Tarifverhandlungen gescheitert

Dank Uber war ich gewerbepolitisch in letzter Zeit leider andersweitig beschäftigt und habe das Thema Mindestlohn aufgeschoben. Nun also ein kurzer Zwischenstandsbericht:

Der deutsche Mietwagenverband BZP hat sich im Laufe des Jahres zum Tarifpartner auf Arbeitgeberseite aufwerten lassen und vertritt nun tarifpolitisch die Taxiunternehmen. Und zwar weil ein schon vor 2015 bestehender Tarifvertrag (in diesem Fall mit Ver.di) die einzige noch verbleibende Möglichkeit ist, die Einführung des Mindestlohns im Taxigewerbe zum Beginn nächsten Jahres zu verzögern.
Sprich: schließt man jetzt noch eilig einen Tarifvertrag mit Löhnen unter 8,50 € ab, besteht für die Arbeitgeber die Möglichkeit, diesen sonst ab dem kommenden ersten Januar verpflichtenden Betrag nach einer stufenweisen Annäherung erst ab Anfang 2017 zahlen zu müssen.
Da die Löhne im Taxigewerbe fast überall – zumindest aber durchschnittlich – weit unter 8,50 € (nämlich eher bei 6,50 €) liegen, wäre den Unternehmen daran natürlich viel gelegen.

Doch der Traum scheint erst einmal geplatzt zu sein.

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Ist das nun gut oder schlecht?

Das ist ganz klar eine Meinungsfrage. Die umgehende Einführung des Mindestlohns wird zweifelsohne Arbeitsplätze kosten. Das behaupten Vertreter aller Branchen, bei uns ist das aber eklatant sichtbar. Wenn der Gewinn eines Taxiunternehmens bei 5 bis 10% des Umsatzes liegt, dann kann der Lohn des Fahrers nicht um 20 oder 30% erhöht werden – dann wird dieser Fahrer seinen Job verlieren oder das Unternehmen pleite gehen, so ist das einfach. Die Frage ist demnach: ist es sinnvoller, alle Arbeitsplätze wie bisher zu erhalten – oder nach einem Abbau den restlichen Fahrern zumindest mal den Mindestlohn zu bezahlen? Und je nach Weltanschauung kann man da zu unterschiedlichen Ansichten kommen.

Meine ist klar:

Ich bin für den Mindestlohn und dementsprechend froh darüber, dass die Tarifverhandlungen geplatzt sind!

Und das nicht, weil ich Taxiunternehmer für böse halte und ihnen den Untergang wünsche. Im Gegenteil: ich bin mit sehr guten und sehr sozialen Chefs gesegnet, deren Unternehmen ich grundsätzlich bereit bin auch mit eigenen Mitteln mitzuverteidigen. Mir ist klar, dass sie mit dem Mindestlohn Probleme bekommen werden und in diesem einen Fall weiß ich, dass das nicht ihr Fehler ist. Ich werde wie die meisten Berliner Taxifahrer am Umsatz beteiligt und liege dank günstiger Arbeitszeiten jetzt schon über 8,50 € Lohn pro Stunde. Aber der Umsatz des einzelnen Fahrers (und in Berlin auch Unternehmens) lässt sich nicht beliebig steuern. Wenn in der Stadt mehr Taxis zugelassen werden (seit meinem Eintritt ins Gewerbe 2008 waren das irgendwas um 500 bis 1000 neue), dann sinkt entsprechend der Umsatz des einzelnen. Die meisten Aufträge werden hier von Zentralen vermittelt, die nicht mit den Unternehmen identisch sind – ergo kann man sich als Unternehmer auch durch z.B. bessere Qualität nicht deutlich mehr Kunden sichern. Was soll ein Unternehmen hier schon machen, außer sich mit mehr Fahrern mehr Anteil sichern?

Aber ungeachtet dessen: 6,50 € können kein vernünftiger Stundenlohn sein!

Das Jammern über den Verlust von Arbeitsplätzen unterschlägt immer, dass es dabei verdammt nochmal um Arbeitsplätze geht, die mit unter 8,50 € pro Stunde bezahlt werden. Da sind reihenweise Arbeitsplätze dabei, die jetzt schon dank Aufstockung staatlich mitalimentiert sind und andere, bei denen Leute ihre Familien um den Preis sie nicht mehr zu sehen ernähren. 6,50 € brutto bedeuten gerade mal 1300 € im Monat – bei mehr als 40 Wochenstunden! Natürlich hätte es eigentlich anderer Mittel bedurft, das Problem zu lösen. Der Senat hätte die Anzahl der Taxis begrenzen können. Man hätte durch Tarifsenkungen, Werbung oder Qualitätsverbesserungen mehr Kunden finden können oder auch einfach wenigstens aktiv die Schwarzarbeit bekämpfen, die immer noch zu viel Geld aus dem Gewerbe zieht.

Hätte, könnte. Fakt ist: das hat gerade hier in Berlin niemand geschafft. Und selbst in Anbetracht des bevorstehenden Mindestlohnes poltert der „Taxiverband Berlin Brandenburg“ als eine der Gewerbevertretungen schon wieder los, man bräuchte (ein Jahr nach der letzten Erhöhung) 23% Aufschlag auf den Taxitarif. Falls wer sein Milchmädchen vermisst: es arbeitet offenbar beim TVB.

Das Grundproblem ist hier wie überall eine grundsätzliche (Ausnahmen bestätigen die Regel …) Überversorgung mit Taxis. Wir müssen zwar um verfügbar zu sein Leerlaufzeiten haben, dennoch braucht es bei den meisten in Deutschland gültigen Tarifen kaum mehr als vielleicht 10 bis 13 besetzt gefahrene Kilometer pro Taxi und Stunde, um auch mit Mindestlohn wirtschaftlich zu sein. Und das ist wirklich kein utopischer Wert, selbst wenn wir weiterhin eine Versorgung garantieren wollen. Autos, die mit von der Beschäftigung abhängigen Fahrern zwei Drittel der Zeit stehen, sind Überfluss.

Nun wird es halt der Mindestlohn schaffen, das durchzurütteln. Das Dumme daran ist zweifelsohne, dass er unfair ist. Der Mindestlohn sorgt nicht automatisch für eine Bevorzugung der ehrlichen Unternehmen und spielt gleichermaßen auch jenen in die Hände, die schon jetzt wirtschaftliche Vorteile durch, nun ja, „kreative Buchführung“ haben.

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Bemerkenswert ist aber auch die Argumentation der beiden Tarifparteien:

Hier die Presseerklärung von Ver.di.

Hier die Presseerklärung des BZP.

Dass beide Parteien „Mimimi, die anderen sind schuld!“ rufen, ist die eine Sache. Der BZP allerdings wird wirklich albern. In Verhandlungen mit einer Gewerkschaft zu gehen um den Lohn zu senken ist das eine. Dabei allerdings überrascht zu sein, dass die das nicht tun, ohne andere Zugeständnisse zu kriegen – das ist nur noch lächerlich.

Der BZP behauptet z.B., dass eine Arbeitszeiterfassung via Taxameter technisch noch nicht möglich und problematisch beim Datenschutz wäre. Was für eine Zumutung! Arbeitgeber sollen wissen, wann ihre Arbeitnehmer arbeiten! Man stelle sich das mal in anderen Branchen vor … oh, wait! (Und by the way: natürlich protokolliert mein Taxameter meine Arbeitszeit …)

Und eine 40-Stunden-Woche ist nicht einführbar wegen Großveranstaltungen und dem Wetter!? Will irgendwer mal zum BZP gehen und denen sowas wie Überstunden, Freizeitausgleich etc. pp. erklären?

Nicht zu vergessen der weinerliche Hinweis darauf, dass es voll gemein wäre und Ver.di doch irgendwie hätte großzügiger sein müssen, weil die Branche ja keine Sonderregelung bekommen hätte. Ganz ehrlich, lieber BZP: WTF? Ihr habt noch nicht geschnallt, dass wegen Arbeitgebervertretern wie Euch sowas wie ein Mindestlohn erst nötig war und unser Gewerbe keine Ausnahmegenehmigung bekommen hat, weil gesamtgesellschaftlich nichts gegen 8,50 € Lohn für Taxifahrer spricht, sondern ausschließlich die teils hausgemachte Misere innerhalb des Gewerbes.

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Ich freue mich nicht darüber, dass Unternehmen pleite gehen und Fahrer entlassen werden. Schon gar nicht, wenn es Unternehmen betrifft, die es besser machen wollten, aber nicht konnten – oder Fahrer, die zufrieden waren mit dem Status Quo. Aber mal im Ernst: das Taxigewerbe ist wichtig und hat sich im Laufe der Jahrzehnte teils eigenverantwortlich, teils durch miserable Verkehrspolitik in eine Lage gefahren, die prinzipiell abartig ist. Obwohl uns Qualität abverlangt wird, verdienen wir Dienstleister so wenig, dass es uns spaltet in die, die mit Herzblut bei der Sache sind und dafür alles hinnehmen – und andererseits die, für die es „immerhin besser als nix“ ist und teilweise auch dementsprechend arbeiten. Eigentlich ist der Mindestlohn für nix davon eine angemessene Lösung, aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung – nämlich das Dilemma unserer Unterbeschäftigung zu beseitigen.
Ich möchte dafür nicht die Freiheiten geopfert sehen, die die Arbeit mit sich bringt; aber im Gegenzug sollten wir zufriedenen Fahrer, die gerne hätten, dass alles so bleibt wie bisher, uns auch mal fragen, ob es im Gegenzug ok ist, dass sich in unseren Reihen Leute kaputtschuften, nur um noch ein paar Euro mehr als HartzIV zu bekommen (Und das ist eine realistische Darstellung, wenn man z.B. von einer Familie ausgeht, bei der nur ein Elternteil arbeitet). Wer von uns arbeitet den WIRKLICH freiwillig 60 Stunden die Woche? Was könnten wir erst reissen, wenn wir besser verdienen würden und deswegen weniger arbeiten müssten?

25 Kommentare bis “Tarifverhandlungen gescheitert”

  1. Uwe sagt:

    Gut geschrieben.

  2. rüdiger netz sagt:

    ich denke mir ,du hast das gut zusammengefasst. ich habe mir die letzten 35 jahre ständig angehört, das es viel zu viele taxen
    gibt und bin es schon lange leid immer die aufträge mit aufstockern, halbgemeldeten, fahrern die für jeden nach unten öffenen lohn fahren zu teilen, bzw. noch mit meinen abgaben zu unterstützen.ist für unternehmer eine völlig neue erfahrung nun das risiko nicht mehr aufs personal abzuwälzen.

  3. Sash sagt:

    @Uwe:
    Danke. 🙂

    @rüdiger netz:
    Danke auch Dir.
    Einziger Einwand: Das Abwälzen des Risikos kann auch Anreize schaffen. Ich selbst fahrer sehr gerne umsatzbasiert und nehme dabei auch Durststrecken mit. Was aber am Grundprinzip nichts ändert, das ist klar.

  4. bard. jun sagt:

    und was wird im Endeffekt passieren? Wir bekommen amerikanische Verhältnisse!
    Alle angestellten Taxler werden entlassen; sie melden ein Gewerbe an und mieten beim früheren Taxiunternehmen zum Tagesfestpreis oder Umsatzbeteiligung ihr früheres Taxi und fahren auf eigenes Risiko, eigene Vorsorgeversicherung und eigene Versteuerung, ohne bezahlten Urlaub und bezahlte Krankentage.
    Und…ist das besser?.

  5. Andreas sagt:

    Der bekloppteste Teil ist ja der mit der 40h-Woche. Wenn die Fahrer einen Mindestlohn pro Stunde bekommen, müssten die Arbeitgeber doch eher ein Interesse daran haben, die Arbeitszeit zu begrenzen – damit sie die Leute in Spitzenzeiten auf die Piste schicken können und bei Flaute nicht bezahlen müssen.

    @bard.jun: Ganz so wird es nicht kommen – es gibt in D Gesetze gegen Scheinselbständigkeit. Aber echt selbständige Kleinstunternehmer werden vermutlich mehr werden – die großen müssen 9€ pro Stunde einfahren, einem Einzelunternehmer mit eigenem Taxi reichen 7 oder weniger… Die Taxler (Fahrer und Unternehmer) müssen aufpassen, dass das nicht auch noch staatlich gefördert wird (Beihilfen für Existensgründer, Ich-AG-Initiativen vom Arbeitsamt etc)

  6. Carom sagt:

    Das Spiel mit den per Aufstockung dauerhaft alimentierten Jobs „in der freien Wirtschaft“ sollten wir wirklich sein lassen, das ist grober Unfug.

    Abgesehen davon ist die Materie ein schönes Beispiel für „relative und absolute Notwendigkeiten“ (der Begriff stammt aus meiner Privatschatulle für Küchenphilosophie und ist durch keine mir bekannte Forschung gedeckt):
    Relativ, also für den einzelnen Unternehmer oder Fahrer, ist es ärgerlich, unter Veränderungen „leiden“ müssen – absolut ist ein ausreichendes Einkommen ohne illegale Klimmzüge oder staatliche Alimentierung schlicht notwendig.

  7. Daniel sagt:

    @Sash: Da bin ich inhaltlich völlig bei dir. Ich habe heute in der Stuttgarter Zeitung auch einen Artikel darüber gelesen (mit Bezug auf Stuttgart). Erst beklagt sich der Taxiverband über eine Auslastung von 25% und zuviele Taxen, im zweiten Atemzug wird eine Tariferhöhung um 20% gefordert (und die Stuttgarter Taxipreise liegen schon deutlich über denen in Berlin). Ganz schön bekloppt.

  8. MsTaxi sagt:

    Mir ist schon klar, dass vielen Unternehmern jetzt der Achtersteven auf gefroren Wasser geht, aber mal ehrlich, die Krise ist doch hausgemacht. Sinkenden Umsätzen mit mehr Autos begegnen zu wollen, das konnte doch nicht gutgehen. Auch ein kleiner werdender Kuchen ist eine endliche Menge, bei der noch mehr Esser nicht zu einer größeren Portionsgröße führen (können).

    Ich bin für den Mindestlohn, und auf dem Weg dahin für harte flankierende Maßnahmen, die man schon vor einigen Jahren hätte endlich beginnen müssen. Man kann noch aufholen, aber dann wird es echt Zeit…

    1. Einbezug aller Mietwagenkonzessionen in die Kontingentierung. Ob Taxi oder Mietwagen, wir spielen auf demselben Spielfeld, die einen wie Limo-Services vielleicht in Wimbledon und und manche Taxis eben in Kleinklickersdorf, aber hier wie da ist bei einer klugen Berechnung einerseits genug Geschäft für alle, ohne dass die Kunden andererseits ernsthaft Gefahr laufen, Einbußen bei der Verfügbarkeit von Transportmöglichkeiten zu erfahren.

    2. Beschränkung bei Neuerteilung und gleichzeitige strenge Kontrollen der Wirtschaftlichkeit bei fälligen Verlängerungen der Konzessionen. Dabei ist mir durchaus klar, dass viele Unternehmer ernsthaft in Armut enden können, wenn der Verkauf am Ende der Arbeitslaufbahn nicht mehr möglich ist. Hätten sie halt in den fetteren Jahren vorgesorgt, sorry.

    3. Konsequente Anwendung bestehender Gesetze. Sind wir mal ehrlich, die Strafmöglichkeit bei ertappten Steuersündern etc. in Sachen Entzug bzw. Nicht-Verlängerung der Konzession kommt doch kaum zur Anwendung. Nicht nur deshalb gilt unser Gewerbe auch als notorisch die Steuer hinterziehend.

    Allein diese drei Möglichkeiten – und es sind ja noch einige andere denkbar – hätten dazu geführt, dass es nun nicht gar so schmerzlich schwer fallen würde, den Mindestlohn sofort zu zahlen. Mir ist auch klar, dass ein gut Teil der Taxifahrer in Deutschland dann arbeitslos wird und viele davon kaum wieder eingliederbar sein werden. Da legt aber doch nur offen, dass ohne indirekte staatliche Förderung wie Aufstockerei oder aber illegale Methoden wie Schwarzarbeit der Gesundschrumpfungsprozess des Gewerbes schon von allein eingetreten wäre.

    Und natürlich ist mir auch klar, dass ich das vielleicht alles ganz anders sehen werde/ würde, gehör(t)e ich zu dem Viertel, das es trifft.

  9. Sash sagt:

    @bard.jun:
    Wie Andreas schon schrieb: ganz so einfach wird das nicht.
    Der wunderbar einfach gehaltene §47 (5) des PBefG („Die Vermietung von Taxen an Selbstfahrer ist verboten.“) schließt genau das aus. Und in welche Richtung sich die Zahl der Selbständigen entwickeln wird, ist auch noch unklar. Nicht jeder gefeuerte Angestellte hat das Zeug, sich selbständig zu machen – und der Mindestlohn kann auch für Einzelunternehmer ein Anreiz sein, in ein Angestelltenverhältnis zu wechseln. Ich glaube inzwischen, dass sich da kaum was ändern wird und es allerhöchstens eine leichte Verzögerung geben wird.

    @Daniel:
    Und aus anderen Städten hab ich’s auch schon gehört. Zahlen bis 35% werden da genommen. Da fasst man sich an den Kopf …

  10. Cliff McLane sagt:

    > Was könnten wir erst reissen, wenn wir besser verdienen würden und deswegen weniger arbeiten müssten?

    Oh, höre ich da revolutionäres Gedankengut?

    Wie könnte es erst sein, wenn öffentliche Dienstleistungen weniger besteuert würden? Das würde zu niedrigeren Preisen führen und somit auch dazu, dass sie öfter in Anspruch genommen werden. Dazu müsste noch nicht einmal jeder deutlich mehr verdienen, obwohl das auch schön wäre, und ich in letzter Konsequenz (also langfristig) das bedingungslose Grundgehalt befürworte. Und einen, verdammt nochmal, einheitlichen Mehrwertsteuersatz von, sagen wir, 16 Prozent. Auf alles, auch auf Lebensmittel und Tiernahrung. Das ginge sich auf, binnenwirtschaftlich.

    Deutschland könnte sich das erlauben. Es wäre ein gewagtes gesellschaftliches Experiment mit 80 Millionen Leuten, das aber zum ersten Mal in der Geschichte ohne Enteignungen möglich wäre.

    Aber, na gut: Ich träume. Das wird nicht passieren.

  11. Joern sagt:

    @Sash und @Andreas: So ganz abwegig ist das von bard jun. vorhergesagte zumindest juristisch nicht.

    Wenn ein ehemals angestellter Fahrer jetzt zukünftig als Subunternehmer starten will, bleibt er damit Taxifahrer (und wird nicht zum Selbstfahrer i.S.d. PBefG). Sonst dürften Unternehmen wie Leihtax usw. ihre Autos ja auch nicht vermieten.

    Und er wird auch nicht scheinselbständig, wenn er wirklich (wie bard jun. beschrieben hat) für einen z.B. Zeit- oder km-Preis das Fahrzeug mietet und seine Tages-Aufteilung, Routen usw. selbst festlegt. Und mehr als einen Kunden hat er auch.

  12. ednong sagt:

    Ich sags immer wieder: dieser ganze Bürokratismus kostet viel mehr, als er einbringt. Oder zumindest genauso viel. Daher wäre ich ebenfalls für ein bedingungsloses Grundeinkommen.

    Denn wenn ich diese – ach so hohen – 8,50 E Mindestlohn nehme und mal mit 21 Arbeitstagen multipliziere, komme ich bei 168 Stunden auf 1428 EUR. Brutto. Davon bleiben in Berlin nach Abzug in STeuerklasse 1 etwas mehr als 1000 EUR übrig. 1000 EUR ist auch meines Wissens die Armutsgrenze. Also lebt man damit bei einem Vollzeitjob knapp über der Armutsgrenze.

    Und wenn ich jetzt noch das ALG-2 nehme, einen qm-Preis von 7,80 ansetze, dazu eine 50 qm Wohnung nehme – dann lande ich bei knapp 390 EUR + 390 E Miete + div Nebenkosten und anderes Gedöns – also insgesamt irgendetwas zwischen 900 und 1000 E. NIcht viel besser.

    Und dafür setzt sich dann – erst ab nächstes Jahr – ein Taxler hinter das Steuer. Und ich als Kunde verlange dann noch nach einem freundlich lächelnden Taxifahrer, egal wie scheiße ich als Kunde drauf bin.

    Gut, es trifft andere Dienstleister ähnlich. Ich denke, Deutschland ist noch weit entfernt von fairer und angemessener Bezahlung.

    Was ist eigentlich nochmal das HIndernis für das bedingungslose Grundeinkommen?

  13. bernd sagt:

    Sash…8.50 mindestlohn…nee nee..eher einheitslohn…bevor ich taxifahrer wurde habe ich für viele leute mitgearbeitet…warum aus den unterschiedlichsten gründen…es gibt überall auch genug faule taxifahrer..ja ja

  14. bernd sagt:

    Ich fahre auch nachts..oder besser nur nachts …und ich fahre genau wie du nach umsatz…was eine gerechte entlohnung ist…finde ich…bin gespannt was du sagst wenn im januar in deiner firma alle das selbe verdienen …ob fleissig oder faul

  15. bernd sagt:

    Bei uns stehen nachts genug kollegen die halbe nacht an der tanke …da könnten 1000 leute fahren wollen ..die würden sich nicht ein meter bewegen…echt die haben 8.50 verdient …weil ich in der zeit von den 1000 leuten schon ne menge heim gefahren habe…toll wie gerecht die welt mit 8.50 sein wird für die faulen taxifahrer

  16. Sash sagt:

    @bernd:
    Wer sagt denn, dass ab 1.1.2015 alle das gleiche verdienen?
    Das hab ich nie behauptet und aller Voraussicht nach wird das bei mir auch nicht der Fall sein. 🙂
    Als ob die Chefs nicht (jetzt erstmals!) auch ein Interesse hätten, die Fahrer auszusieben. Das ist Teil des Ganzen.

  17. bernd sagt:

    Also ich war ja nicht immer taxifahrer…und ziehe ja nur eine paralelle zu dem was ich früher gsearbeitet habe…weil alle den selben stundenlohn bekamen….aber wir sinnd nun mal nicht alle gleich….warum weil manche zu faul sind..oder zu dumm sind…die einfachsten arbeitsabläufe zu begreifen…ich habe das doch so lange gehabt bevor ich taxifahrer wurde..und das war auch mit der grund warum ich taxifahrer wurde ..die haben das selbe wie ich verdient…und ich denke das es auch bei uns im taxigewerbe dann so kommen kann

  18. bernd sagt:

    Wie gesagt bin ich ja nicht gegen die 8.50….aber eben auch nicht dafür…und ich habe meine eigene meinung zu diesem thema ( mindestlohn )…nicht so wie einige andere kollegen die dir gerne zum munde reden…du verstehst das ich das nicht tun werde..achja und um nicht unhöflich zu sein ….sage ich das so ich habe keine lust mehr egal im welchen job für andere wider mit zu arbeiten

  19. bernd sagt:

    Mein jetziger chef hat nur ein auto…er fährt am tage ich nachts darauf…ausgesiebt wurde bei uns schon immer …aber komischerweise gibt es bei uns noch genug faule fahrerkollegen…aber auch faule chefs ddie alleine fahren aber auch die halbe nacht lieber an der tanke mit 10 anderen kollegen verbringen…und sich wahrscheinlich darüber unterhalten…wie schlecht doch alles ist lol…von denen die die halbe nacht ihr bischen geld auch noch verzocken will ich garnicht erst reden

  20. SaltyCat sagt:

    Bernd – man kann auch mehrere Sätze in EINEN Kommentar schreiben …

  21. bard jun. sagt:

    @Andreas
    Scheinselbständigkeit schaut auf die Anzahl der Auftraggeber = nur einen Auftraggeber (zB. wie bei Eismann) =Scheinselbständigkeit; aber Taxler haben jede Menge Auftraggeber, nämlich jeden einzelnen Kunden.
    @Sash
    nicht daß ich im PBefG zu hause bin, aber der reine Wortlaut verhindert m.E. nur die Vermietung der Taxe wie einen Leihwagen!?! Der selbständige Taxler hätte ja selbst einen Personenbeförderungsschein.

  22. SaltyCat sagt:

    @bard – p-schein ja, aber keine konzession. die kannst du nämlich nicht mitvermieten.

  23. Daniel sagt:

    @Bernd: Du hast da was nicht verstanden. Die Taxifahrer die den ganzen Abend an der Tankstelle stehen und nicht arbeiten fliegen als erstes. Und die die dann besonders aktiv / fleißig sind, können sogar mehr als 8,50 Euro verdienen.

    Ich bin der Meinung, es muß sich kein Taxifahrer der momentan deutlich über den 8,50 Euro liegt Sorgen machen weniger zu verdienen – eher müssen sich die, die drunter liegen Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen.

  24. Sash sagt:

    @bernd:
    Zum einen:
    Bist Du selbständig? Wenn ja, dann kann Dir der Mindestlohn egal sein. Wenn nein, dann arbeitest Du zumindest für Deine Chefs mit. Und damit auch für Kollegen, die öfter Unfälle bauen als Du oder sonstwie weniger lohnend sind.
    Zum anderen:
    Der Mindestlohn bedeutet doch gar nicht, dass wir nicht weiterhin umsatzbasiert bezahlt werden. Er bedeutet eine Deckelung nach unten. Und nur für den Fall, dass große Engpässe entstehen, dass der umsatzbasierte Anteil vielleicht geschmälert wird oder abgeschafft. Aber mal im Ernst: das kann jeder Unternehmer handhaben, wie er will oder denkt, dass es richtig ist. Und macht vermutlich einen neuen Arbeitsvertrag nötig, bei dem es wiederum deine Freiheit ist, ihn nicht zu unterzeichnen und zu einem anderen Unternehmen zu wechseln. Der Mindestlohn ist eine Untergrenze – alles weitere ist Sache deines Chefs, also hör bitte auf, das als systemimanentes Problem zu sehen.

    @bard jun.:
    Wie SaltyCat geschrieben hat: woher hat der Kerl dann eine Konzession. Wenn er eine hat, dann ist er selbst Unternehmer mit eigenem Wagen – und hat genau null Gründe, für jemand anders zu arbeiten. Hat er keine Konzession, darf er nicht Taxi fahren. So kurz der Gesetzestext ist, so sicher schließt er Scheinselbständigkeit zusammen mit den anderen Gesetzen aus.

  25. thorstenv sagt:

    Dann machen wir die 25 voll und dazu muss ich nichtmal selber was schreiben. Ich stimme dem ersten Kommentar zu: Gut geschrieben.

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