Alle Glückwünscher, Daumendrücker und sonstige Unterstützung dürfen gerne heute Mittag um 14 Uhr versuchen, mich mit obskuren übernatürlichen Kräften die Prüfung bestehen zu lassen. Ich meine, ich glaube nicht daran, aber vielleicht bringt es ja doch was 😉
Später am Tag oder morgen gibt’s dann sicher noch einen Eintrag, Antworten auf Kommentare und vielleicht noch ein paar andere Sachen. Aber die letzten paar Stunden brauch ich noch für die Prüfung. Dank an alle, die mir ein Bestehen gönnen würden!
Kamera und Lernen
Noch ein paar Tage bis zur zweiten Prüfung. Irgendwie hab ich kein so sonderlich gutes Gefühl. Warum auch immer. So wenig gelernt habe ich die letzten zwei Tage nicht, aber irgendwie scheint es mir immer unmöglicher, wirklich alles in den Kopf zu bekommen. Wie schon irgendwann einmal erwähnt: Man braucht auch den kleinen Funken Glück, dass etwas drankommt, was man nicht nur einmal, sondern schon hundertmal durchgekaut hat.
Ansonsten hab ich seit heute eine neue Digicam. Bevor jetzt aber Stimmen laut werden, ich würde – kaum, dass ich mal welches habe – mein Geld zum Fenster rausschmeissen: Das gute Teil hat keine 40 Euro gekostet und ersetzt meine fünf Jahre alte, dreimal so teure und inzwischen nachtblinde und ungeladene-Akkus-allergische Cam. Folglich brauche ich jetzt auch keine tollen Paradefotos der Neuen hier zeigen, da sie eigentlich nur unwesentlich besser ist als die alte. Ein kleines handliches Gerät für Schnappschüsse zwischendurch – gewissermaßen eine Notwendigkeit für Blogger – mehr nicht. Ja, so bescheiden sehen die Neuigkeiten hier aus.
Guten Morgen allerseits!
Ungewohnterweise bin ich heute Nacht einfach gegen ein Uhr ins Bett gegangen und hab geschlafen. Keine Versumpfung im Internet (insbesondere beim Bloggen) bis nachts um vier, keine Drogen… ich will damit sagen, dass ich eigentlich ausgeschlafen bin. Das sind aber die Tage, an denen ich mich bisweilen am ehesten müde fühle. Warum auch immer!
Nach Ewigkeiten gehe ich heute mal wieder in die Taxischule. Weniger wegen des Lernens, sondern eher um ein paar Sachen mit meinem Lehrer zu bequatschen. Er hat mir gestern noch eine Mail geschickt: Die Kollegen bieten jetzt auch einen Fortgeschrittenenkurs an. Muss ich mir überlegen, aber wahrscheinlich ist es doch besser, weiter zu Hause zu lernen. Spart immerhin Fahrtkosten! Naja, das wird seit langem auch der peinlichste Auftritt bei der Taxischule. Ich muss gestehen, dass ich eine der einfachsten möglichen Fahrten verkackt habe in der Prüfung 🙁
So, dann wollte ich noch einmal das Foto mit der Fliege thematisieren.
Erstens: Warum sagt mir meine Kamera erst nach 5 Jahren, dass sie so eine gute Makro-Einstellung hat?
Zweitens: Das Viech war echt der Hammer. Hat sich x-mal aus der Nähe fotografieren lassen, saß da geschätzte 6 Stunden, hat sich nicht an wechselnden Hintergrundfarben gestört, aber ein paarmal habe ich sie dazu gebracht, dass sie dem Cursor hinterhergekrabbelt ist. Sehr seltsam. Naja, wenigstens ein genügsames Haustier. Wahrscheinlich hat irgend ein Guru in der Fliegenwelt verkündet, dass das Sitzen auf LCD-Monitoren Superkräfte verleiht – oder irgendwelche Krankheiten heilt. Das war es zu so früher Morgenstunde. Ich denke, ich sehe mir heute Abend das Spiel an, das heisst, ich melde mich wieder!
Ortskundeprüfung und Geldsorgen
Nicht bestanden! Ich bin nicht durchgekommen, es war zwar „relativ knapp“, die Prüfer haben meine Vorbereitung gelobt, und ich bin mir sicher, dass es nächstes Mal klappt. Insgesamt eigentlich verkraftbar, ich habe mich ja auch nicht zu sehr darauf eingestellt, dass es beim ersten Mal klappt. Dass der nächste freie Termin erst in 5 Wochen ist, rockt da viel mehr rein. Ich hatte ja gehofft, einen Folgetermin in zwei bis drei Wochen zu bekommen. Das heisst, dass Ozie und ich mit unseren Finanzen am unteren Ende des noch irgendwie erträglichen Limits angelangt sind.
Zum Ende den aktuellen Stand bei Arcor: Das Geld ist scheinbar heute eingegangen. Nach sechs Tagen! Haben die Berliner Sparkasse und die Deutsche Bank noch Brieftauben im Einsatz? Wahrscheinlich setzen sie eher auf Laufvögel. Bachstelzen oder so…
Naja, der Stand ist also: Ab morgen werden wir wieder telefonieren können, „und das DSL-Signal kommt dann automatisch 24 Stunden später“. Nicht nur, dass mir diese Logik wohl nichts sagen muss, aber warum erfahre ich jetzt schon wieder was anderes? Dass das nicht gleichzeitig freigeschaltet wird? Warum?
Zitteraalige Lebensform meldet sich, Part 2
Er ist angebrochen: Der Tag der Prüfung. In acht Stunden stehe ich auf, in neun fahre ich hin, in elf Stunden sollte es losgehen, und eigentlich sollte die Entscheidung in 12 Stunden bereits gefallen sein. Ich weiss nicht so recht, wie es mir geht. Ich habe keine enorme Panik, weil bei dieser Prüfung so viele Leute durchfallen, und ich das ja mehr oder minder sogar eingeplant habe. Meinem äußerst klammen Geldbeutel würde es extrem gut tun, wenn ich es jetzt schaffe, aber wenn ich noch mal eine Chance in 14 Tagen hätte, dann wäre das auch ok. Darauf kommt es bei meinem Kontostand auch nicht mehr an. Genausowenig kommt es auf das eine Objekt oder die eine Straße an, die ich vielleicht zu wenig im Kopf habe, weil ich gerade schreibe. Im „Nachhinein“ muss ich sagen: Ich hätte mehr lernen müssen, vielleicht auch können. Aber ob mir heute das zum Verhängnis wird oder doch eher die Null-Toleranz-Einstellung der Prüfer, die mein Lehrer ihnen immer untersagt: Noch weiss man es nicht. Vielleicht stehe ich da morgen auch, und das Ganze wird eher locker.
Nach dem Gesetz der Serie müsste es aber eigentlich klappen, denn bisher hat sich in meinem Leben durch Zufall immer genau an der richtigen Stelle etwas ergeben. Die einzige Ausnahme war eigentlich mein Wiederholen der elften Klasse. Aber ansonsten hab ich meine Gymnasialempfehlung ohne Anstrengung, mein Abi fast ohne Lernen, meine Zivistelle und meinen ersten Job ohne Suchen bekommen. Beim Führerschein hatte ich atemberaubendes Glück, der Staplerschein war ein Witz, und jetzt kommt der P-Schein, auf den ich mich ausnahmsweise auch mal richtig vorbereitet habe. Was soll mir das Leben anhaben wollen? Eine vergeigte Prüfung würde meinen Lebenslauf eigentlich nur vervollkommnen.
Wisst ihr was? Es kotzt mich an, dass das jetzt nicht wenigstens schon online lesbar ist!
Das große Zittern
25 Stunden, mehr nicht. Mehr bleibt mir nicht mehr bis zur Prüfung. Zu wenig, um alle Schwierigkeiten zu beseitigen, zu viel um gar nichts mehr zu tun. Nervös bin ich trotzdem, obwohl ich mir seit einiger Zeit versuche klar zu machen, dass es wirklich kein Drama ist, wenn ich einmal durchrasseln würde.
Eigentlich hab ich einfach keinen Bock mehr. Ich würde gerne einfach den Spezialatlas zur Seite legen morgen Mittag, den Ortskundekatalog dazustellen und sie irgendwo im Regal als Erinnerungsstücke verstauen. Nicht mehr lernen.
Bisher hatte ich immer unglaubliches Glück bei wichtigen Entscheidungen in meinem Leben, ich bin eigentlich guter Dinge, dass das auch dieses Mal klappt.
Das letzte Wochenende
Die Prüfung kommt unabänderlich näher. Grob ein Wochenende trennt mich noch vom Horror-Erlebnis dieses Jahres, vielleicht ist es aber auch das letzte Wochenende für etliche Jahre ohne P-Schein. Nie habe ich auf irgendetwas mehr gelernt, und nie war ich zugleich unsicherer, eine Prüfung zu bestehen, weil die Angaben zu schwammig sind.
Noch einmal zur Übersicht: Die mündliche Ortskundeprüfung in Berlin:
Seit Bestehen der schriftlichen Prüfung kenne ich ja die rund 400 Objekte und den Rest des Ortskundekataloges auswendig *hüstel*
Das überprüfen sie nun auf die harte Tour. Es soll wohl so ablaufen, dass sie mich beispielsweise fragen: „Sie kennen doch sicher Charlottenburg?“ Daraufhin antworte ich clevererweise mit „Ja!“ „Dann nennen sie doch dort mal eine Kreuzung!“ Ich werde sagen: „Hmm, da nehmen wir doch am Besten den Ernst-Reuter-Platz…“ Dann werden sie kurz überlegen, was am gemeinsten ist, und dann beispielsweise sagen: „Ja, dann fahren sie doch von dort aus mal bitte zum Comfort-Hotel-Lichtenberg!“ Meine korrekte Antwort würde lauten:
„Also, wir starten am Ernst-Reuter-Platz, geradeaus Str. des 17. Juni, großer Stern, Abfahrt Spreeweg, rechts John-Foster-Dulles-Allee, geradeaus Scheidemannstr., geradeaus Dorotheenstr., rechts Wilhelmstr., links Unter den Linden, geradeaus Schloßplatz, geradeaus Karl-Liebknecht-Str. mit Alexanderplatz, rechts Alexanderstr., links Otto-Braun-Str., rechts Mollstr., geradeaus Platz der Vereinten Nationen, geradeaus Landsberger Allee, rechts Rhinstr, und dann fahren wir rechts in die Hotelvorfahrt und halten dort.“
So würde das dann aller Wahrscheinlichkeit nach dreimal laufen, wobei ich eine Fahrt vergurken darf. Eine vergessene Str., ein vergessener Platz oder dergleichen bedeutet vergurkt. Außerdem muss die Strecke der kürzeste Weg sein. Was genau der kürzeste Weg ist, das ist allerdings die Frage, denn hier erzählt einem mitunter jeder Routenplaner ein bisschen was anderes, und im Endeffekt kommt es wahrscheinlich darauf an, ob man die Lieblingsstrecke der Prüfer erwischt. Sollte das Ergebnis danach noch „unklar“ sein, so können sie mich zum Beispiel bitten, die Querstraßen der Friedrichstr. in der richtigen Reihenfolge runterzubeten. Also muss ich ehrlich sagen: Ich brauch zu meinem Wissen auch einfach eine kleine Portion Glück, dass sie die richtigen Sachen fragen, denn wirklich alles weiss ich natürlich nicht, und ich werde auch am Dienstag nicht alles wissen. Aber sie werden auch bei weitem nicht alles abfragen 🙂