{"id":3683,"date":"2009-09-27T12:25:20","date_gmt":"2009-09-27T10:25:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=3683"},"modified":"2012-10-07T22:42:31","modified_gmt":"2012-10-07T20:42:31","slug":"was-der-jetzt-wohl-denkt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2009\/09\/27\/was-der-jetzt-wohl-denkt\/","title":{"rendered":"Was der jetzt wohl denkt?"},"content":{"rendered":"<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Gott sei Dank isses so gelaufen!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mehr hab ich mir nicht gedacht. Ehrlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich war wirklich froh, dass ich eine nette Truppe an Bord hatte. Am Ostbahnhof eingestiegen, das Fahrtziel lag in Baumschulenweg. Die Truppe war zu f\u00fcnft, gemischtgeschlechtlich, in Feierlaune aber zurechnungsf\u00e4hig. Ein Deutscher, der ein paar Engl\u00e4nder noch zu sich eingeladen hat. Klasse Sache.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass ausgerechnet das M\u00e4del in der Mitte etwas von &#8222;I&#8217;m sick&#8230;&#8220; anfing zu erz\u00e4hlen, mischte das heitere Treiben dann ein wenig auf:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Blitzstop an der rechten Seite. Aufruf des Beifahrers, der links Sitzende m\u00f6ge aussteigen, Fluch auf die Kindersicherung, Hechtsprung des rechts Sitzenden und k\u00fcnstlerisch wertvolles Kotzen der Mittelsitzerin aus der rechten T\u00fcr. Kein Fleck im oder am Wagen! Perfekt! Wenn schon kotzen, dann doch so!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man sollte meinen, es sei alles in Ordnung&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weit gefehlt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die junge Dame, der ich mit stoischer Gelassenheit ein paar Blatt meiner K\u00fcchenrolle zum Abwischen gereicht habe, war mit der Situation geringf\u00fcgig \u00fcberfordert. Naja, \u00fcberfordert&#8230; die ganze Sache war ihr so peinlich, dass sie in Tr\u00e4nen ausbracht, und sich geschlagene 5 Minuten geweigert hat, wieder ins Auto einzusteigen. Die Begr\u00fcndung ist dabei mehr als logisch ausgefallen: Was ich jetzt schlie\u00dflich von ihr denken w\u00fcrde, und sie w\u00fcrde doch lieber ein anderes Taxi zur Heimfahrt nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dem Gedanken, dass ich mir jetzt ernsthaft auf den letzten 2 Kilometern krude Dinge \u00fcber eine durchschnittlich ruhige junge Frau mache, die nach ein wenig zu viel Alkohol kotzen musste, war einfach nicht so leicht beizukommen. Dass das nicht angenehm ist, verstehe ich ja. Aber dieser Terz um ein paar Magens\u00e4fte, die niemanden irgendwie ernsthaft gest\u00f6rt haben&#8230; boah tragisch, echt jetzt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Naja, sie hat es \u00fcberlebt und 5 Minuten sind auch 2 \u20ac&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kr\u00f6nung kam dann aber mit dem Trinkgeld. Der Mitreisende hinter mir fl\u00fcsterte meinem Beifahrer zum Ende hin zu, er solle doch ein ordentliches Trinkgeld geben. Die Uhr blieb auf 17,10 \u20ac stehen. Der Beifahrer kramte in seinem Geldbeutel umher und f\u00f6rderte 16 \u20ac ans Tageslicht. Er reichte sie mir mit einem verschw\u00f6rerischen Grinsen und meinte, ich solle einfach alles einstecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir war klar, dass er mich nicht verarschen wollte, und so tat ich mich etwas schwer mit der Aussage, dass da leider so oder so noch 1,10 \u20ac fehlen. Das hat ihn echt peinlich ber\u00fchrt, und dann hat er einfach noch einen F\u00fcnfer hinterher geschoben. Vielen Dank!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Netter Dialog zu diesem Zeitpunkt:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\">Fahrgast:<em> &#8222;That was the cheapest taxi I ever took!&#8220;<br \/>\n<\/em>Sash:<em> &#8222;I guess you&#8217;re from England&#8230;&#8220;<br \/>\n<\/em>Fahrgast: <em>&#8222;Ireland. That&#8217;s the worst&#8230;&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend nach und nach alle das Taxi verlie\u00dfen, lie\u00df der Hintermann noch ein paar M\u00fcnzen zum Beifahrer kullern und forderte ihn auf, mir diese auch noch zu geben. Der lamentierte, er h\u00e4tte mir schon mehr als genug gegeben &#8211; wogegen ich gar nichts einwenden wollte. Dank des Drucks von der R\u00fcckbank legte er nochmals dem\u00fctig 4 \u20ac in M\u00fcnzen dazu, sodass ich letztlich mit 25,00 \u20ac von dannen gezogen bin, wo die Fahrt ohne alle Unw\u00e4gbarkeiten gerademal 15 \u20ac gekostet h\u00e4tte. Manchmal liebe ich meine Fahrg\u00e4ste ja ein wenig&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">PS:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sollte irgendein Anwohner in Baumschulenweg sich \u00fcber Schreie in den fr\u00fchen Morgenstunden des 26. September 2009 gewundert haben: Das war nur die w\u00fcrdige Verabschiedung vom &#8222;best taxi driver ever&#8220;. Manchmal k\u00f6nnte man flennen vor R\u00fchrung, ehrlich! \ud83d\ude42<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/3b9667d3fdb442fa9e829a953cec32f8\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Gott sei Dank isses so gelaufen!&#8220; Mehr hab ich mir nicht gedacht. Ehrlich. Ich war wirklich froh, dass ich eine nette Truppe an Bord hatte. Am Ostbahnhof eingestiegen, das Fahrtziel lag in Baumschulenweg. Die Truppe war zu f\u00fcnft, gemischtgeschlechtlich, in Feierlaune aber zurechnungsf\u00e4hig. 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