Bauchgefühle …

„Können wir bei Ihnen mit Karte zahlen?“

„Leider nicht.“

Ich hab den Kollegen hinter mir noch schnell gefragt, der hatte leider auch keinen Card-Reader.

„Wir haben nur noch 20 €, deswegen …“

„Wo müssen Sie denn hin?“

„Nach Marzahn, Poelchaustraße. Ecke Allee der Kosmonauten.“

„Das kriegen wir hin, steigen Sie ein.“

Als ob ich wirklich gewusst hätte, ob es reicht. Tatsache ist eigentlich nur, dass ich jedes Mal überrascht bin, wie günstig meine Taxifahrten nach Hause sind. Vom Ostbahnhof kommt man mit einem Zwanni nach Marzahn, die Frage ist halt, wie weit …
Trantütig, wie ich ja auch manchmal sein kann, hab ich zudem beim ersten Hören des Ziels an die Ecke Poelchau/Märkische gedacht. So kamen mir unterwegs dann doch Zweifel. Und das, obwohl ich großspurig verkündet hatte, dass das mit 19,50 € sicher machbar wäre. Ein bisschen Mäßigung täte manchmal wohl not. Auf der anderen Seite war eine 20€-Tour nun ja nicht der schlechteste Fang – und soweit ich mich erinnere, hab ich seit mindestens einem Jahr kein einziges Mal die Uhr früher ausgemacht. Für die berühmte regelbestätigende Ausnahme kam doch ein Rentnerpärchen mit schwerem Gepäck gerade recht …

Pustekuchen: Inklusive am Ziel wenden und zu einem Hinterhaus zu fahren waren es 19,40 €.

Es raushaben, ohne das zu wissen: Auch eine Art unterschätzte geheime Superkraft. 🙂

10 Kommentare bis “Bauchgefühle …”

  1. hrhrurur sagt:

    Das geht mir so, wenn ich ne Handvoll Kleingeld sehe, da weiß ich instinktiv ob es reicht. Mein alter Chef hat mal erzählt, dass sein Ausbilder damals(TM) sogar auf fünf Pfennig(ja, ist schon was her) genau schätzen konnte.

    Wobei die eigentliche Superkraft von uns Kassierer(inne)n ja darin liegt, dass wir 1- und 2-Cent-Stücke auseinander halten können 😀

    Gut, durch die Sitzhöhe nicht wirklich schwierig, aber man kann damit prima Kunden zum Staunen bringen.

  2. Shpen sagt:

    Ja das mit dem recht genauen abschätzen der Preise bekommt man in dem Gewerbe recht gut hin. Wobei ich nie genau schätze, ich schätze grundsätzlich im bereich von 2-3 Euro

    LG Sphen

  3. Sash sagt:

    @hrhrurur:
    Inwiefern hängt das von der Sitzhöhe ab? Das würde mich als erstaunten Kunden ja mal interessieren. 🙂

    @Sphen:
    Ich mache das auch fast nur, wenn ich mir sicher bin. In dem Fall waren sie schon an Bord und es war eh klar, dass ich den Zwanni kriegen würde – da war die Gefahr überschaubar. Ansonsten schätze ich auch lieber zu hoch als zu tief, man lernt ja … 😉

  4. hrhrurur sagt:

    @ Sash:

    Wir gucken seitlich auf die Münzen, sprich auf die Seitenränder. Die 2-Cent-Stücke haben eine umlaufende Rille, damit Blinde eine Chance haben. Von oben sieht man die Rille nicht und die sehen in der gefühlten Hektik an der Kasse schnell alle gleich aus. Von der Seite ist es aber halt überhaupt kein Problem…

  5. Sash sagt:

    @hrhrurur:
    Ach Mist, stimmt! Die Seitenrille hatte ich vergessen. Obwohl ich mir derer eigentlich bewusst bin, nimmt man die waagerechte tatsächlich nicht so wahr. 🙂

  6. hrhrurur sagt:

    Manchmal reicht es halt, wenn man den Blickwinkel verändert 😛

  7. kistenfrosch sagt:

    Ich habe oft die Situation:
    „Wie teuer ist es bis dahin?“
    „Naja denke so 10 euro“
    „Ja das kostet es wenn ich fahre ja immer“

    Mindestens ein mal täglich. …warum nur?

  8. Mathias sagt:

    Dann bist du also von Anfang an mit dem Wissen, dass es wohl kein (oder kaum) Trinkgeld geben würde gefahren?
    Die 20 Euro Tour war dann wohl lukrativ genug?

  9. hrhrurur sagt:

    Kistenfrosch: ich habe hier für EXAKT die gleiche Route(es gibt auch gar keine Alternativen) schon zwischen 6,70 und 9,80 bezahlt, ohne Trinkgeld. Da kann sich nachfragen lohnen… Einer wollte mal ohne Uhr für fünf fahren. Der ist dann zumindest mit mir gar nicht gefahren…

    Mathias: gilt nicht „lieber ne zwanzig Euro-Tour ohne Trinkgeld, als keine Tour“?

  10. Sash sagt:

    @kistenfrosch:
    Ja, UNGLAUBLICH! 😀

    @Mathias:
    Naja, so lange die durchschnittliche Tour nur irgendwo bei 11 bis 12 Euro liegt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie unterm Strich lukrativer ist als eine andere.

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