{"id":5587,"date":"2010-04-22T06:04:54","date_gmt":"2010-04-22T04:04:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=5587"},"modified":"2010-08-24T00:23:14","modified_gmt":"2010-08-23T22:23:14","slug":"im-back","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2010\/04\/22\/im-back\/","title":{"rendered":"I&#8217;m back!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Hach, Taxifahren&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe in meinem Leben bisher fast alle Arbeiten zu sch\u00e4tzen gewusst, die ich gemacht habe. Verzichtet bei der \u00dcberpr\u00fcfung dieser These besser darauf, mich auf &#8222;Textiles Werken&#8220; in der Grundschule und meine sagenumwobene T\u00e4tigkeit als &#8222;Assistent Chief of Pneumo-Blasting&#8220; bei K\u00f6rber anzusprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber Taxifahren ist irgendwie anders. Ich habe jetzt drei Tage frei gemacht. Einen geplant, einen weiteren vorgezogen und den letzten, weil ich einfach keinen Bock auf miese Ums\u00e4tze und so oder so zu schlecht geschlafen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber als ich dann heute wieder auf der Piste war, kam nach 10 Minuten sofort wieder dieses &#8222;Wie hab ich&#8217;s nur so lange ohne ausgehalten?&#8220;-Gef\u00fchl. Aber dazu musste ich auch erst einmal anderthalb Stunden zu sp\u00e4t aus dem Haus gehen&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schicht begann mit gem\u00e4\u00dfigtem Einsatz wie immer. Eine halbe Stunde am Ostbahnhof f\u00fcr eine Fahrt mit einem alten Bekannten (sind ja nicht nur immer die gleichen Fahrer dort). Kurze Strecke, 7,40 \u20ac und 1,60 \u20ac Trinkgeld. Was seichtes zum Wiedereinstieg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem R\u00fcckweg eine Winkerin am Frankfurter Tor: Tempelhof, 16 \u20ac.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem R\u00fcckweg eine Winkerin am Mehringdamm: Bundesplatz, 13 \u20ac.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem R\u00fcckweg eine Winkerin an der Hauptstr&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, da ist die Schicht dann ins Surreale gedriftet. Sie wollte zu einem Einkaufscenter, um dort f\u00fcr eine Freundin ihren Freund auszuspionieren. Undercover im Taxi&#8230; habe ich schon einmal erw\u00e4hnt, dass es nichts gibt, was es nicht gibt in unseren hellelfenbeinfarbenen Kisten? Naja, der Freund wird wohl \u00c4rger bekommen, ich hab 25 \u20ac bekommen. Lieber Taxifahrer als Freund \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei meinem zweiten Halt an meinem Lieblingsbahnhof wartete ich wieder eine gewisse Zeit, die ich ausgiebig zum gem\u00fctlichen Essen und Lesen nutzte. Danach ging es pl\u00f6tzlich schnell, 20 Fahrg\u00e4ste k\u00e4mpften um 10 Taxen und ich bekam ein nettes \u00e4lteres Ehepaar, dass ich dann ganz relaxt nach Zeuthen gegurkt habe, bis mein Hunni voll war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dreieinhalb Stunden f\u00fcr 100 \u20ac &#8211; das war auch mein Silvesterschnitt&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur\u00fcck bin ich allerdings leer gefahren. Keine Chance, kurz hinter der Stadtgrenze Leute zu finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst am Matrix gelang es mir, eine kurze Tour zum Tresor zu ergattern. Naja, 7 \u20ac sind ja besser als nichts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin dann gleich zum Matrix zur\u00fcck und habe ein paar Schweden ins &#8222;worst hostel in Berlin&#8220; in der Brunnenstr. kutschiert, die mir mit lautstarkem Vorsingen von Abba-Evergreens ihre Heimat schmackhaft machen wollten. Nichts gegen musikalische Unterhaltung, aber ich war froh, als ich nach dem Aussteigen der 6 freundlichen Skandinavier meine Metallica-CD wieder lauter drehen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben einer Kurzstrecke stand alsbald auch vom Matrix aus eine der absurdesten Touren an. Ein Bundi, der zur Kaserne musste, mit dem sich eine lebhafte Diskussion \u00fcber dies und das entspann, insbesondere weil unsere politische Diversit\u00e4t in anderem Umfeld das Auto gesprengt h\u00e4tte. Umso erstaunlicher, dass es am Ende sage und schreibe 7,40 \u20ac Trinkgeld gab mit der Begr\u00fcndung &#8222;Das Gespr\u00e4ch war ja auch voll in Ordnung so!&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis zum Tanken sind mir noch dreimal Winker ins Auto gesprungen, und nachdem das Autochen wieder Gas hatte, und ich mit 179,80 \u20ac in der Tasche mehr als nur zufrieden war, habe ich mich noch ein drittes Mal ans Matrix gequ\u00e4lt. Die Freude war allerdings nur von kurzer Dauer, da eine Delegation der Karnevalstruppe Party-Bus-Gr\u00fcn-Wei\u00df Probleme damit hatten, dass wir Taxifahrer in zweiter Reihe standen. Da gab es zwar meines Erachtens nach noch nie \u00c4rger mit denen in der ersten Reihe, weil wir immer f\u00fcrsorglichst L\u00fccken freir\u00e4umen, aber nach einem kleinen \u00dcberschuss Testosteron ob dieser Willk\u00fcr (in 99% aller F\u00e4lle lassen sie uns ja stehen&#8230;) und dem Beweis, dass man es schaffen kann, auch mit 6000 U\/min vom Hof zu fahren, ohne Geschwindigkeitsbegrenzungen zu \u00fcbetreten, habe ich direkt ums Eck noch einen Winker eingesammelt, den ich so schnell niemals am Matrix bekommen h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das waren auch noch 13 \u20ac und zudem habe ich derart p\u00fcnktlich auf 4.30 Uhr Feierabend machen k\u00f6nnen, dass ich mal keine Bahn verpasst habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich w\u00fcsste wirklich nicht, was an dieser Schicht h\u00e4tte besser laufen sollen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hach, Taxifahren&#8230; Ich habe in meinem Leben bisher fast alle Arbeiten zu sch\u00e4tzen gewusst, die ich gemacht habe. 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