Der Unterschied von "im" und "ins"

Klar, der liegt schonmal definitiv bei 150 bis 200 €.

Und das liegt auch daran, dass es definitiv weniger Stress ist. Es geht natürlich ums Kotzen im/ins Auto. Ich bin eine ganze Weile am Matrix gestanden, und ich war nicht wirklich erfreut, dass ausgerechnet meine potenziellen Kunden aus drei Jugendlichen bestanden, von denen einer nur mitgeschleift wurde, weil er nicht mehr selbst stehen konnte.

Ich bin erstmal kurz im Wagen sitzen geblieben und hab gewartet, was passiert – schwer mit mir ringend, was ich aus der Situation machen sollte. Die Kids haben draußen noch vor sich hindiskutiert, also bin ich dann doch ausgestiegen. Die erste Frage der potenziellen Kundschaft war tatsächlich:

„Hey, guten Abend! Haben sie Kotztüten?“

Man kann immerhin nicht behaupten, dass sie sich der Problematik nicht bewusst waren.

Kotztüten habe ich seit mir mein Rucksack geklaut wurde nicht mehr im Auto und so musste ich das verneinen. Sie haben gefragt, ob ich nicht einen Kollegen anhauen könnte. Die erschöpfende Antwort eines Kollegen war der Hinweis darauf, dass ich „sowas“ ja „nicht mitnehmen“ muss. Ich hab den inzwischen drei Helfern gesagt, dass sie sich da selbst drum kümmern müssten und hab ihnen auch deutlich gesagt, dass ich alles andere als begeistert bin.

Sie waren allesamt sichtlich eingeschüchtert und sich der beschissenen Situation bewusst. Sie haben mir erklärt, dass sie auch nur ein Taxi nehmen, weil sie es für unverantwortlich halten würden, vom Bahnhof noch einen so weiten Weg zurückzulegen, und dass es mit der Bahn sicher auch nicht ganz ungefährlich sei. Sie wären froh, wenn er möglichst schnell heimkommt – und sie wären ja die ganze Zeit dabei. Dass er auch in die Tüte kotzt, dafür würden sie schon sorgen.

Ich hab sie daran erinnert, dass es vielleicht auch angebracht wäre, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, was sie aber für unnötig erachteten, da er zum einen „sowieso schon alles rausgekotzt“ hätte und sie sich lieber selbst kümmern wollten. Die verständnisvolle und völlig professionelle Reaktion auf meine Aussage hin

„ich möchte nur gleich eines klarstellen: Der letzte, der mir ins Auto gekotzt hat, hat 200 € bezahlt. Und das ist nicht zuviel oder unüblich – da könnt ihr meine Kollegen fragen!“

hat mich dann davon überzeugt, dass ich es versuchen werde. Zudem hatte einer von ihnen inzwischen auch eine Tüte aufgetrieben, deren Größe so praktisch war, dass man dem Patienten die Henkel über die Ohren hängen konnte. Dieses Bild hat mich trotz der unangenehmen Situation sogar zum Lachen bringen können und ich hab’s zugelassen, dass sie ihren Freund hinten einladen. Dieses Mal hab ich auch drauf geachtet, dass er nicht an der verschlossenen Tür sitzt, obwohl er sich so oder so nicht mehr viel selbstständig bewegt hat.

So, endlich waren die Pferde gesattelt.

„Wo soll es eigentlich hingehen?“

„Nach Mahlsdorf!“

Also immerhin auch noch eine lohnende Tour, bei der man die 5 Minuten zu Beginn gerne investiert. Die Fahrt verlief überaus angenehm und problemlos. Der Kerl hat zwar noch ein paarmal ein bisschen Galle hochgewürgt, aber laut den Mitfahrern hat die Tüte – die, wie sich herausstellte, vom Boden vor dem Club stammte – mehr gestunken als das, was nachher der Inhalt war. Alles ist sauber geblieben und ich hab mich mit dem verbleibenden Rest sehr angenehm unterhalten und eine wirklich sehr gechillte 25€-Tour gehabt.

Ich gebe zu, nach der ganzen Aktion und eingedenk der Tatsache, dass ich der wahrscheinlich einzige war, der sie mitgenommen hätte, habe ich mir etwas mehr als 1,60 € Trinkgeld erhofft, aber überdurchschnittlich war es ja immerhin…

Ich mach für Geld sicher nicht alles, und ich war kurz davor, die Tour abzulehnen. In dem Fall war aber klar, dass ich mir sehr großer Sicherheit keinen Stress bekomme, und der Typ von Leuten versorgt wird. Wären seine Freunde mir irgendwie unangenehm aufgefallen, dann wäre es das gewesen. Aber ich möchte auch mal anmerken, dass unsere Dienstleistung ja durchaus auch mal in die Kategorie „Hilfe“ fällt. Klar war der Typ selbst schuld, aber so lange ich das Risiko für mich einschätzen kann, kann ich auch dämliche Leute befördern. Und immerhin kriege ich ja tatsächlich Geld dafür.

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5 Kommentare bis “Der Unterschied von "im" und "ins"”

  1. FaTTonY sagt:

    Hi Sash,

    normal kommentiere ich ja nicht un bin nur stiller Mitleser, aber hierbei muss ich mal was schreiben! Ich kenne diese beschissene Situation, allerdings nur von Kundenseite! Ich finds super das du die Jungs trotz allem mitgenommen hast, wir haben schon öfter erlebt das das die meisten Taxifahrer nicht gemacht hätten!

    LG

    FaTTonY

  2. Sash sagt:

    @FaTTony:
    Na dann hallo, lieber stiller Mitleser! 🙂
    Ich kenne das auch von Kundenseite, und ich bin einfach kein Unmensch. Das Problem ist eben, dass das Risiko so schwer abzuschätzen ist.

  3. Paramantus sagt:

    Eieiei, ich war mal mit nem Freund mit dem Taxi unterwegs und der hat die ganze Fahrt über aus dem Fenster gekotzt. Mir war das super peinlich und der Taxifahrer wurde mit jedem Kilometer wütender, sagte aber kein einziges Wort. Wir waren betrunken, der arme Freund vertrug den Tequila nicht… Da hat mit der Taxifahrer richtig Leid getan. Hab ordentlich Trinkgeld gegeben und mich entschuldigt am Ende.. :-/

  4. Aro sagt:

    @Paramantus
    Hey, ein Bienchen für dich. Wenigstens war es dir peinlich 😉
    Aber solange auch wirklich alles nach außen geht, ist es ja nicht so schlimm. Da gehts mal bei der Tanke mit nem Kärcher drüber und fertig ist. Innen geht das leider nicht so einfach und deshalb ist das ein größeres Problem.

  5. Sash sagt:

    @Paramantus:
    Ich stimme Aro zu: Wenn alles rausgeht, dann ist das ja eine „Kleinigkeit“. Klar wäre ich auch nicht begeistert, und dass das „Trinkgeld“ in dem Fall die 5 € für die Waschanlage deckt, darauf würde ich sogar bestehen. Aber es ist wirklich nett, das wenigstens zu realisieren. da liegt ja meist das Problem.
    Deswegen hab ich die Leute auch mitgenommen. Die wussten genau, wie scheisse das für mich ist, bzw. werden kann. Und da draussen rennen einige Leute rum, die davon ausgehen, dass sowas in den Taxi-Preisen natürlich schon mit drin ist…

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