Kurzes Fazit zu den BOBs

So, der lange ersehnte Mai ist da und der zweite ist sogar schon vorbei. Das heißt, die Sieger bei den BOBs sind gekürt und GNIT hat einen respektablen zweiten Platz erreicht!

Ich wollte mich bedanken fürs viele Voten und natürlich Jule als Gewinnerin unserer Kategorie meinen Glückwunsch aussprechen. Wenn man bedenkt, dass Jule im Laufe des Aprils fast genau viermal so viele Besucher auf ihrer Seite hatte, sind die 30%, die ihr für GNIT rausgeholt habt, wohl so ziemlich das maximal machbare!

Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, mitzufiebern. Nun hab ich nicht gewonnen, vielleicht gewinne ich ja mal irgendwo anders. 🙂

Aufrunden

„Dann wären wir bei 6,40 €.“

„Na, da runden wir auf jeden Fall auf!“

Das kann bei diesem Betrag alles heißen. Hab ich gleich darauf gelernt:

„Machen Sie also bitte 6,50 €.“

 

Passat, hellelfenbein.

Was für ein Abend!

Ich weiß nicht, das wievielte Bier ich gerade trinke und vielleicht ist das auch gut so. Fest steht nur: Endlich daheim, endlich am PC! Für viele ist Weihnachten ein Feietrag, für mich ist es der erste Mai. Da mögen die Umsätze gigantisch sein – dieser Tag ist meiner!

Nicht nur. Es ist ebenso der Tag der revolutionären 1.Mai-Demo, auf der ich seit meinem Zuzug nach Berlin bisher jedes Jahr zu finden bin. Die Demo ist natürlich überregional hauptsächlich wegen der Krawalle in ihrem Umfeld bekannt, was aber nicht wirklich der Grund ist, weswegen ich dort hingehe. Dieses Mal war wieder einmal früher Schluss wegen Scharmützeln mit der Staatsmacht, aber ich könnte ausnahmsweise nicht einmal sagen, wieso. Als Teilnehmer kriegt man auch nicht immer alles mit und mehr als ein paar freischwingende Knüppel der Polizei hab ich nicht gesehen. Sei es drum.
Deprimierend verlief der Versuch, aus dem ganzen Schlamassel wieder zu entrinnen, denn obwohl eigentlich nichts los war, musste man endlos durch die Gegend irren, um irgendwann mal den Ausweg zwischen all den Straßensperren zu finden. Wenn ich nichts essentielles verpasst habe, war das der friedlichste erste Mai seit ich hier wohne.
Wer über DEN ersten Mai (1987) in Kreuzberg was lesen will, sollte das unbedingt bei Aro tun. Der hat es meisterhaft geschafft, die Geschichte aus seiner Sicht als Beteilgter denoch kritisch rüberzubringen. Gegen diesen Text stinkt auch jede Fernseh-Doku ab!

Aus dem verrückten Labyrinth entflohen, hab ich mich mit Freunden aus meiner Heimat getroffen, die derzeit in Berlin Urlaub machen. Netter Abend! Etliche Getränke alkoholischer Zusammensetzung und ein paar Stunden später war es dann Zeit für meine ganz eigene Tradition am ersten Mai: Taxi!

Jedes Jahr am ersten Mai fahren meine bessere Hälfte und ich mit dem Taxi heim. Zunächst hasse ich das immer. Denn natürlich kann ich die Idioten im Gewerbe nicht ab, aber nach einem stressigen – oder wie diesmal alkohollastigen – Abend habe ich null Bock, mir irgendein Arschloch anzutun, das behauptet, den gleichen Job zu machen…

Aber auch dieses Mal war es unbegründet! Wir haben bewusst mindestens 20 E-Klasse-Taxen vorbeifahren lassen, da wir mal was anderes probieren wollten. Am liebsten was umweltfreundlicheres (einen Prius z.B.), aber letzten Endes wurde es ein Passat. Hat auch was für sich, denn der letzte Passat, in dem ich gefahren wurde, wurde 1997 von meinem Vater verkauft. Seitdem hat sich einiges geändert und abgesehen von der – wie in der E-Klasse – mangelnden Kopffreiheit kann ich nur sagen, dass das Auto ok ist.
Ich hab mich allerdings schnell als Kollege geoutet und so erzählte mir der Fahrer, dass bei VW Service tatsächlich eher Mangelware ist. Lieber wieder Mercedes!

Interessant. Der Fahrer war ein wahnsinnig sympathischer Glatzkopf mit nettem Verhalten, wenngleich wir angetrunken und nach stundenlangem Laufen und zig Getränken besoffen und übelriechend gewesen sein müssten. Respekt!

Zugegeben: Ich hätte bei der Tour vom Weg her noch 40 bis 80 Cent rausholen können, ansonsten aber war es völlig ok. Kein wirklicher Umweg und auch sonst kein Stress. Im Gegenteil: Auch als ich zum Geldholen kurz in die Wohnung gesprintet bin, hat er sich nett mit Ozie unterhalten und das Trinkgeld von über 3 € mehr als verdient.

Der Abschluss hat den Abend auf jeden Fall gerettet!

Die Theorie des Monats

Es kommt vor, dass man als Taxifahrer lange und vergleichsweise blöde in der Gegend rumsteht. Täglich. Unbezahlte Wartezeit gefällt niemandem, aber jeden ereilt sie mal in diesem Gewerbe in dieser Stadt. Ich selbst hatte natürlich wieder einmal die ganz besondere Niete gezogen: Der letzte Zug hat Fahrgäste für alle Kutscher vor mir übrig gehabt und ich stand nun da. So spät, wie es inzwischen war, wusste ich nicht einmal, ob es einen weiteren Zug geben würde. Geschweige denn, ob Fahrgäste anfallen würden.

Fast anderthalb Stunden dauerte das Warten insgesamt. Inzwischen kamen einige mir bekannte Kollegen vorbei, wir unterhielten uns nett. Wie immer dabei: Mohammed. Wir quatschten über die Auftragslage allgemein und den ein oder anderen Fahrgast, dann war er plötzlich da: der unerwartete ICE!

Ich hab kurz angemerkt, dass ich ja froh sein könnte, schließlich würde garantiert wenigstens ein Fahrgast aus dem 400 Meter langen Zug kommen. Und ich war erster!

Mohammed stellte daraufhin eine interessante Theorie auf:

„Ach, isse nix gut erster seien! ICE, meine Freund. Wenn ICE, erste Leute kommen bei Stand immer die Junge! Immer die Junge! Junge wo sind schnell raus aus Zug und schnell in Taxi. Isse besser sein weiter hinten! Komme alte Leute, weit weg! Junge wohne direkt hier, nur Koffer schwer!“

Und? Was hab ich für eine Tour bekommen?

Köpenicker Straße – 4,60 €. 🙁

Ich hoffe, ich sehe Mohammed bald wieder. Würde mich ja interessieren, was er als sechster in der Schlange hatte!

Aber der Automat!!!

Tolle Unterhaltung neulich am Ostbahnhof. Ein Mittfünfziger war etwas verwirrt, als er an mein Auto trat, das direkt neben seinem stand:

„Warum stehen Sie hier in zweiter Reihe?“

„Weil Sie hier am Taxistand stehen.“

„Aber hier ist ein Parkschein-Automat!“

„Der macht das Schild dahinten leider nicht ungültig.“

April, BOBs, Wetter…

Nochmal ein bisschen was in eigener Sache

So, der April ist quasi vorbei. Ich werde mich heute außerplanmäßig in den Kampf stürzen in der Hoffnung, die Walpurgisnacht beschert mir mit all ihren „Tanz in den Mai“-Veranstaltungen einen guten Abschluss. Nicht, dass ich den Monat damit finanziell ernsthaft retten könnte, aber man kann ja mal so tun 😉

Dafür ist das Wetter schön.

Gut, nun aber mal kurz zu GNIT. Der April war ein Wahnsinnsmonat! Ich hab inzwischen einige neue Leser (Hallo allerseits!), ebenso folgen mir nun einige mehr bei Facebook und noch mehr Neuzugänge gab es auf Twitter. Google+ stagniert ein bisschen, aber ich bin auch selbst in letzter Zeit zu selten dort vorbeigekommen. Bei drei Blogs und drei Social Networks greift aber irgendwann immer das geflügelte Wort aus meiner alten Heimat:

„Oiner isch imm’r d’r Arsch!“

Dann hab ich sogar mal wieder Geschenke bekommen, wofür ich mich ganz herzlich bedanken möchte! Insbesondere bei einem Quasi-Ex-Kollegen, Jens-Uwe, der mir nicht via Amazon-Wunschzettel, sondern von privat unter anderem ein wahnsinnig interessantes Buch (vielleicht kriege ich mal eine Rezension zusammen) hat zukommen lassen, das einige Nächte im Taxi verkürzt hat.

Dass der Monat so exorbitant gut lief, hat natürlich einen Grund: Die BOBs! Ich wurde nominiert als einer von 11 Blogs in der Kategorie „Best Blog German“ (der Link führt zur Abstimmung) und hatte eine Zeit lang sogar die Hoffnung, gewinnen zu können. So wie es aussieht, hat Jule mich zwar uneinholbar stehen gelassen, aber ich würde mich trotzdem freuen, wenn ihr es zum Abschluss noch einmal alle versucht! Und zwar richtig! Mit retweeten, sharen und allem, was dazugehört. Ich schreibe jeden Tag für euch – vielleicht schreibt ihr ja auch mal ein paar Zeilen für mich. Und wenn es nur ist, damit das Ergebnis nicht so peinlich aussieht 😉

Naja, auf jeden Fall läuft es mit GNIT. Ich hoffe, ihr habt alle soweit Spaß, denn ich muss sagen, dass Bloggen so auf jeden Fall fantastisch ist!

Zu guter Letzt wollte ich noch drauf hinweisen, dass ich mich immer über Kommentare oder eine Stimmabgabe freue. Wenn ihr mich nebenher aber richtig glücklich machen wollt, dann macht euren nächsten Einkauf bei Amazon über meinen Ref-Link oder schaut mal, was an Unterstützung noch so drin ist, bis ich euch mein erstes Buch aufdrücke 🙂
So, genug der Werbung – zurück zu GNIT!

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

Abonniert doch den RSS-Feed von GNIT. Mehr von Sash gibt es außerdem bei Facebook und bei Twitter.

Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Ruhig ist nicht zwingend still

Eine recht häufig gestellte Frage von neuen Lesern ist die, ob ich im Taxi auch so eine nervige Quasselstrippe bin. Oder umgekehrt, ob ich wenigstens rede und nicht so schweigend und brummig am Lenkrad sitze. Ja.

Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich Nachtfahrer bin, jedenfalls komme ich mit grob geschätzt 98% meiner Kundschaft ins Gespräch. Ich zwinge es niemandem auf, aber ich versuche es eigentlich immer. Wer seine Ruhe will, bekommt sie natürlich – aber das sind nachts nicht viele. Und mein Job, mein Leben, mein Blog – wäre alles viel langweiliger ohne das Ganze. Sicher, manchmal quält man sich durch an sich lächerlichen Smalltalk, manchmal ist man auch gegensätzlicher Meinung, es ist nicht immer nur alles toll. Aber Kommunikation hilft, sich einzuschätzen, Vertrauen aufzubauen, Sympathien zu wecken und dergleichen mehr. Meistens haben am Ende beide Seiten was davon. Man erfährt was neues, kann irgendwas loswerden, das ewige Spielchen eben.

Das geht sicher bei einigen Kollegen nach hinten los, die die Fahrgäste einfach aus dem Stand weg damit nerven, wie scheiße das Geschäft läuft oder noch schlimmer: Wie sehr einen jetzt die Tour selbst nervt – wenn man es richtig anstellt, gibt es aber eigentlich nichts, was dagegen spricht, die paar Minuten im Taxi nicht zu schweigen.

So gesehen kann ich einen Kollegen gut verstehen, der mir erzählt hat, dass er bei einem Kunden erstmal „drauf los geplappert“ hat. „Wie immer halt…“
Der Fahrgast hatte eine längere Tour für ihn, es ging einige Kilometer aus der Stadt raus. Aber reden wollte er nicht. Drogen waren scheinbar reichlich im Spiel und die Contenance war allerhöchstens… nein, die war gar nicht mehr da:

„Ey, wenn du weiterquatschst, kriegste auf’s Maul!“

Der Kollege hat beschwichtigend gemeint, er hätte das doch nicht böse gemeint und er könne gerne auch schweigen. Das taten sie dann. Eine halbe Stunde lang. Und? Was war das Ende vom Lied? Leider kein schweigsames: Der Kunde ist kurz vor Ankunft völlig ausgetickt, hat dem Kollegen weiterhin Schläge angedroht, so dass er den Fahrgast letztlich zum Schutz seiner eigenen körperlichen Unversehrtheit ohne Bezahlung hat gehen lassen müssen. Von Freiwilligkeit kann keine Rede sein, aber er hat in dem Moment keine andere Möglichkeit gesehen…
Die unsägliche Diskussion über Bewaffnung von uns Fahrern sind am Stand hochgekocht, das kann ich euch sagen. 🙁
Soweit ich weiß, hat die Polizei den randalierenden Typen natürlich nicht auftreiben können.

Ich hingegen hatte neulich die wahrscheinlich wortkärgste Tour ever, was aber schlicht an Sprachdifferenzen lag. Der Kunde kam an und zeigte mir mit irgendeinem osteuropäischen Wort einen Zettel, auf dem die Adresse eines Hotels stand. Ich hab ihm zugenickt und „OK, no problem!“ gesagt. In der Hoffnung, er würde vielleicht einen Hauch Englisch verstehen. Nichts. Gegenüber des Hotels hat er dann „Here“ gesagt. Oder „Hier“, ist ja egal 🙂
Bezahlung klappte dann inklusive Trinkgeld nonverbal. Muss man auch gelegentlich trainieren. Zumindest als Quasselstrippe…