Ein wenig neben der Spur…

Ich bin heute mal wieder erst um drei Uhr aufgewacht (worden). Das hat dann dafür gesorgt, dass ich erst spät meine Übungsfahrten begonnen habe – wobei ich inzwischen weiter bin, als ich es mir hätte träumen lassen. Deswegen die aktuelle Pause zum Bloggen und Kommentare beantworten.
Dann ist mir heute – 3 Tage vorher – aufgefallen, dass meine Prüfung ja gar nicht am Dienstag, sondern erst am Mittwoch ist. Ein Tag Gnadenfrist mehr – kann ja nicht schaden.
Glücklicherweise war Ozie früh genug wach und hat deswegen schon für die ganze WG Muffins gebacken. Das ist doch mal ein gelungener Anfang. Mal ganz abgesehen davon, dass ich aufgrund der verspulten Wachzeit spontan Tomatensuppe gefrühstückt habe 🙂
Dann haben wir festgestellt, dass bei uns irgendwelche Heinzelmännchen ihr Unwesen treiben, genauer genommen: Den Kühlschrank auf Null drehen. Da Nico nicht ausschließen will, dass er schlafwandelt, können wir das aber ebenso wenig belegen wie die andere These, die nach den letzten Artikeln die nächst glaubwürdigere wäre.
So, jetzt setze ich mich wieder an meine Fahrten und irgendwie werde ich morgen dann der Meinung sein, dass heute gar nichts passiert ist. Das wollte ich mit diesem Eintrag widerlegen.
Na denn: Hang!

Früh auf!

Ich bin schon seit 7.38 Uhr wach, was für mich in letzter Zeit so in etwa der Termin ist, zu dem ich mich das erste Mal im Bett rumdrehe. Bin bis auf gestern die letzten Tage eigentlich immer erst so gegen 6 Uhr ins Bett, und gestern hat es mich dann punkt 24 Uhr dahingerafft. Kann auch nicht schaden…
Ja, ich nutze die Zeit überwiegend zum Lernen, da es inzwischen ja auch wieder die heiße Phase der letzten Woche ist. Ich weiss nicht, ob die Tage irgendwann überhaupt mal was erwähnenswertes passiert. OK, am Freitag kommt mein Stiefbruder für eine Nacht vorbei, aber abgesehen davon, dass wir uns so gut wie nie sehen, wird das sicher auch wenig außergewöhnlich.

Ein weiteres Taxi-Update

Eine Woche und acht Stunden bleiben noch bis zum vierten Anlauf, die mündliche Ortskundeprüfung für Berlin zu bestehen. Ich bin seit Wochen schon wieder am Lernen, und im Grunde bin ich jetzt schon wieder der Meinung, besser denn je vorbereitet zu sein. Dennoch werde ich die Woche weiter reinrocken und eine Fahrt nach der anderen in Gedanken runterrocken und über dem Stadtplan brüten.
Abgesehen vom ersehnten Job, weiss ich echt nicht, woher ich überhaupt noch die Motivation nehme, weiterzulernen. Aber keine Sorge, ich habe sie…
Ozie hat mir derletzt ein kleines PHP-Script geschrieben, das mir jetzt aus einer Datenbank Fahrten aussucht, wobei es die berücksichtigt, die ich nicht so gut kann. Also nichts, was mir eine Lösung ansagen kann – das kann niemand – sondern einfach nur eine Erleichterung beim Generieren von Fahrten.
Dazu habe ich inzwischen einen A3-Zettel, auf dem ich grafisch eintrage, wie viele Fahrten ich an dem Tag gemacht habe. Solch statistischer Unfug motiviert mich tatsächlich. Ich bin zwar in Mathe die größte Null dieses Planeten, aber Statistiken erstellen könnte ich gutgelaunt sogar über die Anzahl der Kerzen, die ich im Winter verbrauche. Naja, das ist sicher noch die harmloseste Macke. Ich könnte also meine Geburtstagswunschliste noch erweitern um ein Kilo Milimeterpapier und diverse Bleistifte und Fineliner 😉
Aber der P-Schein steht erstmal ganz oben…
In Punkto lernen glaube ich echt, dass ich etwas zu intelligent bin für den Job. Denn: Ich weiss, dass mir all das nur teilweise was bringt. Ein Fahrer hat mal gemeint, einen Großteil vergisst man eh, bis man zu arbeiten beginnt, und ich glaube ihm das. Und dass ich das weiss, macht es mir schwer. Ich bin nicht geeignet für blind-blöden Gehorsam. Jedes Mal, wenn ich irgendein besonders bescheuertes Objekt vor mir habe, denke ich mir, es ist doch bekloppt, dass sie überprüfen, ob ich das kenne, anstatt sicherzustellen, dass ich kein Misantroph bin, der unter Stress cholerisch wird.
Naja, ich habe die Hoffnung, dass sich diese Gedanken in einer Woche erledigt haben. Ein bisschen Glück muss zwar auch dieses Mal dabei sein, aber ich hoffe einfach das Beste und lerne und lerne und lerne…

Ein bisschen Geschreibsel

Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich die Zahl der Kommentare erhöht, sobald man über Politik schreibt. Die aktuellen Zahlen von overblog stehen mir aber natürlich nicht zur Verfügung, weil sich der Statistikserver just zur Umstellung auf die neue Zählweise verabschiedet hat. Ich mag sowas, ehrlich! 

Naja, eigentlich gibt es gerade nicht viel zu bloggen, ich muss bloß für ein paar Minuten mal wieder den Kopf von all den Straßen abwenden, die sich gerade wieder durch mein Gehirn schlängeln. Da ich die Befürchtung habe, die Prüfer werden es ignorieren, dass ich schon alleine wegen meines bevorstehenden Geburtstages das Bestehen der Prüfung verdient hätte, muss ich wohl weiter lernen.
An und für sich kein Problem, denn ansonsten mache ich gerade nicht wirklich viel. Die Wohnung rückt wieder voll in den Mittelpunkt, wenn Ralf dann ausgezogen ist – was eher nach der Prüfung der Fall sein dürfte – und mit dem täglichen Essen / Schlafen / Spülen / Zocken kann ich den Tag irgendwie nicht wirklich ausfüllen. Da kommen einem die Straßen manchmal sogar gelegen.
Naja, morgen scheint Welt-Familiengeburtstag zu sein, insofern bin ich da auch verplant und mal wieder ein bisschen unterwegs.

Und meine Habanero-Pflanze Habi hab ich in den letzten Tagen auch ein wenig vernachlässigt. Irgendwie will er aber auch keine Früchte bekommen. Was ich im Übrigen echt schade finde. Wer weiss, vielleicht ist es ihm inzwischen auch ein wenig zu kalt Aber gut, ich sollte dann mal wieder…

Prüfung die x-te

So, nun ist es also amtlich: Die Ortskunde-Prüfung habe ich auch beim dritten Anlauf nicht geschafft. Das habe ich vorhergesehen und daher komme ich gerade ganz gut damit klar. Ich bin alles in allem wieder hochmotiviert, und jetzt habe ich den nächsten Termin am 22. Oktober. Da die nächste Prüfung (weil Winterhalbjahr) beim Taxiverband (und nicht bei der Innung) stattfindet, war es wohl auch das letzte Mal, dass ich die Schreckschraube im Büro der Innung gesehen habe, die irgendwie der Meinung ist, dass sie jeden Menschen scheiße behandeln darf. Naja, völlig überraschend hat sie mir sogar Glück gewünscht und in diesem Zusammenhang gemeint, sie hoffe, dass wir uns nicht in einem halben Jahr wiedersehen. Ich war wirklich verwundert. Erst gestern hat sie wieder einen Mitbewerber zur Sau gemacht, weil er nicht pünktlich 15 Minuten vor dem Termin da war.
Ich meine, es ist ok, dass es für das ein oder andere Procedere Regeln gibt. Nun muss ich zu dieser 15-Minuten-Regelung aber sagen, dass das scheinbar die reine Schikane ist, da die Prüfung offenbar niemals früher anfängt – im Gegenteil: Es werden immer 3 Leute auf beispielsweise 13 Uhr bestellt und die kommen dann nacheinander dran, was bedeutet, dass einer sowieso knappe 30 bis 40 Minuten warten muss. Oder wenn es wenigstens eine Anmeldeprozedur geben würde, die Zeit verschlingt. Aber nein. Ich kam gestern rein (auch schon etwas zu spät) und hab gesagt: „Guten Tag, ich hab heute um…“ „Nehmen sie Platz!“ Dafür soll man eine Viertelstunde früher kommen? Ich verstehe das einfach nicht.
Naja, die gute Dame scheint irgendwie immer einen Grund zu brauchen, sich aufzuregen – wenngleich ich im Groben den Eindruck habe, dass sie – wenn man sich keine groben Patzer leistet, wie zu fragen wo die Toilette ist oder so – lockerer wird, je öfter man da ist. Ein komischer Mensch!
Ja, abgesehen vom Schreiben hier sitze ich mit Entschlossenheit vor meinen Objekten und denke mir abenteuerliche Strecken aus. Ist auch etwas…
Vielleicht schreibe ich in nächster Zeit gelegentlich vom Lernen, dann bleibt es nämlich auch mir besser im Kopf. Ich verweise hierzu gerne noch einmal auf die Möglichkeit, sich nur einzelne Kategorien hier im Blog anzeigen zu lassen – damit kann man dann solch uninteressantes Zeug überspringen 😉
Ihr hört noch von mir!

Etwas fragwürdige Stimmung

Der Tag heute wird eigentlich ganz locker. Mit einer Ausnahme: Die Prüfung. Das dritte Mal gehe ich zur mündlichen Ortskundeprüfung – aber wenn ich ehrlich bin, dann glaube ich nicht daran, sie dieses Mal zu bestehen. Ich hab mein Ziel nicht aufgegeben, ich werde nachher mein Bestes geben, aber ich glaube eben, dass das dieses Mal erst recht nicht genug sein wird. Ich habe in den letzten Wochen viel zu wenig gelernt, wahrscheinlich falle ich dieses eine Mal wirklich mit Pauken und Trompeten – und nicht nur knapp wie die letzten beiden Male – durch.
Obwohl das Ganze insbesondere finanziell eine Mehrbelastung wäre, bin ich aber gerade nicht nervös, nicht niedergeschlagen und Angst hab ich auch keine. Ich will diesen Schein und diesen Job. Immer noch! Aber im letzten Monat konnte ich nicht mehr. Die Monate des Lernens waren an und für sich schon stressig, dann kam die Freizeit mit dem gebrochenen Bein und danach der Total-Crash meines Computers. Ich stelle diesen blöden PC nicht über die Prüfung, aber ich lerne mit ihm. Daneben weiss ich auch, dass das eine Ausrede ist, mit der ich rechtfertige, dass ich mich in den vergangenen Wochen viel um den PC, den Blog, um die WG (wir hatten viel Besuch) und mich selbst gekümmert habe, und das Lernen erst einmal hinten anstand.
Vielleicht ist das eine falsche Prioritätensetzung gewesen – ich kann’s jetzt aber eh nicht mehr ändern. Seit mehr als einem halben Jahr lerne ich den Stadtplan von Berlin auswendig, und allen, die das noch nicht gemacht haben, kann ich nur sagen, dass das vor allem deswegen schwer ist, weil es für derartiges Wissen kaum Methoden gibt, es sich anzueignen – schon gar nicht, wenn man gelegentlich Erfolgserlebnisse braucht.
Ja, ich bin wirklich kein Mensch, der sich monatelang auf eine Sache konzentrieren kann. Ich habs gelegentlich versucht, aber ich glaube, das kann ich mir nicht mehr beibringen. Vielleicht werde ich doch langsam alt 😉
Alle Leute, mit denen ich über die Prüfungen geredet habe, waren überrascht, manche fast geschockt, als sie gehört haben, wie schwer sie sind. Wer denkt an sowas, wenn man eh nur Taxifahrer erlebt hat, bei denen man froh war, wenn sie ihre eigene Fahrertüre gefunden haben?
Keine Frage, andere Leute haben noch härtere Prüfungen bestanden, genauso wie ich diese bald haben werde. Aber der letzte Monat war eben mal kein Taxi-Monat. Vielleicht der letzte der nächsten paar Jahrzehnte bei mir. Ich werde morgen mal nicht zitternd zur Prüfung nach Charlottenburg fahren, und ich werde mir nicht denken „Wieso bloß?“, falls ich die zweite Fahrt in den Sand setze. In dem Fall werde ich mir einen neuen Termin geben lassen, mich freuen, dass ich nun wieder einen ganzen Monat (hoffentlich nicht länger) habe, um mir die Straßen meiner neuen Heimat zu Gemüte zu führen, und dann werde ich relativ unbeschwert gehen. Ja, wenn ich die Prüfung heute nicht bestehe, werde ich mir den Luxus gönnen, nicht an mir selbst zu zweifeln, mich nicht mit den Fragen quälen, ob ich tatsächlich zu dämlich bin, ein paar Straßen auswendig zu lernen. Ich werde mir mal keine Vorwürfe machen, ich hätte doch gestern noch dieses Objekt nochmal anschauen können, oder jeden Tag zehn Fahrten mehr.
Ich will diesen Job machen, und ich sehe ihn anders als andere nicht als irgendeinen Niedriglohn-Scheißjob, sondern ich weiss, dass ich ein verdammt guter Taxifahrer werde. Genau der Taxifahrer, den man sich wünscht, wenn ein anderer Fahrer mürrisch grunzt und dann noch Umwege fährt. Mein erklärtes Ziel ist nichts geringeres, als bei diesem Job den Trinkgeld-Rekord zu knacken, ohne unverschämt hohe Trinkgelder anzunehmen. Und das werde ich auch schaffen. Wenn der Grundstein dazu nicht heute, sondern erst in einem Monat gelegt wird, dann ist das auch ok.
Bis dahin werde ich mich dann weiter von der Bild beschimpfen lassen, dass ich ein skrupelloser Abzocker der Menschheit bin, weil ich arbeitslos bin. Einen Tod muss man wohl sterben…

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

Abonniert doch den RSS-Feed von GNIT. Mehr von Sash gibt es außerdem bei Facebook und bei Twitter.

Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Familiär eingebunden

So, in den letzten Tagen ist einiges passiert. Ich werde das jetzt nicht in tausende Einzelartikel zerlegen, sondern es einfach mal so runterschreiben mit all den Kleinigkeiten. Ein Sorry an die Spartenleser da draussen!
Alles begann damit, dass Ozie und ich uns übers Wochenende vom 18. – 20. diesen Monats ein Auto ausgeliehen haben. Das hatte viele verschiedene Gründe: Familienfest und Kennenlernen der Stadt. Naja, und natürlich Bequemlichkeit bei diesen Unterfangen.
Am 19.7. war der Tag, an dem ich wegen einer Familienfeier (immerhin ein 120jähriges Jubiläum!) nicht gelernt habe. Das ist allerdings nur eine allzu grobe Umschreibung des Ganzen. Es war einiges, was im Verlauf der paar Stunden so passiert ist.
Zunächst war ich mit Ozie Samstag morgens schon recht früh unterwegs um einzukaufen. Ein herrliches Beispiel für Übergrößen-Einkäufe mal wieder. „Sehr speziell“ sei mein Wunsch (in einem Übergrößengeschäft ein passendes Hemd zu finden), meinte der recht nette Mensch im Hirmer in Steglitz am Walther-Schreiber-Platz. Eine Lösung für moderate 120 € hatte er allerdings notfalls parat. Ich will ja jetzt nicht kleinlich sein, aber ich bin nicht der Mensch, der sich 120 € für ein Hemd leisten kann. Naja, wir sind letztlich doch noch fündig geworden – und ich sehe es schon als schön an, für 85 € zwei Hemden gefunden zu haben.
Was ich allerdings fies fand, war, dass ich bei der Einfahrt ins Parkhaus bereits einen wirklich derben elektrischen Schlag von dem Parkticket-Ausgabe-Automaten bekommen hab. Ich geb zu, ich hab versehentlich nicht auf den Knopf gedrückt, aber das hat echt noch 1 Minute wehgetan – also vergleichbar mit dem letzten Schlag, den ich mir an einem Lampenanschluss geholt hab. Super! Ich frag mich, ob das nun nur eine normale Entladung war, oder ob diese Metallplatte an dem Teil ernsthaft unter Strom gehalten wird. Zweites wäre eine fiese – aber in Kombination mit einer Überwachungskamera sicher auch witzige – Sache.
Die Fahrt zur Feier nach Potsdam war entspannt und insbesondere witzig, weil ich wirklich quer durch die Stadt gegurkt bin, keine Ecke wirklich kannte, aber immer genau wusste, wo ich hinfahren muss. Grandios. Wenn es nicht so ein irrwitziges Unterfangen mit dem P-Schein wäre, könnte ich das allen Einheimischen nur empfehlen.
Die Feier war nett, für mich ja aber dennoch alkoholfrei wegen des Autos – weswegen ich eben auf die kulinarischen Genüsse am Buffet zurückgegriffen habe 🙂
Die letzten beiden Tage standen dann eigentlich zu Hundert Prozent im Zeichen des Lernens. Nicht, dass ich davor nicht auch gelernt hätte, aber natürlich habe ich – mit massig Unterstützung von Nico und Ozie – noch einmal richtig rangeklotzt.
Hat leider nur bedingt was gebracht. Immerhin habe ich mich richtig gut vorbereitet gefühlt, und war nicht halb so nervös wie das letzte Mal. Das ist bei einem Prüfungs-Ängstling wie mir schon einmal angenehm. Wenn irgendjemand wissen will, wieweit man seine Handlungen bei 300 Puls aufwärts noch kontrollieren kann, der kann sich gerne vor Prüfungen mit mir unterhalten 😉
Naja, ich war mal wieder der Newbie im Team. Von den drei anwesenden Leuten war ich mit dem zweiten Versuch noch der harmloseste. Durchgefallen bin ich allerdings abermals. Schade, denn die erste Strecke wollte der erste Prüfer durchgehen lassen, der zweite hat dann – nicht unkorrekt – angemerkt, dass es ein zu großer Umweg wäre, und das wars dann.
Die zweite Strecke hat mich eiskalt erwischt. Ich hatte mich auf viele absurde Strecken vorbereitet, aber nicht auf eine zwischen dem Klinikum Hellersdorf und… dem Klinikum Hellersdorf. Ich weiss es nicht, vielleicht war es nett gemeint, dass die Tour nur einmal ums Eck führte, aber die kleinen Sträßchen hatte ich einfach nicht auswendig parat. Irgendwie wieder einmal ärgerlich.
Trotz versauter Prüfung sind wir noch – weil wir eh da waren – ins KaDeWe gegangen um uns ein paar Habaneros zu holen – Habi ist ja noch nicht soweit 😉 Der Ausflug wurde dann etwas absurd, weil das einzige, was sie dahatten, „Gewürzpaprika“ in der selben Form waren. Die Verkäuferin meinte, es handele sich um Habaneros, und so habe ich testweise vier Stück gekauft. Ich hab sie kurz mit dem Finger angeritzt und einen langweiligen, nicht scharfen Paprika-Geschmack festgestellt. Wir sind ein paar Minuten später zurück gegangen und Ozie hat der Verkäuferin den Tipp gegeben, dass das nicht das ist, was wir als Habaneros kennen, und sie – wenn es welche sind – extrem mild sind. Wir waren kein bisschen unfreundlich, wir wollten nicht einmal Geld zurück oder etwas derartiges, wir wollten nur den Hinweis geben, dass einige Kunden vielleicht enttäuscht wären, wenn sie Habaneros suchen wie wir.
Im Verlauf der folgenden Diskussion habe ich herzhaft in eine der Früchte gebissen, um zu beweisen, dass sie so scharf nicht sind. Dazu muss ich zu meiner Schande gestehen, dass sie innen tatsächlich recht scharf waren – wenngleich wir daran festhalten, dass der Geschmack und die Schärfe einer Habanero nur bedingt würdig sind.
Da es darum aber eigentlich nicht mehr ging, sondern es zu peinlichen Verteidigungsversuchen seitens zweier Verkäuferinnen kam, die versuchten uns mit Argumenten à la „mir sind die aber scharf genug!“ zu überzeugen, hab ich auch nicht mehr eingestehen wollen, dass sie doch ein wenig scharf sind.
Dämlich, ich weiss.
Aber mal im Ernst: Wir haben nur gesagt, wir hätten was anderes erwartet, und darauf freundlich hingewiesen. Und dann haben die uns versucht, mitten im KaDeWe runterzuputzen, was uns denn einfalle. Fand ich schon etwas strange. Naja, sei es drum.
Ich kann jetzt immerhin behaupten, ein Gespräch noch ein wenig weitergeführt zu haben, nachdem ich eine viertel Habanero im Mund hatte 😉 Dass sie nicht so überzeugend waren, lässt sich übrigens daran ablesen, dass ich mich mit zwei Schluck Cola binnen 10 Minuten von sämtlichen Schmerzen befreit hatte – vom laschen Geschmack ganz zu schweigen.
OK, ich will jetzt aber auch nicht als Habanero-Pöbler in die Geschichte eingehen…