{"id":7742,"date":"2011-02-27T15:30:37","date_gmt":"2011-02-27T14:30:37","guid":{"rendered":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/?p=7742"},"modified":"2011-02-27T15:30:37","modified_gmt":"2011-02-27T14:30:37","slug":"arbeitsauffassung-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2011\/02\/27\/arbeitsauffassung-2\/","title":{"rendered":"Arbeitsauffassung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Einstellung zur eigenen Arbeit: Ein prima Thema. Ich bin mir da mit so vielen Kollegen uneins, wahrscheinlich mit den meisten. Ich mache meine Arbeit gerne. Davon abgesehen empfinde ich sie durchaus auch als sinnvoll. Klar, mich im Speziellen br\u00e4uchte dieses Gewerbe sicher nicht &#8211; aber dass es Taxen und ihre Fahrer gibt, ist schon eine tolle Sache an und f\u00fcr sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich mache ich den Job auch zum Geldverdienen. Ich freue mich auch immer, mal nicht arbeiten zu m\u00fcssen und es gibt auch Tage, an denen ich froh bin, mal nicht lauter fremde Menschen so nahe auf der Pelle zu haben.<br \/>\nAber im Gegensatz zu vielen Kollegen sehe ich mich nicht in einem Schei\u00dfjob gefangen, nicht als Sklaven der Kunden oder &#8211; das ist wirklich das geilste, was ich in letzter Zeit am Stand geh\u00f6rt habe &#8211; als gro\u00dfes Opfer der Politiker, denen nichts anderes am Herzen liegt, als armen Autofahrern mit aufgezwungenem Biosprit den Garaus zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich biete eine Dienstleistung an und lasse mich daf\u00fcr bezahlen. Meist endet das angenehm f\u00fcr mich und meine Kunden &#8211; und \u00fcber die Ausnahmen lassen sich wenigstens wunderbare Geschichten schreiben. So w\u00fcrde ich das sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun bin ich ja nicht alleine mit dieser Einstellung. Mir ist noch gut der <a href=\"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2010\/09\/21\/menschenversteher\/\" target=\"_blank\">Au\u00dfendienstmitarbeiter<\/a> eines gro\u00dfen Elektromarktes in Erinnerung, der so richtig happy war, dass er mit seiner Arbeit Menschen helfen konnte. Aber ja, bei manchen Branchen wundert mich diese Einstellung dann auch. Das m\u00f6gen alles Vorurteile sein &#8211; aber die hat man nunmal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So hab ich am Wochenende einen Mann in meinem Alter aufgegabelt, der sich nach Mitte bringen lassen wollte. Wie das so ist, sind wir schnell miteinander ins Gespr\u00e4ch gekommen, und er zeigte sich sichtlich erleichtert, mal frei zu haben:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Normalerweise arbeite ich am Wochenende auch immer! Ist richtig cool, mal frei zu haben und auch mal Kollegen in ihren L\u00e4den besuchen zu k\u00f6nnen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oha! Nachtigall, ick h\u00f6r dir trapsen: Gastronomie. Nach wie vor stimmt die Vermutung fast immer, wenn es um Nacht- und vor allem Wochenend-Arbeit geht.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Gastronomie?&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Nee nee, Security!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hoppla. Aber klar, die haben auch so in etwa meine Arbeitszeiten \ud83d\ude42<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;T\u00fcrsteher w\u00fcrden die meisten sagen. Ich betrachte mich eher als eine Art G\u00e4stebetreuer.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">DAS hatte ich so nun wirklich noch nicht geh\u00f6rt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es kam, wie es kommen musste: Wir unterhielten uns \u00fcber nervige Kunden, und bedauerten einander mit zwinkerndem Auge ob unserer Arbeitszeiten. War eine echt angenehme Fahrt soweit. Er hat seinen Job dann klassifiziert als<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;95% Psychologie und 5% k\u00f6rperliche Gewalt&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz dieser fast noch brauchbaren Verh\u00e4ltnisse bin ich ja froh, dass bei mir der Gewaltanteil bisher nach 2 Jahren bei 0% liegt. Wirklich am\u00fcsant fand ich dann aber den folgenden Spruch:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Weisste, wenn mir dann einer kommt mit &#8222;ey du Fotze!&#8220;, dann sag ich auch immer: &#8222;Lass uns bei SIE Fotze bleiben, dann haben wir wenigstens noch eine Verhandlungsbasis!&#8220;&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich find den gut \ud83d\ude00<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Fazit lautet \u00fcbrigens immer noch so, wie beim oben verlinkten Artikel: Diese Stadt w\u00fcrde nicht funktionieren ohne all die Menschen mit dieser Einstellung. Mir erz\u00e4hlen ja auch immer viele Kunden, sie k\u00f6nnten meinen Job nicht machen &#8211; das verstehe ich, und ich liebe ihn trotzdem. Immer wieder sch\u00f6n zu sehen, dass das teilweise auch bei Jobs so ist, \u00fcber die ich das selbe sagen w\u00fcrde.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/81c715a96ad84fd58c36408dcd1cd745\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Einstellung zur eigenen Arbeit: Ein prima Thema. Ich bin mir da mit so vielen Kollegen uneins, wahrscheinlich mit den meisten. Ich mache meine Arbeit gerne. Davon abgesehen empfinde ich sie durchaus auch als sinnvoll. 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