Klaus, verzeih mir!*

Ich kann heute keinen Artikel schreiben. Sicher, ein paar Dinge hätte ich noch auf der hohen Kante – aber nix, was sich mal eben schnell machen lässt. Die lange Abstinenz von der Arbeit macht sich halt auch mal bemerkbar. Leider. 🙁

Heute Abend indes geht es wieder los. Endlich. Und so wie ich die Wochenendschichten kenne, wird sich da auch schnell wieder was zu Bloggen anbieten. Den ein oder anderen wird es vielleicht wenigstens entschädigen, dass ich heute noch zu Cheffe fahre und damit ungewöhnlich früh bereits zu stalken sein werde. 😉

Also so ab 17.30 Uhr etwa …

*Klaus hat mir mal gesagt, er könne es nicht leiden, wenn ich schreiben würde, ich hätte nichts zu schreiben. Ich hoffe, ich kann ihn mit einem Link zu seinem lesenswerten Blog besänftigen. Nicht, dass unser nächstes Treffen noch schlimmer läuft als unser letztes

Briefkästen und Ringe

Als Nachtschichtler fühlt man sich anderen Nachtschichtlern ja zu einem kleinen Teil auch verbunden. Im Gegenzug aber entwickelt man auch neue Feindbilder. Ein bisschen ironisch gesehen natürlich. Briefträger und Paketboten zum Beispiel. Deren Job ist es, ohne Rücksicht auf Verluste an allen möglichen Türen zu klingeln, bevorzugt an denen, hinter denen ich schlafe. Nach vier Jahren schaffe ich es inzwischen manchmal, unsere Türglocke zu überhören, allerdings nicht immer. Ebenso trifft das auf Ozie zu, die in Punkto Tagschlaf auch kein Kind von Traurigkeit ist.

Aber nun ist wieder November, ungefähr 10 Tage bis zu meinem Geburtstag. Da ist das Ganze dann schon wieder halbwegs ok, weil jeder zweite Lieferant wenigstens ein Geschenk mitbringt. 🙂

Da viele davon von euch Lesern kommen (ein paar waren schon wieder besonders schnell, danke!), wollte ich einfach jetzt gleich auf meine Amazon-Wunschliste hinweisen. Es wird ab jetzt jeden Tag klingeln und mich in freudiger Erwartung aus dem Bett schmeißen, da ist es natürlich umso schöner, wenn ich mich danach auch wirklich freuen kann.

(und gemein wie ich bin, gönne ich den Boten das Tragen von vielen Päckchen!)

So, arg viel subtiler kann ich heute nicht, sorry. 😀

Ich lasse mir dieses Jahr übrigens das erste Mal von Amazon verheimlichen, was ankommt und werde stilecht zum Geburtstag erst auspacken. Und wer selbst finanziell nicht auch noch die Taxiblogger von nebenan unterstützen kann, der würde mir eine Freude machen, wenn er die restlichen Weihnachtseinkäufe bei Amazon über meinen Link tätigt. Dann übernehmen die das für euch. Sozusagen. Und ich kann mir selbst ein paar Dinge von der Liste rüsseln … 😉

Und für alle Nettigkeiten, die eine Amazon-Liste nicht hergibt, steht meine Adresse im Impressum.

Passend dazu – ich hab nicht vergessen, dass das hier ein Taxiblog ist – fällt mir ein Typ ein, den ich im Auto hatte. Ist schon etwas länger her, ist aber vom Prinzip her egal. Ein ziemlich schnöseliger Jüngling, der in mir einen Verbündeten in Sachen Männergespräch vermutete. Er war auf dem Weg zu seiner Angebeteten, offenbar war das zwischen ihnen noch nicht so ganz in trockenen Tüchern. Aber dafür – wozu hat man als erbärmlicher Kerl schon Geld, wenn nicht, um sich Liebe zu erkaufen? – wollte er sorgen, indem er ihr einen Ring kauft. Als er ihn mir zeigte, war der Weg zurück leider zu weit, ansonsten hätte ich vielleicht spontan einfach umgedreht. Dieser Ring war nicht nur eine Ausgeburt der Hässlichkeit an und für sich, er war schlicht für ein Einstandsgeschenk ein kleines Bisschen zu protzig.

Lauter verschnörkelte Goldstreben, in die winzige Brillianten eingefasst waren und obenauf thronte eine Perle, die etwa den Durchmesser des kompletten Rings hatte. Also wenn sie echt war – und das hat mir der Typ stolz versichert – dann war der Ring sicher sackteuer. Trotzdem ein Grund für seine Holde, umgehend wegzurennen, wenn sie nicht das Gewicht des Schmuckstücks daran hindern sollte.

Ich habe keine Ahnung, wie das ausgegangen ist – vielleicht hatte sie ja einen ähnlich, ähm … „ausgefallenen“ Geschmack wie er.

Aber vielleicht bin ich auch einfach nur ein Kostverächter und kann mir kein Urteil erlauben. Schließlich trage ich meinen einzigen Ring, meinen Ehering, auch nur am Schlüsselbund

Stinker im Taxi

Nathalie hat mir eine sehr ausführliche Mail geschrieben. Das Thema hatten wir entweder noch gar nicht so richtig oder es ist ewig her. Deswegen wollte ich das mal mit freundlichem Dank an die Verfasserin zu deren Erlaubnis hier öffentlich machen:

Hallo Sash,

ich versuch es mal so, weil einfach meine Frage unter einen Beitrag als Kommentar zu packen, find ich unpassend.

Also, ich wohne in Solingen (offiziell lt. Einwohnerzahl eine Großstadt, aber eigentlich ein Provinznest). Beruflich arbeite ich als Kellnerin, was auch viel Nachtarbeit beinhaltet, dementsprechend bin ich öfters auf ein Taxi angewiesen, wenn ich nicht ne halbe Stunde bergauf laufen möchte und kein Bus mehr fährt. Bei einigen muss ich schon gar nichts mehr sagen, die wissen, wo ich wohne. Gestern Nacht hatte ich ein für mich nicht schönes Erlebnis.
Sonntags abends/nachts in Solingen ein Taxi vom Stand zu bekommen, ist recht schwer, weil hier dann echt der Hund begraben ist und nicht so viele Taxen unterwegs sind, Angebot und Nachfrage halt. Ich mich nach ner 12-Stunden-Schicht gefreut, dass wenigstens eins da stand und ich nicht erst anrufen und in der augenblicklichen Kälte warten muss. Vorsichtig an die Beifahrerscheibe geklopft, weil der Fahrer in einer gemütlichen Position da lag und wohl am dösen war. Er beugt sich sofort rüber um mir die Tür zu öffnen. Die Tür ist noch keine 5cm auf, da schlägt mir ein unangenehmer Geruch, nein schon Gestank entgegen. Es roch so dermaßen nach ungewaschenem Mensch, Stinkefüßen, alten Klamotten und Knoblauch, das Ganze in Kombination mit einem total überheizten Wagen, dass ich echt zögerte einzusteigen. Aber ich wollte nur noch nach Hause, also stieg ich todesmutig ein.
Der Fahrer meinte dann, er müsse sich noch kurz die Schuhe anziehen, während ich ihm mein Fahrtziel nannte. Bei der Gelegenheit fragte ich dann noch, ob er das Fenster etwas öffnen könne, damit frische Luft in den Wagen käme. Er dann ziemlich pampig, nein ist kalt draußen und er hätte schon 50 Minuten da gestanden, er sei durchgefroren. Ich mir so gedacht, okay die paar Kilometer hälst das schon aus. Bin ja von der Arbeit einiges an Gerüchen gewohnt und da muss ich auch schließlich durch.
Nach der zweiten Kurve konnte ich aber nicht mehr, ich fing schon an zu würgen, alles durch den Mund atmen half nicht. Ich ihn nochmal gebeten, das Fenster zu öffnen, er das wieder verweigert. Ich habe ihm dann ziemlich deutlich gesagt, dass es/er im Wagen stinkt und ich so nicht weiterfahren möchte. Er meinte dann, er hätte das Hausrecht und könne machen, was er wolle. Daraufhin hab ich ihn aufgefordert, anzuhalten, weil ich aussteigen wollte, was er dann auch tat. Habe widerwillig den Preis von 3,20 € bezahlt und beim Aussteigen vorsichtshalber noch die Wagennummer gemerkt. Den Rest des Weges bin ich dann gelaufen, nachdem ich erstmal fünf Minuten meinen Kotzreiz unterdrücken musste und es mir einigermaßen besser ging.
Ich habe nichts gegen Ess- und Waschgewohnheiten meiner Mitbürger, wir riechen alle nicht immer wie frisch erblühte Rosen. Ich bin auch nicht wirklich empfindlich, was Gerüche angeht, aber das ging gar nicht, nicht auf diesem engen Raum. Dass er die ganze Zeit seine Musik ziemlich laut laufen ließ, hat das Ganze nicht wirklich besser gemacht. Jeder hat seinen Musikgeschmack, aber die meisten Fahrer machen es dann wenigstens leiser oder sogar ganz aus. Und die kurze Zeit vertrag ich auch mal Musik, die nicht nach meinem Gusto ist.
Wie würdest du dich in so einem Fall verhalten? Oder wenn ein Fahrgast riecht, kann ja auch zuviel Parfum sein, muss ja nicht unbedingt Körpergeruch oder sonst irgendwas sein. Ich weiß nur, dass ich mit diesem Fahrer nicht mehr fahren werde.

Alles Liebe
Nathalie

Ich halte meinen eigenen Senf mal recht kurz – via Mail habe ich schon ausführlicher geantwortet. Ich hab geraten, auf jeden Fall mal wenigstens beim Unternehmen eine Meldung zu machen. Ich bin selbst vielleicht manchmal ein bisschen pingelig in Punkto Sauberkeit und Hygiene im Taxi, aber der Beschreibung nach war das einfach mies. Außerdem vermute ich, dass auch in Solingen die Gewalt über Fenster und Musik rechtlich beim Fahrgast liegt.

Ich hab schon oft gesagt, dass ich bei dem Thema durchaus Grenzen sehe – man muss ja bei -20°C nicht alle Fenster runter machen und dem Fahrer koreanische Volksmusik auf Stufe 10 antun. Kompromisse finde ich da schon schön. Allerdings: Ich fahre seit vier Jahren Taxi, also sagen wir rund 2 in Vollzeit – und noch NIE hatte ich einen Kunden, der das über MEINE Grenzen ausgenutzt hat. Meist waren die Mitfahrer zuerst so weit und haben Gegenkommandos gegeben. Ja, mal gefiel mir die Musik nicht so, aber für das Lächeln und das Trinkgeld geht das ein paar Minuten ja auch. 😉

Ich sehe reihenweise Kollegen im Wagen rauchen, Brathähnchen und Döner essen, ich hab aber die Hoffnung, dass die meisten das durch gutes Lüften und ggf. irgendwelche Raum-Deos zumindest erträglich machen. Sowas wie von Nathalie geschildert finde ich schon eine Spur zu hart. Was meint ihr so?

On Tour!

So, für die besorgten Frager:

Ja, ich habe ein Auto für heute Nacht! 🙂

Ich werde gleich die 1925 zum Schrauber bringen (um meinem Kollegen am Montag die Tour zu ersparen), dann zur Firma und los geht es. Alles in allem also ein bisschen später als sonst, aber dafür kann ich ja heute Nacht auch eine Stunde länger arbeiten …

OK, war ein Scherz! Das könnte ich jede Nacht, aber völlig bekloppt bin ich ja auch nicht. Aber es wird nach 10 Stunden zumindest mal nicht so spät sein wie es eigentlich wäre, also … ähm. Na gut, lassen wir das!

Ich bin dann (demnächst) mal weg.

Weite Fahrt

Nein, ich nicht schon wieder. Aber Ben hat mir folgende Mail geschrieben:

Hey Sascha…
hast Du eine logische Erklärung was ein Taxi mit Berliner Kennzeichen in KONSTANZ so vorhaben könnte…Was mich noch mehr irritierte war, dass auch noch die Fackel an war, und er zudem so schien als sei er auf der Suche nach Winkern….War leider nicht so geistesgegenwaertig ihn anzuhalten und nachzufragen, hab nur das Nummernschild^^…. Ich dachte ihr dürft unbestellt nur in eurem Pflichtfahrgebiet aufnehmen…. Konstanz duerfte ja aus Berliner Sicht knapp nimmer dazugehören… Hat da jemand sein Auto noch nicht umgemeldet? (Ginge das, dass er dann schon hier arbeitet, mit Berliner Nummer?)…oder war das nur ein Berliner Glueckspilz der irgendwenn mal quer durch die Republik fahren wollte?. Bin gespannt auf Deine Erklaerung.

Lieben Gruss
Ben
(P.S. Wenn Du in B ein Taxi mit B-XXXXXX* siehst kannst du ja mal nachfragen… 😉

Ja, ich denke, die Lösung ist recht unspektakulär: Vergessen. Also Ausnahmen bestätigen zwar die Regel, aber dass ein Fahrer jetzt wirklich geschäftlich so weit weg ist und dann nach so einer Tour noch rumgeiert anstatt Pause zu machen oder auf dem Weg nach Hause zu sein, halte ich für extrem unwahrscheinlich.

Heutzutage muss man die Fackeln allerdings nur noch selten ausmachen, denn wenn das Taxameter läuft, schalten sie sich selbst ab. Also klar – wenn man einen Funkauftrag angeneommen hat, dann auch. Allerdings nehmen das einige Kollegen auch nicht so genau. Und wenn man nach einer langen Tour (oder vielleicht auch privat als Selbständiger) eine Weile unterwegs ist, kann man das schon mal vergessen. Das mit dem noch nicht umgemeldeten Auto kann eigentlich auch nicht sein, zumindest wäre mir da keine Ausnahmeregelung bekannt.

Wie gesagt: Wahrscheinlich hat der Kollege es einfach vergessen. In die Hose gehen kann das allerdings trotzdem. Ein Kollege von mir musste mal Ordnungsgeld zahlen, weil er die Fackel bereits kurz vor dem Stadtgebiet Berlin wieder eingeschaltet hatte und dann in einen Blitzer gefahren ist, wo das auf dem Bild offenbar zu erkennen war. Allzu viel Rücksicht scheint man da nicht zu haben, der Blitzer soll kurz vor dem Ortsschild gestanden haben.

Update:

Miettaxi. Klar. Auf die Idee bin ich natürlich auch nicht gekommen. Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen und so. Danke an all euch findige Kommentatoren! 🙂

*Nummernschild von mir unkenntlich gemacht.

Mimimi!

Ich wollte auf diesem Wege und um diese Uhrzeit übrigens mal anprangern, dass ich krank bin. Eigentlich nichts wildes, bin matt und schlapp und hab heute locker 12 Stunden gepennt. Und während ich selbst beim Schreiben versuchen muss, meinen Kopf oben zu halten, ist die beste Zeit der Woche angebrochen. Eine Menge Umsatz, viel Trinkgeld, was man halt so von Samstagen kennt. Und ich spiel nicht mit … 🙁

Bin sicher pünktlich zu meinem „Wochenende“ wieder fit – dank umsatzbasierter Bezahlung finde ich das allerdings nicht so lustig wie die meisten anderen Arbeitnehmer da draussen …

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Bloggergramm

Ich mach ja auch mal komische Dinge. Zum Beispiel komisch gucken, wenn mich jemand plötzlich fragt, ob ich ihm ein Autogramm geben könnte. Das hat Tobias gemacht – und natürlich nicht ganz ohne Hintergedanken. Da Autogramme von Bloggern bei ebay noch nicht so viel bringen, verbloggt er sie nämlich erst mal selbst. Meines (natürlich stilecht mit Bezug zum Taxi) ist inzwischen dort angekommen:

Bloggergramm von Sash