Neues Zuhause

Zu einem Flatrate-Puff wolle er. Den Namen kannte er, und wo er liegt, wisse er nur so ungefähr.

„Ich hab da nur so ’ne Reportage gesehen…“

Aha.

„Ja, des ist in Kreuzberg. Vielleicht auch Neukölln, aber nicht weit von Tempelhof. Da bei Charlottenburg. Oder so.“

Das Robertha kannte den Laden nicht – er ist wohl erst kürzlich eröffnet worden – und seine Versuche, Google zu bedienen, waren unzureichend. Den Laden gibt es auch in Köln nochmal, und der wird im Netz als erster gefunden. Da hab ich dann – so oft er mir auch die Kölner Adresse vorgelesen hat – lieber mal selbst nachgesehen. Danke mein Handy, deine Spracherkennung ist super!

OK, seine Angaben waren allesamt unbrauchbar, der Laden liegt in Schöneberg. Wieder was gelernt. Also haben wir uns auf den Weg gemacht, war zudem von Friedrichshain aus eine recht lukrative Tour.

Die Fahrt verlief auch problemlos und unspektakulär. Der Grund, weswegen ich jetzt darüber schreibe, ist ein einziger. Er hat das klischeemäßigste gemacht, was ein Puffbesucher machen kann:

Er hat seine Freundin angerufen.

Und wie! Weinerliche Stimme aufgesetzt und geflüstert:

„Ja Schatz. Ja, wir waren noch was trinken. Genau. Ja genau. Ich bin jetzt im Taxi. Ich fahr jetzt heim. Ich dich auch. Bis dann!“

Verkraftenswerter Bug

Während der Gasgeruch im Auto durch einen Austausch des Einfüllstutzens eliminiert wurde, machen sich nun einmal mehr andere Macken bemerkbar. Dass der neue Einfüllstutzen an der Tanke hakeliger mit der Zapfsäule interagiert, nehme ich mal als zwangsläufige Neuerung hin. Aber warum macht mein Autochen bitte das hier?

Fährt nun mit 100% Reserve-Benzin (und -Gas): Opel Zafira. Quelle: Sash

Fährt nun mit 100% Reserve-Benzin (und -Gas): Opel Zafira. Quelle: Sash

Im Ernst: Während die Tankanzeige selbst prima funktioniert, leuchtet jetzt dennoch immer das Reserve-Licht und im Display erscheint dauerhaft „LoFuEL“.

Was will man machen. Bei bald 270.000 km gönnen wir ihm die ein oder andere bedeutungslose Macke 🙂

Von flatulierenden Taxen

Gleich vorweg: Lustige Überschriften bezüglich Gas zu finden, ist ein Minenfeld sondersgleichen.

Jetzt habe ich Wochenende. Das ist ein wenig seltsam, denn ich hab diese Woche letztlich nur einen einzigen Tag gearbeitet. Der Großteil des Urlaubs war geplant, gewollt und erfolgreich umgesetzt, mein Buchprojekt kommt mit jeder freien Nacht 3 Zeilen bis 20 Seiten voran.
Samstag jedoch wollte ich eigentlich mal wieder reinhauen. Das Auto stand bei mir vor der Türe, ich wollte mit meiner besseren Hälfte noch kurz zum Ikea, zum Netto und dann nix wie los! Schon vor dem Auto stellten wir fest, dass es ganz schön nach Gas riecht. Also eher nicht schön.

Einen leichten Geruch wie diesen hab ich durchaus schon mal am Auto wahrgenommen. Wenn es wärmer war und die Kiste einen ganzen Tag lang rumstand. Also hab ich die Bedenken erst einmal beiseite gewischt.

Als wir eine Stunde später mit einer Hand voll Möbel wieder am Wagen standen, stank es schon wieder gotterbärmlich. Als letzten Test haben wir nach 5 Minuten Einkauf abermals reingerochen und schon wieder roch die Kiste wie ein auslaufendes Feuerzeug.

Gleich vorweg: Ernste Sicherheitsbedenken hatte ich nicht. Das Erdgas verflüchtigt sich enorm schnell und ist erstmal auch nicht giftig. Man kann über den Zafira hier und da böse Worte verlieren, das mit dem Erdgas ist eine dufte Sache – wenngleich ich es jetzt alles andere als dufte fand…
Dumm ist vor allem, dass ich das ja keinem Kunden antun kann:

„Was riecht denn hier so?“

„Das ist Erdgas. Ist umweltfreundlicher als Benzin, nehmen sie doch eine Nase voll!“

Ich hab unseren Technik-Guru aus der Firma angerufen. Könnte ja sein, dass das öfter passiert und sich leicht beheben lässt. Für eine Samstagsschicht drehe ich gerne im Motorraum eine Schraube zu. Aber der Guru ging nicht ans Telefon.

Chef anrufen! Vielleicht gibt es ja Erfahrungen, Lösungsvorschläge, Ersatzwagen…
Chef geht nicht ans Telefon. Das war zwar eigentlich zu erwarten, aber normalerweise wird der Anruf wenigstens auf ein Handy umgeleitet.

Da stand ich dann, Samstag Abend kurz vor 21 Uhr.

„Ich fahr mal zum Abstellplatz. Wenn es besser wird, probier ich es mal!“

So hab ich mich verabschiedet. Bis zur Storkower hatte ich den Geruch noch nicht einmal aus der Nase – trotz zweier offener Fenster. Wie das nach einer halben Stunde am Stand riecht, hab ich mir leidlich vorstellen können. Und wenngleich der wirkliche Winter erst einmal vorbei zu sein scheint: 7°C schreien jetzt auch nicht danach, die Cabrio-Saison zu eröffnen.

Fuck!

Also hab ich meinem Tagfahrer noch Bescheid gesagt: Kiste riecht nach Gas, Montag Werkstatt! Ich hasse diese Rollenverteilung, dass ich meinem Kollegen Aufträge für seine Arbeitszeit erteile – aber was will ich machen? Opel bietet zwar einen Notservice bis recht spät – aber meist lassen wir die Kiste ja bei unserem Hausschrauber aufsäbeln.

Gestern dann Ernüchterung: Mein Tagfahrer meint, er rieche nix. Und was soll er zur Werkstatt, wenn da nichts ist? Er hat zwar zugegeben, dass er selber nicht gut riecht wegen Schnupfen und so, aber es hätte sich kein Kunde beschwert. Kunststück bei 6 Fahrgästen…
Also hab ich eine halbe Stunde rumdiskutiert mit dem Ergebnis, ich solle es doch mal probieren. Eine Stunde später saß ich mit meiner besser riechenden Hälfte auf einen Cheeseburger beim Burger King, und im gasumnebelten Taxi lag ein Zettel mit dem Hinweis, dass ein Werkstattbesuch wirklich nicht zu umgehen ist.

Und jetzt zu dieser Stunde wird nach dem Fehler gefahndet. Da ist wirklich mal alles schief gelaufen an diesem Wochenende. Ich kann nur hoffen, dass die Grüne Woche und die Bread and Butter den Januar am Ende noch aus dem Tief ziehen. Mein Chef ist diesbezüglich optimistisch.

Ich eigentlich auch. Schlimmer als dieses Wochenende kann das nächste auch nicht werden.

Neujahr, 1:50 Uhr

„Ein Glück, dass ich sie hier gefunden hab!“

Wie wahr. Ich sollte diesen Satz noch öfter hören in dieser Nacht, und wann wenn nicht in der Silvesternacht ist er gerechtfertigt? Taxen sind Mangelware, Kunden ausnahmsweise nicht.

Er müsse nur ums Eck, zu einer Apotheke.

Wow! An Silvester ein Notfall – noch dazu einer, der nichts mit weggesprengten Händen, Verbrennungen, Alkoholvergiftungen oder Depressionen zu tun hat. Also gut. Auf ums Eck, für Wärmepflaster und Schmerzmittel!

Der Hinweg dauerte tatsächlich nur runde 4 Minuten, mein Fahrgast beteuerte, er wäre eigentlich davon ausgegangen, er müsse sowieso die ganze Strecke laufen. Mir war das nur recht. Die kurzen Touren sind an Silvester das A und O. Der Umsatz pro Kilometer ist höher, man ist schneller wieder frei für die nächsten 3,20 € Einstiegspreis, bei Fahrgästen an jeder Ecke sind lange Touren gar nicht so toll. Wenn ich über Silvester meckern wollte, würde ich sagen: Natürlich kriegt man aber ausgerechnet in dieser Nacht die langen Touren. Ist aber ehrlich so.

Ich setzte meinen Fahrgast vor der Apotheke ab, und wartete wie mir geheißen wurde. Ich war nun noch keine Stunde unterwegs, hatte bereits knapp 40 € Umsatz gemacht, aber eine Pause brauchte ich noch nicht wirklich. Doch wer will meckern an diesem Tag?

Gleich zu Beginn verscheuchte ich potenzielle Neukunden, obwohl es rein vom Geld her klasse gewesen wäre, nicht die sonst gerne gesehenen 25€/Std. an Wartezeittarif kassieren zu können, sondern gleich mit neuer Kundschaft über die gar nicht so glatten Straßen davonzubrezeln.

Eine wunderschöne Situation übrigens, um die Kunden mit dem Tarif zu versöhnen, die sonst gerne den Spruch „Sei doch froh, wenn du wenigstens nen Fünfer verdienst!“ bringen, um ihre 7€-Tour etwas billiger zu bekommen.

Dann stand ich an der Ecke, völlig verkehrswidrig, und wartete auf meinen Kunden. Ich versuchte, eine Zigarette zu rauchen, aber mein dämliches Feuerzeug hatte den Dienst quittiert. Na klasse! Als ob ich Lust und Zeit hätte, nachher an einer Tanke zu halten! Mein halbseitig auf einem Schneehügel auf im Parkverbot, Kreuzungsbereich und wahrscheinlich auch vor einer Feuerwehrzufahrt stehendes Gefährt blinkte monoton im Warn-Modus, als sich nahezu lautlos im Vergleich zum langsam verhallenden Getöse des Feuerwerks ein Passat der Gesetzeshüter nähert.

Ich hab meine Zigaretten-Anzünd-Versuche eingestellt und gehofft, mein Kunde käme gleich wieder. Die Uhr stand bei etwa 6,40 €, nichts was Ärger wert gewesen wäre.

Die Polizei rollt auf mich zu, stellt sich quer auf die Straße, behindert nun ihrerseits allen möglichen Verkehr an der T-Kreuzung und das Fenster gleitet (wesentlich lautloser als das an meinem Taxi) in die Versenkung. Der junge Ordnungshüter hat einen fragenden Blick aufgesetzt, ich befürchte, nach dem Zweck meines ungebührlichen Verhaltens gefragt zu werden, schiele nervös zu meinem Kunden, der auf der anderen Straßenseite gerade zum dritten Mal von der Apothekerin verlassen wird.

„Entschuldigen sie…“

Ach nee, ich kann nicht anders. Der Rest der Straße ist gesprengt! Sie stehen selbst verkehrswidrig! Der Kunde wollte es so! Verhaften sie ihn! Lassen sie mich in Frieden! Ich hab einen Platten! Ich muss weg! Da hinten, ein Mörder!
Keine Chance, jetzt darf ich an Silvester 15 € abdrücken für meine Kundenfreundlichkeit. Nee, eher 25, wegen gemeingefährlichen Parkens (wäre ja berechtigt, ich gebe es zu!) oder ich gehe in den Knast wegen Terrorgefahr.

„Entschuldigen sie…“

Andere Taktik, Pokerface, ich weiss von nix!

„Entschuldigen sie, könnten sie uns sagen, wo die Dringendstraße 1 ist?“

Nicht im Ernst.

Dummerweise hab ich es ihnen nicht sagen können, weil der Straßenverlauf dort tatsächlich ein wenig blöd ist. Ein bisschen peinlich, wenn man bedenkt, dass das Büro meines Chefs keine 50 Hausnummern weiter ist, aber ich war mir nicht sicher. Allerdings hab ich ihnen meine Vermutung mitgeteilt, die sich im Nachhinein als richtig herausgestellt hat. Die beiden Beamten hatten allerdings wenig davon, sie kamen mir 3 Minuten später an selber Stelle abermals entgegen.

Ich brauch irgendwoher ein Feuerzeug, jetzt brauch ich eine Kippe!

Aber mein Kunde war schon wieder da.

„Haben die nach dem Weg gefragt, oder was?“

„Ja, Gott sei dank!“

Bei 9,20 € bekam ich liebenswerte 2,80 € Trinkgeld, und hoffte, möglichst bald ein Feuerzeug auftreiben zu können.

Verdammte Achs‘! (2)

So, ein Anruf klärt die Lage. Das Autochen ist in den Händen unseres Hausschraubers und bis 19 Uhr kann ich es erlösen. Das sollte ich allerdings auch, denn es ist – wie man erahnen kann – der letzte Feierabend vor den Feiertagen…

Das heißt, ich muss mich mal wieder mit den anderen Öffis ziemlich weit nach Berlin reinwagen. So ganz ohne Auto ist Kreuzberg ja doch ein Stückchen weg von Marzahn. Aber wie haben schon die Fantastischen Vier damals gesagt:

„Immer locker bleiben!“

Immerhin kann ich dann über die Feiertage ein wenig arbeiten. Wobei? Komme ich überhaupt dazu? Ich weiss es ehrlich gesagt nicht. Ich hab mehr als nur einen familiären „Termin“ die nächsten Tage.

Offenbar waren tatsächlich die Stoßdämpfer im Allerwertesten – umso schöner, dass die das mal eben binnen ein paar Stunden beheben können. Ist ja auch schon mal was…

Verdammte Achs‘!

Tja, da bin ich schon wieder! Hallo allerseits!

Eigentlich wollte ich jetzt ja gemütlich bei gar nicht mehr so kalten Temperaturen ein wenig durch die City cruisen. Aber scheinbar will das Auto das nicht so recht. Ich will nicht zu laut jammern: Es fährt noch.
Leider scheint mindestens ein Stoßdämpfer vorne endgültig den Geist aufgegeben zu haben. Dem Auto – und vor allem den Kunden – ist das wohl nicht länger zuzumuten 🙁

Puh, dann hoffe ich mal, dass unser Hausschrauber so kurz vor Weihnachten noch Zeit für die Möhre hat…

Und ich hätte bei 21 € Umsatz auch gleich zu Hause bleiben können!

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

Abonniert doch den RSS-Feed von GNIT. Mehr von Sash gibt es außerdem bei Facebook und bei Twitter.

Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Wieder im Einsatz

So, das Wochenende war einmal mehr ein verlängertes, aber man hat ja schließlich noch mehr zu tun, als nur zu arbeiten.

Heute sind die Schlagzeilen voll vom winterlichen Tief Petra, das halb Deutschland einen schönen Winter bescheren soll. In Berlin soll es wohl vor allem in den nächsten Nächten frostig werden. Das sollte auch eigentlich kein Problem fürs Taxifahren sein, sondern eher mehr Kunden bedeuten.

Ein bisschen Sorgen mache ich mir indes wegen des Autos. Dass die Heizung ein bisschen braucht, um auf Touren zu kommen, ist kein großes Problem. Ab -5°C mache ich den Motor sowieso nur versehentlich aus während einer Schicht – mit der Zeit passt es schon.

Aber schon bei den ersten Tiefsttemperaturen der letzten Wochen hat wieder mal die Zentralverriegelung einen Schlag weg gehabt – was mein Tagfahrer jetzt hat richten lassen. Noch ist es nicht so schlimm wie letztes Jahr, aber wir mussten die rechte hintere Tür immer von Hand abschließen, da die ZV das nicht hinkriegt. Wahrscheinlich ein kälteinduzierter Kabelbruch/Wackelkontakt. Jedenfalls vergisst man das natürlich auch mal – Gewohnheit und so – was ja jetzt nicht im Sinne des Erfinders ist. Wenn es dann wirklich wieder das ganze Auto betrifft, wird es aber richtig ärgerlich.

Naja, ich will den Teufel nicht an die Wand malen. Überwiegend freue ich mich des Wetters wegen 🙂