Kommen wir nun zu etwas völlig anderem …

Bisher wollte mir keine der verbleibenden Taxistories für meine freien anderthalb Wochen so wirklich flüssig aus der (natürlich nur noch metaphorischen) Feder fließen. Glücklicherweise bin ich ja nicht der einzige, der im Internet schreibt oder sonstwas vergleichbares macht. Heute möchte ich das Themenspektrum deswegen mit einem Link zu einem Video erweitern.

Ich hätte es direkt via Youtube einbinden können, aber ich verlinke es hier gerne in Form des Blogeintrags von Will Sagen. Er hat als Blogger, treuer Leser und gelegentlicher Kommentator von GNIT auch mal ein bisschen Aufmerksamkeit verdient. 🙂
Außerdem hat er sich schon die Mühe gemacht, bezüglich des Videos gute Zeitmarken für all jene zu nennen, die keine halbe Stunde entbehren können.

Das Video selbst ist ein Vortrag von Zukunfts- und Trendforscher Lars Thomsen und dieser erklärt darin, weswegen er dem herkömmlichen Verbrennungsmotor im Auto „nur noch“ 10 Jahre gibt. Das betrifft zwar nicht nur das Taxigewerbe, ist aber hochspannend. Ich verlinke den Vortrag deswegen, weil ich ihn persönlich sehr unterhaltsam fand und er zudem einige Fakten enthielt, die mir bis dato entgangen waren. Außerdem ist er (trotz einiger Verhaspler) äußerst eloquent gehalten.

Selbst wenn man die Meinung Thomsens nicht teilt, sollte man seinen Beitrag auch gerade wegen der vielen Allgemeinplätze dennoch mal anschauen.

17 Kommentare bis “Kommen wir nun zu etwas völlig anderem …”

  1. Will Sagen sagt:

    Vielen Dank, dabei habe ich das Video doch nur von Opa Hans empfohlen bekommen.
    https://opahansblog.wordpress.com/2014/01/16/plopp/
    Aber so funktioniert dieses Internet ja.

  2. Jens sagt:

    Danke für den Tipp. Sieht interessant aus. Muss ich mir mal in Ruhe ansehen. Aber ich glaube, das mit den Allgemeinplätzen meinst Du nicht so, wie Du es geschrieben hast. 🙂

    http://www.duden.de/rechtschreibung/Allgemeinplatz

  3. Sash sagt:

    @Will Sagen:
    Ja, so kann’s gehen. Ich krieg‘ auch nicht alles mit.

    @Jens:
    Du hast tatsächlich Recht. Das witzige ist, dass es dennoch gar nicht soo schlecht passt, weil es auf ein Teil des Videos mit etwas Gehässigkeit durchaus zutreffen könnte, das aber durchaus auch interessante Stellen sind. 😉

  4. Jens sagt:

    So, hab’s endlich mal angeguckt. Ich glaub‘, dass er im Prinzip Recht hat, halte seine Zeitleiste allerdings für etwas arg knapp bemessen. Z.B. lag der Batteriepreis für Kilowattstunde vor 2 Monaten bei 500 Dollar – der Mann sieht ihn aber Mitte diesen Jahres schon bei 120 Dollar. Das halte ich als Laie für etwas gewagt. Und die 3 1/2 Stunden Ladepause für den Tesla, die er mal eben so beiseite wischt, wären im Moment für viele auch noch ein KO-Kriterium.

    Sicher, das wird alles gelöst werden, und früher oder später dürfte das Szenario so oder ähnlich kommen – aber m.E. etwas langsamer. Ich find’s aber gut und mutig, dass er genau datierte Prognosen wagt. Das gibt einem wenigstens was in die Hand, dem man zustimmen oder widersprechen kann.

  5. Opa Hans sagt:

    @Jens
    Das mit dem Laden stimmt nur noch bedingt. An den „Superchargern“ dauert es nur noch 30 min., die Batterie auf 80% zu laden. Davon gibt es in Deutschland zwar erst vier,, aber bei der Dynamik von Tesla werden es schnell mehr. S. z.B:
    http://www.fr-online.de/wirtschaft/elektroautos-tesla-e-flitzer-schneller-betanken,1472780,25947756.html
    Mir kommt Thomsen zwar auch sehr optimistisch vor – aber wir werden ja sehen …

  6. Jens sagt:

    @Ope Hans: Danke, das wusste ich nicht.

    Ich denke, dass vieles auch davon abhängt, wie schnell der Ölpreis steigen wird. Solange Benzin billig genug ist und Elektroautos deutlich teuerer als Benziner sind, werden die Leute bei dem bleiben, was sie kennen, und auch die Mittel für die Infrastruktur werden nur langsam bereit gestellt werden. Wenn dann aber plötzlich ein Preisschock kommt, der den Unterhalt des „normalen“ Autos vervielfacht, dann kann es auch ganz schnell gehen. Wer weiß, wie die Welt heute aussähe, wenn es zu Zeiten der Ölkrise schon eine marktreife Alternative zum Verbrennungsmotor gegeben hätte…

  7. elder taxidriver sagt:

    Mit TESLA immer schon vom hinteren Teil der Warteleiste aus absahnen.. Sssurr.. weg war er. (Weiß nicht genau wie ein TESLA macht)

  8. Sash sagt:

    @Jens:
    Ich geb Dir Recht: Das ist eine vorerst dünne Aussicht. Auf der anderen Seite klingt der Hintergrund auch recht fundiert. Ich hab nicht das Gefühl, dass Thomsen sich nur auf die paar Worte verlässt, die er selbst sagt, sondern dass da noch Wissen im Hintergrund ist.
    Ich hatte gestern auch ein ewiges Gespräch zum Thema und einer der interessanten Punkte war aber beispielsweise: Dass das Szenario von Thomsen vollumfänglich auf Deutschland zutrifft, muss ja nicht einmal sein. Vielleicht hat Deutschland auch wirklich einen sehr trägen Automobilmarkt. Hier ist er gesättigt, die Neuwagenkäufer sind durchschnittlich sehr alt und der Verbrenner hat hier mehr Tradition als überall sonst. Aber wie sieht das dort aus, wo das Auto erst neue Märkte erschließt? Und wie schnell wird es wohl in Deutschland gehen, falls in Asien plötzlich Nachfrage nach einer Milliarde umweltfreundlicher Autos aufkommt?
    Ich bin sehr gespannt – gerade weil Thomsen so konkrete Vorhersagen macht. Es wird mir eine Freude sein, sie zu überprüfen. 🙂

  9. Andrea0966 sagt:

    Schon so viele Kommentare, und noch Keiner, der etwas über den hübschen Monty Python-Kommentar sagt? Na gut, dann mach ich das eben. Der Titel weckt nette Erinnerungen, danke dafür 🙂

  10. Andrea0966 sagt:

    Monty-Python-Bezug natürlich (auch Frauen sind nicht multitaskingfähig…)

  11. mm. sagt:

    Mist, um knappe 2,5 Stunden geschlagen 😀 (oder war die Uhrzeit auf MESZ gestellt …?)
    Ich fand den MP-Bezug auch sehr fein, genau wie die Übereinstimmung mit der Prophezeihung und das Juristische Zeugs in anderen Blogartikeln :). Sash, hast du eine Liste, was du alles unbedingt in Text oder Überschrift unterbringen willst, und gerade die Motivation für eins täglich? ;D

  12. Sash sagt:

    @Andrea0966:
    Danke! 🙂
    Freut mich auch immer, wenn sowas bemerkt wird.

    @mm.:
    Du hast eine eigenartige Vorstellung vom Schreiben. 😉
    Nein, ist nicht böse gemeint. Aber dein Kommentar hat mich vorher sehr erheitert. Denn ganz so isses dann auch nicht. Listen mache ich mir nicht für sowas. Was ich tatsächlich tue, ist Zeit in Allgemeinbildung investieren. Lesen und gucken, alles was mich auch nur halbwegs interessiert. Und mit genug Zeug im Kopf fällt einem immer auch ein lustiger kultureller Verweis ein, wenn man gerade am Tippen eines Satzes oder auf der Suche nach einer Überschrift ist.
    Und, um ehrlich zu sein: Das ist der mit Abstand größte Zeitfresser daran, zu schreiben.

  13. mm. sagt:

    Ganz ernst wars auch nicht gemeint, nur halt grad ne gefühlte Häufung 😀
    „Zeit in Allgemeinbildung investieren“: Yay! Ich mag Allgemeinbildung, und wenn sich Leute dafür interessieren. Wahrscheinlich einer der Gründe, warum ich deine Blogs so gern lese. Neben der Tatsache, dass die Artikel auch noch gut geschrieben, rechtschreibfehlerfrei und mit interessantem Inhalt sind. (Gilt auch fürs Buch natürlich 🙂 )

  14. Jens sagt:

    Bin nach 2 1/2 Jahren gerade zufällig wieder hierauf gestoßen – und zumindest bisher war er mit der Timeline am Ende des Videos ja deutlich zu optimistisch:

    * Statt bei den von ihm angepeilten 120 USD pro kWh lag der Batteriepreis 2015 bei 350 USD pro kWh.(1) Allerdings fällt er weiter.
    * Neue Player im Automarkt hat’s bisher auch noch keine gegeben. Samsung und G halten sich bedeckt, das viel beschworene Apple-Auto ist zwar in der Entwicklung, braucht aber wohl noch eine ganze Weile; und Google tut sich lieber mit Autofirmen zusammen statt alles alleine zu machen.
    * 5% Prozent Elektro-Marktanteil in Nordamerika, Japan, China und Europa für 2015 waren auch Wunschdenken.(2) Auch hier gilt: Die Zahlen steigen, aber sehr viel langsamer, als er dachte. Bemerkenswert ist allerdings Norwegen – allerdings betreibe die auch schon seit Jahren eine massive staatliche Förderung von Elektroautos.
    * Dementsprechend kann ich auch nicht erkennen, dass die Nachfrage nach Autos mit Verbrennungsmotor in diesem Jahr „massiv zurückgeht“. Und wenn die Formel 1 in den nächsten Jahren vor die Hunde geht, dann m.E. nicht, weil die Leue Benziner doof finden, sondern weil das Zugucken durch die ständigen Regeländerungen keinen Spaß mehr macht.

    Wie schon weiter oben gesagt: Ich denke, der Großteil seiner Prognosen wird beizeiten so oder ähnlich eintreffen. Die Revolution kommt, aber eben längst nicht so schnell, wie er sich das gedacht hat.

    (1): http://www.prnewswire.com/news-releases/electric-vehicles-to-be-35-of-global-new-car-sales-by-2040-300225689.html
    (2): https://en.wikipedia.org/wiki/Electric_car_use_by_country#Global_outlook

  15. Sash sagt:

    @Jens:
    Ich schätze, bislang hast Du recht. Was uns bleibt, ist gespannt auf 2020 und 2025 zu sein.

  16. Jens sagt:

    Weil’s spannender ist, als produktive Dinge zu tun, hab‘ ich dann nochmal weiter gegooglet und ein paar ältere Vorträge und Interviews von ihm gefunden. Das scheint seine Methode zu sein: Er ist immer wahnsinnig gut über Vergangenheit, Gegenwart und aktuelle Forschungstrends informiert, und prophezeit dann, dass sein „Tipping Point“ ganz, ganz kurz bevorsteht. 2009 erklärte er, dass ab dem Jahr 2012 humanoide Roboter in Krankenhäusern, Hotels und Pflegeheimen zum Einsatz kämen, 2011 war seine „konservative“ Prognose, dass spätestens im Jahr 2016 Elektroautos billiger wären als solche mit Verbrennungsmotor, etc. Das wird dann in späteren Vorträgen stillschweigend angepasst oder er lässt es unter den Tisch fallen.

    Wie gesagt: Er ist gut informiert, und im Großen und Ganzen identifiziert er viele Entwicklungen bestimmt richtig. Dass er bei den Jahreszahlen daneben liegt, ist kein Wunder: Niemand kann zuverlässig vorhersagen, wann genau welche Entwicklungen eintreten werden. Mich stört nur, dass er mit seinen Zeitangaben (immer in „Wochen“ statt in Jahren oder Monaten, weil das hektischer und unmittelbarer wirkt) ebendiese Genauigkeit suggeriert, obwohl er sie unmöglich einhalten kann.

    Aber „wir rechnen damit, dass in 200 Wochen kaum noch jemand Autos mit Verbrennungsmotor kauft“ klingt natürlich viel dramatischer als „sieht so aus, als ob Elektroautos die Zukunft sind, und wenn Sie da jetzt noch nicht genug Forschung betreiben, wird’s aber höchste Zeit“.

  17. Sash sagt:

    @Jens:
    Da ist natürlich was dran. Und danke fürs Zusammentragen der Daten!
    Ja, seriöse Vorausberechnung von Durchbrüchen ist vielleicht einfach nicht machbar. So gesehen wäre eine Aussage wie deine letzte sicher besser. Würde mir auch mehr gefallen.

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