{"id":293,"date":"2008-12-18T17:04:28","date_gmt":"2008-12-18T16:04:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=293"},"modified":"2012-06-26T00:44:06","modified_gmt":"2012-06-25T22:44:06","slug":"warum-ich-meinen-job-noch-mag","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gestern-nacht-im-taxi.de\/wordpress\/2008\/12\/18\/warum-ich-meinen-job-noch-mag\/","title":{"rendered":"Warum ich meinen Job noch mag"},"content":{"rendered":"<div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Heute bin ich \u00fcberraschend von meinem Chef geweckt worden. Er bat mich, ins B\u00fcro zu kommen, sodass ich ein paar Unterschriften loswerden kann. Ging um die F\u00f6rdergelder-Geschichte, im Endeffekt b\u00fcrokratisches Tralala. Da hat es mich doch umso mehr erfreut, dass ich erstmal ein dickes Paket Pralinen (immerhin 1 kg!) auf den Tisch gestellt bekam, um sie mitzunehmen. Die Bemerkung, dass ich die weder an einem, noch an zwei Tagen vernichten sollte, war eigentlich \u00fcberfl\u00fcssig &#8211; aber es ist sch\u00f6n, wenn sich Chefs noch um die Mitarbeiter sorgen \ud83d\ude42<br \/>\nDanach hab ich gleich noch Abrechnung gemacht, was vor\u00fcbergehend den schmerzlichen Verlust von 800 \u20ac bedeutet hat. Was soll&#8217;s, daf\u00fcr hab ich jetzt Pralinen \ud83d\ude09<br \/>\nIch bin zugegeben gespannt auf die erste Gehaltszahlung, aber ich habe immer noch ein mehr als gutes Bild von meinem neuen Arbeitgeber und die vage Hoffnung, dass das arbeitsm\u00e4\u00dfig noch f\u00fcr einige Jahre mein Zuhause sein wird.<br \/>\nIch habe mich in den letzten Tagen immer wieder einmal daran zur\u00fcckerinnert, wie die Schnepfe im Jobcenter mich ungl\u00e4ubig angestarrt hat, und mich gefragt hat, ob ich mich denn wirklich &#8222;mit Gelegenheitsjobs durchschlagen&#8220; will. Tja, vielleicht bin ich der Idiot, der eine schlecht bezahlte Arbeit annimmt, nur weil sie ihm Spa\u00df macht. Vielleicht aber &#8211; und das m\u00f6chte ich gerne zur Diskussion stellen &#8211; ist es auch gar kein allzu gro\u00dfer Fehler, keine lange Ausbildung zu machen, um den Rest seines Berufslebens damit zu verbringen, anderen Leuten ihr Leben schlechtzureden.<br \/>\nKeine Frage: Eine Ausbildung ist sinnig, und ich will niemandem dieselbe schlechtreden. Aber irgendwie habe ich das Gef\u00fchl, dass mein Lebensentwurf von den meisten nicht ernstgenommen wird. Wenn ich einen Hauptschulabschluss h\u00e4tte, dann w\u00fcrden die Leute jetzt Schlange stehen um mir zu gratulieren, dass ich mal mehr als einen Minijob habe. Stattdessen erz\u00e4hlen mir Leute im Jobcenter &#8211; die froh sein sollten, wenn sie mich los sind &#8211; was ich f\u00fcr einen Scheiss mache.<br \/>\nHeisst das jetzt etwa, dass es bl\u00f6d war, Abi zu machen?<br \/>\nGanz im Ernst, Leute: Ich bin so gl\u00fccklich wie schon seit langem nicht mehr, und das hat dieses Mal sehr viel mit meinem Job zu tun. Nicht, weil ich so ewig darauf hingearbeitet habe, und auch nicht nur, weil ich ein paar Euro mehr kriege als ich gewohnt bin. Sondern einfach, weil ich diesen Job mag.<br \/>\nUnd weil ich &#8211; sicher im Gegensatz zur Jobcenter-Mitarbeiterin &#8211; von meinem Chef Pralinen geschenkt bekomme.<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute bin ich \u00fcberraschend von meinem Chef geweckt worden. Er bat mich, ins B\u00fcro zu kommen, sodass ich ein paar Unterschriften loswerden kann. Ging um die F\u00f6rdergelder-Geschichte, im Endeffekt b\u00fcrokratisches Tralala. 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