Übergabe

Mal eben für eine nahezu 30 € Umsatz bringende Fahrt rausgewunken zu werden, ist immer schön. Noch dazu, wenn der Fahrgast nett ist und am Ende sogar das Trinkgeld stimmt. Das trifft ja selbst an gut laufenden Wochenendschichten nicht auf alle Fahrten zu.

So, und nun hat mein Fahrgast sich also verabschiedet und ist leicht angetrunken zu seinem Häuschen in einer kleinen Stadtrandsiedlung getorkelt. Ich hab die Daten der Tour kurz notiert, als plötzlich 30 Meter hinter mir eine dunkle S-Klasse heranrollt und Lichthupe gibt.

Ich wollte erst losfahren, aber als es nochmal blinkte, bin ich ausgestiegen. Ein junger Mann, groß und kräftigt, aber am Ende doch sehr nett, fragt mich, ob ich ihn gleich nach Neukölln mitnehmen könne. Er hätte nur eben seinen Chef heimgefahren und bräuchte jetzt selbst ein Taxi. Was halt so passiert.

Unnötig zu erwähnen, dass die Fahrt genauso viel brachte wie die erste und nicht weniger nett war. Manchmal hat man dann halt auch Glück.

6 Kommentare bis “Übergabe”

  1. Volker sagt:

    „Manchmal hat man dann halt auch Glück“

    Du scheinst doch öfter als manchmal Glück zu haben wenn ich alle Deine Berichte richtig deute 😉
    Aber wenn du mal manchmal kein Glück hattest machst Du auch richtig Allarm, gut so.

    Nur kann es bei manchem unbedarften Leser so ankommen, als wenn Du einer der wenigen Taxifahrern bist, der mehr nette als doofe Fahrten hast. Oder sortierst Du die letzteren aus? 😉

    Ich gönne es Dir den Erfolg weil es wahrscheinlich sowieso an Dir selber liegt.
    Glückwunsch und auch weiterhin mal wieder manchmal Glück.

  2. Cliff McLane sagt:

    Wow, sowas erwischt man glaube ich nur einmal im Leben. Das war ja dann praktisch sowas wie ein Astronaut, der mal eben von der Sojus auf die ISS umstieg, nur halt mit Schwerkraft dabei.

  3. Sash sagt:

    @Volker und @Cliff McLane:
    Bleiben wir mal auf dem Teppich: Sowas ist weder das Auffinden einer intakten blauen Maurituis unter dem Sofa, noch etwas, das einem alle paar Minuten widerfährt, wie beispielsweise Werbung. Es passiert und man kann sich freuen. Wie das halt so ist. An @Volker muss ich aber noch loswerden: Ich sortiere nicht bewusst schlechte Fahrten aus, aber natürlich die meisten extrem langweiligen. Und die machen einfach mal den Hauptteil aus. Durchschnittlicher Umsatz, unauffällige Fahrgäste, nur Smalltalk, nicht erwähnenswertes Trinkgeld, die 08/15-Touren eben. Die überwiegen alles. Immer. Wenn ich da positiv raussteche, dann nur, weil einige Kollegen auch an den Standardfahrten mehr zu meckern haben. 😉

  4. Der letzte, der mich mit Lichthupe (von hinten) zum anhalten gebracht hat, war ein dem Nummernschild nach Berliner, der mir auf der AB Richtung Wien kurz hinter der tchechischen Grenze goldige Kettchen und Ringe zum superpreiswerten Vorzugsangebot verticken wollte. Nur zu humanistischen Zwecken natürlich, denn diesem armen Millionär in seiner S-Klasse seien beim letzten Tankstop alle seine Zahlungsmittel gestohlen worden, und der Tank sei nun fast alle, er befinde sich auf Pilgerreise nach Mekka (Richtung Wien?), sei nun gerade zurück auf dem Weg nach Berlin (Richtung Wien???), und er überweist mir auch tausende Euronen, wenn ich ihm grad mal mit 50 aushelfe… ganz bestimmt!

    Die Erlebnisse sind haltunterschiedlich. 😉

  5. Marcus sagt:

    Niet overal Uber gebleven, sommige landen laat na enige tijd van werken.

  6. Sash sagt:

    @gedankenknick:
    Gut, das ist dann etwas anderes. Ich schätze, solche Typen meiden uns Taxifahrer, weil wir auch den Ruf von talentierten Abzockern haben. 😉

    @Marcus:
    Sorry, meine Sprachkenntnisse reichen dafür nicht aus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: