War nicht der beste Abend. Es hat mich also sehr gefreut, dass die junge Touristin mich am Ostbahnhof gefragt hat, ob ich zum Flughafen Tegel fahren würde. Aber daraus wurde nichts. Sie hat mir nämlich gleich mitgeteilt, dass sie nur 20 Dollar (!) dabei hat. Ich bin nun wirklich kein Unmensch, das sollte ja klar sein. Ich hätte Dollar genommen. Mit ein bisschen Überzeugung auch zum Wechselkurs, obwohl das beim Umtauschen Verlust bedeutet. Aber WENIGER in Dollar als in Euro (sind so runde 22 €) ist dann doch ein wenig zu… wenig. Wäre ja auch zu schön gewesen.
Für 20?
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Was fürn Armutszeugnis, wenn mans nicht gebacken bekommt, in einer fremden Stadt die kohle für die Rückreise zusammen zuhalten.
Oder war des doch nur, die Geiz ist Geil Masche?
Wer weiss…
Ich meine, ich weiss nicht, was schief gelaufen ist – aber man muss auch nicht auf alles eingehen. Sie schien im Übrigen auch nicht besonders schockiert zu sein, als ich sie abgewiesen habe. Also es war keine „Ich hab echt nicht mehr Geld, aber mein Flieger geht in einer halben Stunde“-Geschichte.
wohl wissend in der Annahme das es traurigerweise genügt Tax’ler gibt, die dieses kaum Gewinn bringende Spielchen mit spielen.
Ja, und die wundern sich meist noch, warum plötzlich so viele Kunden auf die Idee kommen, man könne ständig Ausnahmen machen…
Aber wozu über die eigene Schicht rausgucken? Schon seltsam…
Ok, es wird nicht alles so heiss gekocht wie es gegessen wird. In deinem speziellen Fall wäre es natürlich ein Verlust Geschäft gewesen. Aber am meisten verhandeln doch die Fahrgäste über längere Strecken ( sprich wenn es aus dem Tarifgebiet raus geht ), und wenn der Kunde die Strecke dann nicht schon auswendig kennt, zahlt er meistens drauf ( also zum vergleich zum Taxameter )…so hab ich das zumindestens von euch drei Bloggern gelernt 😉
Fahrten nach außerhalb sind ja was ganz anderes – da ist es ab einer bestimmten Distanz logisch, dass der Preis teurer ist als mit Taxameter – da eine zwangsweise längere Leerfahrt zurück mit eingeplant werden muss. Wir als Fahrer müssen ja auch ein gewisses Verhältnis von Strecke und Einnahmen erzielen. Ab einer gewissen Entfernung können wir da also guten Gewissens den Preis nach Taxameter ablehnen, weil er zu niedrig ist.
Im Pflichtfahrgebiet ist das was anderes – da ist der Tarif (zumindest mehr oder minder) darauf ausgelegt, dass damit die immer noch notwendigerweise anfallenden Leerfahrten ausgeglichen werden, etc. Das allerdings auch nicht im puren Übermaß, sodass schon ein wenig Verzweiflung dazu gehört, einen Preis deutlich unter Tarif anzunehmen.
Im Übrigen: Kunden handeln auch da oft. So Sätze wie „Lass das Ding aus, und ich geb dir nen Fünfer“ höre ich beinahe täglich. Eine Untergrenze gibt’s da scheinbar nicht 🙂
Wie ist das den nun wieder zuverstehen, muss ich etwa ein Schuldbewusstsein haben, wenn ich mit Taxameter über eine längere Strecke Außerhalb des Tarifgebiets fahre??
Quatsch 🙂
Wenn der Fahrer das macht, dann wird es sich schon lohnen in dem Fall.
Was ich meinte, ist in einem Beispiel vielleicht einfacher:
In der Stadt fahre ich nach Taxameter, z.b. 7 km
Durch den Startpreis von 3 €, und den hohen Preis von 1,58 € für die ersten 7 km in Berlin komme ich auf rund 14 €. Damit könnte ich zum Beispiel wieder zum Ausgangspunkt zurückfahren, und käme immer noch etwa auf die Gleichung 1 € = 1 km (wie mein Chef es anvisiert)
Je länger die Strecke wird, desto mehr egalisiert sich der Startpreis, zudem werden die Kilometer ab dem achten „nur“ noch mit 1,20 € berechnet.
Wenn ich jetzt – der Einfachheit halber – direkt von der Stadtgrenze 100 km weit ins Land fahre, und das nach Taxameter, dann kommen da die 14 € von vorhin zustande + 1,20 x 93 (die restlichen Kilometer) = 112. Sind also insgesamt 126 €.
Da ich aber nur in Berlin Kunden aufnehmen darf, fahre ich die 100 km leer zurück, und habe somit „nur“ 126 € für 200 km eingenommen. Für mich ist das natürlich mehr als ok, denn so viel verdiene ich normalerweise in einer Schicht unter der Woche insgesamt, aber mein Chef ist eben nicht so begeistert, weil er unterm Strich weniger pro Kilometer verdient, und das in Einzelfällen soweit gehen kann, dass er dabei draufzahlt. Deswegen hab ich die Weisung, bei weiteren Fahrten ca. 1,60 € pro Kilometer zu verlangen – was schon erheblich über dem obigen Beispiel liegt. Realistisch fahre ich natürlich auch für 1,50 € oder 1,45 € – aber nach Taxameter wäre „zu billig“.
Das ist halt eine der Absurditäten, die daraus resultieren, dass man als Taxifahrer an sein Pflichtfahrgebiet gebunden ist:
– Kurze Fahrten sind teuer
– Längere im Pflichtfahrgebiet sind billiger
– Lange nach außerhalb sind extra teuer
Zugegeben: Für die Kunden ist das auf den ersten Blick unverständlich, folgt aber der Logik des Marktes…