{"id":9514,"date":"2011-10-27T01:43:18","date_gmt":"2011-10-26T23:43:18","guid":{"rendered":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/?p=9514"},"modified":"2011-10-27T03:47:36","modified_gmt":"2011-10-27T01:47:36","slug":"ermittlungen-zur-verantwortung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2011\/10\/27\/ermittlungen-zur-verantwortung\/","title":{"rendered":"Ermittlungen zur Verantwortung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">So, die Best\u00e4tigung vom LABO zur <a title=\"GNIT - Verl\u00e4ngerung (4)\" href=\"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2011\/10\/19\/verlangerung-4\/\" target=\"_blank\">Verl\u00e4ngerung meines P-Scheins<\/a> ist nun da. Das ist ein Grund zur Freude, wenngleich meine Ausnahmegenehmigung ja durchaus noch bis Mitte Januar gilt. Denn auch wenn ich bisher noch nicht einmal von irgendwem nach meinem P-Schein gefragt wurde (au\u00dfer von meinem Chef), vermute ich, dass so ein schn\u00f6der Computerausdruck mit der F\u00e4lschungssicherheit eines handgeschriebenen Post-it&#8217;s bei jeder erdenklichen Kontrolle f\u00fcr unn\u00f6tigen Spa\u00df sorgen w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun geh\u00f6re ich ja zu den wenigen Menschen, die hier und da die Amtspost sogar gr\u00fcndlich lesen. Das tue ich durchaus aus Interesse. Die \u00c4mter dieses Landes repr\u00e4sentieren den Staat, und da dieser mir Rechte und Pflichten auferlegt, interessiert es mich per se, was er tut. Wie jeder andere B\u00fcrger da draussen bin ja auch ich der Meinung, dass er hier zu wenig und da zu viel tut.<br \/>\nAmtliche Schreiben stellen nun eine (meist tats\u00e4chlich nur einseitige) Kommunikation dar, die durchaus einen Blick wert sind. Schlie\u00dflich kommen hier mal regelrecht freundlich formulierte Anfragen und anderswo total kryptische Befehle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun also das LABO.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schrieb ist zun\u00e4chst v\u00f6llig normal, mit leicht \u00fcbersachlichem Amtston, ansonsten aber verst\u00e4ndlich formuliert.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Ihrem Antrag auf Verl\u00e4ngerung [&#8230;] wird stattgegeben.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">liest man da, und zusammen mit der Erkl\u00e4rung, wohin man beim LABO genau latschen muss, ist das ja der wichtigste Part. Beim letzten Satz allerdings musste sogar ich zweimal lesen, um ihn zu verstehen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Mit Ablauf des 27.09.2012 wird der Antrag gegenstandslos, weil dann die Ermittlungen zur besonderen Verantwortung als Personenbef\u00f6rderer nicht mehr g\u00fcltig sind.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jaja, man liest dreimal dr\u00fcber, fragt sich im Kontext, was es bedeuten k\u00f6nnte und sieht dann: Oh, alles klar! Ging mir auch so. Aber ohne behaupten zu wollen, dass mein Bildungsstand mit dem Erwerb des Abiturs sonderlich au\u00dfergew\u00f6hnlich w\u00e4re: Ich bin geb\u00fcrtiger Deutscher im heiratsf\u00e4higen Alter mit Abitur und habe diesen Text zweimal lesen m\u00fcssen! Nat\u00fcrlich geht es blo\u00df darum, dass meine \u00e4rztlichen Gutachten nach einem Jahr ung\u00fcltig werden, kein gro\u00dfes Ding. Aber wie bitte kann man erwarten, dass mitunter fremdsprachliche Leute einen unn\u00f6tig absurden Terminus wie &#8222;Ermittlungen zur besonderen Verantwortung&#8220; verstehen? Man muss ja nicht gleich &#8222;dein Papierkram&#8220; schreiben, aber was spricht gegen &#8222;die eingereichten Unterlagen&#8220;, &#8222;ihre \u00e4rztlichen Zeugnisse&#8220; etc.?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin &#8211; wie einige bereits gemerkt haben &#8211; ein Freund der deutschen Sprache. Ich mag sie und ich nutze sie (bisweilen auch eher unbeholfen) in der ganzen Mannigfaltigkeit ihrer Komplexit\u00e4t. Aber von meinen Formulierungen h\u00e4ngt kein lebenswichtiges Geld ab, das Lesen meiner Texte ist freiwillig. Ich w\u00fcrde mich freuen, wenn hierzulande mehr Sprachkompetenz vorherrschen w\u00fcrde, aber in einem Land, in dem die Bild die meistverkaufte Zeitung ist, kann man doch Amtsanschriften nicht derart verklausuliert formulieren. Zumal das ja ein wirklich harmloses Beispiel ist, es k\u00f6nnen sich gerne mal ein paar ALG2-Bezieher mit ein paar Zitaten aus ihren Antr\u00e4gen in den Kommentaren zu Wort melden&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir pers\u00f6nlich ist das egal. Ich hab noch aus jedem Schreiben rauslesen k\u00f6nnen, was ich darf, muss oder lassen kann. Aber das k\u00f6nnen nicht alle. Selbst das Schreiben vom Fundb\u00fcro <a title=\"GNIT - Kamera gefunden\" href=\"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2010\/12\/05\/kamera-gefunden\/\" target=\"_blank\">bez\u00fcglich der von mir gefundenen Kamera<\/a> damals war (in dem Fall sicher sogar bewusst) so formuliert, dass es einen falschen Eindruck vermittelt. Wen nimmt es da Wunder, dass ich es auch bevorzuge, m\u00f6glichst absurd mit den entsprechenden Stellen zu kommunizieren und mich auch noch \u00f6ffentlich dar\u00fcber aufrege?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und irgendwann in den n\u00e4chsten Monaten hole ich dann meinen P-Schein. Dieses Mal werde ich nicht vergessen, dort am Infoschalter zu sagen, dass ich aufgefordert wurde, hier vorzusprechen. W\u00fcrde mich ja nicht mal wundern, wenn die dann selbst nicht wissen, was ich damit meine&#8230;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/6eb9b7283cb843f9adf3f0cd4146a541\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, die Best\u00e4tigung vom LABO zur Verl\u00e4ngerung meines P-Scheins ist nun da. Das ist ein Grund zur Freude, wenngleich meine Ausnahmegenehmigung ja durchaus noch bis Mitte Januar gilt. 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