{"id":9350,"date":"2011-10-06T20:22:39","date_gmt":"2011-10-06T18:22:39","guid":{"rendered":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/?p=9350"},"modified":"2011-10-06T20:49:40","modified_gmt":"2011-10-06T18:49:40","slug":"andrea-berg-und-der-taxi-test","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2011\/10\/06\/andrea-berg-und-der-taxi-test\/","title":{"rendered":"Andrea Berg und der Taxi-Test"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">So, ich werde heute nicht arbeiten. <a title=\"Sashs Bklog - Backstage\" href=\"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2011\/10\/06\/backstage-2\/\" target=\"_blank\">Schuld ist Andrea Berg<\/a>. Deswegen hab ich auch jetzt am Abend noch ein bisschen Zeit zum Schreiben. Neben der \u00fcberhaupt nicht taxirelevanten Tatsache, dass es heute Nacht spannend war, dem Internet beim Erwachen zuzusehen, als die Nachricht vom Tode Steve Jobs&#8216; die Runde machte, ist Taxicontent heute reichlich vorhanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum einen h\u00e4tten wir da wie so oft <a title=\"Polizeipressemeldung - Taxifahrer \u00fcberfallen\" href=\"http:\/\/www.berlin.de\/polizei\/presse-fahndung\/archiv\/360716\/index.html\" target=\"_blank\">eine \u00dcberfallsmeldung<\/a>. Einen Kollegen hat es in Neuk\u00f6lln erwischt, wor\u00fcber ich einmal mehr ratlos bin. Ich hoffe, er erholt sich schnell von dem Schock!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann &#8211; nat\u00fcrlich! &#8211; der Taxi-Test des ADAC!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hatte die Ank\u00fcndigung schon in den fr\u00fchen Morgenstunden gelesen, der Test selbst war allerdings noch nicht online. Folglich sind mir meine gesch\u00e4tzten Taxi- und Taxiblog-Kollegen <a title=\"cab-log - ADAC Taxi-Service\" href=\"http:\/\/cab-log.blogspot.com\/2011\/10\/adac-taxi-service.html\" target=\"_blank\">Klaus<\/a> und <a title=\"De Taxiblogger - ADAC-Taxitest\" href=\"http:\/\/www.taxiblogger.de\/?p=3380\" target=\"_blank\">Frank<\/a> mit ihren Artikeln zuvorgekommen, w\u00e4hrend ich entweder geschlafen oder mich \u00fcber Andrea Berg ge\u00e4rgert habe. Aber <a title=\"GNIT - Der gro\u00dfe Berliner Taxi-Murks\" href=\"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2011\/02\/02\/der-grose-berliner-taxi-murks\/\" target=\"_blank\">wie \u00fcblich<\/a> <a title=\"GNIT - Taxi-Test 2009\" href=\"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2009\/10\/27\/taxi-test-2009\/\" target=\"_blank\">bei Taxitests<\/a> kann ich mich auch dieses Mal nicht zur\u00fcckhalten \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein paar erw\u00e4hnenswerte Dinge findet man bereits im Artikel von Klaus, also seht da erstmal rein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Anfang muss ich &#8211; wie bei jedem anderen Test auch &#8211; nat\u00fcrlich gleich wieder schreiben: Diese Tests sind nicht repr\u00e4sentativ. Sie haben sich viele Gedanken um die Routen gemacht, sich logische Fahrtziele ausgedacht, sich getarnt und verkabelt &#8211; das \u00e4ndert alles nichts daran, dass bei gerademal 10 Touren pro Stadt der Zufall in Form eines Idioten am Steuer das Ranking st\u00e4rker beeinflusst, als es die \u00e4u\u00dferst genaue Prozentbewertung (mit 2 Nachkommastellen) am Ende Glauben macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">10 Fahrten bedeuten (maximal) 10 Fahrer aus einem Pool von 10.000 bis 17.000.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">10 Fahrten bedeuten (maximal) 10 Taxen von \u00fcber 7.200 in Berlin zugelassenen Wagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5 Touren bedeuten 5 Touren von potenziell zig Millionen Touren auf tausenden mehr oder weniger bekannten Stra\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber die pure Anzahl der Fahrten ist noch nicht mal der Hauptkritikpunkt meinerseits. Denn eigentlich sagt der Taxi-Test 2011 nicht aus, wie gut man in Berlin Taxi f\u00e4hrt, sondern wie gut man in West-Berlin au\u00dferhalb der Hauptverkehrszeit als m\u00e4nnlicher englischsprachiger Gesch\u00e4ftsmann auf typischen Routen Taxi f\u00e4hrt, wenn man an einem Stand versucht, den dritten Wagen zu nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das mag vielleicht (?) die Zielgruppe des ADAC sein, eine repr\u00e4sentative Auswahl an Taxitouren ist dies jedoch keinesfalls.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um es also vorweg zu nehmen: Es tut dem Image sicher ganz gut, aber ansonsten ist die Tatsache, dass Berlin auf Platz 5 gelandet ist, etwa so aussagekr\u00e4ftig wie die nun folgende Behauptung:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em><strong>In Berlin ist es in den sp\u00e4ten Abendstunden so dunkel, dass man zum problemlosen Lesen (als Gesch\u00e4ftsmann \ud83d\ude09 ) besser ein Licht benutzt.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das stimmt meistens, aber es sagt weder etwas dar\u00fcber aus, wann es in Berlin dunkel wird, wie dunkel es tats\u00e4chlich zu einem bestimmten Zeitpunkt ist, und was f\u00fcr ein Licht man nun selbst\u00a0 zum Lesen braucht, weiss man gleich dreimal nicht. Und au\u00dferdem k\u00f6nnte es manchmal trotzdem hell sein!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber genug davon. An Ernsthaftigkeit mangelt es dem ADAC sicher nicht, das Gewerbe ist einfach zu heterogen, zu kompliziert zu bewerten, um es mit einem so einfachen Vergleich zu schaffen. An manchen Punkten ist es einfach &#8211; wie vor 2 Jahren schon &#8211; seltsam. Es ist nach wie vor toll, wenn ein Taxifahrer ein Restaurant empfehlen kann. Und umso besser, wenn er dieser nicht ganz einfachen Unterhaltung dann auch auf Englisch folgen kann (ja, im Test wurde Englisch gesprochen, kann man ja mal voraussetzen!). Inwiefern es jetzt aber vergleichbar ist, ob ein Taxifahrer in Berlin ein Restaurant empfehlen kann oder in Salzburg z.B., das wage ich zu bezweifeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuf\u00e4lligerweise konnten gerade in Berlin 5 Fahrer nur schlecht Englisch und &#8211; o Wunder! &#8211; 8 bzw. 6 Fahrer keine Sehensw\u00fcrdigkeiten und Restaurants empfehlen. Ich vermisse hier zumindest den Denkansatz, dass da ein Zusammenhang bestehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich kann die Forderung nach besserer Ausbildung der Fahrer nur unterschreiben, ein bisschen Realismus w\u00fcrde ich von den Pr\u00fcfern allerdings auch erwarten. In Berlin existieren schon hunderte Hotels und tausende gastronomische Einrichtungen, die zumindest gef\u00fchlt ihre Besitzer, Namen und Standorte wechseln wie Hygienebeauftragte ihre Gummihandschuhe. Dabei nicht den \u00dcberblick zu verlieren, welcher Chefkoch gerade wo das Essen versalzt und entsprechende Empfehlungen parat zu haben, grenzt wahrscheinlich schon f\u00fcr Salzburg an enzyklop\u00e4disches Wissen &#8211; und Salzburg hat nur beinahe die Gr\u00f6\u00dfe eines einzelnen Berliner Bezirks.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man sich ein bisschen tiefer in die unangenehm verschachtelten Ergebnisse und Forderungen des Taxi-Tests einliest, dann wird z.B. klar, dass sie bei 220 Fahrten &#8222;nur&#8220; bei 21 ein K.O.-Argument gefunden haben, das es wert war, eine ganze Kategorie mit 0 Punkten zu bewerten &#8211; wobei ich immer noch einen Hinweis vermisse, ab wie viel Umweg, bzw. Mehrkosten es z.B. zu einer solchen Wertung kam. Nach wie vor sind auch die nur als PDF vorhandenen &#8222;Info-Grafiken&#8220; nahezu wertlos oder wenigstens durch den ein oder anderen Fehler versaut. Klaus hat hier ja schon drauf hingewiesen, dass z.B. die Pflicht, einen Fahrerausweis mitzuf\u00fchren gestrichen wurde. Ich weiss nicht, warum, finde es auch nicht sonderlich toll &#8211; aber Minuspunkte f\u00fcr die Nichteinhaltung einer nicht mehr g\u00fcltigen Regel d\u00fcrfen einfach nicht vergeben werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Endergebnis ist das \u00fcbliche: Es h\u00e4ngt fast immer vom Fahrer ab! Na was f\u00fcr eine \u00dcberraschung&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den ADAC scheint der Taxi-Test eine angenehme M\u00f6glichkeit zu sein, sich kundennah zu geben. Zum einen ist dabei einmal mehr eine Ansammlung an (gl\u00fccklicherweise?) gelegentlich best\u00e4tigten Vorurteilen herausgekommen. Siehe hierzu den ersten Satz zur Methodik:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Jeder kennt sie aus eigener Erfahrung: Taxifahrten, die alles andere als ein Vergn\u00fcgen sind.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese wurden ausstaffiert mit gro\u00dfen Worth\u00fclsen wie &#8222;GPS-Ger\u00e4t&#8220; und &#8222;Mystery-Shopper&#8220; verarbeitet in kleine Alltagsanekdoten, die f\u00fcr sich gesehen episodisch bleiben und garniert mit zusammengegoogelten Fakten, die bis zur Unbrauchbarkeit verw\u00e4ssert wurden, einen Taxi-Test ergeben, der dem Taxikunden \u00fcberhaupt nichts im Alltag bringt. Aber \u00fcberall verlinkt wird. Wie <a title=\"adac.de - Test 2011: Taxifahren in europ\u00e4ischen Gro\u00dfst\u00e4dten\" href=\"http:\/\/www.adac.de\/infotestrat\/tests\/verkehrsmittel\/taxi\/2011\/default.aspx?ComponentId=87857&amp;SourcePageId=6729\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/2e6cd9d235524077a8b7376cf882fb29\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, ich werde heute nicht arbeiten. Schuld ist Andrea Berg. Deswegen hab ich auch jetzt am Abend noch ein bisschen Zeit zum Schreiben. Neben der \u00fcberhaupt nicht taxirelevanten Tatsache, dass es heute Nacht spannend war, dem Internet beim Erwachen zuzusehen, als die Nachricht vom Tode Steve Jobs&#8216; die Runde machte, ist Taxicontent heute reichlich vorhanden. 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