Ein Schatz!

Zugegeben: Ein bisschen hatte ich auf eine längere Tour gehofft. Meine Kundin war schon etwas betagt und auch wenn ich’s bisher nicht empirisch nachgewiesen habe, scheinen Menschen im Rentenalter zieladressenmäßig wesentlich eher zu den Außenbezirken zu tendieren. Nun war es also „nur“ eine Fahrt an die Grenze zwischen Lichtenberg und Prenzlauer Berg. Mir wurde eine Kreuzung genannt und eiligst wurde hinterhergeschoben:

„Auf dem kürzesten Weg bitte!“

„Ha, das ist – wenn man es genau nimmt – die einzige Ansage, die Sie nicht extra hätten machen müssen!“

klärte ich scherzhaft auf. Nicht, dass ich es falsch fand. Man kennt ja die lieben „Kollegen“.

Auf dem kürzesten Weg sind aber auch wir nicht zum Ziel gelangt, da dort seit Ewigkeiten eine Baustelle den Weg versperrt. Das immerhin wusste ich vorher schon und so kamen wir dennoch gut gelaunt dort an, wo sie hinwollte.

„Na, junger Mann, was kriegen Sie jetzt von mir?“

„Genau 9,20 € bitte.“

„Na Sie sind ja ein Schatz!“

Seltene Ansage bei einer Fahrt mit erklärtem Umweg. Aber auch sehr schön war folgender Satz zu den durchschnittlichen 80 Cent Trinkgeld:

„Es ist nicht viel, aber es freut sich der Mensch.“

Tut er. Selbstverständlich. 🙂

4 Kommentare bis “Ein Schatz!”

  1. daju77 sagt:

    Fahrten mit älteren Fahrgästen sind fast immer angenehm. 🙂

  2. ThorstenV sagt:

    Ist die Oma am Ziel, freut sich der Mensch 😉

  3. Lifthrael sagt:

    Wie die Schwiegeroma immer sagt: „Nichts als Ärger, Kummer und Freude.“

  4. Sash sagt:

    @daju77:
    Fast. Aber immerhin. 🙂

    @ThorstenV:
    Schön zusammengefasst.

    @Lifthrael:
    So könnte man auch sagen, ja. 🙂

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