Erste PRISM-Witze im Taxi

Natürlich lädt der aktuelle Überwachungsskandal zu Witzen ein. Leider, möchte man sagen. Denn außerhalb des Internets kommt ohnehin zu wenig von der Bedrohlichkeit an, die die ganze Sache hat. Bei der Bundestagswahl werden wieder mindestens 10 oder 20 Millionen Deutsche das Grinsen unserer Kanzlerin wieder höher werten als unser Grundgesetz. 🙁

Zurück ins Taxi: Der amüsierte Passagier trug edlen Zwirn und wollte vom Ostbahnhof zur Zeughofstraße. Vorsichtshalber meinte ich, auch zu Scherzen aufgelegt:

„Ich nehme mal an, die in Kreuzberg, ansonsten müssten Sie jetzt was sagen.“

„Gibt es mehrere?“

„Keine Ahnung, ehrlich. Aber ausschließen will ich das nicht ohne nachzusehen.“

Da ich jetzt wusste, wo ich hinfahren musste, hab ich im Verlauf unseres Gesprächs kurz das Navi angeworfen. Und tatsächlich: Nur eine Zeughofstraße in Berlin. Wow!

„OK, Sie hatten Recht!“

„Womit?“

„Na, zumindest mein Navi kennt keine zweite Zeughofstraße in Berlin.“

„Dann fragen Sie besser auch noch bei der NSA nach, vielleicht haben die noch eine …“

Der saß. 🙂

7 Kommentare bis “Erste PRISM-Witze im Taxi”

  1. Senfgnu sagt:

    Ja, diese unglaubliche Gleichgültigkeit ist schon der Wahnsinn. 20 Millionen Menschen wählen eine Partei, deren Spitzenpersonal abwechselnd sagt, dass es keine Ahnung hat, was los ist oder dass es ihnen egal ist. Toll. Aber was soll man machen…Auswandern verlagert das ganze ja nur.

  2. Taxi 123 sagt:

    Ich würde das ganze als gebührenpflichtigen Service anbieten: Wir sortieren und speichern Ihre Daten für Sie! Zahlen Sie einfach 10 € monatlich und Ihre Daten sind sicher und für Sie aufbereitet.

    Noch ein wenig Werbung und bei 6-7 Milliarden Usern rechnet sich das ganze ganz schnell. 🙂

  3. Sash sagt:

    @Senfgnu:
    Jepp, so ist es.
    Und es geht ja nicht um Urheberrechte oder Steuerhinterziehung, sprich: Geld. Sondern um Grundrechte. Das ist so unfassbar und lässt schlimmstes vermuten für die Zukunft.

    @Taxi 123:
    Das war jetzt eine Mischung aus der gestrigen Postillon-Meldung und dem Geschäftsmodell von Facebook, oder? 😉

  4. Falcon030 sagt:

    Ein Großteil der Menschen ist offenbar bereit, diese Einschränkungen hinzunehmen, immer mit der bemerkung „Ich hab doch nichts zu verbergen“.
    Hab ich auch nicht und trotzdem möchte ich nicht, dass Institutionen des Staates, sprich also des Konstrukts, dessen integraler Bestandteil ich bin, meinen, sie stünden soweit über allen Dingen, dass sie sich herausnehmen können, zu entscheiden, wie weit sie in meine persönliche Sphäre eindringen dürfen.
    Und bei den Politikern, insbesondere Frau Merkel, frage ich mich immer, ob sie tatsächlich nichts wusste (was ich persönlich kaum glaube), was für einen Politiker in ihrer Position eigentlich den Todesstoß bedeuten sollte, oder ob sie bescheid wusste, aber die Bevölkerung belogen hat.
    Beides ist gleichermaßen schlimm und trotzdem würde ich eine große Menge Geld darauf verwetten, dass sie auch in der nächsten Legislaturperiode wieder die Kanzlerin gibt.

  5. Unterdosis sagt:

    Meine neue private Mailsignatur: gesendet von meinem NSA-Gehirnimplantat.

  6. Sash sagt:

    @Falcon030:
    Kann ich so zu eigentlich 100% unterschreiben!

    @Unterdosis:
    Nicht schlecht. 😉

  7. Kat sagt:

    http://www.youtube.com/watch?v=iHlzsURb0WI

    Kennt ihr vermutlich schon. Sollte jeder Merkelwähler und jeder „Ichhabnichtszuverbergen“ zwangsschauen müssen. Echt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: