Die kleinen Dinge …

Gestern Abend war ein beschissener Auftakt für mein Geburtstagswochenende. So eine miese Schicht hatte ich dieses Jahr soweit ich weiß noch gar nicht. Eineinviertel Stunden warten auf eine 7€-Tour und so was. 🙁

Launemäßig rausgerissen hat’s also keine ewig lange Tour, sondern einfach nur eine kurzem, aber nette.

Die Kundin wollte nur vom Ostbahnhof in den Boxhagener Kiez, davor allerdings zu einer Sparkasse. Da die kürzeste Route dank Baustelle immer noch dicht war, war das nicht mal ein Umweg. Ich hielt nach nettem Geplänkel direkt vor der Bank und freute mich darauf, 20 bis 40 Cent Wartezeitgeld einstreichen zu können. Man wird ja bescheiden in so einer Nacht.

Und dann kam auch die Kundin wieder.

„Na, erfolgreich?“,

fragte ich eher rhetorisch.

„Nein, nein, nein. Ich hab meine PIN vergessen, oh Scheiße! Das tut mir ja so leid, ich hab jetzt schon zwei Fehlversuche. Gott sei Dank hab ich sie, auch wenn das dumm ist, aufgeschrieben …“

Am Ende sind es also fast zwei Euro extra gewesen, also insgesamt knapp elf.

„Na, dann machen Sie mal dreizehn!“

Uff:

„Lassen Sie mich raten: Sie haben wirklich nur den Fünfziger bekommen?“

„Ja, leider. Aber hey, ich kann hier auch schnell Zigaretten holen gehen. Dann dauert das zwar etwas, aber …“

„Ich will ehrlich sein: Ja, ich kann rausgeben. Wäre dann allerdings so ziemlich das letzte Wechselgeld. Sie sind einer meiner ersten Kunden und ich hab eben schon einen Fuffi …“

„Schon gut, kein Problem. Ich lass meine Tasche dann einfach nochmal hier liegen.“

Alltäglich, harmlos, schon klar. Aber gerade in schlechten Schichten: Bitte mehr davon!

4 Kommentare bis “Die kleinen Dinge …”

  1. Jungo sagt:

    Das ist der Grund, warum ich immer nur „weniger glatte“ Beträge am Automaten abhebe.
    Sowas wie 90€ oder 130€ – da sind wenigstens noch 20er oder auch 10er dabei.
    Und ich lobe mir die Automaten der Volksbank – da kann man nämlich die Stückelung (sogar 5€) frei wählen.

  2. egal sagt:

    Die Kundin hat die Zeit für’s Geld wechseln auch zahlen dürfen?

    Ich erlebe manchmal Taxifahrer, denen ich bei Fahrtantritt sage, dass ich nur einen 50er habe, die sagen „kein Problem“ und dann an Zielort mit dem 50er zu Kollegen gehen oder in Bäckereien usw, um ihn zu wechseln. Ich muss dann warten und habe über so eine Aktion dann auch schonmal eine Bahn verpasst.

  3. Ana sagt:

    @Jungo, bei den (meisten ?) Sparkassenautomaten wird die Stückelung auch angeboten,. allerdings nur, wenn man vorher „eigenen Betrag wählen“ oder so drückt.
    Sprich: Hebt man einfach vorgegebene 100 Euro ab, bekommt man 100 oder 2×50. Hebt man customized 100 ab, kann man sich’s aussuchen.

  4. Sash sagt:

    @Jungo:
    Ist immer eine gute Idee. Je nachdem, wofür ich das Geld brauche, mache ich das auch.

    @egal:
    Also wenn man schon vorher fragt, ist das natürlich völlig daneben.
    Zumindest die Berliner Taxiordnung gibt uns Fahrern da indes dennoch ziemlich viel Freiheit, denn es ist nirgends geregelt, wie viel Wechselgeld wir dabei haben müssen („ein für den Taxenverkehr übliches“), zudem stellt sie klar, dass Umwege zum Wechseln auf Kosten der Kunden gehen.
    Aber um Dich zu beruhigen: Ich mache das nicht so. In dem Fall (am Ende der Fahrt) hab ich die Uhr zuvor schon gestoppt, zumal ich die Kundin ja auch nur gebeten habe, zu wechseln, wenn es keine Umstände macht. Ich konnte ja rausgeben, es war nur eben das letzte Wechselgeld und hätte so gesehen mir Umstände gemacht. Ich hab also durch ihre Freundlichkeit einen Weg zur Tanke eingespart, sowas berechne ich natürlich nicht!
    Aber ich gebe zu: Bei einem Zweihunderter auf eine 7€-Tour mit dem Vermerk „Dann bin ich den endlich los!“, grabe ich sehr gerne die Taxiordnung aus. 😉

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