Kotzer bei Kollegen

Manchmal weiß man auch nicht mehr, was man sagen soll. Leute, die im Taxi kotzen, sind zweifelsohne mit das Mieseste, was einem in dem Job passieren kann. Und das natürlich nicht aus irgendwelchen überhöhten Ansprüchen, sondern weil das für handfesten Ärger und eine Menge Kosten sorgt.

Da ich nun viel alkoholisierte Kundschaft habe und auch einige davon wirklich kotzen müssen, hab ich ja angefangen, das pragmatisch zu sehen. Die Kunden sollen kotzen so viel sie wollen. ABER: Die Bedingung dabei ist, dass das Auto sauber bleibt. Dann hab ich kein Problem damit, mein Magen ist tolerant und ich weiß ja auch, wie das ist, wenn man dann am Ende doch zu viel getrunken hat.
Wer also aussteigt zum Kotzen oder in eine Tüte reihert, bekommt mit mir keine Probleme. Und wenn sich das Problem andeutet, dann sage ich den meist jugendlichen Fahrgästen auch gerne mal, dass es ihnen am Ende besser bekommen wird, in ihre 200€-Designerpullis zu kotzen als in mein Auto. Oder eben in die eigene Tasche.

Natürlich halte ich eigentlich einfach an, aber dass das eine Möglichkeit ist, muss man ja auch mal sagen dürfen.

Nun hat ein Kollege davon erzählt, wie bei ihm mal eine Frau in ihre Handtasche gereihert hat. Und wirkte dabei sehr unzufrieden. Deswegen hab ich nachgefragt, was jetzt so schlimm gewesen sei. Und bei seiner Antwort hat selbst mein Magen gezuckt:

„Die wollte mit Karte zahlen.“

Und wo die Karte war, brauche ich sicher nicht erklären …

12 Kommentare bis “Kotzer bei Kollegen”

  1. Cliff McLane sagt:

    @Sash,
    Es wird dir als Nachtfahrer bestimmt nicht oft passieren, aber bei der Geschichte möchte ich doch mal die Tagfahrer fragen:

    Wie haltet ihr es mit kotzenden Kindern und deren Müttern?

    Ich frage ausdrücklich nach Müttern, weil ich die Erfahrung habe, dass Väter das eher gelassen wegstecken, aber Mütter, nun ja ..

  2. Marco sagt:

    Eine alte, sehr erfahrene Taxifahrerin sagte mir damals, als ich vor rund 20 Jahren anfing am WE die Nachtschicht zu fahren, Marco, bewege dein Taxi so: Stell dir vor du hast etwas am Innenspiegel baumeln, Stofftier, Glücksbringer, irgend etwas, einfach mal vorstellen, dann sollte dies beim fahren NICHT schwanken. Also so sachte bremsen und beschleunigen das es nicht nach vorn und hinten schaukeln, und vor den Kurven das Auto soweit ausrollen lassen das es in den Kurven auch nicht nach rechts oder links schwankt. Dann kotzen die Leute nicht IM Auto, sondern frühestens beim aussteigen. Sie hatte recht! Natürlich gibt es noch die Vögel die dir nix sagen, hinten hocken und husten und röcheln anfangen,dagegen ist natürlich kein Kraut gewachsen, klar. Aber vielen merkt man es an oder sie sagen es sogar gleich beim einsteigen. Und wenn die Fahrt dann 5 min, oder vielleicht sogar 10 min länger dauert, egal, es lohnt sich! Am Stand ist eine Stunde Wartezeit keine Seltenheit, oder? Gruß aus Ulm.

  3. Peter sagt:

    Ich hatte mal einen Taxifahrer mit Mercedes e Klasse, und wir waren zu fünft – alle bis auf eine hatten mächtig getankt. Eurovision Song contest und wir hatten pfirsichvodka und tolle Trinspielchen. Wir Jungs sind im Kofferraum auf den Zusatzsitzen mit Blick gegen die Fahrtrichtung eingestiegen, natürlich haben sie alle uns dauernd gefragt ob wir kotzen müssen (30 Minuten über die Autobahn), aber ich hatte irgendwie nur so ein total cooles Starters Warp Speed Gefühl- . Aber das Auto mit Mageninhalt verzieren haben dann doch die beiden (!) Mädels auf der Rückbank übernommen. Die Reinigung mit dem Taxifahrer hat die eine Nüchterne im Bunde mit den Worten gemacht: hach, das hatte ich in meiner Jugend verpasst, schön das mal nachzuholen. Ich versteh den Reiz bis heute nicht… Aber es war legendär. Hat damals ca 2005 von Bremen Oldenburg nach Bremen 80 Euro extra gekostet.

  4. …nunja, wie ist es denn ausgegangen? War die Karte brauchbar? Oder wie wurde dann gezahlt?

  5. Arno.nyhm sagt:

    Wenn sie hätte cash mit münzen und scheinen bezahlen müssen wäre es schlimmer als mit Karte (die schnell mit Zewa abgeschwischt ist)

  6. Ana sagt:

    Na per Blowjob, Bremen.

  7. Uwe sagt:

    Meistens, sind es die Weiber die kotzen. Keine Kontrolle. Mit der Karte war gut. So blöd sind nur Weiber….. Lach

  8. hrururur sagt:

    Uwe: ich hab genug Kontrolle über mich, um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen,dass ich so voll bin, dass ich kotzen muss…

    Marco: das heißt, wenn ich ankündige kotzen zu müssen, dann hab ich eine rückenfreundlichere und vor allem herzfreundlichere Fahrt? Das merk ich mir

  9. Techniker sagt:

    Gute Idee -falls ich mal wieder einen Taxifahrer habe, der meinen freundlichen Hinweis „Ich habs nicht eilig“ nicht versteht oder verstehen will. Naechste Stufe ist dann: „Machen’se mal bissl langsamer, sonst wird mir noch richtig schlecht“

    @Sash: Das bringt mich auf eine Frage: Wie sollte ich auf einen Fahrer reagieren, welcher mit 80 auf dem Tacho den Hindenburgdamm langbrettert? Den ersten Hinweis hat er nicht verstanden, und in seine Entscheidung seinen Lappen zu riskieren will ich mich nicht einmischen. Deutlcher werden und mit Abbruch der Fahrt drohen?

  10. Sash sagt:

    @Techniker:
    Ich würde sagen, dass das immer eine Lösung ist, vor allem wenn die Geschwindigkeit wirklich überhöht ist. Ob das dann stressig wird, hängt leider sehr vom Fahrer ab. Ich würde mir ggf. vor dem anfallenden Streit noch die Konzessionsnummer notieren, um noch Beschwerde einreichen zu können – jetzt nicht einfach als Standard wegen jedem Mist, aber falls der Fahrer deinen Bitten nicht nachkommt oder Stress macht. Und bezahlen wirst Du die Fahrt trotzdem erst einmal müssen, da schadet etwas in der Hand nicht. Hängt halt leider alles vom Fahrer ab; ich fände eine Bitte, langsamer zu fahren, erst einmal einen Kundenwunsch wie jeder andere auch.

  11. Cliff McLane sagt:

    @Sash, ich weiß nicht, wo ich das hinschreiben soll, also tue ich es hier:

    Für die Handtaschengeschichte verleihe ich dir hiermit den Ehrentitel des
    Dr. Dr. med. psych. h.c. Sascha Bors

    Laudatio:
    Ich hatte die letzten Tage so eine kleine Magen-Darm-Geschichte. Man kennt das ja, wenn einem den ganzen Tag lang übel ist, man möchte reihern, aber kann nicht. Man sucht Rat uhd Hilfe bei Ärzten und Apothekern, aber die können auch nicht helfen. Und dann liest man einen Blogeintrag wie diesen, und plötzlich kann man reihern und fühlt sich erleichtert!
    Herr Bors, für Ihre unbeabsichtigte Hilfe und Ihre fortwährende Leistung bei der Betreuung komplizierter Kunden haben Sie den Titel des „Dr. Dr. med. psych. h.c.“ ehrenhaft verdient! Carry on the good work!

  12. Sash sagt:

    @Cliff McLane:
    Ich leite es an den Kollegen weiter. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: