschäftsideen gibt. Genauer genommen die „Fahrschule und Weinhandlung“.

Die anschließende Entdeckung, dass es „Long Island Iced Tea“ auch in Kübeln zu erwerben gibt, hat den weiteren Abendverlauf spürbar beeinflusst. Nach kurzer Zeit am Tresen okkupierten wir eine eigentlich besetzte Sitzecke, was immerhin im Laufe des Abends Grund genug bot, sich auch mit Außenstehenden zu unterhalten. Nicht, dass ich noch etwas über den Inhalt berichten könnte, aber nett ist es ja trotzdem. Das Fehlen von Hämatomen kann indirekt auch als Bestätigung angesehen werden, dass wir weder jemanden verärgert, noch den Laden auf unübliche Weise verlassen haben.

Ich musste Torsten leider bestätigen, dass der Taxischein in Berlin nicht mal einfach so schnell zu machen ist. Zumal sich solch eine Entscheidung wahrscheinlich besser nicht aufgrund der Preise für Long Island Iced Tea treffen lässt 😉

Der Spruch des Abends geht (trotz Unwissen über alle Sprüche) an Torsten, der nach einer Viertelstunde vom Klo kam mit dem legendären Satz:

„Da war es so dunkel, ich musste mein iPhone als Lampe verwenden. Da hab ich gleich mal gebloggt.“

Nachdem unser Fahrer uns letztlich doch verlassen hat, die schläfrige Begleitung anbei, sind wir aus bisher völlig ungeklärten Gründen nach Erreichen des Spitzenpegels kurz ins „Franken“ gewechselt, wo wir noch ein (oder zwei?) Bier zum Abschluss getrunken haben.

Die anschließende Heimfahrt mit dem Taxi fiel dann unter die Rubrik Geldverschwendung. Warum auch immer ich Torsten noch bis zum Hotel begleitet habe, weiss ich nicht. Gefunden hätte der Fahrer es. Dass er uns nicht unbedingt glauben wollte, dass wir auch Taxi fahren, kann ich im Nachhinein besser verstehen als gestern Abend noch. Ob es jetzt angemessen war, mit unserer Prominenz zu prahlen, muss wohl jeder für sich entscheiden. Tatsache war, dass mir der Fahrer zuletzt etwas seltsam vorkam (obwohl er immerhin gesprächig war und abgesehen von einer etwas herausgezögerten Wende am Ende auch ordentlich gefahren ist). Es mag unfair gewesen sein, aber dass er sich am Ende beschwert hat, dass ich nicht doch wie angekündigt noch nach Marzahn fahre, bestätigt mich. Zwar wären das nochmal rund 20 € gewesen, aber immerhin hatten wir auch bisher schon über 20 zusammen. Von kurzer Tour kann also keine Rede sein.

Mein Heimweg fiel dann unspektakulär aus, ich hatte einen sehr sehr netten Kollegen, der sich sichtlich gefreut hat über die lange Tour zum Schichtbeginn.

Wie ich nun morgens noch an die Ravioli gelangt bin, die ich dann gegessen habe, entzieht sich meiner Kenntnis, aber im Grunde lief alles gut.

Und was ich in einer ganzen Nacht voller gefährlicher Bewegungen in bedenklichem Zustand nicht geschafft habe, das ist mir dann vorhin gelungen: Ich hab meine Kamera trotz wiedererlangtem Vollbesitz meiner Kräfte auf den Boden geworfen und nun ist sie kaputt. Schön, dass das nicht als Fazit des sehr netten Abends herhalten muss.

Die Artikel zum Abend:

Die Zusammenfassung von Jo

Die kurzen Unterwegsmeldungen von Torsten:

Berlin

Berühmte Stätten

Team Taxi

Äh…

Frühstück?

Auf weitere Lebenszeichen von ihm warte ich noch 😉

Umsatz-Posing!!!

Boah ist mir gerade nach Angeben zumute!

Mein Umsatz heute war kein freuenswerter Weltuntergang, aber dank der Kürze der Schicht fantastisch. Bisweilen findet man ja in alten Lexika unter dem Stichwort „lethargisch“  Kinderfotos von mir. Ich hab mich gestern Abend nicht so recht aufraffen wollen, und die etwas ausufernde Erstellung wie der anschließende Verzehr von gefüllten Paprika mit Ozie zusammen (also ich hab sie nicht zusammen verzehrt, nicht falsch verstehen bitte!) hat dann unter vielen anderen Punkten dafür gesorgt, dass ich mich irgendwie schon wohl gefühlt habe dabei, die Schicht heute Nacht in den neuen Monat zu verlegen. Rechnerisch. Gehaltsmäßig.

Also mit anderen Worten: Ich bin erst kurz nach 0 Uhr losgefahren. Grundsätzlich ist das nur die konsequenteste Umsetzung meiner Ansicht zu Wochenendschichten:

Die besten Stunden sind die zwischen 2 und 6 Uhr. Was ich vor 0 Uhr hab, ist mir völlig egal!

Natürlich macht man die Hammerschichten nur, wenn man bis 0 Uhr vielleicht schon einen Hunni zusammen hat. Aber bis 7 Uhr 200 € Umsatz zu machen ist drin, auch wenn man für den ersten Hunni bis 3 Uhr braucht.

Aber wenn man erst um 0 Uhr startet… naja. Hundert wollte ich zwingend, 150 war ein netter Traum.

Nach exakt 5 Stunden und 40 Minuten Arbeitszeit hatte ich 204 € zusammen! Ich habe leider keine entsprechenden Daten, aber ich könnte nicht versprechen, dass es an Silvester schneller ging. Trotz längerer Touren ist der Kilometerschnitt fantastisch und ich hab einen verdammt guten Start in den Monat.

Wie gut tut da der freie Tag, den ich jetzt habe – der aber rechnerisch genau dieser Schicht zuzuordnen ist!

Ach ja: Der Nachteil ist natürlich, dass dadurch der letzte Monat recht armselig ist. Scheiß drauf! 😉

Null Minuten!

Das mit dem Taxiartikel ist heute morgen nichts mehr geworden, sorry dafür! Ich war ziemlich müde und hatte einfach keine Lust mehr. An der Arbeit lag das hingegen sicher nicht, denn es war eine fantastische Schicht. Naja, nennen wir es mal „Halbschicht“.

Ich hab wie wahrscheinlich 90% der Bevölkerung hier das Spiel noch angeschaut, wenig begeistert, aber tapfer bis zum Schluss. Dann hab ich mich danach zum Autochen geschleppt, um ein paar Feierwütige durch die Nacht zu kutschieren. Das Konzept ist prima aufgegangen, ich hab in 5 Stunden einen ansehnlichen Umsatz von 135 € eingefahren. Das wirklich fantastische an der Geschichte allerdings ist, dass ich in diesen 5 Stunden eine Wartezeit von exakt 0 Minuten hatte. Ich hab die ersten neun Touren allesamt als Winker unterwegs bekommen, und als ich zu guter Letzt einmal ans Matrix rangefahren bin, hat meine Kundschaft mich – als ersten Großraumwagen – auch noch abgewunken, bevor ich zum Stehen gekommen bin. Das ist definitiv eine Premiere und im Grunde ein Gefühl wie Silvester. Die Tatsache, dass der Umsatz nicht völlig gigantisch war, ist der Tatsache geschuldet, dass ich meist etwas längere Fahrten hatte, bei denen ich teilweise recht lange Leerfahrten zurück in die City hatte, wo mir dann die nächsten Winker reingesprungen sind. Aber ganz ehrlich: So macht das Arbeiten Spaß!

Endlich schuldenfrei!

Nun ja, das ist ein bisschen sowas wie eine Bild-Überschrift. Weder bin ich komplett schuldenfrei, noch hat das irgendwas mit dem aktuellen Datum zu tun. Aber ein kleiner wahrer Kern steckt dann doch dahinter. Denn je nach Zählweise kann ich nun gesichert behaupten, dass ich meinen Chefs gegenüber schuldenfrei bin!

Denn wie in jedem Gewerbe gibt es auch im Taxigeschäft nichts wirklich umsonst. Die Ausbildung / Taxischule, wie immer man es nennen will, kostet natürlich auch. Zumindest irgendein Mensch muss den Wahnwitz besitzen, fragwürdigen Randexistenzen wie mir den Prüfungsstoff einzutrichtern. Dass man sich das bezahlen lässt, halte ich nur für fair.

Wie oft erzählt habe ich diesen Lehrgang direkt bei meinem Chef in der Firma besucht und bin letztlich auch deswegen genau bei ihm. Sogar bei uns in der Firma kostet der Lehrgang, und zwar Pi mal Daumen runde 600 €. Das klingt erstmal rabiat, zumal da ja die Prüfungsgebühren und / oder ärztliche Gutachten gar nicht mit drin sind. Aber man muss das ja gar nicht zahlen. Der Deal bei uns in der Firma ist, dass man das Geld dem Unternehmen schuldet, es sich aber mit jedem Arbeitsmonat verringert, bis es nach 18 Monaten dann endgültig weg ist.

Tja, und diesen Zeitpunkt habe ich je nach Zählweise irgendwann in den letzten 30 Tagen erreicht.

Damit ändert sich für mich nichts, die einzige Freiheit, die ich damit mehr hätte, wäre kostenfrei meinen Arbeitgeber zu wechseln – wofür ich bisher keinen Grund gefunden hätte.

Aber wenn man so dran denkt, dann fühlt es sich schon gut an 🙂

Feels good to be back!

Ich fand die Schaltung hakelig!

Anderthalb Wochen nicht im Taxi gesessen. Das ist nicht gut! Und an solchen Details merkt man es dann…

Ich bin wieder weitestgehend fit und hab meine erste Schicht hinter mir. Und anders als damals nach all den Ferien in der Schule hat es sich heute richtig gut angefühlt, wieder da zu sein. Und ich muss anmerken, dass ich fast immer gerne zur Schule bin. Aber Montags um 8 Uhr nach den Pfingstferien 2 Stunden Mathe ist einfach nicht so geil wie Abends ab 20 Uhr ein paar Stunden Wochenendschicht im Taxi in Berlin nach einem gewonnenen Verfahren und einer Woche Krankheit 🙂

Mein Tagesrhytmus ist – nicht zuletzt dank Vodafone – immer noch ein wenig verschoben, deswegen war es keine 10- oder 11-Stunden-Schicht, sondern nur eine verhaltene 8-Stunden-Schnupperphase. 8 Stunden purer Wahnsinn in Kommunikationsform. Intelligenzbremsen und Sympathiekracher, Schwanzmädchen (Hey, nicht meine Wortwahl) und Iren in Kilts. Intelligenzverweigerer und depressive alte Menschen… als ob man die Kelle tief in den Topf mit der Aufschrift „Randexistenzen“ tunkt, und unbesehen den Inhalt zu sich nimmt.

Es hat nur auf 15 Fahrten gereicht, aber mit etwas Geschick kriege ich wahrscheinlich Blogeinträge für eine Woche daraus extrahiert. Tut mir leid, dass dies noch nicht der erste von diesen ist, aber ich wollte zuerst mal verkünden, dass ich jetzt wieder da bin. Und glücklich!

Schönes Wochenende euch allen!

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Beweisfoto

Towel-Day im Taxi, Quelle: Sash

Towel-Day im Taxi, Quelle: Sash

Nur falls mir jemand nicht glauben sollte, dass ich gestern mein Handtuch dabei hatte 😉