Taxi-Update

Ich gehe inzwischen de facto gar nicht mehr in die Taxischule. Das liegt einfach daran, dass ich alleine mit dem Lernen schneller vorankomme und dass ich mir so zudem die acht Euro Fahrtkosten pro Woche sparen kann. Die gemeinschaftliche Atmosphäre fehlt mir natürlich, aber momentan muss ich einfach mehr an Geld und Prüfung denken als an solche Dinge.
Es freut mich, dass mein Lehrer Verständnis hat, und eigentlich freut mich noch mehr, dass er meint, ich fehle dennoch im Kurs als „Zugpferd“.
Naja, schauen wir mal. Denn wenn ich die Prüfung versemmel (was ja durchaus passieren kann), dann hab ich wieder etwas mehr Zeit. Nur leider noch weniger Geld als bisher… wie gesagt: mal sehen!

Noch 10 Tage…

…sind es bis zu meiner mündlichen Prüfung. Ich muss mir selbst gerade eingestehen, dass ich bis zum Stichtag sicher nicht perfekt vorbereitet sein werde. Zehn Tage sind eine Menge Zeit, und es ist ja auch nicht so, dass ich mich noch gar nicht auskennen würde. Aber es ist echt wahnsinnig viel. Wahrscheinlich ist das aber gar nicht das einzige Problem. Ich gebe zu, dass ich es nie gewohnt war, so viel zu lernen, und dass es mir dementsprechend schwer fällt. Ich habe neulich bereits Bilanz gezogen, und festgestellt, dass ich bereits jetzt etwa 30 mal so viel auf diese Prüfung gelernt habe, wie auf mein Abi.
Ja, das sagt vielleicht wirklich mehr über mein (in der Tat bescheidenes) Abi aus als über die Ortskundeprüfung, aber interessant ist es dennoch. Zudem tue ich mich auch moralisch ein wenig schwer mit Prüfungen. Ich mag sie nicht, und ich bin der Meinung, dass die meisten Prüfungen überbewertet sind, weil sie nicht wirklich etwas sinniges aussagen. Sind wir doch einmal ehrlich: Wenn es Pflicht für einen Taxifahrer ist, sich in Berlin auszukennen, dann dürfte ich diese Prüfung auch in 5 Jahren noch nicht bestehen. Ich kenne mich nämlich nicht aus. Ich kenne ein paar Namen, ein paar Karten, Abbildungen der Realität, aber das war es auch schon.
Natürlich bin ich froh, die Prüfung dennoch auch so bestehen zu können, denn ich weiss, dass ich ein verdammt guter Taxifahrer werde. Aber das ist nicht gefragt. Als ob ich mit einem Navi im Auto zwingend jede Ecke kennen müsste. Wichtiger ist doch eigentlich, dass ich kundenorientiert arbeite, und vielleicht noch wichtiger: Dass ich es wirklich gerne mache.

Ich habe immer gerne meinen Job als Fahrer für Schwerstbehinderte gemacht, und dabei ein ums andere Mal Kunden überzeugt, lieber mit unserem kleinen, vielleicht etwas teureren Verein zu fahren, als mit den Branchenriesen à la Malteser und co.

Ich hab immer gerne meine Freunde nach Hause gefahren, wenn Laufen für sie eher gefährlich war, oder wenn es andere Gründe gab.

Ich bin immer gerne bei Demos Knast-Taxi gewesen und hab die Leute aus dem Gewahrsam zurück in die Zivilisation gebracht.

Und gelegentlich hab ich auch einen Bekannten aus meiner Stammkneipe nach Hause gefahren, wenn ein Taxi länger gebraucht hätte.

Das mag nicht alles sein, was zählt. Aber so leicht kann mir keiner einreden, dass ich der Falsche für den Job wäre.

Vielleicht werde ich die erste Prüfung (wie über 70% offenbar) nicht bestehen. Kann schon sein. Dann muss ich mich ein paar Wochen mehr ohne Geld durch mein Leben quälen, aber in naher Zukunft werde ich den Schein haben, und dann werden wir sehen, ob das eine gute Entscheidung war. Und ich bin mir meiner Sache sehr sicher…

Zu langsam

Zu langsam… so schätze ich gerade mein Lerntempo bezüglich der mündlichen Prüfung ein. Noch langsamer allerdings geht es gerade in der Taxischule zu. Das ist nicht böse gemeint, denn viele der zukünftigen Kollegen sind noch nicht so lange dabei wie ich oder lernen vielleicht auch nicht so schnell.
Dass da auf mich alleine keine gesonderte Rücksicht genommen werden kann, das ist mir bewusst, und ich hatte heute sogar das Gefühl, dass mein Ausbilder da schon das Maximum ausreizt, indem er mich mehr als alle anderen zu Wort kommen lässt. Ich kann nur hoffen, dass ich damit niemandem schade, bzw. niemanden verunsichere.
Ich bin manches Mal eben auch ein ungeduldiger Mensch, das muss ich wohl zugeben. Mich würde ja eigentlich interessieren, was meine Lehrer aus dem Gymnasium zu meinem Engagement sagen würden, wenn sie mich in der Taxischule sehen könnten. Mal ganz abgesehen davon, dass die meisten wahrscheinlich schockiert wären, mich so begeistert als künftigen Taxifahrer zu sehen 😉
Was soll’s? Ich bin von ganzem Herzen Fahrer, und das redet mir niemand so schnell aus.

Immer noch

Eigentlich hätte ich heute Taxischule gehabt, aber ich bin nicht hingegangen. Das hat eigentlich nur einen Grund: Ich hab hier zu Hause noch einiges zu lernen, und da bin ich schneller. Na gut, außerdem spare ich mir so die Fahrtkosten. Will ja auch mal erwähnt sein. Dank meines Hierbleibens hab ich mein Soll heute übererfüllt, aber so langsam mache ich mir Sorgen, ob das auch wirklich alles bis zur Prüfung in meinem Kopf bleiben will, bzw. erst einmal dort hinein kommt.
Noch dreieinhalb Wochen sind es, und ich sollte mich dann theoretisch überall auskennen. Von jedem beinahe x-beliebigen Punkt zu jedem anderen auf dem kürzesten Weg kommen. Dabei fühle ich mich hier eigentlich noch so neu.
Zum Panikschieben ist es eigentlich noch zu früh, aber irgendwie kann ich mir mal wieder nicht so recht vorstellen, wie das klappen soll. Ein bisschen muss ich wohl darauf hoffen, dass ausgerechnet etwas drankommt, das ich in- und auswendig kenne. Aber bisher hatte ich bei wichtigen Entscheidungen in meinem Leben immer Glück – ich kann nur hoffen, dass sich das dieses Mal nicht ändert 😉

Ortskunde die x-te

Ich kann nur noch einmal ganz laut alle warnen, die sich überlegt haben, mal kurz den P-Schein zu machen: Überlegt es euch genau! Denn für einen Ferienjob lohnt sich die Geschichte wirklich nicht. Ich sag das nicht ohne Grund mehrmals! Ich bin heute wieder gute sechs Stunden hochkonzentriert vor meinem Rechner (=Stadtplan) gesessen und hab an Fahrten getüftelt und mich mit Einbahnstraßenschildern gebattelt. Irgendwie macht es mir immer noch Spaß, aber ich kann mir vorstellen, dass es nicht allen so geht wie mir. Außerdem: Ich bin arbeitslos und hab nur einen Drittel an Haushaltsarbeit zu machen. Ich hab die Zeit dafür wenigstens.

Boah ey!

So, jetzt bin ich geistig am Ende. Hab von 10 Uhr heute morgen bis jetzt ausser Essen nur Straßen gekaut – und dennoch nicht einmal das geschafft, was ich schaffen wollte. Naja, dann geht es morgen eben weiter. Ich bin dennoch nicht allzu schlechter Laune. Lasst es euch trotzdem besser gehen!

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Ortskundeprüfung Part 1, Part 2

Bevor irgendwelche Zweifel aufkommen: Ja, ich habe die schriftliche Ortskundeprüfung heute bestanden. Nicht gerade heldenhaft, einen von drei erlaubten Patzern habe ich mir erlaubt, und es ist mir peinlich, eingestehen zu müssen, dass es ausgerechnet eine Verwechslung zwischen Allee und Chaussee war. Aber ich bin durch, als einer von (wahrscheinlich) sechsen am heutigen Tag – was bei einer Anzahl von 40 – 60 Prüflingen doch immerhin mehr als nur Glück zu sein scheint. Naja, dafür war ich dann bei der Taxi-Schule eher müde und schlecht vorbereitet, aber das hat man mir – so hatte ich den Eindruck – nachgesehen.
Alles in allem war es ein toller Tag heute!