Vampirgedanken

Da ich heute ja hier bei GNIT nicht gerade mit viel Text um mich geschmissen habe und dennoch ein entscheidender Tag des Jahres ist, wollte ich kurz auf meinen neuen Eintrag in meinem privaten Blog hinweisen, in dem ich einmal mehr Stellung zu meinem Nachtleben in Anbetracht des längsten Tages des Jahres nehme:

Die Erleichterung des Vampirs

Hat nämlich auch viel mit der Arbeit zu tun.

Alles richtig gemacht …

Eine sonderlich nette Begrüßung war es nicht wirklich. Eine Frau in meinem Alter fiel neben ihrer Freundin ins Auto und polterte gleich los:

„Puh, dieser Neuwagengeruch! Da wird mir immer voll übel von!“

Noch einmal zum Mitdenken: Neu. Wagen. Geruch. 😀

Umgehend nach dieser Tour hab ich den Kilometerstand festgehalten:

Sagen wir 18.000€? Er ist quasi neu! Riechen sie mal! Quelle: Sash

 Dazu sollte man anmerken, dass es sauberere Autos als die 1925 gibt und sowohl mein Tagfahrer als auch ich rauchen. Nicht im Auto, aber doch in der Nähe. Wir verwenden keine Wunderbäumchen oder ähnliche Raumdeos, die Kiste ist zigfach vollgekotzt worden, jeden Tag sitzen da 10 bis 50 Personen unterschiedlicher Ausdünstungsgrade drin und auch wenn ich damit ein Geheimnis verrate: Auch wir Taxifahrer müssen mal einen fahren lassen.

Aber klar, Neuwagengeruch! Da scheint die Mischung ja genau gepasst zu haben.

Und die Dame hat auch nichts daran geändert, da ich fortan mit offenem Fenster sehr behutsam gefahren bin 😉

Sash im Radio

Ich wollte nochmal daran erinnern, dass ich an diesem Samstag bei DRadio Wissen eine Stunde lang über GNIT, meine Arbeit und mich quasseln werde. Da eine Stunde lang ist und ich sicher nicht alle meine Touren erzählen will, sind sowohl ich als auch der Moderator Konstantin Zurawski froh über Ideen. Also seid so lieb und postet Fragen oder interessante Ideen in den Kommentaren. Ich kann natürlich nicht unbedingt versprechen, dass es drankommt, aber bevor ich aus Verzweiflung Wikipedia-Artikel über die Lebkuchenproduktion in Somalia zitiere, widme ich mich doch gerne irgendwelche Nachfragen. Müssen auch keine Taxi-Fragen sein, da werd ich ohnehin auch im Studio auf die FAQ bei GNIT verweisen 😉

Der ganze Spaß mit einem aller Voraussicht nach tödlich übermüdeten Sash gibt es

am Samstag, dem 9.6.2012
(das ist dieser, der kommende, morgen!)
11.00 Uhr bis 12.00 Uhr
bei DRadio WIssen

Hier die Seite zum Beitrag, da gibt es die Sendung wohl anschließend auch zum Nachhören.

Ich bin selbst gespannt, auch nervös natürlich und freue mich trotzdem, wenn ein paar Leute zuhören!

Und stellt euch mal vor, wie geil das ist, wenn ihr schlaftrunken und extra früh aufgestanden der Sendung zuhört und euch bei jedem Stottern von mir denken könnt:

„Jaja, hab ich’s gut, dass ich jetzt nicht da sitze …“

😉

Taxi-Talk im Radio

So, nun ist es offiziell: Für den meiner Stimme wegen ausgefallenen Online-Talk bei DRadio Wissen gibt es Ersatz. Und zwar diesen Samstag:

9.6.2012, 11 – 12 Uhr
DRadio Wissen

Der Termin ist zwar schwierig – ich müsste da eigentlich schon, ihr noch im Bett sein – aber vielleicht findet sich ja doch jemand, der mir gerne beim Reden übers Taxifahren und Bloggen zuhört. Und Konstantin Zurawski, mein Gesprächspartner in der Sendung, schrieb weiter:

Achso, wenn du Lust hast, kannst du die Sendung ja bei dir im Blog oder wo auch immer ankündigen und deine Follower ermuntern Fragen zu stellen, die wir am Samstag besprechen sollen…

Insofern: Ermunter! 🙂

1925 – ein Popstar?

Leute, Bloggen ist eine geile Sache!

Gestern hatten wir eine Betriebsversammlung bei meinen Chefs. Da ist ein bisschen über Interna gequatscht worden und wie das bei Interna so ist, bleiben die auch intern. Es war jedenfalls ein netter Termin mit „anschließender Erstinbetriebnahme des Firmengrills“, wie eine SMS aus dem Hauptquartier zuvor verkündet hat.

Nun sind Details aus dem Firmeninneren kein Blogthema und auch das Grillen selbst war zwar eine schöne Sache und ich freue mich, für eine Firma zu arbeiten, in der sowas mal gemacht wird – aber der Grund für diesen Artikel ist ein anderer:

Mein hochgeschätzter Tagfahrer – das ist der Mensch, der mit der 1925 so viel Umsatz einfährt, dass es mir nicht übel genommen wird, wenn ich wenig Geld einfahre – trat grinsend an mich heran und erzählte mir, dass unser Auto ja nun offenbar „wejen dem, wat du so in’n Internet schreiben tust“ eine Berühmtheit sei. Er erzählte mir von Kollegen und Passanten, die in anquatschen würden, dass sie es toll fänden, nun mal die 1925 zu sehen, hinter ihr zu stehen usw. Einer kam anscheinend sogar an und fragte kess, wo denn nun die aktuelle Beule sei.

Leute, das ist irre! 😀

Mein Tagfahrer nimmt es mit Humor und mich freut das ungemein. Ebenso natürlich, dass sich Leute tatsächlich solche Kleinigkeiten wie unsere Konzessionsnummer merken. Und es ist irgendwie komisch, ein Taxi zu einer Bekanntheit gemacht zu haben, das eigentlich für sich gesehen nichts besonderes ist. Ich gebe zu, mich darauf zu freuen, wenn mir erstmals wer ein Foto des Autos zusendet, ohne dass ich ihn kenne und ich freue mich darauf, wenn ihr alle Kondolenzkarten an meine Chefs schreibt, wenn die 1925 irgendwann mal in die ewigen Parkplätze eingeht. Nebenbei möchte ich aber noch eines sagen:

Nervt meinen Kollegen bitte nicht unnötig! Ja, er nimmt das gerade wirklich mit Humor und ich hoffe, es bleibt so. Aber er hat mit GNIT wirklich nichts zu tun und kann quasi nichts dafür, dass er das Auto mit mir teilt. Er ist wirklich ein netter Kerl, ich schätze ihn als Kollegen sehr, also bitte sorgt nicht dafür, dass er es umgekehrt bereut. OK?

Eigentlich weiß ich ja, dass ihr das beherzigt!

Nun aber noch mein Lieblingsfoto unseres Sternchens:

Die gute alte 1925 – hier noch ohne Dachwerbung. Quelle: Sash

Im Übrigen werden wir diese Woche noch die 340.000 km schaffen. Nur noch 44.600 km bis zum Mond!

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Voll im Arsch!

Nein, ganz so „ungewählt“ (blödes Wort, ich hab mir den „Arsch“ gründlich überlegt und mit Bedacht gewählt!) hat sich mein Fahrgast nicht ausgedrückt. Nachdem er seine Krücke und eine Aktentasche auf die Rückbank gelegt hatte, setzte er sich auf den Beifahrersitz und fiel in sich zusammen.

Ein älterer Herr mit ergrautem Schnauzbart und sich abzeichnender Halbglatze, gekleidet in Jeans und ein nicht billig wirkendes Sakko in einem edlen Braun, das sich gekonnt zwischen Kackbraun und Nazibraun eine Bresche schlug und in dieser einfach nach Lehrerklamotten aussah. Seine Stimme war nur leise und unter dem mannigfaltigen Klappern meines Autos hatte ich mitunter Schwierigkeiten, ihn zu verstehen.

Aber er gab mir einen Stadtteil im hohen Norden Berlins vor, bei dem nicht nur die Richtung umgehend klar war, nein auch der Preis für die Fahrt war damit schon locker auf das zweieinhalbfache bis dreifache der Durchschnittstour festgelegt. Wahnsinns-Schichtbeginn!
Die müden Augen eigentlich nie zu mir wendend, immer auf die Straße gerichtet, erzählte er mir mit der Zeit, dass er seit morgens um 5 Uhr unterwegs sei, die Inspektion einer Baustelle weit außerhalb der Stadt habe ihn den ganzen Tag beschäftigt. Mit der Zeit kam auch noch heraus, dass er ja eigentlich krankgeschrieben sei, aber – so sei das nunmal! – sonst würde es halt ein anderer machen. Wäre jetzt der achte Tag gewesen, nun hätte er frei. Also falls nicht noch ein Anruf kommt.

Mich interessierte vor allem aber, was er eigentlich machte. Inspektionen? Kann ja viel sein: Bauaufsicht, Gesundheitsamt, Zoll … keine Ahnung, was auf Baustellen nicht alles inspiziert werden könnte und was für ein vielleicht spannender Beruf dahintersteckt. Ich bin ja neugierig 🙂

Also fragte ich:

„Sie sagten Inspektion! Was inspizieren Sie denn auf den Baustellen? Um welchen Bereich geht es denn bei Ihrer Arbeit?“

Die Antwort hat selbst mich überrascht:

„Ja, was wir da … ich, ich …ganz ehrlich, der Tag war zu viel: ich weiß es nicht mehr!“

Respekt! Selbst nach 13 Stunden Arbeit sollte man doch irgendwie noch wissen, was man eigentlich macht, oder? 😉