Wie die Parties heute losgehen …

„Passen hier fünf Leute rein?“

„Ja, Moment.“

Ein Großraumtaxi ist halt doch eine feine Sache. Auch wenn der Raum in der letzten Sitzreihe alles andere als groß ausfällt. Dieses Mal waren es nicht interessierte Kunden am Stand, sondern wagemutige Winker, die mich in Mitte aus einem Strom hellelfenbeinfarbener Wagen herausgezogen haben. Die Geräumigkeit der Zafiras scheint inzwischen bekannt zu sein. Obwohl der Wagen manchmal als sehr klein wahrgenommen wird

Naja, ich hab jedenfalls einen der beiden Zusatzsitze ausgeklappt und in der Truppe befand sich sogar eine recht kleine Person, die freiwillig hinter ihren Kumpels in den tiefsten Tiefen der 1925 verschwand. Die Zieladresse war zunächst eine kleine Straße in Friedrichshain, die mir natürlich auf Anhieb nichts sagte – obwohl ich an ihr sicher an die dreitausendmal vorbeigefahren bin in den letzten Jahren. Selektive Wahrnehmung kann ich.

Dort angekommen wollte ich wissen, wer nun aussteigt – da sich die allgemeine Aufbruchstimmung in Grenzen hielt.

„Niemand. Es kommt noch einer.“

„OK, also alle …“

„Nein, es …“

„Ich hab schon verstanden. Aber es müssen alle von der Rückbank, damit ich den zweiten Sitz hinten noch ausklappen kann.“

Erleichterung.

„Und dann? Wo soll es dann hingehen?“

„Zum Berghain.“

Viel Spaß mit einer Gruppe aus sechs Leuten an einem Tag, an dem die Schlange bis 50 Meter vors Gelände reicht …

Aber zunächst mussten wir auf Juan warten. Den hatte niemand fünf Minuten vor Ankunft angerufen, wie das so die Idee der meisten Leute ist. Stattdessen durfte ich bezahlt vor der Türe warten, wärend im Taxi von der überwiegend weiblichen Belegschaft bereits diskutiert wurde, ob sie ihn überhaupt reinlassen – also zumindest, wenn er „nicht heiß ist oder das Taxi zahlt“. Ich mag Menschen mit dieser Prioritätensetzung nicht unbedingt, aber erfrischenderweise war das verstrahlte Etwas, das nach zwei weiteren Minuten mit komplett derangierter Frisur aus dem Haus stolperte, in den Augen der Damen heiß. Geld hatte er jedenfalls nach eigenem Bekunden keines dabei.

Davor sollte es noch an eine Bank gehen. Die Sparkasse am Bersarinplatz sollte es nicht sein – also schlug ich den klitzekleinen Umweg zur Volksbank in der Warschauer vor. Wurde angenommen. Etwas irritiert muss ich kurz darauf auf die Frage reagiert haben, ob es eine Bordtoilette gäbe. Selbstverständlich aus der allerhintersten Reihe – was dann dafür sorgte, dass auch beim Bankstopp – obwohl nur eine noch Geld holen wollte, wiederum alle aussteigen mussten. Wohin sich die gute Frau dann an der Warschauer Straße genau zum Pinkeln zurückgezogen hat, will ich besser gar nicht wissen.

Für die 3,00 € Zuschläge hab ich dieses Mal ziemlich oft die Sitze umgeklappt. Immerhin hab ich ein wenig Mitleid bekommen, mit Trinkgeld sah es dagegen ziemlich mau aus.

Am Ende will ich aber nicht meckern. Von der Torstraße zum Berghain für knapp 22 € ist immerhin auch was, was man ohne eine solche Truppe legal niemals zusammenbekommen würde. 😉

2 Kommentare bis “Wie die Parties heute losgehen …”

  1. Ana sagt:

    Ah, das Berghain. Einer dieser klassischen Aufbruchschuppen, von denen jetzt alle reden.

  2. Sash sagt:

    @Ana:
    Ich werde mit dem Begriff nicht warm, auch wenn Du ihn wiederholst. 🙂

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