{"id":9249,"date":"2011-09-26T09:45:15","date_gmt":"2011-09-26T07:45:15","guid":{"rendered":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/?p=9249"},"modified":"2011-09-13T03:22:34","modified_gmt":"2011-09-13T01:22:34","slug":"schnarchzapfen-und-handys","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2011\/09\/26\/schnarchzapfen-und-handys\/","title":{"rendered":"Schnarchzapfen und Handys"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Herzlich willkommen in einer weiteren Woche. W\u00e4hrend ich gerade Wochenende habe, fehlt euch wahrscheinlich die GNIT-Morgenlekt\u00fcre. Ich hab den Ver\u00f6ffentlichungstermin extra verschoben, um diese Zeile mal schreiben zu k\u00f6nnen. Fies, oder?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber gut. Ich will euch ja nicht entt\u00e4uschen. Das wollte mein Kunde vor&#8230; lasst mich l\u00fcgen&#8230; knapp 2 Wochen auch nicht. Er bedauerte beim Einstieg gleich, dass er zu wenig Geld hat, nur noch 15 \u20ac, wir also noch zu einer Sparkasse m\u00fcssten. Sein Zustand war je nach Auslegung h\u00f6chst bedenklich oder weit \u00fcber dem Zenit.<br \/>\nEr war sich aber sicher und ich muss zugeben, dass mich eine 30\u20ac-Tour ja durchaus auch finanziell gereizt hat. Gl\u00fccklicherweise sah das ein Freund von ihm nicht so locker. Wenn das mit dem Geld klappen sollte, dann w\u00fcrde er mitfahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott sei Dank!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst hatte ich eher die Bef\u00fcrchtung, dass es mehr meinetwegen war, damit ich den armen Jungen nicht v\u00f6llig ausziehe &#8211; aber es war verdammt gut, dass er mitgekommen ist. Der Schnarchzapfen auf der R\u00fcckbank war im Grunde erstmal unproblematisch. Kaum, dass wir eingestiegen sind, schloss er die Augen und war ruhig. Da mir auf die Schnelle keine andere Sparkasse eingefallen ist als die an der Revaler und die beiden nichts gegen den kleinen Umweg hatten, war dort unser erster Zwischenstopp.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Als Alternative ist mir die Bank hier bei mir ums Eck eingefallen. Das w\u00e4re zwar wesentlich weniger Umweg gewesen, allerdings ist sie mit dem Auto nicht zu erreichen. Die am Bersarinplatz hatte ich schlicht vergessen, das war keine Absicht&#8230;)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon hier war der R\u00fcckbankbewohner nur unter gr\u00f6\u00dfter Kraftanstrengung seitens meines Beifahrers wachzubekommen. Das allerdings sollte nicht die letzte Schwierigkeit sein. Als sie nach 10 Minuten wieder aus der Bank kamen, war der Schl\u00e4fer zwar ein kleines bisschen fitter als im Schlaf, daf\u00fcr hatte er inzwischen 3 mal seine PIN falsch eingegeben und folglich kein Geld bekommen&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstklassig! Dabei hatte sein Freund sogar sicherheitshalber das Tippen \u00fcbernommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend ich noch einen kurzen Stop einlegte, um der Schlafnudel im Fond zu erkl\u00e4ren, dass sie nur mit Gurt ans Ziel gebracht wird, beruhigte mich der Freund mit der Erkl\u00e4rung, er h\u00e4tte auch noch ein paar Euro parat und wir k\u00f6nnten jetzt ohne weitere Probleme fahren. Als wir dann schon auf der Landsberger Allee waren, kam eine leicht gegens\u00e4tzliche Meldung. Beim Durchforsten beider Geldbeutel (die Schlafm\u00fctze hatte ihren schon weitergereicht) kam pl\u00f6tzlich nicht mehr genug zusammen. Irgendwie hatten sich die Anfangs vorhanden geglaubten 15 \u20ac verkr\u00fcmelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Naja, nun konnte der f\u00fcrsorgliche Freund mit allem auffindbaren Kleingeld noch 22 \u20ac anbieten. Dass das nicht bis Eiche reichen w\u00fcrde, war klar und er kam nicht einmal auf die Idee zu handeln:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Dann schmei\u00df uns halt raus, wenn die 22 \u20ac erreicht sind.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hab dann darauf hingewiesen, dass ich ihnen gerne ein bisschen entgegenkomme, aber dass ich sie selbst bei 25 \u20ac kilometerweit vor dem Ziel rauswerfen m\u00fcsste und der Schnarchsack nicht mehr gehen k\u00f6nne. Nach eingehender \u00dcberlegung meinte er dann, dass ich sie besser nach Lichtenberg fahren sollte &#8211; zu ihm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir nicht schon auf der Landsberger gewesen w\u00e4ren und davor einiges an Wartezeit und Umweg f\u00fcr die Bank in Kauf genommen h\u00e4tten, w\u00e4re das eine gem\u00fctliche 13\u20ac-Tour vom Ostbahnhof aus gewesen. Jetzt aber reichten nicht einmal die 22. Da sich der besorgte Freund wirklich bem\u00fchte und sich auch f\u00fcr alle Selbstverst\u00e4ndlichkeiten permanent bedankte, hab ich letztlich die Uhr knapp 2 Kilometer vor dem Ziel ausgemacht, als die magische Grenze erreicht war. Wie h\u00e4tte er auch die Kartoffel noch bis nach Hause schleifen sollen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klar, trotz aller Freude gab es kaum Trinkgeld, aber wir haben uns an diesem Morgen nicht das letzte Mal gesehen&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor der n\u00e4chsten Tour entdeckte ich ein Handy im Fu\u00dfraum, mit dem ich leider \u00fcberhaupt nichts anfangen konnte. Alle Anrufe auf das Ding waren zu kurz zum Rangehen, und alles weitere verhinderte eine ziemlich hartn\u00e4ckige Tastensperre. Erst Mittags nach etlichem Hin und Her, einer ziemlichen unsinnigen Recherche bei Facebook und einer durchwachten Nacht wegen st\u00e4ndigem Handyklingeln gelang es mir, einen der kurzen Anrufe entgegenzunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausgerechnet der weitestgehende n\u00fcchterne Freund von dieser Tour war es, der sein sicher nicht billiges Ger\u00e4t bei mir hat liegen lassen. Er kam umgehend bei mir zuhause vorbei um es abzuholen, und das Trinkgeld f\u00fcr die nette Tour und meine Ehrlichkeit gab es in Form einer Flasche Wein auch gleich noch dazu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich k\u00f6nnte mich jetzt beschweren, wie stressig die Tour war. Und ja: Bitte nicht dauernd solche Fahrten! Aber im Endeffekt freue ich mich, dass ich erst dem einen und dann dem anderen helfen konnte. Vielleicht wiegt der Zehner Nettoverdienst und die Flasche Wein nicht wirklich auf, was ich an Stress mit den beiden hatte &#8211; aber Arbeit hin oder her: Darum geht es ja auch nicht alleine, oder?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/720aa26c381c4efc99fabf2543253788\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzlich willkommen in einer weiteren Woche. W\u00e4hrend ich gerade Wochenende habe, fehlt euch wahrscheinlich die GNIT-Morgenlekt\u00fcre. Ich hab den Ver\u00f6ffentlichungstermin extra verschoben, um diese Zeile mal schreiben zu k\u00f6nnen. Fies, oder? Aber gut. Ich will euch ja nicht entt\u00e4uschen. Das wollte mein Kunde vor&#8230; lasst mich l\u00fcgen&#8230; knapp 2 Wochen auch nicht. 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