Mal wieder Taxi-Schule (2)

Ich habe schon lange nichts mehr über den Verlauf meiner Ausbildung zum Taxler geschrieben. Das hat auch einen Grund. Es gibt einfach nichts groß neues, was ich zu schreiben hätte. Ich bin weiter am Lernen und der Kopf qualmt mir schon vor lauter Straßennamen und Objekten, wenngleich ich eigentlich viel zu wenig und viel zu langsam vorankomme. Zumindest für meinen eigenen Geschmack. Die anfängliche Sorge, alle Straßennamen sind doch irgendwie gleich, habe ich bis auf ein paar fiese Ausnahmen zwar nicht mehr aktuell im Programm der Ängste, aber ich muss meinem Ausbilder doch recht geben, wenn er heute zu einem Neuen sagt: „Man darf das nicht widerwillig machen, sonst klappt das nicht.“
Es ist so. Es ist wirklich schwer – vor allem für Gedächtnisverlust-Künstler wie mich – einen Überblick zu erhalten mit allem Absurden und Unbekannten.
Spannend finde ich nach wie vor die Frage, wo all die unverschämten und unsympathischen Taxler herkommen. Wenn ich mich in meinem Kurs umsehe, sehe ich sympathische Menschen aller Altersklassen, und ich hoffe, dass das Berufsleben einem nicht so hart mitspielt, dass all das verloren gehen muss. Aber was sich so melancholisch anhört, ist natürlich nur unterschwelliger Optimismus. Ich bin – trotz Pause letzte Woche – immer noch am Start und motiviert!

Arbeitsamt mal friedlich…

Ich hatte ja vor inzwischen sehr langer Zeit darüber berichtet, wie meine zuständige Sachbearbeiterin mir „äußerst freundlich“ klargemacht hat, was ich alles nicht dürfe und wie sie die Taxi-Geschichte sieht. Nun hatte ich nach einem spontanen und nicht erwarteten Rückfall in eine lästige Krankheit just vor dem letzten Amtstermin heute endlich mein lang ersehntes Gespräch bei der Agentur in Hellersdorf.

Ich muss jetzt bei allem gesunden Hass und Unverständnis gegenüber dieser Einrichtung sagen, dass das ein Termin war, wie man ihn sich nur wünschen kann. Ich habe höchstens eine Minute gewartet, was de facto hieß, dass ich noch vor offiziellem Terminbeginn ins Büro durfte. Meine am Telefon so bissige Bearbeiterin stellte sich als eine eigentlich recht verständnisvolle Angehörige der Gattung „Homo Arbeitszwang“ heraus, und ansonsten war nix!

Ich habe immer noch keine Eingliederungsvereinbarung unterschrieben, bekomme einen Vermittlungsgutschein zugeschickt (Weil der Drucker nicht wollte) und mein nächster Termin wird in etwa in zwei Monaten liegen. Das ist der Zeitraum, in dem ich meine Ortskundeprüfung etwa ansiedeln werde. Mit anderen Worten: Ich kann die Taxigeschichte erstmal ungestört durchziehen, ohne groß Ärger vom Amt zu bekommen. Ich muss mich „natürlich weiter bewerben“, aber offenbar haben ihr da meine bisherigen Bemühungen gereicht – und über die hatte ich nicht einmal irgendwelche Belege.

Dann bin ich mal gespannt, ob das auch wirklich so locker wird…

Die absurdesten Eselsbrücken (4)

Eine sehr schöne Eselsbrücke für die Ortskundeprüfung in Berlin betrifft mal wieder ein Krankenhaus: Die Caritas-Klinik Pankow Maria-Heimsuchung hat nicht nur den wahrscheinlich bescheuertsten Namen, den man einem Krankenhaus geben kann, nein, sie liegt auch noch gut zu merken hier: Breite Str. Warum gut zu merken?
Nun, ist Maria nicht in die Breite gegangen, nachdem sie heimgesucht wurde? Eben.

Der P-Schein und ewige Halbwahrheiten

Nach meiner grandiosen Erfahrung mit der Innung (siehe Artikel vorher) bin ich dann mal wieder zum LABO und hab mich darauf vorbereitet, meinen P-Schein zu beantragen. Bin spät dran damit, und es soll ja noch was werden. Inzwischen brauche ich aber nicht einmal mehr eine Anmeldung, weil ich ja den Schein aus Stuttgart schon habe. Das heisst, ich habe heute eine Dreiviertelstunde gewartet, um mir sagen zu lassen, dass ich umsonst hier bin. Naja, immerhin ersparen mir diese Neuerungen mindestens 13 Euro (ich brauch auch kein Führungszeugnis), wenn nicht sogar ein bisschen mehr (Erweiterung ist wohl nicht so teuer wie ein Neuantrag). Da hat sich das dann ja doch gelohnt.

Verdammter Sommer

Gestern habe ich mich ein wenig weiter auf meinen P-Schein zubewegt. Ich war bei der „Innung des Berliner Taxigewerbes“ und habe mich zur schriftlichen Prüfung angemeldet. Bin ja schonmal gespannt, was mein Lehrer wohl dazu sagt, dass ich so „vorauspresche“. Aber gut, sei es drum. Dieses Ereignis bietet einen besonderen Grund, dass man es erwähnt: Das Umgehen mit Menschen dort. Im Winterhalbjahr übernimmt der Taxiverband diese Aufgaben, und ich kann nur sagen: Schaut besser nach, ob ihr zu dieser Zeit einen Termin bekommt!
Meine Taxi-Schule hat schon extra auf meiner persönlichen Checkliste vermerkt, dass man dort auf jeden Fall freundlich bleiben sollte, auch wenn einem selbst unfreundlich begegnet wird. Sehr schön, dass ich das wusste. So konnte ich mich darauf vorbereiten. Ich bin mit Ozie hin, wir haben heute großen Erledigungstag gehabt, und bin erstmal mit ihr reingelatscht. Die Adresse war für mich (als angehender Taxifahrer) nicht schwer zu finden, dass man hinten durch den Hof erst hingelangt, sollte man schon wissen. Also an alle Anwärter: Nicht den Eingang A in der Martin-Luther-Str. 3-7 nehmen, sondern rechts ums Gebäude. Am Tor steht dann der Hinweis!
Ins Gebäude hineingelaufen findet sich keine Orientierungshilfe, nichts. An der dritten Tür (oder war es die zweite?) links findet sich dann ein kleiner abgenutzter Zettel mit der Inschrift „Innung des Berliner Taxigewerbes“. Hab ich, dumm wie ich bin, erst mal geklingelt. Irgendwann kam dann von innen „Die Tür ist offen“. Dann läuft man also rein in einen stockdusteren Raum. Im Eingangsbereich Lampen zu installieren, wäre ja auch zuviel erwartet gewesen. Vor einem auf der rechten Seite ist eine Küchentheke, die wohl dazu bestimmt ist, den Durst auf Kaffee (oder Bohnensuppe, wie eine dort Angestellte witzig bemerkte) zu stillen. Der Tresen zur Anmeldung etc. befindet sich indes erst einmal ums Eck links. Es standen bereits ein paar Leute (vielleicht 10) im Flur herum, die meisten ausländischer Herkunft und warteten auch. Worauf, war schwer ersichtlich. Nebenbei hat man dann mitbekommen, dass ein paar auch direkt zur Prüfung da sind, und so bin ich nach einigem Zögern zum Tresen gegangen. Dort wurde ich barsch zurückgewiesen, mit dem Verweis, „die anderen warten auch alle auf irgendwas.“ Na gut! Die unfreundliche Tante – die dort offenbar alleine das Klima vergiftet – hat nach zwei weiteren Minuten mal in die Runde gefragt, wer denn weswegen da sei. Dabei wurde Ozie erstmal äußerst unhöflich rausgeschmissen, „weil es zu voll hier drin“ ist. Es folgte noch einmal Gemecker über den (angeblich) hohen Lärmpegel im Raum, und genauso unfreundlich war dann meine Anmeldung selber. „Was wollen sie?“ „Ich würde mich gerne zur schriftlichen Prüfung anmelden.“ „Waren sie schonmal da?“ „Nein, war ich noch nicht.“ „Aber 55 Euro in Bar haben sie doch dabei?“ „Ja, selbstverständlich.“ „Packen sie die mal raus (2 Sek. Pause, dann ein zerknirschtes) Bitte“ „Wieviele Vornamen von ihnen muss man denn da nehmen?“ „Tut mir leid, das weiss ich nicht.“ Daraufhin herrschte Verständnislosigkeit vor. Ich hab dann meinen Rufnamen genannt, was ihr scheinbar gereicht hat. „Vorstellung?“ „Wie bitte?“ „Haben sie eine Vorstellung?“ „Wie, eine Vorstellung?“ „Haben sie eine Vorstellung, wann?“ „Naja, ich hab gehört, dass sie bis zum 8. Mai nichts mehr frei haben…“ „Achter? Ich bin hier schon beim Neunzehnten!!!“ „Na dann sobald als möglich bitte.“
Trotz meines natürlichen Charmes und meiner Freundlichkeit war die Dame nicht dazu zu bewegen, irgendwann den Eindruck zu erwecken, sie könnte auch mal Spaß an ihrem Job haben. Dazu wurde ihr auch noch der Kopierer in den Vorraum verlegt, sodass sie jedes Mal ihren geschützten Bereich verlassen, und sich zu uns Abschaum begeben musste, wenn sie eine Kopie (die sie bei jedem machen musste) erstellt hat. Alles in allem etwas, das ich zu einhundert Prozent umstrukturieren würde. Insbesondere auf der Personalebene.
Aber gut, jetzt habe ich meinen Prüfungstermin. (in etwas über einem Monat)

Die absurdesten Eselsbrücken (3)

Bei den absurdesten Eselsbrücken zur Ortskundeprüfung in Berlin möchte ich heute einmal das Businesshotel Berlin vorstellen. Das liegt völlig unmerkbar in der Pasewalker Straße. Wenn man aber weiss, wo diese liegt (bei Blankenburg), dann stellt man fest, dass das soweit außerhalb ist, dass da kein Businesshotel sein darf. Dann ist es aber dennoch da… und man kriegt es nicht mehr aus seinem Kopf 😉

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Zwischenergebnis

Nun bin ich „seit Ewigkeiten“ dabei, auf die Ortskundeprüfung zu lernen. Wie weit bin ich eigentlich? Das ist eine gute Frage, die kann man natürlich nicht so leicht beantworten. Was den Teil zur schriftlichen Prüfung angeht, würde ich sagen, ich kann etwa 30 – 40%. Für den mündlichen Teil ist es wesentlich weniger. Ab jetzt wird es sicher ein wenig schneller gehen. Zunächst einmal habe ich mich bisher manches Mal nicht sonderlich reingehängt, zum anderen wird es ja auch wirklich mit der Zeit einfacher. Man kennt schon vieles, hat viele Strecken schon einmal zum Teil so gehabt… das ist das Schöne daran, dass das alles zusammenhängt. Aber es ist wirklich kein Pappenstiel, das kann ich Interessierten sagen. Es ist leider nicht so, dass man nur grob die Ortsteile kennen muss oder dergleichen.
Natürlich wäre es gelogen, zu sagen, dass man jede noch so kleine Straße kennen muss, aber es gibt verdammt viele kleine Straßen, die wichtig sind…