{"id":5821,"date":"2010-05-18T06:00:36","date_gmt":"2010-05-18T04:00:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=5821"},"modified":"2010-08-20T12:13:31","modified_gmt":"2010-08-20T10:13:31","slug":"alzheimerverdachtig-sash-im-taxi","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2010\/05\/18\/alzheimerverdachtig-sash-im-taxi\/","title":{"rendered":"Alzheimerverd\u00e4chtig \/ Sash im Taxi"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Nach meinem <a href=\"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2010\/05\/17\/zwanglosigkeiten\/\" target=\"_blank\">fantastischen Trinkgeld<\/a> neulich konnte ich mir auch ein Taxi nach Hause leisten. Seit ich den Job selbst mache, bin ich sicher vermehrt Taxi-Kunde, aber ich \u00fcbertreibe es auch nicht. Zum einen leben wir in einer Gesellschaft, in der es gang und g\u00e4be ist, dass man sich als Dienstleister die eigene Dienstleistung nicht zwingend st\u00e4ndig selbst leisten kann, zum anderen &#8211; und das kennen alle anderen da drau\u00dfen auch &#8211; geht man stets mit einer teilweise ungeb\u00fchrenden Pingeligkeit an Dienstleistungen heran, die man selber kennt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe als Kunde noch keinen Taxifahrer erlebt, der wie ich die Thaerstr. als Abk\u00fcrzung von der Petersburger zur Landsberger oder umgekehrt nutzt. Das sind 40 Cent auf dem Taxameter, kein Weltuntergang. Auf den Strecken, die ich gelegentlich fahre, ist es die einzige Option, einen &#8222;geheimen Schleichweg&#8220; zu nehmen. Aber ich selbst halte es eben so und da mache ich mir nat\u00fcrlich auch immer gleich Gedanken, wenn Kollegen es nicht machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und das nervt mich selbst ein wenig. Ich hab keinen Abstand mehr zu dieser Dienstleistung, ich kann nicht einfach darauf vertrauen, dass der Fahrer &#8211; das geheimnisvolle allwissende Wesen &#8211; alles richtig macht. Ich kenne die Strecke und ich bemerke es, wenn der Preis zu hoch ist, die Strecke zu lang, der Fahrer undankbar. Das raubt einem ein wenig den Spa\u00df an der Sache. So wie &#8222;normale&#8220; Kunden darauf hoffen, nicht wieder das miese Arschloch von letztem Mal zu erwischen, dass ihnen f\u00fcr eine 10\u20ac-Tour 25 \u20ac Festpreis aufgeschwatzt hat und dann nicht einmal die Stra\u00dfe gefunden hat und sich unterwegs \u00fcber die zu kurze Tour beschwert hat, bin ich schon immer entt\u00e4uscht, auf Fahrer zu treffen, die ihren Job nur so halbwegs machen, um an ein paar Euro zu kommen. Obwohl das eigentlich noch ok sein sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe also lange mit mir gerungen, ob ich es wirklich tun sollte. Denn auch wenn die Bahn gerade raus war und ich absolut null Bock auf Ersatzverkehr mit Umsteigen und langen Wartezeiten und Fu\u00dfweg hatte, so hatte ich noch weniger Lust, ausgerechnet einem alten Griesgram mein Trinkgeld anzuvertrauen, das ich mit einem seligen L\u00e4cheln nach einer nicht ganz unanstrengenden Tour \u00fcberreicht bekommen habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber: Oh Wunder, der Taxi-Gott meinte es gut mit mir!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Stand gegen\u00fcber des andel&#8217;s-Hotels (Ja, <a href=\"http:\/\/www.andelsberlin.com\/\" target=\"_blank\">es heisst nicht Landels!<\/a>) fand ich gleich einen Blogleser und Kollegen vor, der sich beim morgendlichen Kaffee mit einer Kollegin unterhielt. Und hier beginnt der Alzheimer-Part. Wie bei so vielen Kollegen habe ich auch hier schon wieder den Namen vergessen. Da ist das &#8222;Du&#8220; im Gewerbe und im Internet schon wieder hinderlich. Es gibt (Gab? Ich hab ihn ewig nicht gesehen) z.B. auch einen Kollegen, den ich rund ein Jahr lang fast t\u00e4glich am Ostbahnhof getroffen habe, der bis heute damit leben muss, dass ich von ihm immer nur als &#8222;Herr Ostbahnhof&#8220; spreche, wenn ich ihn Ozie gegen\u00fcber erw\u00e4hne. Keine Ahnung, wie er heisst!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Naja, wenigstens war das ein angenehmer Schicht-Abschluss! Es ist f\u00fcr uns Taxifahrer schlie\u00dflich auch nicht selbstverst\u00e4ndlich, dass ein Kollege m\u00fcde und definitiv unstressig am Stand entlangtaumelt und einfach mal sagt:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Na, bringst mich heim?&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es folgte noch eine gem\u00fctliche Zigarette, ein bisschen Prahlerei mit den letzten Horror- und Luxuskunden und letztlich eine angenehme Heimfahrt, die mir an dem Tag locker die 14,20 \u20ac wert war. Bzw. die 17, die ich letztlich gezahlt habe. Ich kann nur hoffen, dass die Taxifahrten mit mir f\u00fcr meine Kunden \u00e4hnlich sind: Ein netter Typ, der einen gerne heimf\u00e4hrt, und bei dem ich &#8211; selbst wenn ich am Ende nochmal ansagen muss, wo man genau abbiegt &#8211; einfach das Gef\u00fchl hab, dass es das Geld wert war. Ich versuche, dass es so ist. Jeden Tag wieder, und oftmals mit Erfolg. Immerhin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach meinem fantastischen Trinkgeld neulich konnte ich mir auch ein Taxi nach Hause leisten. Seit ich den Job selbst mache, bin ich sicher vermehrt Taxi-Kunde, aber ich \u00fcbertreibe es auch nicht. 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