Simply the Best (10)

Hier noch einmal Sashs eigene Rekorde beim Taxifahren. Der / die Neue(n) sind fett gedruckt.

Geld:

  • Höchster Umsatz pro Schicht: 241,70 €
  • Höchster Umsatz pro Tour (ohne Trinkgeld): 55,00 €
  • Höchstes Trinkgeld pro Tour: 31,10 €
  • Originellstes Trinkgeld: 4,90 € + 2 Flaschen Prosecco
  • Höchstes Trinkgeld pro Schicht: 45,50 €
  • Höchste Einnahmen pro Tour (inkl. Trinkgeld): 65,00 €
  • Höchste Einnahmen durch Zuschläge pro Schicht: 14,50 € (neu!)

Touren:

  • Die meisten Touren pro Schicht: 24

Strecke:

  • Die längste Strecke pro Schicht: 262,3 km
  • Die kürzeste Strecke pro Tour: ca. 300 m
  • Die längste Strecke pro Tour: ca. 52,0 km

Zeit:

  • Die längste Schicht (Pausen nicht eingerechnet): 11:45 Std.
  • Die längste Standzeit: 3:30 Std.
  • Die längste Wartezeit mit laufender Uhr (eine Tour): 0:25 Stunden

2 mal 2 mal 1 macht 2*

Da bin ich also noch recht unmotiviert an meinem Auto angekommen, hab gerade das Dachschild festgeschraubt, als ich angesprochen werde:

„Fangen sie jetzt gerade an?“

„Ja!?“

„Ich hätte gleich einen Auftrag. Passen bei ihnen 2-Meter-Bretter rein?“

„Hmm, kommt wahrscheinlich drauf an, wie breit sie sind. Ganz 2 Meter Ladefläche hab ich nicht…“

„Bei ihm passen sie nicht rein…“

Er deutete auf den Baumarkt-Parkplatz, auf welchem ein Kollege mit einem E-Klasse-Kombi stand. Puh! DA passen die nicht rein? Naja, ich kann es ja mal versuchen…

Die folgenden 10 Minuten habe ich mit dem Kollegen damit verbracht, „Bretter“ von 2×1 Meter Größe in mein Auto zu pfrimeln. Und zwar so, dass noch zwei Plätze frei waren. Das gestaltet sich – bei allem Lob für mein Auto – dann doch nicht so leicht wie man denkt. Ladungssicherung war nun nicht wirklich das Wort des Tages, auf der anderen Seite waren die Bretter so verkeilt, dass da wirklich nichts mehr passieren konnte. Dazu noch 2 kleinere Bretter, und schon standen wir schwitzend vor dem amorph gestalteten Nutzraum-Konzept für diese Tour.

„Als Zuschlag mach ich mal 2 €, ist das in Ordnung?“

„Ja, auf jeden Fall! Das ist ja wirklich für den Aufwand sehr human! Das kostet jetzt ja sicher nicht über 50 €, oder?“

„Wo soll’s denn eigentlich hingehen?“

„Ja, so Schönhauser Allee, ich sag dann Bescheid…“

„Nee… soo teuer wird’s definitiv nicht!“

OK, gut, warum nicht? Ne gute 12€-Tour zum Start. Dort angekommen mussten wir den Spaß wieder aus der Kiste rausömmeln, und so gestaltete sich die Fahrt insgesamt recht anstrengend. Im Nachhinein ärgere ich mich ein wenig, dass ich gerade 2 € Zuschlag genommen habe. Die waren so ziemlich genau das, was die Tarifordnung hergibt (1 € pro Gepäckstück, das nicht in den Kofferraum passt), und somit ok. Leider kamen wir damit am Ende auf 14,60 €…

„Machste 15!“

Ich mag es, wenn man meine Hilfe schätzt…

*Zuschlag in €

What a Night…

Gestern Abend hat es mich gar nicht so wirklich aus dem Haus gezogen. Ich war schon den ganzen Nachmittag über müde, und irgendwie war die Motivation ziemlich im Keller. Es ist Samstag gewesen, und das bedeutet von ökonomisch-moralischer Seite dann aber irgendwie doch, dass man nicht frei machen kann.

Daran lag es allerdings nur bedingt. Die erste Schicht eines Monats ist immer so nichtssagend. Um das Ziel pro Schicht zu drücken, muss man enorm ranklotzen, und da ich bereits heute wieder freimache, war meine Messlatte auch entsprechend hoch: 186,40 € – wenn ich schon fahre, dann sollte es bitteschön nicht weniger werden. Dafür aber braucht man Zeit – und irgendwie hatte ich nun ja gar keine Lust, auch noch lange zu arbeiten…

Naja, wie das halt so ist. Letztlich bin ich dann natürlich doch los – und wie üblich kam der Appetit mit dem Essen. Man ist als Taxifahrer ja wirklich in gewisser Weise Jäger und/oder Sammler. Man durchstreift die Jagdgründe, immer auf der Suche nach dem dicksten Fisch, der größten Beute. Dass sich die Keule im Dienstleistungsgewerbe nicht als Argumentationshilfe durchgesetzt hat, ist dennoch einer der Gründe, weswegen ich den Job so mag – so animalisch die Einleitung auch klingt.

Um es kurz zu machen: Ich hab meinen Rekord um einen Euro nach oben versetzt – mehr als 240 € Umsatz hatte ich die Nacht, und als wenn das noch nicht genug wäre, können sich auch die 35,60 € Trinkgeld sehen lassen… und dann die Fahrgäste erst…

Aber das kommt langsam mit der Zeit in einzelnen Beiträgen.

Taxi-Dialoge (13)

„Geringfügig“ ironische Unterhaltung:

Fahrgast (über seine Bierflasche): „…und wenn ich die hier gleich ausleere…“

Sash: „Gott sei Dank bin ich so besoffen, dass ich das nicht mehr mitkriege…“

Fahrgast: „Lieber ein besoffener Taxifahrer, als nüchterne Fahrgäste, sag ich immer…“

Gar nicht mal so schlecht…

So, der Monat ist quasi vorbei. Heute Abend noch eine Schicht – das war es dann aber auch schon. Es war fürs Taxifahren ein Monat, den man wahrscheinlich irgendwo unter neudeutsch „crazy“ einordnen kann. Meine Umsätze waren (zumindest für meinen bescheidenen Geschmack) echt gut, aber zu erwarten war das nicht wirklich. Oder doch? Ein bisschen?

Zunächst einmal hatten wir zu Monatsbeginn die vielgescholtene Tariferhöhung. Per Definition müsste sie zu einer Umsatzsteigerung führen, von vielen Kollegen war allerdings zu hören, dass sich eine Erhöhung zu Beginn oft eher negativ auswirkt, weil Kunden wegbleiben.

Ebenfalls zu Monatsbeginn wurde Berlin von drei Modemessen heimgesucht, die dafür gesorgt haben, dass die Taxameter unter der Woche im Wochenendtakt gerattert haben. Rekordumsätze, wo man hingehört hat…

Mitte des Monats begannen dann die Sommerferien, was allgemein immer eher mit einem Rückgang an Farten verbunden wird.

Gleichzeitig zu Ferienbeginn kollabierte allerdings das S-Bahn-Netz in Berlin, was dann doch wieder für ein paar Fahrten – gerne auch mal längere in die Außenbezirke – gesorgt hat.

Dazu dürfte in der Stadt zeitweilig auch mehr Taxenverkehr geherrscht haben, weil Tegel von manchem Fahrer nicht mehr angefahren wurde, der dort bisher sein Geld verdient hat.

Zu diesem Wust an Gründen für guten oder schlechten Umsatz kommt natürlich wie jeden Monat noch die persönliche SWINEFLU (Scheißhalte Wo Ich Natürlich Erst nach Feierabend Lukrative Umsätze machen kann)-Quote und die Arbeitslust zu umsatzstarken Zeiten.

Mit anderen Worten: Ich hab keinen Plan, was sich jetzt wie stark ausgewirkt hat, und auf wen ich meine Umsätze schieben kann…

Zahlen:

Ein paar Kennzahlen aus dem Juli, Quelle: Sash

Ein paar Kennzahlen aus dem Juli, Quelle: Sash

Zum Vergleich gerne auch noch den letzten Monat:

Andere Zahlen von wann anders, Quelle: Die gleiche

Andere Zahlen von wann anders, Quelle: Die gleiche

Falls jetzt wider Erwarten ein Kollege aufspringt und vermutet, ich hätte ihm allen Umsatz geklaut: Ich hab mich gerade auf echt chillige Arbeitszeiten eingependelt – mit denen man bei dem Umsatz und meinen niedrigen Ansprüchen sogar leben kann: 5-Tage-Woche mit ca. 40 Stunden. Fast schon wie normale Arbeit 😉

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Taxi-Dialoge (12)

Sash: „Wo darf’s denn hingehen?“

Fahrgast: „Nach Hause!“

Sash: „Also gut, zu ihnen oder zu mir?“

Ich gebe ja zu, ich hab mich ein wenig kindisch darauf gefreut, den Spruch das erste Mal zu bringen…