{"id":316,"date":"2008-12-09T17:26:59","date_gmt":"2008-12-09T16:26:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=316"},"modified":"2012-11-01T06:17:39","modified_gmt":"2012-11-01T04:17:39","slug":"wieder-nix-geschafft","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2008\/12\/09\/wieder-nix-geschafft\/","title":{"rendered":"Wieder nix geschafft!"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">Das soll keine Klage werden, sondern eine fr\u00f6hliche Feststellung. Die letzte Schicht habe ich spontan freigenommen, und wenn man so will, dann habe ich das heute genauso gehalten. Unter anderen Vorzeichen allerdings. Heute (d.h, genau genommen gestern) war betriebliches Weihnachtsessen angesagt &#8211; etwas, wovon viele Taxifahrer wahrscheinlich nur tr\u00e4umen k\u00f6nnen. Die Wahl des Restaurants, in dem ich meine diesj\u00e4hrige Weihnachtsgans gegessen habe, war zwar eher ungl\u00fccklich &#8211; aber in manchen Punkten immerhin Anschauungsunterricht, wie Dienstleistungen nicht auszusehen haben. Ich bin ja nun wirklich kein penibler Zeitgenosse, wenn es um Gastronomie geht. Ganz gewiss nicht. Ich kann mir schon mal selbst helfen. Allerdings war die Planung in diesem Laden schon derb daneben. Dass Teller erst gereicht wurden, nachdem das Essen auf dem Tisch stand, war schon einmal kurios. Dass die G\u00e4nse am St\u00fcck geliefert wurden, hat die meisten Probleme verursacht &#8211; vor allem, weil es in diesem Restaurant offenbar keine Gefl\u00fcgelschere gibt. Der beste Witz in meinen Augen war allerdings der, als die Kl\u00f6\u00dfe auf dem Tisch aufgebraucht waren. Mein Chef forderte Nachschub und erhielt als Antwort ein lapidares &#8222;Sind alle!&#8220;. Seine Frage nach Kartoffeln wurde wie folgt beantwortet: &#8222;Nicht Pommes? Gehen schneller!&#8220;.<br \/>\nDie Auslieferung der Kartoffeln erfolgte dann auch in einer grobmotorischen Umsch\u00fcttung bei Tisch, es war irgendwie kurios. Nichts, mit dem man nicht leben kann, aber irgendwie ungew\u00f6hnlich&#8230;<br \/>\nAch ja: Geschmacklich w\u00e4re durchaus auch noch ein bisschen mehr drin gewesen. Beispielsweise die Zubereitung der Kartoffeln in Salzwasser. H\u00e4tte ich empfohlen &#8211; aber ich bin ja kein Koch \ud83d\ude09<br \/>\nNaja, das hat nun nicht wirklich die gute Laune verdorben. Es war ein netter Abend, und so kam es dann auch, dass ich irgendwann beschlossen habe, nicht mehr loszufahren. Was scheinbar alle anwesenden Kollegen so gehalten haben. Ich habe sehr viele Tipps bekommen, und vor allem wurde mir mehrmals versichert, dass die bisherigen Ums\u00e4tze eigentlich echt gut w\u00e4ren. Ich hab eine Menge nette Kollegen kennengelernt und bin insgesamt sehr zufrieden mit dem Verlauf des Abends. Ja, und jetzt sitze ich hier des Rhytmus wegen noch ein paar Stunden ab und genie\u00dfe ein zwei Bierchen &#8211; zu denen ich ja sonst w\u00e4hrend der Arbeit nicht komme. Was auch gut ist &#8211; denn zum Saufen hatte ich w\u00e4hrend des letzten Jahres genug Zeit.<br \/>\nIch freue mich au\u00dferordentlich auf den morgigen Tag, zumal Ozie frei hat und wir abends noch zum Ikea fahren werden. Leider war sie schon im Bett, als ich gerade heimgekommen bin.<br \/>\nIch bin jetzt erst vier Schichten gefahren, und irgendwie bekomme ich mit jedem Tag mehr den Eindruck, dass es genau das ist, was ich machen will. Mir ist zwar bewusst, dass das Geld nicht zu massenhaft flie\u00dft in diesem Job, aber so lange ich nicht alleine eine Familie damit durchf\u00fcttern muss, will ich das eigentlich schon jetzt nicht mehr missen. In diesem Punkt stehe ich voll auf einer Linie mit meinem Chef, der nach seinem Studium beim Taxifahren geblieben ist, obwohl er laut eigenen Angaben gute Angebote hatte, bei denen er mehr verdient h\u00e4tte.<br \/>\nEs ist eine ganz eigene Kultur und Mentalit\u00e4t, die in dieser &#8211; ja, man kann schon &#8222;Szene&#8220; sagen &#8211; herrscht, und ich bin mir sehr sicher, dass ich auch im richtigen Unternehmen gelandet bin. Als 27j\u00e4hriger habe ich im \u00dcbrigen den bisher J\u00fcngsten des Betriebs abgel\u00f6st, was ich irgendwie cool finde &#8211; wahrscheinlich, weil es in meinem Alter langsam seltener wird, dass man f\u00fcr jung gehalten wird \ud83d\ude42 Ansonsten ist es ohne Relevanz, da ich weder Arsch vom Dienst, noch \u00fcbervorteiltes Nesth\u00e4kchen bin.<br \/>\nIch bin eigentlich nur da, wo ich seit einem dreiviertel Jahr hinwollte: Als einer von 7000 Taxifahrern in Berlin in einem der mit Sicherheit besten Betriebe der Stadt. Und mehr noch nat\u00fcrlich: On the Road again&#8230;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das soll keine Klage werden, sondern eine fr\u00f6hliche Feststellung. Die letzte Schicht habe ich spontan freigenommen, und wenn man so will, dann habe ich das heute genauso gehalten. Unter anderen Vorzeichen allerdings. Heute (d.h, genau genommen gestern) war betriebliches Weihnachtsessen angesagt &#8211; etwas, wovon viele Taxifahrer wahrscheinlich nur tr\u00e4umen k\u00f6nnen. 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